Zentrum für Medienbildung
An diesem Wochenende (24.-26.9.2010) fand die F.R.O.G. im Wiener Rathaus statt: Future and Reality of Gaming.
Eine Konferenz mit einer Menge interessanter Vorträge, Postersessions, Kurzpräsentationen über Forschungsergebnisse, Grundlegendes und Innovatives. Sprachlich gemischt (Englisch und Deutsch) durch die breite internationale ReferentInnenschar . Konstantin Mitgutsch früher an der Uni Wien, derzeit am MIT in den USA tätig, koordinierte mit dem Konferenzteam ein spannendes Programm. Erholsam war, dass über positive Perspektiven und Problemlösungen mehr diskutiert wurde als über die Schrecken der Computerspiele. Vielfältig waren auch die Beispiele für die Einsatzmöglichkeiten von Computerspielen im Lernprozess.
Sehr zurecht erhielt Jürgen Fritz (Fachhochschule Köln, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften) für seine Arbeit den ersten FROG Preis am Sonntag Vormittag. Sein zuvor gehaltener Vortrag war eine Wanderung durch die Zusammenhänge und die Herkunft des spielenden Menschen als metamorphe Persönlichkeit. Selten so unterhaltsam wissenschaftliche Erkenntnisse vorgetragen bekommen.
Ich freue mich schon auf die Online Nachlese…http://bupp.at/frog
Nur ein kurzer Hinweis auf 2 Fortbildungsveranstaltungen des Zentrums für Medienbildung. Jetzt anmelden :
1.) “Webtalks” – eine Webinarreihe rund um aktuelle Themen der Medienbildung. Die Veranstaltung läuft Online an 4 Abenden zu je etwa 1,5 Std. und Sie können von jedem Rechner mit Internetanschluss .ohne technische Vorkenntnisse teilnehmen. Details siehe http://podcampus.phwien.ac.at/webtalks
2.) “medienKULTURmedien” – ein Symposium von 22.-24.11.2010 das sich mit dem Spannungsfeld Medien und Kultur beschäftigt. Vorträge, Performances, Workshops, Ateliers,…Bundesweite Fortbildungsveranstaltung. Details siehe http://podcampus.phwien.ac.at/medienkultur
Nutzt die Möglichkeit die Veranstaltungen zu inskribieren…
Amerika von innen erleben. Die Unterschiede zwischen den Kulturen von USA und Mexiko. Direkt und aus individueller Sicht, aber mit lexikalischem Wissen und viel Bildmaterial. Da kann mensch mitreisen und bekommt auch noch “native speakers” frei Haus geliefert. Das alles und noch mehr ist im Blog des (Ex-)Lehrers Helmut Hostnig zu finden. Er reist seit etwa 3 Wochen durch Amerika, dokumentiert in Bildern und Interviews seine reise und ermöglicht so eine fast zeitgleiche “Mitreise” hier am Bildschirm.
Eine Blogempfehlung für den Unterricht, aber auch privat….
Etienne Wenger hielt am 1.9.2010 auf Einladung von eLSA einen Vortrag über “Communities of practice in education” in Neufeld/Leitha. Der gebürtige Schweizer Wenger arbeitet/lebt in den USA und beschäftigt sich als Sozialwissenschafter schon viele Jahre mit der Theorie der “Communities of practice (CoP)” . “CoPs” gab es immer schon und sind eine der grundlegenden Beziehungsformen in denen Menschen lernen. Angetrieben vom gemeinsamen Interesse an einem Thema, tauschen sie auf freiwilliger Basis ihr gegenseitiges “ExpertInnenwissen”. Lernen erfolgt hier aus primärer Motivation und jedeR einzelne profitiert am Austausch des Wissens und der praktischen Erfahrungen der anderen. “CoPs” sind keine institutionelle Einrichtungen, sondern entstehen aus der Lebens- und Arbeitspraxis. Trotz der Freiwilligkeit und Unabhängigkeit folgen CoPs jedoch Entwicklungsstufen und kreiieren eigene Verbindlichkeiten.
Mit der Aussage “…my problem as a learner is not the output, but the question who am I.”, plädierte Wenger für ein Neudenken der sozialen Designs für Lernprozesse. Dabei ändern sich auch die Rollen der Beteiligten, die Formen der Kommunikation und die sozialen Prozesse. Spielt dabei der virtuelle (Lern-) Raum eine besondere Rolle? war nur eine der Fragen, die sich aus dem sehr launig und gut verständlich gebrachten Vortrag ergab.
Trotz einem ca. 1 stündigem Vortrag gab es daher noch eine spannende Diskussion. Hätte die umsichtige Moderatorin Barbara Buchegger nicht auf die Zeit geachtet – es hätte wohl noch einige Stunden Gesprächsstoff gegeben.
Hier die Audiomittschnitte (in Englisch) zum Nachhören. Zum Einstieg ist das von Christina Merl geführte Interview empfohlen.
Das Interview:
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Quelle: Podcampus Archiv
Der Vortrag:
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Quelle: Podcampus Archiv
Die Diskussion:
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Quelle: Podcampus Archiv
Zusätzlich gibt es noch den von Wenger verwendeten Foliensatz zum Download als pdf (20MB!).