Zentrum für Medienbildung
“Der Meinungsbericht” lautete der Call zur Ausgabe 2/10 der österreichischen Online Fachzeitschrift “medienimpulse“. Es sollte der Frage über die Wertevermittlung durch Medien nachgegangen werden.Die österreichische Medienlandschaft ist ja nicht gerade für hochwertigen Journalismus berühmt. Seriöse Tageszeitungen wie die “Neue Züricher Zeitung”, wo eine Vermischung von Meinung und Bericht undenkbar wäre fehlen am österreichischen Markt. Dafür gibt es die auflagenstärkste (bezogen auf die Einwohnerzahl des Landes) Boulvardzeitung der Welt in Österreich: Die Krone.
Soeben ist die neue Ausgabe der “medienimpulse” online gegangen. Namhafte WissenschaftlerInnen und JournalistInnen haben Beiträge verfasst. Ein blick hinein lohnt sich. Hier ein Auszug aus dem Editorial:
“Die Ausgabe 2/2010 beschäftigt sich mit dem Thema Wertevermittlung durch Medien. Seit langem wird diskutiert, inwiefern und in welchem Ausmaß Medien Meinungen und Haltungen von Menschen beeinflussen. Die wechselseitigen Beeinflussungen zwischen MedienrezipientInnen und MedienproduzentInnen stehen jedoch außer Zweifel. Grund genug, dass sich eine medienpädagogische Fachzeitschrift dem Thema widmet. Gleich vorab – das Thema ist umfangreich bearbeitet worden.
Zusätzliche Aktualität erlangt das Thema in den Tagen vor Erscheinen dieser Ausgabe durch den Tod von Hans Dichand, Herausgeber und Miteigentümer der “Kronen-Zeitung”, die durch ihre weltweit einzigartige Auflagenstärke und die vielen politischen Kampagnen des Mediums gerade im Hinblick auf die Meinungsbildung immer wieder im Brennpunkt der öffentlichen Medien-Diskussion stand und steht. Hans Dichand war sicherlich eine Ausnahmeerscheinung in der österreichischen Presselandschaft und hat mitgewirkt, im kleinen Land Österreich einen überdimensionalen Medienkonzern zu schaffen. Die durch ihn maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg geführte Tageszeitung ist jedoch auch für die immer wieder auftretende und als journalistisch unseriös bekannte Vermischung von Bericht und Meinung berühmt. Abzuwarten bleibt, ob die Vorhaben des im Frühjahr neu gegründeten Presserates hier zukünftig korrigierend einwirken können – darüber informiert Sie der Beitrag von Franz C. Bauer. Vorbeugen wollen auch Pöyskö/Hagen/Lindner/Rohrer mit dem Projekt “CodEx”, wo von jugendlichen JournalistInnen der Versuch unternommen wird, einen umfassenden Ehrencodex für die Jugendmedien zu erarbeiten.
Und noch einmal zur „Kronen-Zeitung“: Florian Arendts Beitrag bietet einen Einblick in die Wirkungsforschung über die Kronen-Zeitung. Kaltenbrunner/Karmasin/Kraus beschäftigen sich mit den Wertehaltungen der österreichischen JournalistInnen und deren Rollenverständnis in Bezug auf Wertevermittlung. Damit bieten sie den LeserInnen der Medienimpulse vorab bereits einen ersten Einblick in den demnächst erscheinenden “Journalistenreport III“. Pallaver/Hug zeichnen ein Bild des zunehmenden Versuchs der politischen Einflussnahme von Eliten auf Medienberichterstattung vor allem in der anglo-amerikanischen Presse. Marci-Boehncke/Rath publizierten in den letzten Jahren die Ergebnisse einer großen Studie zum Thema “Jugend-Werte-Medien” Ihr Beitrag beschäftigt sich diesmal mit dem Horror-Film, der damit zusammenhängenden Wertebildung und adäquaten medienpädagogischen Antworten.
Aber auch die neuen Medien bleiben nicht ausgespart. Lena Doppel beschäftigt sich mit der Frage, ob das Web 2.0 auch neue Werte vermittelt oder ob da ohnehin alles beim Alten bleibt. Barbara Buchegger lädt die LehrerInnen ein, Facebook selbst auszuprobieren und die damit verbundenen Vor- und Nachteile aus erster Hand kennenzulernen. Auch die dort erfahrbaren Regeln der Kommunikation und die aufgegriffenen Themen prägen die Wertehaltungen mit. Nicht zuletzt regen auch einige Rezensionen in Neue Medien zur weiteren Beschäftigung rund um das Thema an.” (vgl. Editorial 2/10, medienimpulse.at)
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika steht bevor und wird sowohl als Medienspektakel als auch als Sportereignis weite Kreise ziehen. Die erste Ausgabe der MEDIENIMPULSE im Jahr 2010 widmet sich deshalb dem Schwerpunkt Medien und Sport und beleuchtet das Thema von vielen Seiten und Blickwinkeln.
Den Schwerpunkt hat Matthias Marschik von der Uni Wien betreut.
Klicken Sie und lesen Sie rein – Für InteressentInnen bietet die vier Mal im Jahr erscheindende medienimpulse.at auch einen Newsletter. Damit versäumen Sie die Neuerscheinungen garantiert nicht.
Auch der Call für die Ausgabe 2/10 ist bereits online. Beiträge können ab sofort eingereicht werden.
Pünktlich zum geplanten Erscheinungstermin wurde die erste Online Nummer der einzigen österreichischen Fachzeitschrift zum Thema Medienbildung am 21.9.09 freigeschalten.
Siehe: www.medienimpulse.at
Schwerpunktthema: Standards in der Medienbildung?
Machen Sie sich selbst ein Bild – neben dem Schwerpunkt gibt es noch jede Menge lesenswerte Beiträge . Ein Abo des Newsletters ist empfehlenswert – die Online Ausgabe erscheint vierteljährlich – Neuerscheinungen werden via Newsletter angekündigt.
17 Jahre erschienen die “medienimpulse” als einzige österreichische Fachzeitschrift im Bereich Medienbildung. Im Dezember 08 wurde die Printausgabe in der bisherigen Form eingestellt. Im September 2009 wird die erste Online Ausgabe erscheinen. Ab sofort ist die Zeitschrift unter www.medienimpulse.at online verfügbar. Dort können die “Calls for Papers” für ersten beiden Ausgaben, sowie nähere Infos zur Redaktion abgerufen werden.
Auf die Printausgabe wird nicht völlig verzichtet – ein Jahrbuch soll ab 2010 eine Auswahl der Online erschienen Beiträge auch in Printversion angreifbar machen.
Schwerpunktthema Ausgabe 1/09 : Bildungsstandards in der Medienpädagogik.