Unvollständig!

Dieser Blog wurde begleitend zur Unterrichtsarbeit von Helmut Hostnig administriert. Leider war es zwischenzeitlich erforderlich den Blog von der ursprünglichen Adresse zu übersiedeln. Dabei gingen einige Bilder verloren. Zusätzlich wurde auch noch das Archiv in dem die Hörbeispiele abgelegt waren übersiedelt, wodurch auch hier Links ins Leere führen. Einige Sendungen zum Struwwelpeter konnten archivarisch gerettet werden und sind nun hier zu finden.

Die Zeit die Vergangen ist.

Hallo.

Es ist sehr schwer in einer anderen Schule. Das habe ich in dieser kurzen Zeit begriffen.
Anderer Alltag, andere Lehrer, andere Freunde.
Alles verändert sich. Man vermisst die alte Zeit.
Ich vermisse meine Lehrer, meine Freunde obwohl ich sie noch immer sehen kann. Doch die alte Zeit war anders. Das Aufstehen in der Früh machte sogar Spaß. Ich dachte an das Freudige Gutenmorgensagen meiner Lehrer.
Die Radiosendungen, die wir machten, die Ausflüge die wir machten, alles hatte Spaß gemacht,  doch leider hatte auch alles ein Ende.
Jetzt verstehe ich, dass man jeden Augenblick genießen sollte und nicht an Morgen denken soll.

Sadet Yigit

Abschied

weblog_jaenner-035.jpgIch bin in der ersten Klasse In die Radiogruppe_Loquaiplatz eingestiegen. Mir hat es ehrlich sehr gefallen und wir haben als Team viele Sendungen gemacht. Nach der ersten Klasse habe ich aufgehört, weil ich sehr viele Stunden hatte und es sich nicht ausgegangen ist. Aber in der 4. Klasse habe ich mich nochmals angemeldet und jetzt stehen wir vorm Ende unserer Schulzeit. Wir haben noch 3 Wochen und ich bin jetzt schon traurig, dass ich meine Freunde und meine Lehrer/Innen verliere. Ich werde versuchen mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Wir hatten sehr vieles unternommen und sehr viele Preise gewonnen. I ch hatte mich für diesen unverbindlichen Gegenstand angemeldet, weil man in diesem Fach lernt, wie man mit den Menschen umgeht und wie man mit ihnen Kontakt herstellt und weil es viele interessante Themen waren und weil ich gelernt habe, wie man an ein Thema herangehen kann, aber auch, woher man die Infos bekommt, wenn man ein Thema hat und mehr darüber sagen will, als man selber weiß.

4 Jahre mit der Radio Gruppe….”LooQuaii PlaTzz…”

Ich besuche schon seit der ersten Klasse den Radio Unterricht, ich habe mich schon immer dafür interessiert. Ich muss zugeben, im ersten Jahr fand ich es etwas langweilig und ich hatte eigentlich auch nicht vor, mich für das zweite Jahr anzumelden, doch der Hr. Hostnig- unser Radio-Lehrer und ein paar Freunde haben mich dann dazu überredet.
Es wurde von Jahr zu Jahr interessanter und jetzt bin ich sehr froh, dass ich weiter gemacht habe. Ich hab sehr viele neue Dinge gelernt z.B. mit Audiogeräten umgehn, aber ich kann mich heute auch sehr viel besser ausdrücken.
Da wir auch sehr viel Teamarbeit gemacht haben, kann ich auch sehr viel besser mit anderen Menschen in der Gruppe umgehen.
Ich würde allen jüngeren Schüler dazu raten, die unverbindliche Übung „Radio“ zu besuchen, da es eine sehr gute Erfahrung ist und man sehr viel dabei lernen kann.weblog_jaenner-047.jpg
Am besten gefiel mir die Radiosendung „Paul(inchen) allein zuhaus.“ In dieser Geschichte geht es um ein Mädchen, das alleine zuhause war und mit einem Streichholz spielte und dabei das ganze Haus anzündete. Unser Lehrer Hr. Hostnig hat uns die Frage gestellt, was wir tun, wenn wir alleine zuhause sind. So sind wir auf das Thema chatten und CS (=ComputerSex) gekommen.
Das war eine sehr lustige Radiostunde. Wir haben sehr viel gelacht. Es gab aber auch sehr viele andere Stunden, die mich sehr interessiert haben z.B als wir über das sehr aktuelle Thema Serbien – Kosovo ( Kosovo hat sich von Serbien getrennt) gesprochen haben.
Ich fand diese vier Jahre mit der Radiogruppe sehr spannend und interessant. Ich werde die Arbeit mit Herrn Hostnig und der Gruppe sehr vermissen.
Lidija Petronijevic….

Abschied von der Radio Bande

Ich besuche Radio seit dreieinhalb Jahren.
Für die unverbindliche Übung (Radio) hab ich mich zuerst nur angemeldet, da meine Freunde auch in Radio gegangen sind. Ich ging dann 2 Stunden sozusagen schnuppern, doch ich merkte gleich, dass Sendungen zu machen Spaß macht. So meldete ich mich gleich an.
In den dreieinhalb Jahren habe ich vieles gelernt zb. deutlich zu sprechen, mit anderen Menschen zu kommunizieren, die richtigen Fragen zu stellen, also so fragen, dass man nicht nur ein ja oder ein nein als Antwort kriegt, im Internet Infos zu einem Thema suchen und vieles mehr wie zB.  wie man Geschichten fürs Radio erzählt. Sogar aus Gedichten haben wir Theater gemacht.

Ich empfehle anderen SchülerInnen sich in Radio anzumelden, weil Radio einfach Spaß macht und man auch viel dazu lernt. In Erinnerung sind mir die Sendungen vom Struwwelpeter geblieben, weil ich auch das Buch kannte, der Besuch bei Frau Bock im Flüchtlingshilfswerk usw. Spaß machten mir alle Sendungen, weil es immer gute und interessante Themen waren.

Lidija

letzter beitrag

Also bei mir war es so. ich hab die unverbindliche Übung Radio 2 Jahre lang besucht. in der 2. klasse bin ich ausgestiegen und in der 4. Klasse bin ich wieder dabei gewesen. Also der Hauptgrund war wegen meiner Schulkollegen. doch als ich dann das erste mal den unterichtsgegenstand radio mitgemacht habe, war ich total begeistert und es hat mir sehr gefallen.

also in den 2 jahren radio hab ich so einiges gelernt. ich habe gelernt, wie man interviews führt, wie man sich richtig ausdrückt und wie wichtig es ist, dass man eine eine gute aussprache lernt bzw. richtiges reden oder wir haben über verschiedene themen geredet bzw. uns damit befasst. ich finde radio macht spaß und man sollte unbedingt mitmachen, weil man einfach viel dabei lernt und viel von dem auch in die zukunft mitnehmen kann. Also ich möchte damit sagen: es zahlt sich aus alleine schon deshalb, wieviel wir in den zwei stunden lachen.

mani

Was ich beim Radiomachen gelernt habe!!!!

Hallo, ich bin der Balwinder,

Ich mache schon seit drei Jahren bei Radio mit. Als ich in der ersten Klasse war, habe ich immer von meinen Mtschülern gehört, was alles sie in Radio machen. Als ich dann in der Zweiten war, wollte ich auch schauen, was in der unverbindlichen Übung Radio alles geschieht. Ich bin zuerst nur für eine Stunde gekommen, um zu sehen, wie es ist. Es hatte mir sehr gefallen und ich hatte großen Spaß. Seither mache ich mit. Ín allen diesen Jahren habe ich sehr vieles gelernt. z:B. Deutsch. Als ich in diese Schule gekommen bin, konnte ich nicht einmal ein Wort auf Deutsch. Unser Radio- Lehrer hat uns immer wieder verbessert, wenn wir einen Fehler gemacht hatten beim Sprechen und so ist auch meine Ausprache besser geworden.

Ich habe über das Radiomachen das Buch Struwwelpeter und viele andere Geschichten kennengelernt. Ich würde meinen MitschülerInnen sehr empfehlen sich für diese Übung anzumelden, weil wir in diesem Fach nicht nur Radio machen, sondern auch in anderen Bereichen etwas lernen. zB. wie man zu Informationen zu einem Thema kommt und wie man moderiert. Man hat in diesem Fach auch sehr viel Spaß und man ist mit seinen Freunden zusammen.

Es macht mich sehr traurig, wenn ich dran denke, dass es das alles nicht mehr geben wird.

Der fliegende Robert

Der fliegende Robert soll die Arbeit am Struwwelpeter abschließen. Auch diesmal gingen wir zuerst einmal nur vom Text aus. Kinder aus der ersten Klasse lesen ihn und antworten sehr unterschiedlich auf die Frage, wohin Robert wohl fliegen könnte und wohin sie selbst gerne fliegen würden, wenn sie sich jetzt weg beamen könnten. Dabei fiel auf, dass Kinder mit Migrantenhintergrund große Sehnsucht nach ihrer Heimat haben. 
In einem nächsten Schritt ließ ich den Text von meiner Radiogruppe nachspielen.Denis und Lidija, unser Pärchen, spielten die Eltern, Mattias den fliegenden Robert. Eine andere Lidija verfasste mit Sadet einen Wetterbericht mit Sturmwarnung. Die anderen klapperten mit den Fenstern, erzeugten mit Geräuschen orkanartigen Sturm. Die Schwierigkeit lag darin, dies alles simultan aufzunehmen, um die Gruppe zu beschäftigen. Die Szene musste solange wiederholt werden, bis die Eltern so stritten – bei jeder Wiederholung ein anderes Thema wählend -, dass sie auch die Sturmwarnung hörten und auf sie reagierten. Gleichzeitig durfte auch Matthias seinen Einsatz nicht verpassen und musste beim Höhepunkt des Streites den Schirm und das Weite suchen.
Nachdem die Szene gelungen war, gingen wir hinaus auf den Gang. Moritz spielte den Reporter, Büsra und Sadet spannten einen richtigen Regenschirm auf und Denis hatte den Auftrag, mit dem Aufspannen des Regenschirmen jauchzend ans Ende des Ganges zu laufen, damit man hört, wie er sich entfernt,während Moritz kommentiert, was da in diesem Sturm geschieht. Es hat unglaublichen Spaß gemacht.
Auf dem Heimweg kam mir die Idee, dass der fliegende Robert auch anders gedeutet werden könnte als ein alptraumhaftes Geschehen, das einem nur widerfahren kann, wenn man den Rat der Erwachsenen in den Wind schlägt. Schon als kleiner Bub war mir von allen Geschichten, die Hoffmann im Struwwelpeter erzählt, die vom fliegenden Robert die liebste,  auch wenn er nach psychoanalytischer Deutung nun den vierten Tod durch die Elemente stirbt: Als Suppenkaspar wird er beerdigt, als Hans-guck-in-die-Luft gerade noch vom Tod durch Ertrinken gerettet, als Paulinchen stirbt er durchs Feuer und als Robert stößt er mit Schirm und Hut am Himmel an. Nach Anita Eckstaedt, auf deren Interpretation ich mich im Buch über den
 „Struwwelpeter: Dichtung und Deutung“ oftmals bezogen habe, ist dies der letzte Versuch mit der real früh verstorbenen Mutter in Kontakt zu treten.
Ich will es aber versöhnlicher deuten: Robert tritt aus dem elterlichen Haus ins Leben. Dort herrscht zwar ein rauer Wind. Der aber nimmt ihn mit auf neue Abenteuer.
wir alle von der Radiobande sind in ähnlicher Situation: Die SchülerInnen der vierten Klassen müssen nun auch hinaus ins Leben und ich beginne meinen Vorruhestand. Nun warten neue Herausforderungen. Es ist ein Abschiednehmen von einem wichtigen Lebensabschnit. Bei den SchülerInnen von der Hauptschule, bei mir von meinem Beruf.
 Natürlich werde ich in einem dritten Schritt zuerst meine Radiobandenkids darüber befragen, welche Ängste und Hoffnungen sie mit diesem Schritt verbinden, aber auch die Passanten auf der Straße interviewen lassen, ob sie sich an eine solche Wende in ihrem Leben erinnern können.
Bin schon neugierig.

Hans-Guck-in-die-Luft oder vom Tagträumen

Die Geschichte vom „Hans guck in die Luft“ hat mir zuerst Kopfzerbrechen bereitet, weil ich nicht wusste, welchen aktuellen Zusammenhang ich über die Geschichte herstellen sollte. Da half mir ein Satz aus dem Buch von Anita Eckstaedt „Der Struwwelpeter: Dichtung und Deutung“ aus dem Patt. Sie schreibt: „Man könnte sagen, Hans Guck-in – die – Luft, der so entschieden vorwärts geht, weiß gar nicht, dass er in Wirklichkeit träumt…“ Damit war das Thema gefunden: Tagträumen. Wir alle kennen dieses fast bewusste rückwärts oder in die Zukunft gerichtete Träumen und verbringen am Tag viele Stunden damit. Eigentlich immer dann, wenn wir unsere Gedanken fortschicken und in die Ferne schweifen lassen, wenn unsere Aufmerksamkeit nachlässt und wir uns dieser Art des Träumens hingeben dürfen.

Interessant war, wie freimütig viele SchülerInnen zugeben, fast 40 % einer Unterrichtseinheit geistig abwesend zu sein. Das spiegelt die Langeweile, die sie oft empfinden, das Desinteresse am gerade unterrichteten Stoff – mag es an ihm selbst oder an der Darbietung liegen. Besonders auffallend, dass gerade die SchülerInnen mit häuslichen oder schulischen Problemen – oft lässt sich das eine vom anderen kaum trennen – noch viel häufiger von dieser Technik des Abschaltens Gebrauch machen und sich so einen Ausgleich suchen. Sie beamen sich an andere Orte, wiederholen Ereignisse, geben ihnen eine andere Wendung, inszenieren mit Hilfe ihrer Fantasie eine Wirklichkeit, die der erlebten oft diametral gegenüber steht.

 Das Tagträumen erfüllt somit eine wichtige Funktion im Psychohaushalt nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch – wenngleich in anderer Ausprägung – von Erwachsenen. Es ist wie fiktives Tagebuchschreiben im Kopf. Eigentlich sollten wir Lehrer sie bei dieser Tätigkeit nicht stören. Die Frage „Wo bist du jetzt gerade?“, wird von den wenigsten ehrlich beantwortet und ist eigentlich nur rhetorisch gemeint. Übersetzt bedeutet sie: „Hör auf zu träumen! Schlafen kannst du daheim. Jetzt ist Unterricht und du hast gefälligst zuzuhören und mitzumachen!…“

Auch wovon sie tagträumen, ist interessant, weil uns diese Inhalte zeigen, wie sehr sie gerade in den vierten Klassen mit ihrer Zukunft beschäftigt sind und vorwegnehmen, manchmal realistisch, manchmal utopisch, wie sie einmal ausschauen wird. Wenn Konflikte in der realen Welt nicht zu lösen sind, werden sie in den Tagträumen reproduziert und einer Lösung zugeführt. So können auch demütigende Erfahrungen besser verarbeitet werden, weil du aus einem Wortgefecht oder Raufhandel als Sieger hervorgehst. Was jetzt die Lehrer oder Mitschüler oder Eltern sind, sind später die Chefs oder Arbeitskollegen oder auch die Lebenspartner, mit denen sich Sträuße im Kopf viel leichter ausfechten lassen und ohne die Kollateralschäden, die sie in der Wirklichkeit anrichten können. „Man denkt sich (buchstäblich“ seinen Teil“ und hat es in der Form eines Tagtraums erledigt.

Den Kindern jedenfalls hats Spaß gemacht. Sie fühlen sich ernst genommen und haben das Thema ernst genommen. Es kommt ja nicht so oft vor, dass wir als Erwachsene dafür interessieren, was in ihren Köpfen so vor geht.

Panoramasendungen

Auch wenn nichts mehr zu lesen war, waren wir in der Zwischenzeit nicht untätig. Ein Blick auf die Sendungskonsole von Orange 94.0 beweist es. Mittlerweile sind wieder zwei Struwwelpetertexte bearbeitet worden und harren der Veröffentlichung.

Walter Kreuz, der für die Wiener Radiobande Sendungsverantwortliche, hat den Vorschlag gemacht, dass wir Lehrer, die mit Schülern Radio machen, uns doch einmal in kürzeren Formaten versuchen, die er als Panoramasendungen mit Beiträgen aus verschiedenen Schulen on air bringen will. Ich habe den Vorschlag mit Begeisterung aufgegriffen, da es mir schon länger ein Anliegen war, die vielen, kurzen Beiträge, die in den Stunden zu allen möglichen Themen entstehen, für sich stehen zu lassen. Es sind vor allem unsere Experimente und Sprachspiele, aber auch die vielen Gedichte, die entweder im Rahmen einer Sendung entstanden sind oder einfach beiläufige Sprach- und Rhythmusübungen waren und schon lange auf diese Art der Performance gewartet haben.

Wir werden sehen, wie sie ankommen, da wir ja die Möglichkeit haben festzustellen, wie oft eine Sendung abgerufen oder sogar downgeloaded worden ist. Manchmal das einzige Feedback, das wir für unsere Mühen erhalten.