Sep
03

folie_wenger1 Etienne Wenger hielt am 1.9.2010 auf Einladung von eLSA einen Vortrag über “Communities of practice in education” in Neufeld/Leitha. Der gebürtige Schweizer Wenger arbeitet/lebt in den USA und beschäftigt sich als Sozialwissenschafter schon viele Jahre mit der Theorie der “Communities of practice (CoP)” . “CoPs” gab es immer schon und sind eine der grundlegenden Beziehungsformen in denen Menschen lernen. Angetrieben vom gemeinsamen Interesse an einem Thema, tauschen sie auf freiwilliger Basis ihr gegenseitiges “ExpertInnenwissen”. Lernen erfolgt hier aus primärer Motivation und jedeR einzelne profitiert am Austausch des Wissens und der praktischen Erfahrungen der anderen.  “CoPs” sind keine institutionelle Einrichtungen, sondern  entstehen aus der Lebens- und Arbeitspraxis. Trotz der Freiwilligkeit und Unabhängigkeit folgen CoPs jedoch Entwicklungsstufen und kreiieren eigene Verbindlichkeiten.

Mit der Aussage “…my problem as a learner is not the output, but the question who am I.”, plädierte Wenger für ein Neudenken der sozialen Designs für Lernprozesse. Dabei ändern sich auch die Rollen der Beteiligten, die Formen der Kommunikation und die sozialen Prozesse. Spielt dabei der virtuelle (Lern-) Raum eine besondere Rolle? war nur eine der Fragen, die sich aus dem sehr launig und gut verständlich gebrachten Vortrag ergab.

Trotz einem ca. 1 stündigem Vortrag gab es daher noch eine spannende Diskussion. Hätte die umsichtige Moderatorin Barbara Buchegger nicht auf die Zeit geachtet – es hätte wohl noch einige Stunden Gesprächsstoff gegeben.

Hier die Audiomittschnitte (in Englisch) zum Nachhören. Zum Einstieg ist das von Christina Merl geführte Interview empfohlen.

Das Interview:
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Quelle: Podcampus Archiv

Der Vortrag:
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Quelle: Podcampus Archiv

Die Diskussion:
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Quelle: Podcampus Archiv

Zusätzlich gibt es noch den von Wenger verwendeten Foliensatz zum Download als pdf (20MB!).

Am 13.3.2009 hielt Dr. Beat Doebeli einen Einstiegsvortrag für die Tagung “Personal Learning Environment in der Schule” . Ich habe selten einen so pointierten Vortrag zum Thema gehört. Wohltuend – keine Power Point Folien, die zumeist ohnehin besser als Skriptum verlegt werden sollten, sondern eine unterhaltsame und informative Veranschaulichung, was neue Technologien im Unterricht leisten könnten. Dass er nicht nur davon spricht, sondern auch die praxis wissenschaftlich begleitet zeigt sich im derzeit laufenden Versuch an der Projektschule Goldau, wo eine 6. Schulstufe mit  iPhones ausgestattet wurde, um Erfahrungen in der Didaktik und Methodik des Unterrichtens mit mobilen Kommunikationsgeräten  zu sammeln. Ich habe darüber bereits an anderer Stelle in diesem Blog  berichtet.

Doch an dem Vortrag ist noch ein anderer Aspekt interessant. Doebeli nutzt im Vortrag gleich auch eben die Technologien über die er berichtet. In einem zweiten Schritt stellt er den Vortrag auch auf der Webseite als Video online, wodurch es mir erst möglich war diesen überhaupt zu sehen und mich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.  Medienkonvergenz wie sie heute im Alltag üblich ist findet da Eingang in die Hochschuldidaktik. Wort, Bild, Ton, Schrift fliessen zusammen. Durch die Speicherung und die Publikation wird Wissen geteilt und regt auch zur eigenen Aktivität an.

Nun sagen die meisten dies ist zu aufwendig oder die Technik ist nicht verfügbar…ich halte das für Ausreden. Eine Aufzeichnung ist heute mittels Netbook und ev. noch einem Mikro brauchbar möglich. Zur Veröfentlichung reicht eine Webseite, Archive für Online Speciherung stehen notfalls auch kostnefrei zur Verfügung. Also sicherlich keine kostspielige und technisch aufwendige Sache.

Einerseits steckt ein wenig Angst in jedem wissenschaftlich arbeitenden Menschen, dass im Zuge eines Live-Vortrages sich Fehler oder Thesen einschleichen, die ev. in einer Veröffentlichung als gedrucktem Text vorab durch Selbstkontrolle und Lektorat korrigiert würden. Es ist also Mut zum Fehler und auch zur Kritik nötig, Aufzeichnungen zu gestatten.

Andererseits fehlt oft auch das notwendige Knowhow zur Umsetzung. Wer nicht mit dem Rad fahren kann wird wohl selten das Rad benutzen und wenns erst mal eintrainiert wurde, dann ist es oftmals sehr praktisch und wird im Alltag genutzt. Die Mediennutzung beeinflusst die Medienkompetenz und diese ist Grundlage für den Einsatz im Alltag. Es ist kein “Digital Devide” an den Hochschulen,  sondern ein “Competence Devide” wahrzunehmen. Ähnliches hat auch Dennis Schaffer bereits im Blog LernenzweiNull beschrieben. Zunehmend wird auf die Situation durch ein verstärktes Schulungsangebot zur Vermittlung von Medienkompetenz im digitalen Bereich reagiert (vgl. u.a. Kerres Medienkompetenz für die Bildungswissenschaft). An der PH Wien werden dafür im Rahmen des Lehramts-Studiums grade mal 1,5 EC aufgewendet. Die Angebote im Rahmen der Personalentwicklung für Lehrende beschränken sich auf punktuelle Workshops im Umfang von ein paar Stunden. In Ausschreibungen für Lehraufträgen ist von digital skills zumeist keine Rede. Die Integration in die Didaktik hängt also wieder von der eigenen Mediennutzung und der daraus resultierenden Kompetenz ab. Verdacht: Die Auseinandersetzung mit Mediendidaktik, insbesondere auf digitaler Ebene,  wird gerne einem kleinen Kreis interessierter SpezialistInnen vorrangig aus den Bereichen EDV, ev. noch Deutsch oder BE, überlassen.

Mrz
05
Filed Under (Bloghinweise, Theorie) by chb on 05-03-2010

In der Projektschule Goldau (Schweiz) läuft ein zweijähriger Schulversuch(5./6.Schulstufe), wo jedes Kind ein IPhone mit Internetzugang zur Verfügung hat. Was bedeutet das für den Lernprozess und den Schulalltag. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Beat Doebeli Honegger (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz – Schwyz/Institut für Medien und Schule). In einem Interview am begleitenden Projektblog erzählt er von den ersten Erfahrungen.

Prof. dr. Beat Döbeli Honegger berichtet über das iPhone-Projekt in Goldau from Melanie Unbekannt.

Jan
18
Filed Under (Uncategorized) by chb on 18-01-2010

Online Seminare – Webinare – werden immer stärker und besser nutzbar. So gibt es für diejenigen, die den Webmontag heute versäumten die Möglichkeit die Session hier nachträglich anzusehen. Gleichzeitig ist es möglich auch einen Eindruck zu kriegen, wie so etwas abläuft.

Dez
23

Der Podcampus steht auch Kooperationspartnern offen. Dazu zählt auch die Ganztagsvolksschule in Wien 21 Dopschstrasse. Inmitten der Großfeldsiedlung befindet sich eine Schule mit hoch engagierten LehrerInnen, die in ihrem Unterricht auch Neue Medien nutzen. Neben der Integration von Smartboards in allen Klassen, die allmählich die Kreidetafeln ablösen, werden auch Videos mit den Kindern erstellt. Diese werden nun über das Podcampus Archiv online verfügbar gemacht.

“Dieser Film entstand im Jahr 2007 im Rahmen eines Filmprojektes einer 4.Klasse. Das Ziel war es einen kurzen “Werbefilm” über die Schule zu erstellen. Die Schlagworte und Überschriften wurden von den Kindern gefunden. Ein Drehbuch wurde geschrieben und alle Kinder wurden in “Departments” eingeteilt, in denen sie sämtliche Aufgaben, von der Kamera bis zur Requisite übernehmen mussten… das Ergebnis ist der Imagefilm der GTVS Dopschstraße” schreibt Harry Axmann, Lehrer an der Schule, über dieses Video.

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(Quelle: podcampus PH Wien)

Wir sind schon gespannt, was noch alles zu sehen sein wird.