Sep
22
Filed Under (Bloghinweise) by chb on 22-09-2010

Amerika von innen erleben. Die Unterschiede zwischen den Kulturen von USA und Mexiko. Direkt und aus individueller Sicht, aber mit lexikalischem Wissen und viel Bildmaterial. Da kann mensch mitreisen und bekommt auch noch “native speakers” frei Haus geliefert. Das alles und noch mehr ist im Blog des (Ex-)Lehrers Helmut Hostnig zu finden. Er reist seit etwa 3 Wochen durch Amerika, dokumentiert in Bildern und Interviews seine reise und ermöglicht so eine fast zeitgleiche “Mitreise” hier am Bildschirm.

Eine Blogempfehlung für den Unterricht, aber auch privat….

Am 13.3.2009 hielt Dr. Beat Doebeli einen Einstiegsvortrag für die Tagung “Personal Learning Environment in der Schule” . Ich habe selten einen so pointierten Vortrag zum Thema gehört. Wohltuend – keine Power Point Folien, die zumeist ohnehin besser als Skriptum verlegt werden sollten, sondern eine unterhaltsame und informative Veranschaulichung, was neue Technologien im Unterricht leisten könnten. Dass er nicht nur davon spricht, sondern auch die praxis wissenschaftlich begleitet zeigt sich im derzeit laufenden Versuch an der Projektschule Goldau, wo eine 6. Schulstufe mit  iPhones ausgestattet wurde, um Erfahrungen in der Didaktik und Methodik des Unterrichtens mit mobilen Kommunikationsgeräten  zu sammeln. Ich habe darüber bereits an anderer Stelle in diesem Blog  berichtet.

Doch an dem Vortrag ist noch ein anderer Aspekt interessant. Doebeli nutzt im Vortrag gleich auch eben die Technologien über die er berichtet. In einem zweiten Schritt stellt er den Vortrag auch auf der Webseite als Video online, wodurch es mir erst möglich war diesen überhaupt zu sehen und mich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.  Medienkonvergenz wie sie heute im Alltag üblich ist findet da Eingang in die Hochschuldidaktik. Wort, Bild, Ton, Schrift fliessen zusammen. Durch die Speicherung und die Publikation wird Wissen geteilt und regt auch zur eigenen Aktivität an.

Nun sagen die meisten dies ist zu aufwendig oder die Technik ist nicht verfügbar…ich halte das für Ausreden. Eine Aufzeichnung ist heute mittels Netbook und ev. noch einem Mikro brauchbar möglich. Zur Veröfentlichung reicht eine Webseite, Archive für Online Speciherung stehen notfalls auch kostnefrei zur Verfügung. Also sicherlich keine kostspielige und technisch aufwendige Sache.

Einerseits steckt ein wenig Angst in jedem wissenschaftlich arbeitenden Menschen, dass im Zuge eines Live-Vortrages sich Fehler oder Thesen einschleichen, die ev. in einer Veröffentlichung als gedrucktem Text vorab durch Selbstkontrolle und Lektorat korrigiert würden. Es ist also Mut zum Fehler und auch zur Kritik nötig, Aufzeichnungen zu gestatten.

Andererseits fehlt oft auch das notwendige Knowhow zur Umsetzung. Wer nicht mit dem Rad fahren kann wird wohl selten das Rad benutzen und wenns erst mal eintrainiert wurde, dann ist es oftmals sehr praktisch und wird im Alltag genutzt. Die Mediennutzung beeinflusst die Medienkompetenz und diese ist Grundlage für den Einsatz im Alltag. Es ist kein “Digital Devide” an den Hochschulen,  sondern ein “Competence Devide” wahrzunehmen. Ähnliches hat auch Dennis Schaffer bereits im Blog LernenzweiNull beschrieben. Zunehmend wird auf die Situation durch ein verstärktes Schulungsangebot zur Vermittlung von Medienkompetenz im digitalen Bereich reagiert (vgl. u.a. Kerres Medienkompetenz für die Bildungswissenschaft). An der PH Wien werden dafür im Rahmen des Lehramts-Studiums grade mal 1,5 EC aufgewendet. Die Angebote im Rahmen der Personalentwicklung für Lehrende beschränken sich auf punktuelle Workshops im Umfang von ein paar Stunden. In Ausschreibungen für Lehraufträgen ist von digital skills zumeist keine Rede. Die Integration in die Didaktik hängt also wieder von der eigenen Mediennutzung und der daraus resultierenden Kompetenz ab. Verdacht: Die Auseinandersetzung mit Mediendidaktik, insbesondere auf digitaler Ebene,  wird gerne einem kleinen Kreis interessierter SpezialistInnen vorrangig aus den Bereichen EDV, ev. noch Deutsch oder BE, überlassen.

Der Vortrag von David Röthler über “Glotzen im Netz – Video im Web 2.0″ wurde sowohl vor Ort als auch von den Online TeilnehmerInnen mit Interesse verfolgt. Aufgezeigt wurden neue Entwicklungen im Internet, die für unsere SchülerInnen wohl oft mehr zum Alltag gehören als für die LehrerInnen.

So gabs nach dem Vortrag auch einige Diskussion, wie das denn nun sei mit der Kontrolle im Internet und dem Verantwortungsbewusstsein der Publizierenden, wo es doch heute so leicht ist etwas Online zu veröffentlichen.

Im November sind 3 Diskussionen geplant, die sich mit der Vermittlung von Weltbildern durch Medien auseinandersetzen. Weitere Infos hier.

Nun machen Sie sich doch selbst ein Bild . Hier ist die Aufzeichnung des ersten Vortrages:

Get the Flash Player to see this player. Quelle:podcampus Archiv

Mai
28
Filed Under (Literatur) by chb on 28-05-2009

Schön, dass es vermehrt zu open content online Publikationen kommt. So ist es möglich, in relevante Forschungsergebnisse rasch Einblick zu erhalten. Diesmal war es ein Beitrag im Online Journal “bildungsforschung” :

Jadin, Tanja & Zöserl, Eva (2009). Informelles Lernen mit Web-2.0-Medien. In: bildungsforschung, Jahrgang 6, Ausgabe 1,

URL: http://www.bildungsforschung.org/Archiv/2009-01/Web2.0/ (aufgerufen am 27.5.09)

“Web 2.0″ verliert zwar immer mehr seine Bedeutung als Reizwort – einerseits finden sich schon an allen Ecken und Enden entsprechende Angebote zur Partizipation, gleichzeitig steigt jedoch die partizipative Nutzung dieser Möglichkeiten nur sehr langsam. Der Hype ist vorüber (?) – die breite Masse hat die Kulturtechniken aber noch nicht internalisiert. Vor allem im Bildungsbereich ist da eine gewisse Trägheit zu erkennen. Die vorgestellten Studienergebnisse über die aktive, partizipative Nutzung von Social Software durch österreichische Studierende von Jardin/Zöserl zeigen dies auch.

Bei der Lektüre des Beitrages haben sich bei mir die Fragen getürmt:

Was bedeutet es, wenn jene Lernumgebungen, die selbstorganisiertes, selbstbestimmtes Lernen fördern, nur zögerlich genutzt werden? Wie traditionell hierarchisch und instruktiv ist die Lerneinstellung der Studierenden? Bevorzugen sie die Vorgabe fertiger Informationspakete, die dann bei Prüfungen wiedergegeben werden und damit die erforderlichen Zeugnisse abgeholt werden können? Oder gibt es schlichtweg keine entsprechenden Lernszenarien, um kollaborativ oder partizipativ online ebensolche Zeugnisse zu erhalten? Liegts an der mangelhaften Medienkompetenz der Lehrenden?  Wird informelles Lernen vielleicht gar nicht als Lernen erkannt und somit der damit zusammenhängende Wert übersehen? Liegt es an der mangelhaften Mediennutzungskompetenz der Lehrenden und Lernenden?

Gleichzeitig läßt sich Hoffnung schöpfen. Nachfolgende Generationen dürften schlichtweg weniger Scheu bzw. mehr Mediennutzungskompetenz haben. Um das aber auch zu belegen, ist auf zukünftige Befragungen zu warten.

Noch zwei kurze Zitate aus dem Schusskapitel “Diskussion”:

“Die partizipative Nutzung von Wikis, d.h. das Abändern von Beiträgen sowie die kritische Reflexion von Weblogs, fördert Schreibkompetenz, kritisches Denken und Kritikfähigkeit. Zudem können Szenarien für kollaboratives Lernen entwickelt werden um neben den genannten Kompetenzen Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen.

Wir stehen erst am Beginn der Frage, wie eine Vernetzung von informellem Lernen und Hochschule aussehen könnte. Womöglich bedarf es ein Umdenken in unserer Lernkultur.

Letzterem kann ich mich nur anschließen und den gesamten Beitrag von Jardin/Zöserl zur Lektüre empfehlen. Schön, dass es Open Content gibt.

PS: Falls Sie Interesse und kurz Zeit haben könnten Sie diese Open Content Petition unterzeichnen.

Mai
11
Filed Under (Literatur) by chb on 11-05-2009

Mit dieser Frage beschäftigt sich u.a. das “Netzwerk Freies Wissen” . Dort erschien auch die Broschüre “Wissensallmende Report 2009″, die ins Thema einführen soll. Der Trailer (veröffentlicht auf vimeo, cc lizenz) bietet erste Einblicke, was die Patentierung im Bündnis mit Kommerzialisierung von Wissen für unsere Gesellschaft bedeutet.