13 Mrz

Gefahren im Internet und ihre Prävention

Wie kann man Kinder über die Gefahren im Internet aufklären?

Ein Leben ohne Internet ist für uns Menschen kaum noch vorstellbar und ist ein Teil unseres Lebens geworden. Aber auch im Alltag der Kinder spielen digitale Medien eine wesentliche Rolle. Heutzutage kommen Kinder schon im frühen Alter mit digitalen Medien wie Internet, Handy, Tablets und Computern in Berührung.

Wichtig ist, dass sich Menschen, schon im jungen Alter Medienkompetenzen aneignen und das Internet sicher und kritisch nutzen. Eltern sollten ebenfalls über ausreichende Medienkenntnisse verfügen, damit ihre Bemühungen um einen sicheren Umgang mit digitalen Medien keine Wunschvorstellungen bleiben.

Eltern und Pädagogen sollten Kinder für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet vorbereiten und sie auf diesem Weg unterstützen. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass Kinder, aber auch Erwachsene, frühzeitig den richtigen und kritischen Umgang mit dem Internet erlernen, um sich einigermaßen vor den Risiken und Gefahren zu schützen, die im Internet auf sie lauern. Viele Kinder, aber auch Eltern sind sich dennoch der Risiken und Gefahren nicht bewusst.

Um die Frage zu beantworten, wie Kinder über die Gefahren im Internet aufgeklärt werden können, muss man sich erstmal darüber im Klaren sein, was diese Gefahren überhaupt sind.

Die bekanntesten sind vermutlich die, über die man oft in verschiedensten Medien hört.
Dazu gehören:

  • Privatsphäre (z.B.: virtual stalking)
  • Wahrheitsfaktor von Information (z.B.: Wikipedia)
  • Cyberbullying und Cybermobbing
  • Anonymität als Problem
  • die Frage nach Legalität (z.B.: illegaler Download von Medien)
  • Suchtfaktor

Auf ein paar dieser Probleme gehen wir im folgenden etwas näher ein und geben Beispiele für Übungen, die mit SuS für eine Sensibilisierung im Bezug auf die Gefahren gemacht werden können.


Privatsphäre

Aufgrund der Vielzahl an sozialen Netzwerken ist es leicht, den Überblick über veröffentlichte private Daten zu verlieren.
Um Kinder darauf aufmerksam zu machen wie viel über sie und ihre Freunde im Internet gefunden werden kann, kann die folgende Übung gemacht werden.

Übung:
Die SuS sollen ihren eigenen Namen in Suchmaschinen und Suchfunktionen sozialer Netzwerke eingeben. Sie sollen versuchen so viel wie möglich über sich selbst herauszufinden und dabei gefundene Informationen notieren.
Sie sollen aber auch Informationen notieren zu gefundenen Personen mit demselben Namen.
Dadurch wird deutlich gemacht, wie viel sie von sich selbst Preis geben, aber auch, dass es leicht zu Verwechslungen kommen kann.

Material zu diesem Thema kann auf http://www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Schulmaterial_Schutz_der_Privatsphaere_im_Internet.pdf gefunden werden


Wahrheitsfaktor von Information

Die Bandbreite des Internets macht es jedem, der einen Zugang dazu hat möglich Texte zu veröffentlichen. Dementsprechend kann man nicht alles glauben, was man im Internet ließt, weil man nie ganz sicher sein kann, wer der Autor ist, beziehungsweise welche Kompetenzen er besitzt. Kindern muss man verdeutlichen, dass sie sich nicht auf jede Information, die im Internet gefunden werden kann, verlassen können.

Übung:
Den SuS wird der Auftrag erteilt, zu einem Thema im Internet zu recherchieren. Das Thema sollte allerdings so gewählt sein, dass bereits ein Vorwissen seitens der SuS besteht, also entweder passend zum Lehrstoff, oder die Kinder wählen ein Thema, das sie privat sehr interessiert.
Zu diesem Thema sollen sie in Gruppenarbeit drei Websites finden, und die Information, die diese enthalten, vergleichen. Mögliche Fragestellungen um dieses zu vereinfachen könnten sein:

  1. Wie viel Information bietet die Seite? Fehlt deiner Meinung nach etwas?
  2. Widersprechen sich die einzelnen Seiten?
  3. Wie ist der Text geschrieben? Eher einfach oder schwer?
  4. Kann man nachvollziehen, wer den Text geschrieben hat? Findet man über diese Person etwas im Internet?

Anhand dieser Punkte sollen, sie dann darüber diskutieren, ob sie die Seite für vertrauenswürdig halten, oder nicht. Die Ergebnisse werden der Klasse präsentiert und besprochen.
http://www.saferinternetday.org/web/guest/gallery
https://de.wikiversity.org/wiki/Wikipedia#Unterrichtsideen_und_Beispiele


Cybermobbing
Als Internetnutzer läuft man auch der Gefahr, Opfer von Cybermobbing zu werden. Beim Cybermobbing handelt es sich um das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Belästigen, Bloßstellen, Schikanieren und die soziale Isolation anderer mit Hilfe moderner digitaler Medien. Cybermobbing erstreckt sich meistens über einen längeren Zeitraum, kann rund um die Uhr, überall dort, wo digitale Medien verwendet werden können, erfolgen und richtet sich auf bestimmte Personen.

Cybermobbing unterscheidet sich vom klassischen Mobbing nur im Hinblick auf Raum, denn man ist nicht einmal in seinen eigenen Wänden sicher. Gerüchte oder Drohungen, die veröffentlicht werden, können sich durch moderne Kommunikationsmittel relativ leicht und rasant unter einem großen Publikum verbreiten. Alle Inhalte, die ins Internet gestellt wurden, werden nicht komplett gelöscht, können immer wieder zu einem späteren Zeitpunkt auftauchen. Die Cyberbullies agieren meist anonym auf digitalem Wege und verstecken sich hinter ihrer Online-Identität.

Übung:
Die SuS erhalten drei Informationsblätter: Was Cybermobbing überhaupt ist, was man dagegen machen und wie man sich schützen kann und welche gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit Cybermobbing existieren.

Die vorrangigen Ziele dieser Übung sind, dass sich die SuS Gedanken über gemeinsame Auswege aus einer Cybermobbing-Situation machen und antizipierte „Situationausgänge“ im Rollenspiel konkretisieren.

  1. Zunächst wird ihnen ein Abschnitt des englischen Films „Let´s fight it together“ mit deutschen Untertiteln vorgeführt, der auch online unter http://old.digizen.org/cyberbullying/film_de.aspx abrufbar ist.

  2. Anschließend werden in einem Rollenspiel einige im Film vorkommende Akteure durch Schüler besetzt, während alle anderen Schüler ihre Kollegen als Coaches unterstützen. Insgesamt ergeben sich sechs Gruppen (je 3-4 Coaches). Es können aber auch zwei bis drei Schüler als Beobachter agieren, die die im Spiel vorkommenden Lösungsmöglichkeiten niederschreiben.

Ausgangsituation ist, dass sich die beteiligten Personen über einen Ausweg aus der Cybermobbing-Situation beraten und sich überlegen, wie sie ihre Rolle authentisch spielen können. Anschließend erfolgt das eigentliche Rollenspiel, in das die Gruppen ihre Meinungen und ihre Lösungsvorschläge zur Sprache bringen.

Ausführlichere Informationen zum Thema „Cybermobbing“ und Vorschläge für den Unterricht finden sich unter http://www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Schulmaterial_Aktiv_gegen_Cyber_Mobbing.pdf ,www.internet4jurists.at  , www.bmwfj.gv.at/Jugend/Jugendschutz/Seiten/JugendgefährdendeGegenstände.aspx uvm.


Anonymität als Problem

Wie oben bereits angesprochen, ist ein weiteres Problem die Annonymität, die die virtuelle Welt bieten kann. Personen haben im Internet die Möglichkeit ihre Identität zu verbergen und falsche Informationen bezüglich ihrer Person und ihrem Charakter zu veröffentlichen. Besonders häufig wird das in Chaträumen ausgenutzt.

Übung:
Um auf die Gefahren von verborgener Identität aufmerksam zu machen kann folgendes Projekt durchgeführt werden. Die Klasse wird zwei geteilt, oder das Projekt wird mit zwei Klassen gleichzeitig durchgeführt.

Der einen Hälfte wird ein Chat-Raum zur Verfügung gestellt, in dem sie sich unterhalten können. Es wird ihnen mitgeteilt, dass dieser Chat-Raum nur ihnen zur Verfügung steht und sie sich in Ruhe unterhalten können.

Die andere Hälfte bekommt jedoch ebenfalls Zugriff auf den Chat-Raum. Diese SuS bekommen den Auftrag, verdeckt zu arbeiten. Sie sollen sich der Unterhaltung ihrer Mitschüler/innen anschließen, sollen dabei aber versuchen, sich als ihre Mitschüler/innen auszugeben und dabei nicht erkannt zu werden.
Danach wird das Experiment vor allen SuS aufgedeckt und besprochen.


Material

Zu diesen und weiteren Themen haben verschiedene Organisationen Online-Medienpools veröffentlicht, in denen Übungen und Lehrmaterialien für Gruppenprojekte zu finden sind, die man mit Klassen durchführen kann.
Sehr umfassendes Material kann auf http://www.saferinternet.at und http://www.internet-abc.at/eltern/wissen-rund-ums-internet.php gefunden werden.


Verfasst von
Birgit Grandits, Iris Hillinger, Fatma Yesilöz und Gülcan Yesilöz

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