17 Mrz

GefahrenforscherInnen Dokalik, Eisenbock, Habusta und Koch auf der Suche nach den Abgründen der digitalen Medienwelt

Im Zeitalter von Technik, Information und Kommunikation sind digitale Medien unumgänglich und nicht mehr wegzudenken. Sich gegen diverse Errungenschaften zu verwehren funktioniert nur begrenzt, denn ein Bestehen in Schule und Beruf ist heute beispielsweise ohne World Wide Web nicht mehr möglich. Beim Herangehen an die oben angeführte Fragestellung ist es nötig, den Begriff „Digitale Medien“ zu definieren. Unter digitalen Medien versteht man Medien, die mit digitalen Codes arbeiten und somit einen Gegenpol zu analogen Medien bilden[1]. Dazu kann man digitales Fernsehen, Mobiltelefonie/Smartphones, Internet, Computerspiele, Radio oder E-Books zählen. Wenn über die Gefahren digitaler Medien berichtet wird, stehen vor allem die Themen Internetsucht, Verarmung der Sprache sowie Realitätsverlust im Fokus.

Durch die Masse an Informationen, die durch das Internet zugänglich sind und die vielfältigen Angebote im Unterhaltungsbereich birgt das WWW eine große Gefahr an Suchtpotenzial. Die Website www.kinderweb.eu erklärt, dass ungefähr 2,3% der Kinder und Jugendlichen internet- bzw. computersüchtig sind, 4% werden als gefährdet eingestuft. Dabei werden jene als abhängig bezeichnet, die mehr als 35 Stunden pro Woche mit PC, Gameboy, Playstation o.Ä. verbringen[2]. Aufgabe von Eltern ist es, On- und Offline-Zeiten für ihre Kinder festzulegen, um die Suchtgefahr zu verringern.

Im Bereich der Textnachrichten wie SMS und Statusupdates à la Facebook und Twitter sprechen Kritiker oft von einer Verarmung der Sprache. Uns bekannt sind vor allem Beispiele wie „Gemma BILLA“, bei denen Artikel getrost weggelassen werden. Kurznachrichten sollen wie der Name schon sagt in wenig Zeit fertiggestellt und versendet werden, daher wird oft die Aussage auf das Wesentliche verkürzt. Durch die Dominanz dieser neuen Techniken werden Sprachmuster dann auf gewöhnliche Unterhaltungen übertragen. Die WELT widmet diesem Thema einen Artikel und fasst zusammen: „Die Grammatik wird ärmer, die Lexik reicher“[3] – die Sorge um eine Verarmung ist daher nur teils begründet. Sprache unterliegt immer einem Wandel, sich nur auf die Nachteile der Sprachveränderungen zu fixieren, wäre einseitig. Durchaus ist es jedoch Aufgabe von Eltern und Schule Kinder für das Lesen zu motivieren, um grammatikalische Strukturen zu schulen.

Der unserer Ansicht nach gefährlichste Aspekt bei häufiger Nutzung von digitalen Medien ist ein Zurückgehen der sozialen Kontakte bzw. eine Reduzierung von Face-To-Face-Unterhaltungen. Gerade Kinder müssen lernen, durch Mimik und Körpersprache des Gegenübers Emotionen zu deuten. Bei Konversationen mittels Smartphone ist es nur bedingt möglich Verständnis und Mitgefühl zu entwickeln. In schlimmeren Fällen verlieren sich Kinder und Jugendliche auch vollkommen in der virtuellen Welt und pflegen kaum noch Kontakt zu Freunden.

Die Gefahren digitaler Medien sind zu weitreichend, um sie hier durchwegs zu analysieren. Nicht zu vergessen sind aber auch die enormen Vorteile, die in der Medienberichterstattung so gut wie nicht vorkommen. Kinder vor den Gefahren der neuen Medien zu schützen gelingt nur bedingt (z.B. Sperren diverser Websites am PC, Festlegen von Fixzeiten für Smartphone/TV/PC), daher sollte Aufklärung im Mittelpunkt der elterlichen und schulischen Anliegen stehen. Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche Erlebtes besprechen, Medien kritisch betrachten können und Publizieren an öffentlichen Orten wie Sozialen Netzwerken immer im Hinblick auf die Privatsphäre anderer betreiben.


[1] vgl. Was sind digitale Medien? (2012). Abrufbar unter: http://www.prowissenschaft.de/was-sind-digitale-medien/ (14.03.2014)

[2] Internetsucht und Computersucht (o.J.). Abrufbar unter: http://www.kinderweb.eu/kinderseiten/sicherheit-fuer-kinder-im-internet/internetsucht.php (14.03.2014)

[3] Heine, Matthias (2011): Goethe war gut, aber wir sind besser. In WELT Online 02.03.2013. Abrufbar unter: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article114062311/Goethe-war-gut-aber-wir-sind-besser.html (15.03.2014)

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