13 Mai

Computerspiele bei Kindern und Jugendlichen – Gefahr oder Bereicherung?

Computerspiele bei Kindern und Jugendlichen – Gefahr oder Bereicherung?!

Wer kennt das nicht : das Kind das gebannt am Handy, iPod etc. hängt um Spiele zu spielen und nicht mehr wegzubekommen ist? Egal ob am Schulhof, in der U-bahn, zuhause oder wo auch immer – überall wird gespielt. Handelt es sich hier um einen Lernzuwachs für die Kinder, eine Entspannung zum Schulalltag oder lauert eine Gefahr hinter den teils harmlos wirkenden Spielen?

Der Umsatz mit Computer- und Videospielen steigt und steigt. Ob unterwegs mit portablen Geräten, zuhause am heimischen PC oder an der Spielkonsole, gespielt wird überall und alles. Die Spielindustrie hält hier zwei Strategien für uns bereit : zeitlich nicht anspruchsvolle Spiele für Zwischendurch  und Spiele die im Prinzip endlos sind und deren Zwischenstände nicht gespeichert werden können, der Spieler wird sozusagen „gezwungen“ dabei zu bleiben. Die Spielindustrie bietet auch eine Vielfalt an Spielgenres, jedes Kind findet ein Spiel das seiner Persönlichkeit und seinem Geschmack entspricht. Hier könnten wir uns fragen: Welche Spielgenres gibt es?

Computerspiele – steckt auch etwas Gutes dahinter? Was ist die Gefahr dabei?

Spielen ist ein Grundbedürfnis von Kindern, sie brauchen Freiräume in denen sie etwas tun können, was keinen wirklichen Zweck hat.  Computerspiele gehören bereits zur Jugendkultur.  .Wenn man für einen Moment die negativen Klischees wegräumt, sieht man das Kinder auch von Computerspielen lernen können. Zum Beispiel lernen sie andere Mitspieler zu akzeptieren und zu respektieren (gerade bei Online-spielen; Spielen die gemeinsam bestritten werden). Die Kids erleben in den Spielen spannende Abenteuer, schlüpfen in fremde Rollen und können in Fantasiewelten abtauchen. Wichtig ist, dass der kindgerechte Umgang mit den Spielen gegeben ist.  Die Kinder/Jugendlichen sollten nicht zu viel Zeit damit verbringen  gerade weil  nicht jedes Spiel einen Bildungszweck erfüllt, und oft schulische Anforderungen in den Hintergrund geraten:

Alter Angemessene Spielzeit
bis 7 Jahre durchschnittlich 30 Minuten
8-9 Jahre durchschnittlich 45 Minuten
10-11 Jahre durchschnittlich 60 Minuten
12-13 Jahre durchschnittlich 75 Minuten
(Richtlinien;Initiative: SCHAU HIN!)

Wann wird es zuviel?

Gerade Spiele mit hoher Bindungswirkung (vor allem Onlinespiele:  Gruppenzwang durch Mitspieler; Angst etwas zu verpassen; kein fixes Spielziel) haben ein hohes Suchtpotenzial und die oben genannten Richtwerte werden weit überstritten (Eltern sollten klare Regeln vorgeben). Besonders gefährdet sind schüchterne Kinder/Jugendliche mit einem geringen Selbstwertgefühl, die Probleme haben Freunde zu finden. Hier ist es wichtig soziale Beziehungen im unmittelbaren Umfeld des Kindes zu fördern, dass es sich nicht in seiner virtuellen Welt verliert.

Zur Killerspiele-debatte : Ein Killerspiel macht noch keinen Mörder

Amokläufe an deutschen Schulen entfachen immer wieder Verbotsdiskussionen im Hinblick auf so genannte Killerspiele. Ein Verbot in diese Richtung würde schnell und sichtbar eine Grenze setzen und Beruhigung schaffen, doch die eigentlichen tieferen und gesellschaftlich verbreiteten Ursachen derartiger Gewaltausbrüche würden bestehen bleiben. Computerspiele schaffen Scheinwelten, wobei intensiv spielende Jugendliche/Kinder sehrwohl zwischen Realität und Simulation unterschätzen können. Dennoch sind solche Spiele in denen grausame gewaltsame Tätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ausgeführt werden, keinesfalls zu unterschätzen. Spiele prägen die Phantasie und über die Phantasie die realen Reaktions- und Verhaltensmuster, in welcher Abschwächung auch immer. Phantasie geht bekanntlich der Handlung voraus. Die aggresiven Tendenzen des Spielers  werden sich wohl eher verstärken als abschwächen. Mehr dazu hier : Streitfall Computerspiel.

Linksammlung:

http://www.mediaculture-online.de/Wie-wirken-Computerspiele.1299.0.html

Anregungen für den Unterricht:

http://www.mediaculture-online.de/Anregungen-fuer-den-Unterricht.1301.0.html

 

13 Mai

Stimmt es dass Computerspielen dumm macht oder schlecht fürs Gehirn ist?

Studien und Tests zeigen dass Computerspiele alles andere als Hirnschädigend sind! Es werde keine Gehirnzellen beschädigt oder gar „verkleinert“ – ganz im Gegenteil!

Die Feinmotorik (Reaktionsfähigkeit), das räumliche Verständnis und die Multitaskingfähigkeit werden gefordert und trainiert! Natürlich muss man wie auch alles andere im Leben mit Maß und Ziel genießen und verwenden. (Die Dosis macht das Gift!)

 

 Der Standard berichtet: Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die das Konsolenspiel nicht spielen durfte, zeigte sich eine Vergrößerung einiger Bereiche der grauen Substanz, in der sich die Zellkörper der Nervenzellen des Gehirns befinden. Die Vergrößerung umfasste den rechten Hippokampus, den präfrontalen Kortex und Teile des Kleinhirns. Diese Hirnareale sind unter anderem für räumliche Orientierung, Gedächtnisbildung, strategisches Denken sowie für die Feinmotorik der Hände von zentraler Bedeutung. „Interessanterweise waren diese Veränderungen umso ausgeprägter, je mehr Spaß die Probanden beim Spielen hatten“, berichten die Forscher.

Ganzer Artikel auf :http://derstandard.at/1381370369438/Gezieltes-Hirntraining-mit-Super-Mario

Ich freue mich über Kommentare mit kompetenten Artikeln zum Thema (Links) und bin auch auf Gegenargument sehr gespannt!

03 Mai

Klaus Sturdik Techno Freaks und Techno Laien im Technischen Museum

Exkursion Technisches Museum                                                             07.04.2014

Aufgrund eines technischen Gebrechens(!) meines Autos hatte ich nur etwa eine Stunde für einen Kurzbesuch des Museums. Da ich aber bereits vor etwa einem Jahr da war, kannte ich viele Exponate und Angebote. Prinzipiell ist das technische Museum immer einen Besuch wert.Ob für zwischendurch oder auch bei längeren Aufenthalten: Man findet immer Themen und Bereiche, die einen fesseln. Und so kam es, dass ich mich verzettelte und nur einen Bruchteil des Angebotes nützen und/oder erforschen konnte.

Prinzipiell überkommt einen bald der Eindruck, dass das Museum für Kinder und Jugendliche jeden Alters eine tolle Erfahrung sein muss. Ich selbst habe es jedenfalls, als eine Welt der Wunder in Erinnerung und dies ist nun schon gut 30 Jahre her. In der Zwischenzeit aber wurde das Angebot noch weit aufregender und vielfältiger. Spielerisch angelegt entspricht es vielen Lehrinhalten und vermittelt vielfältiges Wissen auf fesselnde Art und Weise… Unterricht, wie er lebendiger nicht sein kann!

Aktuell werden etwa 50 themenzentrierte oder altersadequate Führungen und Workshops angeboten. Damit wird ein breites Spektrum für jede erdenkliche Schwerpunktsetzung geliefert. Ob also umfassender Überblick oder genaue Befassung mit ausgewählten Thematiken, dem Besucher wird das jeweils bevorzugte Programm serviert. Auch für Pädagoginnen wird eine Führung kostenfrei angeboten, bei der sie einen Überblick über das aktuelle Programm erhalten können – Dauer etwa 75 Minuten (dazu gibt es auch zahlreiche Unterrichtsmaterialien).

Ich blieb bei der Ausstellung „SPACE“ hängen (es hätten aber auch beliebige andere Exponate sein können). In dieser werden dem Besucher Belange zur Raumfahrt erklärt und man erhält einen umfassenden Eiblick in diese Welt. Es werden Utensilien der Raumfahrt präsentiert (Raumanzüge, Raketenantriebe…..) sowie Gebrauchsgüter etwa aus dem Haushalt etc. gezeigt, die der Raumfahrt entnommen sind.

Aktuell gibt es den mini-mobil Erlebnisbereich einen „Schreiraum“, eine verglaste, schalldichte Kabine, in der Kind und Kegel ihre Stimmgewalt testen können, eine Motocross-Abteilung und eine Ausstellung von Stefan Jellinek zum Thema Elektro-Unfälle. Diese werden anhand von Exponaten lebensnah dargestellt und sind für das Thema der Unfallvermeideung besonders interessant.

Conclusio: Ob jung oder alt, Mädchen oder Junge, Frau oder Mann, es ist ein Erlebnis in das technische Museum zu pilgern und die jeweiligen Ausstellungen zu erforschen. Für Kinder und Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr ist es kostenfrei.

Für die medienpädagogische Arbeit erachte ich die detailierten Erklärungen und Kontexte zu den Ausstellungsstücken als besonders wertvoll. Zahlreiche Errungenschaften der Menschheit werden leicht verständlich nahe gebracht und an vielen Stationen können die Kinder und Jugendlichen selbst aktiv werden und ihre Handlungen an den Wirkungen nachvollziehen. Auch die Geschichte der Errungenschaften wird wirkungsvoll betont und anschaulich dardestellt. Lernziele werden hier spielerisch erreicht und Gelerntes wird wohl nicht so leicht vergessen! Durch den Mix der dargebotenen Themen ist das technische Museum für viele Fächer aber auch fächerübergreifend interessant. Die Stärke liegt eindeutig im erlebbaren Phänomen, dass sich nicht in einem einzelnem Gegenstand festmachen lässt sondern in der Vielfältigkeit der Errungenschaft.

Neben dem Naturhistorischem Museum ist und war das Technische Museum immer ein Favorit meinerseits und ich bin überzeugt, dass dies bei den Kindern und Jugendlichen unserer zeit kaum anders sein dürfte…

03 Mai

Klaus Sturdik bei Radio Orange

Exkursion „Radio Orange“                     Klaus Sturdik                      18.03.2014

Eindruck: Eine ambitionierte, sympathische junge Frau, namens Barbara  begegnete uns im vorderen Büroraum und wir nahmen in einer gemütlichen Sitzecke Platz.
Barbara begann mit einer umfassenden Präsentation:

Wir erfuhren, dass Radio Orange seit 1998 existiert, der Verein „Freies Radio Wien“ – der Vorkämpfer, aus dem heraus die Gründung erfolgte, aber bereits seit 1992 politisch aktiv gegen die Monopolstellung des ORF ankämpfte. Mit dem Fall der, in Europa damals einzigartigen Stellung der öffentlichen Medien folgte die Gründung des, lange Zeit, basis-demokratisch geführten Vereins. In den ersten Jahren finanzierte sich der Verein über Zuwendungen und Eigeninitiativen. Heute wird der laufende Betrieb durch das Lukrieren diverser Fördergelder und vom GIS-Anteil für freie Medien gewährleistet. Die Leitung des freien Radios wird mittlerweile von einem Kollegium besorgt.

Der Status „freies Radio“ beinhaltet die uneingeschränkte Unabhängigkeit von kapitalistisch orientierten Unternehmen und verbietet jegliche Ausstrahlung von bezahlter Werbung. Ausgestrahlt wird terrestrisch im Raum Wien, aber auch über das Internet (Streams). Eine Entwicklung die für Barbara besondere Bedeutung erlangt, da zahlreiche innovative Sendekonzepte für Redakteure mit Migrationshintergrund eine massive Aufwertung durch das quartiere Medium erlangen. Diese Formate sind mit der Ausstrahlung über das Netz nun auch in den diversen Ursprungsländern vieler Redakteure, quasi weltweit rezipierbar.

Aktuell werden etwa 450 Sendungsformate von freien Redakteuren aufgenommen und ausgestrahlt oder live gesendet. Viele Formate unterliegen einer periodischen Ausstrahlung, etliche Sendungen laufen aber sporadisch und anti-zyklisch. Dies bedingt eine spezielle Koordination bei der Sendungs-Organisation. Kommunikation und Flexibilität prägen das Selbstkonzept des Senders. Spezielle Format-Vorgaben gibt es von der (Chef-)Redaktion keine. Jemand, der damit spekuliert Radio zu machen, wird motiviert ein Konzept vorzulegen. Thematisch sind den Interessierten alle Möglichkeiten zugänglich. Ob Schulradio, Radio Teheran, oder ein Inforadio für Berufsorientierung, prinzipiell ist alles denkbar, das ethisch-moralisch unbedenklich ist. Da das Freie Radio aber eher im Mitte-Links-Segment einzuordnen ist, wird die sozial-politische Korrektness eine zentrale Rolle bei der Sendungs-Auswahl spielen.

Nach der Bestätigung der Unbedenklichkeit des Konzepts, wird eine Null-Sendung im Studio aufgezeichnet und diese nochmals überprüft. Auch Live Sendungen dürfen prinzipiell von jeder/jedem gehalten werden, die Erfahrung spielt jedoch eine bedeutende Rolle. Zwischen den Produktions-Schritten werden Schulungen (Sende-, Persönlichkeitsrechte Studiotechnik) angeboten.

Relevanz & Stellungnahme: Das Paket des Senders ist attraktiv. Der Laie lernt tatsächlich Radio-Sendungen zu produzieren. Bei entsprechender Anleitung einer Lehrkraft ist das Gestalten von Radio-Sendungen auch sicher kein Problem für Kinder…

Eine Stärke von Radio Orange ist die breite Streuung, sowohl was den Inhalt betrifft, als auch was den (multi-)kulturellen Wert angeht. Zumeist sind Radio-Macher aller Kontinente vertreten. Der Kreativität der Lehrkräfte und der Kinder sind also keine Grenzen gesetzt!

Für die medienpädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schüler sei erwähnt, dass viele Projekte im freien Radio laufen. Es gibt in vielen Bundesländern Sender, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auch bei Radio Orange gibt es Formate, die von Schülerinnen und Schülern zumindest mitgestaltet werden. Es gilt das Motto. Wer eine Idee hat, darf verwirklichen… So gesehen ist es auch für mich eine künftige Variante Projekte zu entwickeln. Da man nahezu freie Hand hat was den Umfang und die Inhalte betrifft, kann man äußerst kreativ an ein derartiges Projekt herangehen.

Was Studio-Aufnahmen angeht liegt nahe, dass das Sprechen an Mischpult und Mikrofon ganz sicher ein Erlebnis für die SuS ist. Man kann erkennen, wie mit einfachen Mitteln (Wand-Vorhänge zur Hall-Reduktion) und professionellem Equipment (Technisch gut ausgestattete Studio-Räume für die Aufzeichnung und die Live-Sendung) freies Radio realisiert wird. Die eigene Stimme als Instrument und Kommunikationsmedium einzusetzen, kommt sicher gut an.

Am Ende erhielten wir einen Einblick in die kreative Sendungs-Vielfalt: Barbara nütze unsere Gegenwart für eine Pilot-Aufnahme. Für diese wird sie mit dem vielfach erprobten Aufzeichnungs-Bike unterwegs sein und mit Passanten/Kindern Gespräche führen. Zentrales Element dieses Formats ist das Erzählen von Geschichten anhand von sogenannten „Story-Cubes“, bei denen Symbole gewürfelt werden, nach denen Beteiligte dann Geschichten erfinden. Diese Methode erprobten wir selbst an den Mikrofonen…

Abschließend sei gesagt, dass ich Radio Orange bereits länger kenne und selbst mehrfach damit spekulierte, Sendungen zu gestalten. Als Betätigungsfeld für Schülerinnen und Schüler geeignet, empfehle ich jeden Interessierten, diese Option einmal näher zu betrachten. Die Kinder lernen sicher einiges und Spaß macht es allemal!