24 Mai

Wie beeinflussen Computerspiele das Lernverhalten von Kindern und Jugendlichen?

Computer sind in der heutigen Zeit nicht mehr aus unserem täglichen Leben wegzudenken. Sogar Sprösslinge im Alter von 10 Jahren besitzen oft bereits einen eigenen Computer. Die Eltern sind der Meinung, die Nutzung pädagogisch wertvoller Computer(-spiel)programme könne positive Effekte auf schulische Leistungsfähigkeit, Lernmotivation und Kreativität haben. Andererseits besteht auch eine gewisse Unsicherheit, ob Computerspiele möglicherweise doch auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung und das Verhalten der Kinder haben könnten. Doch wie sieht es nun tatsächlich aus? Was sagen Experten zu diesem Thema? Können Computerspiele in der Tat das Lernverhalten von Schülerinnen und Schülern positiv beeinflussen?

Professor Warkus, Medienpädagoge an der Universität Leipzig, meint „Ja“. Seiner Auffassung nach, sind Computerspiele ein sinnvolles Medium, das von Eltern und LehrerInnen bewusst eingesetzt werden sollte. Nur in wenigen Spiele-Genres sei Gewalt das Mittel zum Erreichen des Spielzieles.

Auch Adi Boiko, Präsident der ehemaligen Sunflowers GmbH, stimmt dem zu. Seiner Meinung nach könne durch geeignete Computerspiele das Lernen systematisch verbessert werden. Ebenfalls bestünde durch diese Betätigung die Möglichkeit zur Aneignung von strategischem Lernen und Problemlösungskompetenz. Und nicht zu vergessen sei natürlich der durch Computerspiele erhöhte Spaßfaktor des Lernens.

Doch hier scheiden sich die Geister. Ein Bericht der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff vom 14. Februar 2007 berichtet von neuen Ergebnissen der Hirnforschung, die besagen, dass sich durch das Spielen von Computerspielen am Nachmittag, die im Gehirn am Vormittag während des Unterrichts gebildeten neuronalen Verbindungen auflösen.

Dr. Florian Rehbein, Diplom-Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), bekräftigt dies mit der Aussage, dass alles, was uns beeindruckt, Vorrang habe. Das bedeutet, dass noch instabil deklaratives Wissen von stärkeren Impulsen verdrängt wird. Gelerntes kann daher nicht angewendet werden, da das Gehirn keine Gelegenheit bekommt, stabile neuronale Verbindungen aufzubauen.

Diese unterschiedlichen Meinungen und Aussagen erschweren es den Eltern und Erziehungsberechtigten umso mehr, die diesbezüglich richtigen Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen.

Privatdozent Dr. Dr. med. Jan Frölich, Facharzt für Kinder –und Jugendpsychiatrie und Kinderheilkunde, empfiehlt daher folgende Regeln in Bezug auf die PC-Nutzung:

  • Klare Abmachungen und Regeln zu Zeit und Inhalt von Computerspielen
  • Vereinbarung von klar definierten und einzuhaltenden Mediennutzungsregeln mit den Kindern
  • Auf keinen Fall das Kind/den Jugendlichen mit einem internetfähigen Handy oder einem Internetanschluss im eigenen Zimmer ausstatten.
  • Computerspiele müssen kritisch beurteilt worden sein.

Auch wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, mit den Kindern Regeln zu vereinbaren. Computerspiele komplett zu verbieten, ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist der Computer in der heutigen Zeit einfach nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Es ist daher durchaus auch von Vorteil, wenn bereits die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit diesem technischen Gerät erlernen und sich darin üben. Die Computerspiele müssen unserer Meinung nach aber unbedingt dem Alter des Kindes bzw. Jugendlichen entsprechen und es ist absolut notwendig, als Elternteil oder Erziehungsberechtigte/r darauf zu achten, dass die Beschäftigung mit dem Computer nicht alle anderen Freizeitaktivitäten ersetzt. Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler die außerschulischen Zeiten nutzen, um den Bewegungsmangel, der sich aufgrund der teilweise sehr langen Unterrichtszeiten zwangsläufig ergibt, auszugleichen und Kontakte zu Freunden in der realen Welt zu pflegen und nicht nur in der virtuellen.

Unser Standpunkt lautet daher: Computerspielen ja, allerdings, wie so vieles andere auch, mit Maß und Ziel und unter Einhaltung von vorzugsweise gemeinsam mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen vereinbarten Regeln.

Quellen:

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