16 Dez

Künstliche Intelligenz kann, sollte und wird Lehrer ersetzen.

Der Titel dieses Blogbeitrags ist provokant. Ganz bewusst. Der Rest des Textes ebenso.
So lautete die These der Online Educa Berlin 2016, einer europäischen, jährlich stattfindenden, Konferenz für digitale Aus- und Weiterbildung, auf der hunderte Bildungsforscher und Unternehmer auf dem Gebiet der digitalen Bildung in persona oder online zugeschaltet, teilgenommen haben.
Online Educa Berlin – Website

Man wird beim Lesen der Ziele, Fragen und Diskussionen, beim Betrachten und Untersuchen der Projekte und Programme geradezu von einem progressiven Geist und einem Wunsch nach positiver Veränderung im Schulwesen umhüllt. Alles neu, shiny, leichter und schneller zu machen und mit neuen Strategien Schülerinnen und Schülern der Zukunft Wissen einzutrichtern, brilliant.

Leider sollen alleine in Deutschland 55 Milliarden € im Bildungswesen fehlen, um Schulen zu renovieren, auszustatten und die wenigen LehrerInnen zu bezahlen, die mit oder ohne Burnout in viel zu überfüllten Klassen Woche für Woche und immer wieder aufs Neue der allgemeinen Meinung bestätigt werden, dass die jüngste Generation von Schülerinnen und Schülern lernresistenter kaum sein könnte. Das Geld fehlt zwar, aber mehr als willkommen wäre uns ein Wundermittel.

Ein Superlehrer in schimmernder Rüstung!
Ein persönlicher Roboter, der einen individuellen Lernplan erstellt, tiptop auf meine Lernschwächen und -stärken abgestimmt, mit Zielen und Schritt für Schritt Tutorial, wie ich diese Ziele innerhalb von kürzester Zeit erreichen kann? Nebenbei goodies, trophies  und Belohnungen für jedes kleine Schrittchen, um mich motiviert zu halten. Vielleicht mit Lämpchen, Leuchten und Bling bling ausgestattet, wie ein einarmiger Bandit im Kasino. Der dürfte die Kids von heute motivieren, denn seien wir mal ehrlich, die verstaubten Kreidetafeln und Schulbücher der Vergangenheit, sind schon ein gewaltiger turnoff.

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6 Gedanken zu „Künstliche Intelligenz kann, sollte und wird Lehrer ersetzen.

  1. Technologischer Hype hin oder her – ich denke schon, dass ein Schulbuch und vor allem ein guter Lehrer ein Kind begeistern kann. Gute Freunde können ein Kind motivieren. Coole Experimente und Projekte können ein Kind faszinieren. Lesenächte, Lehrausgänge, kreative Tätigkeiten und und und….- die Liste ist endlos lang. Daneben sieht ein Bildschirm doch ganz schön langweilig aus oder?!
    Um die aktuelle Lebenswirklichkeit der Kinder in den Unterricht miteinzubeziehen, brauch es schon unbedingt Technik, aber nicht nur! Computer können einen guten Unterricht ergänzen, nicht jedoch ersetzen.
    Dafür ist das soziale Lernen im Volksschulalter noch viel zu wichtig!

  2. Da ich davon ausegehe, dass niemand hier bezweifeln wird, dass Kinder soziale Interaktion und alles was zum menschlichen Zusammeleben so dazugehört nunmal von Menschen lernen müssen, beschränke ich mich mit meinem Kommentar auf die Informationsvermittlung von KI in der Schule.
    Nach all dem was wir heute zum Thema „lernen“ wissen, frage ich mich, wie das mit dem beschriebenen Sachverhalt zusammenpassen soll ?! Da „verteufeln“ wir den Frontalunterricht und dann sollen die Kinder von einem Computer unterrichtet werden…. was genau wäre da besser daran???

  3. Guter Ansatz, gute Provokation. Vielleicht wird es wirklich irgendwann zur Realität?
    Wir können es nicht wirklich ausschließen, somit könnte es doch möglich werden, oder nicht?
    Dadurch, dass die jüngeren Generationen anderen Prinzipien nachgehen und andere Ziele verfolgen als wir (vor 20-30 Jahren), werden sich die zwischenmenschlichen Beziehungen auch ändern. Vielleicht brauchen die Kinder der Zukunft keine auf emotionaler Basis bestehende Verbindung zu einer Lehrperson mehr, vielleicht kann der Computer all das selbst steuern, welche Motivation die Kinder brauchen um voranzukommen.
    Wer weiß, was die Zukunft bringt.

  4. Ich sehe das Thema „Künstliche Intelligenz“ sehr skeptisch. Einerseits erreichen die Forschungen und die Wissenschaft unglaublich Dinge, jedoch denke ich nicht, dass eine Lehrperson so easy zu ersetzen ist.

    Ich finde deine Ansätze sehr gut und kann sie auf jeden Fall nachvollziehen. Falls ein Roboter die Kinder der Zukunft unterrichten sollte, fehlt jegliche Art und Weise vom sozialen Lernen. Kreativität, Individualität, und das freie Denken werden zu Fremdwörtern. Der Kontakt zwischen Lehrperson und Kind ist etwas sehr essentielles im Bildungssystem. Schade ist nur, dass im Bereich Technologie viel Geld investiert wird und im Bereich Bildung so wenig.
    DANN wundern sich viele Menschen warum so viele Kinder schlecht abschneiden in gewissen standardisierten Überprüfungen.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein Kind seine Lehrperson mögen muss, um von ihr etwas zu lernen.
    Ich würde euch gerne folgendes Video empfehlen, damit ihr vielleicht besser versteht was ich meine:
    https://www.youtube.com/watch?v=SFnMTHhKdkw

  5. Ich bin bei dem Thema „künstliche Intelligenz“ sehr misstrauisch. Die Vorstellung, dass ein „Superroboter“ innerhalb kürzester Zeit individuell angepasste Lehrpläne (die perfekt auf die Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler angepasst sind) erstellen kann, hört sich sehr gut an. Natürlich kann man dadurch unglaublich viel Geld und Zeit sparen und Unterricht wird für jedes einzelne Kind optimiert.

    Bedenkt man aber den Aspekt der „sozialen Interaktion“, kann ein künstliches Wesen nie mit einem Menschen aus Fleisch und Blut mithalten. Es gibt so viele Kinder, die schon zu Hause sehr wenig sozialen Kontakt bekommen und in der Schule die Lehrperson als Vorbild und Bezugsperson haben. Wenn ihnen diese auch noch genommen wird, wäre das sehr fatal.
    Auch gewisse Grundwerte, Verhaltensmuster,… können Kinder nur von menschlichen Lehrpersonal gelernt und weitergegeben werden. Roboter können zwar in einem gewissen Maß „menschlich“ programmiert werden, aber können nie die Empathie erreichen, die ein echter Mensch besitzt.

  6. Zunächst möchte ich dir zustimmen. Ja – Sowohl Überschrift und Text sind sehr provokativ verfasst und regen zum Denken an.
    Vor allem der Absatz des „Superlehrers“ klingt äußerst motivierend für Kinder.
    Aber seien wir uns mal ehrlich. Wie gut kann ein Roboter die Funktionen einer Lehrperson wirklich ersetzen. Bzw. ist er überhaupt in der Lage etwas anderes zu tun, als passende Aufgaben für das Kind zu finden. Wo bleibt die Erziehung und vor allem Beziehung zu dem Kind? Kann ein Roboter einem Kind die richtigen Werte beibringen, in sozialen Handlungen einen Weg weisen, Diskussionen führen und es trösten wenn es weint? – Dies sind alles fragen die mir nur spontan einfallen!

    Die eigentliche Frage die ich mir jedoch stelle ist: Wenn wir als Lehrerinnen und Lehrer so „leicht“ zu ersetzen sind, warum stehen wir dann noch in der Klasse und lassen nicht die Roboter die Arbeit übernehmen?

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