09 Okt

„Bildungsauftrag – Kindergarten mit Blick in die Zukunft“

Claudia Hejl, BA und Elisabeth Murauer, BA

Ab September 2019 gibt es in einer großen privaten elementarpädagogischen Trägerorganisation 14 Modellhäuser, die sich der Medienbildung verschrieben haben und digitale Medien in ihren Kindergärten einsetzen. Dieser Implementierung liegt ein eigens verfasstes MINT-Konzept vor, dass einige der Leiterinnen dieser Modellhäuser nach einer dreiwöchigen Ausbildung in Deutschland bei Klax verfasst haben. 

Seit den PISA-Ergebnissen der OECD haben Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) in die Bildungspläne der Elementarpädagogik Einzug gehalten. 

Wieso aber braucht es dezidiert Medien im Kindergarten? Medien sind allgegenwärtig und begegnen uns im täglichen Leben auf unterschiedlichste Art und Weise. Es ist der Bildungsauftrag der Elementarpädagogik, dem Kind eine Orientierung in der Vielfalt der Medienlandschaft zu geben, seine Medienkompetenz zu stärken, ihm kreative und reflektierte Anwendungsmöglichkeiten zu zeigen und so Chancengerechtigkeit in der Bildung herzustellen sowie ein übergeordnetes Wissen (Metakompetenz) zu erlangen. Schon junge Kinder sind Entdecker*innen, Techniker*innen, Mathematiker*innen und unsere Ingenieur*innen von morgen. Aufgabe des Kindergartens ist es, das Kind zu begleiten, seine Wahrnehmung und sein Denken zu schulen und ihm eine Umgebung anzubieten, in der seine Fragen ernst genommen werden und es in seiner forschenden und fragenden Haltung bekräftigt wird. 

Wieso stellt sich überhaupt die Frage ob Medienbildung in der Elementarpädagogik einer Wichtigkeit zugeschrieben werden soll? 

Eine Etablierung der digitalen Medienbildung in der Elementarpädagogik wird in Zukunft vermehrt Bedeutung zugeschrieben. Sie soll als Basis für die Schule fungieren und gilt auch als Ergänzung und wichtiger Teil für sprachliche, kognitive und soziale Kompetenzen. Digitale Medien sind bereits ein fixer Bestandteil der Lebenswelt des Kindes und wird auch in den Bildungsrahmenplänen bereits erwähnt: Bundesländerübergreifender Bildungsrahmenplan  und Wiener Bildungsplan Digitalisierung verändert die Lebens- und aber auch Berufswelt fast aller Menschen auf dieser Erde, nicht nur in den „typischen“ IT-Branchen. 

Medienkompetenz nach Dieter Baacke

Bereits 1997 hat Dieter Baacke vier Dimensionen der Medienkompetenz definiert: Sie umfassen Mediennutzung, Mediengestaltung, Medienkunde und Medienkritik. Diese Dimensionen und ihre Bedeutung werden folgend kurz aus dem Blickwinkel der Elementarpädagogik betrachtet:

Im elementarpädagogischen Bereich beginnt das Kind sehr früh mit der Mediennutzung, der ersten definierten Dimension Baackes (1997). Der Kindergarten stellt unterschiedliche Medien zur Verfügung, die dem Kind vor allem zur rezeptiven Anwendung zur Verfügung stehen. Es handelt sich dabei um das Aufnehmen der angebotenen Inhalte. Das heißt, das Kind liest ein Buch, sieht sich am Handy oder Tablet, Videos oder Lieder an bzw. kann erste Spiele bedienen. Darauf aufbauend kann bereits im Kindergarten die zweite Dimension, die Mediengestaltung stattfinden. Das Kind im vorletzten und letzten Kindergartenjahr ist bereits in der Lage digitale Medien aktiv zu nutzen. Gemeinsam mit Pädagog*innen besteht die Möglichkeit selbsterstellte Fotos zu bearbeiten, kurze Videos bzw. ein eigenes Portfolio zu erstellen.

Die dritte Dimension, die Medienkunde steht dem Kind nur begrenzt zur Verfügung. Das Kind im Kindergartenalter verfügt über Informationen zu Medien, da diese zu dessen Lebenswelt gehören. Es kann erste Problemlösungen finden und erste Programmierschritte mit eigenen, für dieses Alter entwickelte, „Roboter“ aktiv anwenden (z.B. Bee-Bot, Dash), jedoch ein effizientes Nutzen von Suchmaschinen ist durch die fehlende Lesekompetenz nur schwer möglich. Dennoch wendet das Kind im Kindergartenalter elektronische, digitale Geräte (z.B. Fotoapparat, Tablet) aktiv an. Es werden  auchTagesrückblicke mit dem „Story-Sequenzer“ erstellt, Sachgespräche mit spezifischen Begriffen mit Hilfe der „interaktiven Tafel“ visualisiert und Arbeitsaufträge, zum Beispiel auf Aktionstabletts,  mittels „sprechenden Klammer“ übermittelt. 

Die vierte Dimension, die Medienkritik sollte unseres Erachtens sehr früh gelernt werden. Das Hinführen zu Kritikfähigkeit findet im Kindergartenalltag statt, wenn das einzelne Kind angehalten wird unterschiedliche Informationen zu hinterfragen, wie bei Streitigkeiten und so weiter, jedoch Medienkritik im Sinne von Baacke (1997), die Inhalte kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, ist derzeit im elementarpädagogischen Bereich (noch) kaum bis gar nicht vorhanden.

Fazit

Daraus folgend kann festhalten werden, dass in der Elementarpädagogik im Bereich der Medienkompetenz das Kind erste Erfahrungen sammeln und somit gestärkt in den Schulalltag eintreten könnte. Sowohl der Kindergarten, als auch die Schule sollten bzw. müssen das Kind in ihren Medienkompetenzen unterstützen bzw. an die Kompetenzen heranführen. Um diesen Anforderungen (vom passiven Mediennutzer zum aktiven, mitgestalterischen Medienakteur) gerecht werden zu können, braucht es unter anderem Professionalisierung und Qualifizierung des Fachpersonals. 

Stellt der Bildungsbereich die Bedürfnisse des Kindes in den Vordergrund wird die Lebenswelt des Kindes automatisch mitberücksichtigt. Dies führt unabdingbar, im Alltag der Elementarpädagogik, zur Verankerung der Medienbildung und den dazugehörigen Kompetenzen. Wie schon erwähnt sind einige elementarpädagogischen Einrichtungen schon bereit für diesen Schritt und ein Flächendeckendes Angebot wird in der nahen Zukunft folgen. Die Pädagogik von heute kann und darf sich vor den Neuentwicklungen und den neuen Herausforderungen nicht verschließen.

03 Jun

Google: Wissen ist Macht


Die Menschheit hat schon immer von der Schaffung einer Universalbibliothek geträumt, die alles Wissen der Welt enthält. Der technologische Fortschritt ermöglicht es im 21. Jahrhundert, diese Vorstellung Realität werden zu lassen. Bereits in den 1970er Jahren gab es erste Bestrebungen eine digitale Wissenssammlung aufzubauen, allerdings gestaltete sich der Scannprozess als relativ kompliziert und kostenintensiv, sodass nur schrittweise Erfolge zu verzeichnen waren.
 
Google war das einzige Unternehmen mit der Absicht und dem Potential, dies in einem entsprechenden Größenumfang durchzuführen und stellte 2004 mit Google Books das bisher ehrgeizigste Projekt zur Umsetzung der Universalbibliothek vor, welche innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren rund 15 Millionen Bücher in digitalisierter Form beinhalten soll. Googles zentrale Mission dabei war und ist, die Schranken zwischen Mensch und Information zu beseitigen und zur Konservierung und Reproduktion von Wissen beizutragen. Dies wird dadurch unterstrichen, da Google für den Digitalisierungsprozess keine finanziellen Gegenleistungen gefordert hat bzw. fordert.
Was zunächst wie der größte Dienst am kulturellen Erbe der Menschheit klingt regt aber auch zum Nachdenken an. Denn es stellt sich die Frage nach den tatsächlichen Beweggründen, welche ein milliardenschweres Unternehmen wie Google zu diesen Handlungen motivieren.
Vor allem, wenn man folgendes bedenkt: Bis zum Jahr 2013 hat Google 10 Millionen Bücher gescannt, davon standen 6 Millionen unter Urheberrecht. Urheberrechtsverletzung können in den USA sehr hohe Strafen mit sich ziehen, sie belaufen sich auf bis zu 150.000 Dollar pro Buch. Warum war Google bereit mit einer möglichen Verurteilung dieser Größenordnung letztendlich die eigene Existenz zu gefährden?
 
Denkt man an das „Street View- Projekt“, können Ähnlichkeiten festgestellt werden. Google Street View ist eine Erweiterung von „Google Maps“ und zeigt realistische 360- Grad- Ansichten der aufgenommenen Umgebung. Allerdings wurde nicht nur diese von den sogenannten „Street View Cars“ von Google eingefangen, gleichzeitig hat Google auch andere Daten abgespeichert, welche unter Datenschutz fallen, wie beispielsweise WLAN- Zugangsdaten, Passwörter oder Auszüge aus E-Mails. Dies legt folgende Vermutung nahe: Google handelt zuerst, mögliche negative Konsequenzen werden im Nachhinein besprochen.
Ist Google wirklich so naiv oder steckt mehr dahinter? Welchen Nutzen zieht Google aus dieser hohen Risikobereitschaft?
Google ist eine Internetsuchmaschine und angewiesen auf große Datenmengen, die dem Unternehmen dazu verhelfen, die eigene Suchmaschinentechnologie permanent zu verbessern. Dies bedingt, dass das Unternehmen einen wichtigen Stellenwert im Bereich Werbung einnimmt. Kurz: Je mehr Daten, desto mehr Geld.
 
Was bedeutet das nun für unsere Gesellschaft? Inwiefern sind die Menschen dazu bereit, Eingriffe in ihre Privatsphäre zu tolerieren, auch wenn dies in dem Glauben passiert, die individuelle Lebenssituation und die aller anderen Weltbürger zu verbessern? Wieso kann es sein, dass Unternehmen wie Google durch ihre Aktionen zu Zentren der Macht heranwachsen, während der einzelne Mensch gleichzeitig an Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit verliert? Anderes gefragt: Was ist ein Mensch, mit seinen Erfahrungen, Einstellungen, seinem Wissen,… heute noch wert?
 
Links:
https://www.youtube.com/watch?v=6dL0yxl1SGU
 
https://netzpolitik.org/2013/entscheidung-im-google-books-verfahren-scans-und-snippets-fallen-unter-fair-use/
 
https://www.sueddeutsche.de/digital/zehnjaehriger-rechtsstreit-google-darf-millionen-buecher-scannen-endgueltig-1.2955967
 
https://www.telemedicus.info/article/1327-VG-Wort-Die-Hintergruende-des-Google-Books-Verfahrens.html
 
https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/wissen-in-der-wissensgesellschaft-wozu-wissen-lieber-googeln-ld.120311
 
https://web.archive.org/web/20131216010917/http://www.oesterreich-bibliotheken.at/aktuelles_mehr.php?id=147
 
https://www.onb.ac.at/digitale-bibliothek-kataloge/austrian-books-online-ab

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung „Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft“ aus dem SS 2019, Gruppe BP3A02 über Google von
Elisabeth Begic, Sarah Truttmann, Yesim Simsek, Claudia Unterwieser
09 Nov

Schule 4.0- Wo geht die Reise hin?

Jänner 2017: Das Bundesministerium für Bildung präsentiert ein vier Säulen Modell für die Vermittlung digitaler Medienbildung in Schulen. Es wurden umfassende Aus- und Weiterbildungen, Geräteausstattung und Unterstützung für LehrerInnen durch eine Eduthek (Plattform) angekündigt. Digitale Grundbildung soll in die Lehrpläne ab der Volksschule verankert werden. Die Vermittlung der Medienkompetenz ist wichtig für die Bildung des Menschen in einer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft und fördert die Kritikfähigkeit bei der Nutzung von und der Gestaltung mit Medien.

Globale Trends

Der international anerkannte NMC Horizon Report identifiziert und beschreibt wichtige Technologieentwicklungen, die zukünftig weltweit großen Einfluss auf die Technologieplanung und Entscheidungsfindung im Bildungsbereich haben werden. Die Ausgabe 2017 für die Primar- und Sekundarstufe (K-12) stellt sechs Schlüsseltrends vor, die sich wahrscheinlich innerhalb der kommenden fünf Jahre (2017-2021) durchsetzen werden:

Trend 1: Beförderung von Innovationskulturen

Der Trend in Schulen geht immer weiter in die Richtung des Schüler- zentierten Lernens, wobei es um den Erwerb von kritischem Denken in alltäglichen Situationen geht. Unternehmertum, Zusammenarbeit, projektbasiertes Lernen und Kreativität sind Kennzeichen dieses Trends. Regierungs-, Schul- und NGO-Führer, gelten als Vorreiter für effektive, neue Modelle. Viele dieser aufkommenden Modelle wurzeln in Prinzipien, die die Charakterentwicklung, das Streben unterstützen und die Lernenden dazu ermutigen, hart an ihren Zielen zu arbeiten und ihre Ideen zu verwirklichen. Dazu müssen sowohl Schüler als auch Lehrer mit den Denkweisen und Werkzeugen ausgestattet sein, um Impulse für einen echten Fortschritt zu setzen.

Trend 2: Vertiefende Lernansätze

In der Ausbildung der Primar- und Sekundarstufe wird der Schwerpunkt auf tiefer gehende Lernansätze gelegt, die die Schüler zum kritischen Denken, zur Problemlösung, zur Zusammenarbeit und zum selbstgesteuerten Lernen anregen. Schüler sollen verstehen können, wie vorhandenes Wissen und neue Fähigkeiten in das alltägliche Leben eingebunden werden können. Wird das Lernen vom passiven zum aktiven Lernen verlagert, liegt der Fokus auf problemorientiertem, projektbasiertem, auf Herausforderung basierendem und auf Fragen basierendem Lernen. Diese Arten des Lernens fördern die kreative und die aktive Umsetzung von Lösungen.

Trend 3: Das Messen von „Lernen“

Verschiedenste Werkzeuge zur Beurteilung von Schulreife, Lernfortschritt und Kompetenzerwerb werden getestet und evaluiert. Die Datengewinnungsprogramme sollen die Lehrer bei der Unterrichtsplanung unterstützen. Zu diesem Trend gehören auch Versuche innovative Wege zu finden um Soft Skills wie Kreativität und Teamfähigkeit zu messen.

Trend 4: Neue Lernumgebungen

Traditionelle Klassenzimmer verändern sich hin zu „active learning spaces“. Diese neuen Lernumgebungen sind modular, vielseitig und flexibel (z. B. mobile Möbel für alternative Sitzmöglichkeiten). Es geht um verbessertes Lernen durch mehr Wohlbefinden der Schüler.

Trend 5: Programmierkenntnisse

Viele Pädagogen glauben, dass Programmierkenntnisse Kindern helfen zu verstehen, wie Computer funktionieren, ihre Gedanken zu  strukturieren, kritisch zu denken und in der zunehmend digitalen Arbeitswelt erfolgreich zu sein. Befürworter plädieren für die Aufnahme in das Curriculum für die Primar- und Sekundarstufe.

Trend 6: STEAM Learning

In den letzten Jahren wurde verstärkt versucht die Bereiche Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurswissenschaften und Mathematik (STEM-Fächer) in Curricula und Lehrplänen unterzubringen. Gemeinsam mit A für Kunst+, als wichtiger Beitrag für die Entwicklung von kritischem Denken und Kreativität entstand daraus die STEAM-Lernbewegung. Fächerübergreifende, integrative Projekte führen die Schülerinnen und Schüler an die reale Welt heran. Die Schüler starten mit einem fächerübergreifenden Thema, finden Fragen und kreative Lösungswege.

Quellen:

https://oefeb.at/fileadmin/Medienpaedagogik/Stellungnahme_Oefeb_mep_schule4-0.pdf (Zugriff, am 02.11.2018)

https://www.google.com/search?q=schule+4.0+4+s%C3%A4ulen&client=firefox-b-ab&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjFpuT8t9jeAhXPGewKHQVBCvUQ_AUIDigB#imgrc=s_TOuF_i28X4aM: (Zugriff, am 02.11.2018)

Seminarblog von: Anahi Chisté, Pernille Nevhage- Eliasson, Jasmine Kiessling, Jennifer Obermayr und Monika Rodan

06 Jul

Rezension zum „Einsatz von Sheeplive-Cartoons im Unterricht“

verfasst von: Natalie KRYSTL/Studentin an der PH Wien

Idee/Ziel: Verwendung von Kurztrickfilmen um auf die Gefahren und Risiken im Internet aufmerksam zu machen bzw. die Kinder darauf zu sensibilisieren.

Die Idee dahinter ist jene, den Schülerinnen und Schülern von der Volksschule bis zur Sekundarstufe I die Gefahren des Internets mit kurzen Cartoons näher zu bringen (http://www.sheeplive.eu/ ).
Es wird z. B. darauf aufmerksam gemacht, was dahinterstehen kann, wenn man in einem Chatraum angesprochen wird und die andere Person diese neue „Freundschaft“ geheim halten möchte (http://at.sheeplive.eu/fairytales/der-verheimlichte-freund).

Das Projekt wurde in der Slowakei unter dem Namen „Verantwortungsbewusstsein“ gestartet – in Österreich ist das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) der Kooperationspartner. Auf der Startseite findet man viele Schafe, deren Wolle die Flagge des jeweiligen Landes darstellt, welches sich beteiligt und in deren Sprache die Inhalte wiedergegeben werden.

Sämtliche Kurzvideos haben den gleichen Handlungsort sowie die selben Personen: eine Alm, einen Senner, einen naiven Schafhirten sowie Schafe und Schafböcke. Trotz des für uns vielleicht etwas ungewöhnlichen Rahmens, greifen die Cartoons die mediale Lebenswelt der Kinder auf.

In jedem Trickfilm gibt es den klassischen Konflikt zwischen Gut und Böse und am Ende immer eine Botschaft, wie man sich schützen kann (bspw. indem man nicht einfach alles glaubt, was man im Internet liest, sondern recherchiert und Seiten vergleicht, bevor man sich sofort ein Urteil bildet ohne weiter zu hinterfragen http://at.sheeplive.eu/fairytales/weisse-schafe).

Es gibt ein Methodenhandbuch (http://at.sheeplive.eu/sites/default/files/methodik_handbuch_sheeplive_cartoons.pdf), welches das Konzept und die Ziele der Seite erläutert. Man findet in diesem auch Handlungsempfehlungen und ergänzende Aktivitäten sowie weiterführende Spiele zur jeweiligen Thematik.

Die Animationsfilme dauern durchschnittlich 3 Minuten, wobei in etwa 2:40 Minuten tatsächlich die Geschichte samt der Botschaft erzählt/erklärt wird. Ist also kurz und bündig, aber dennoch sehr aussagekräftig.

Neben den Cartoons findet man auf der Homepage auch

Ich finde die Idee, die dahinter steht sehr gut – mit kurzen Animationsfilmen auf die Gefahren und Risiken aufmerksam zu machen, welche man dann gemeinsam im Unterricht weiter besprechen/analysieren kann.

Mit der Umsetzung kann ich aber nicht so viel anfangen, da mich die Cartoons nicht ansprechen. Ein Senner und ein naiver Schafhirte (die beide nur spärlich bekleidet sind) stellen meiner Meinung nach nicht wirklich Figuren dar, zu welchen der Großteil der in Österreich lebenden Kinder eine Beziehung herstellen können. Die Stimmen sind auch nicht sehr sympathisch und wirken eher unpersönlich. Und gerade in der heutigen Zeit, sind diese archetypischen Rollenverteilungen fehl am Platz (die einzig weiblichen Figuren sind jene Schafe, die ausgenutzt bzw. lächerlich gemacht werden).

Aber man kann die Cartoons heranziehen, wenn man bestimmte Themen vorbereitet, da sie eine gute Grundlage bilden, in welche Richtung man Gespräche zur jeweiligen Thematik leiten sollte.

Man kann sich gute Anregungen holen und es selbst dann besser machen – denn es muss ja hoffentlich kein Trickfilm sein, mit welchem man die Schülerinnen und Schüler dazu bringt, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Und falls doch, findet man online bestimmt genügend Material, sobald man weiß, in welche Richtung es gehen soll.

07 Mai

Überwachung im Bildungssystem – Stellungnahme österreichischer MedienpädagogInnen

Stellungnahme österreichischer MedienpädagogInnen zur Überwachung im Bildungssystem:

Freiheit:

Für PädagogInnen ist selbstverständlich: Kinder brauchen Freiheit, um sich zu entwickeln.

Sokrates:

Laut österreichischen MedienpädagogInnen führen die Pläne der Bildungsreformkommission sowie das System „Sokrates Bund“ allerdings zu einer weitläufigen Überwachung und Kontrolle aller Kinder und Jugendlichen im Schulsystem.

Hierbei werden schulbezogene, persönliche Daten gespeichert. Diese sind mittels Passwort geschützt. Innerhalb einer Schule gibt es verschiedene BenutzerInnen, denen verschiedene Berechtigungen zugewiesen werden können. Je nach Berechtigung kann man auf Daten der SchülerInnen zugreifen und diese bearbeiten. Vermerkt sind u.a. Wohnort, Adresse, Geburtsdatum, Zeugnisse, etc.

Die Daten sollen von Beginn der Kindergartenzeit an gesammelt und bis zum Ende der Schullaufbahn gespeichert werden. Diese Aufzeichnung der Daten gleicht laut MedienpädagogInnen einer Überwachung der Kinder und Jugendlichen – alles wird aufgezeichnet und festgehalten. Dies erschwere den Kindern, ihre Kräfte zu erproben und auch einmal Fehler machen zu können.

Kritik der PädagogInnen:

Österreichische MedienpädagogInnen kritisieren die Überwachung der Kinder und Jugendlichen. Vielmehr solle darauf Wert gelegt werden, den Kindern einen reflektierten und kritischen Umgang mit Medien und dem Internet beizubringen. Das Bildungssystem solle den Kindern und Jugendlichen Freiheit ermöglichen, um sich bestmöglich entwickeln zu können. Mit dem geplanten Ausbau von Überwachung und Kontrolle sei dies allerdings nicht möglich.

Quelle:

SWERTZ, Christian (2015): MedienpädagogInnen warnen vor Überwachung. In: Online abrufbar unter: http://www.medienimpulse.at/articles/view/861?navi=1 (Stand: 03.05.2018)

Verfasst von: Patricia Kallinger

06 Mai

Schutz der Privatsphäre im Internet – Datei

https://www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Schulmaterial_Schutz_der_Privatsphaere_im_Internet.pdf

Hier findet ihr eine Datei zum Thema Privatsphäre und Datenschutz im Internet mit einigen interessanten Informationen über:

  • den Datenschutz in der Schule
  • die Relevanz, seine Privatsphäre zu schützen
  • gesetzliche Bestimmungen zu Rechten und Pflichten
  • Tipps, wie man seine Privatsphäre schützen kann

Außerdem gibt es Materialien und Übungen, die für verschiedene Altersstufen geeignet sind.

Quelle:

Saferinternet.at: www.saferinternet.at

Verfasst von: Patricia Kallinger

03 Mai

Datenschutz – Internet im Unterricht, aber sicher!

In den nachfolgenden Videos findet ihr einige interessante Informationen zum Thema Datenschutz in der Schule.

Angesprochene Punkte:

  • Definition: sensible Daten
  • Umgang mit sensiblen Daten
  • Einwilligung zur Verwendung von Daten
  • Relevanz von Datenschutz in der Schule
  • Datenschutz im Unterricht
  • Nutzung von Cloud-Systemen/Online Lernplattformen

Video 1:

Video 2:

 

Verfasst von: Patricia Kallinger

30 Jan

Rezension: Medienbildung im ersten Dienstjahr

Medienkompetenz in der Schule?

In dem Artikel geht es um Bernhard Lahner, der über seine Berufspraxis in der Radioproduktion spricht. Er beschäftigt sich mit der Frage, was nötig sei, um Medienpädagogik mit in die Schulklasse einfließen zu lassen.
Nach dem Studium ist der Drang von Theorie in die Praxis zu kommen sehr groß. Lahner spricht davon, dass er einer der ersten war, der bei der Digitalisierung dabei war. Während seines Studiums gab es viele Synergien mit inhaltlichen Auseinandersetzungen und privaten Interessen. Lahners Schwerpunkt war die Audioproduktion, welche er dann sofort nutzen und ausprobieren wollte. Einige seiner Mitschüler hatten bereits ein Radiostudio aufgebaut. Da die Direktion offen für Neues war, war dies kein Problem. Es gab für alle Schüler/innen ein Wahlsystem, in dem Pädagog/innen verschiedene Inhalten anboten. Beispiele sind: Buch, Film, Theater, etc. Lahner bot im ersten Semester ein Wahlmodul an. Dieses nannte sich Radio und fand einmal pro Woche jeweils für eine Stunde statt. Im seinem Sommersemester lag sein Schwerpunkt auf der Medienbildung. Diesen Kurs durften Schüler/innen zwischen der 6. und 9. Schulstufe wählen. Für das Modul Radio meldeten sich vier Schüler/innen an. Zu Beginn plante Lahner eine Sendereihe über die Schullautsprechen und freie Radios. Es gab in der Gruppe viele Vorerfahrungen und Unterschiedlichkeiten, welche aufgenommen wurden. Dies wurde angehört und analysiert. Am Beginn des Wintersemesters interviewten sie einen Regisseur. Es war nicht der Umgang mit den Aufnahmegeräten, der die Jugendlichen forderte, sondern das Reden. Die Aufnahme des Filmemachers wurde dann im Studio bearbeitet. Die Schneidarbeit befördert die Computer- und Medienkompetenz der Schüler/nnen. Ein pädagigische/r Dirigent reichte völlig aus. „Im Volksschul- und Sonderschulbereich ist vermutlich eine intensivere Betreuung notwendig, trotzdem, denke ich, ist ein altersadäquater Zugang zu Technik und Schnittprogramm machbar“, so Lahner. Für sein Modul „Medienkompetenz“ holte sich Lahner Hilfe vom HackerInnenkollektiv Chaos Computer Club Wien. Dies war laut Lahner die beste Entscheidung in seinem ersten Dienstjahr, da ihm die Sachen so viel leichter fielen. Eine Übung als Beispiel: Die Schüler/innen sollten sich mit dem Aufbau von Webseiten, wie Facebook und Youtube beschäftigen. Beim nächsten Mal wurde über Kennwörter und Passwörter gesprochen.
Über sein Wahlmodul sagt Lahner folgendes:“ Meinen Erfahrungen zufolge kann ich es sehr empfehlen mit Jugendlichen medienpädagogisch zu arbeiten.“ Die Schüler/innen lernen dabei viel Geduld, Reflexionsprozesse zu gestalten und Fragen zu stellen. Es geht um die Weiterentwicklung und Förderung unserer Gesellschaft und es ist wichtig dies auch unseren Kindern zu ermöglichen.

Meiner Meinung nach ist dies ein wichtiges Thema heutzutage, mit dem sich alle Menschen beschäftigen sollten. Unsere Gesellschaft ist umgeben von Technologie, wie Computer, Handys, Tablets, etc. Diese Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und deswegen sollten wir dies auch als Thema aufgreifen und uns darüber Gedanken machen. Ich finde in dem Artikel ist es sehr gut dargestellt. Es sollte in jeder Schule solch ein Wahlfach geben. Jedes Kind hat einen Computer, ein Handy oder Tabet und es wäre wichtig auch die Richtige Nutzung dieser Gerätschaften zu können. Ich selbst kenne mich auf meinem Handy bestens aus, jedoch habe ich was das Thema Computer angeht einige Schwierigkeiten. Natürlich könnte man sich hinsetzen und versuchen es alleine zu verstehen, doch gibt es viele interessante Dinge, die mir mit Medien machen können und die uns nicht bewusst sind. Solch ein Wahlmodul wäre perfekt dafür geeignet. Man könnte zum Beispiel eine Radiosendung oder eine Fernsehsendung mit den Kindern machen oder die Ideen der Kinder gemeinsam versuchen umzusetzen. Meiner Ansicht nach sollten Handys zum Beispiel nicht zu sehr im Alltag der Kinder eine Rolle spielen, jedoch gibt es für jedes Medium eine Art es spielerisch einzusetzen. Es geht um die Weiterentwicklung und Förderung unserer Gesellschaft und es ist wichtig dies auch unseren Kindern zu ermöglichen.

 

17 Feb

Exkursion: Kunsthistorisches Museum Wien

Name: Sigrid P.
Exkursionsziel: Kunsthistorisches Museum Wien
Datum: 30.01.2017

Im Kunsthistorischen Museum Wien befinden sich einige Sammlungen aus dem 19. Jahrhundert. Bis vor einigen Jahren musste man ein entsprechend großes Vorwissen mitbringen, da es kaum Informationen über die jeweiligen Exponate gab (bzw. diese nur in einigen Bereichen auflagen).

Seit einiger Zeit gibt es seitens des Kunsthistorischen Museums Wien eine App für das Smartphone namens KHM Stories. Diese App kann kostenlos im Appstore heruntergeladen werden. Sie ist sowohl für Android, als auch für iOS verfügbar. Dieses kann vor Ort geschehen, da im ganzen Museumsbereich freier Zugang zum WLAN-Netz besteht.

Die App selber enthält verschiedene Touren, welche den Besucher mit unterschiedlichen Blickwinkeln zu einigen ausgewählte Exponaten führt. Drei Touren gibt es aktuell (Stand: 17.02.2017) kostenlos, drei weitere sind um je 0,99€ zu erwerben. Weiters braucht es neben dem Smartphone noch Kopfhörer um andere Museumsbesucher nicht zu stören. Diese können im Notfall im Museumsshop um 2€ erworben werden.
Von diesen sechs Touren sind zwei für Kinder gemacht.

Im Zuge der Exkursion habe ich mir eine freie Tour namens „Love kills – Der Tod macht schluss“ angesehen. Diese startet in der Einganshalle des Museums. Während der Tour wird man mittels Bildern und kurzen Beschreibungen durch das Museum geführt. Diese Anleitung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings sehr hilfreich, wenn man den Dreh mal rausgefunden hat.
Bei den Exponaten selbst angekommen gibt es mehrere kurze Audio-Guide-Informationen, die sehr nett aufbereitet sind. Zwischendurch kann man auch nähere Informationen zu einigen Exponaten bzw. deren Bedeutung lesen. Die Tour „Love kills – Der Tod macht Schluss“ hat insgesamt neun Stationen und es wird eine Dauer von 60 Minuten angegeben. Diese kommt in etwa hin.
Zwischendurch gibt es noch einige interaktive Elemente, wie z.B. die Veränderung eines Raumes mittels eines Schiebereglers, den man betätigen kann; zum Schluss gibt es mittels einer kleinen Fragerunde noch eine kurze Wiederholung der Informationen.

Mein persönlicher Eindruck der Exkursion ist sehr positiv. Ich selber gehe sehr gerne ins Kunsthistorische Museum, da ich das Ambiente ansprechend und entspannend finde. Weiters ist das Museumsteam sehr bemüht.

Aus medienpädagogischer Sicht finde ich die Touren wahnsinnig spannend! Wer technische Spielerein mag, wird sich mit dieser Art der Museumsführung wohl fühlen. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Touren für Kinder und Jugendliche ansprechend sind, auch wenn ich aus Zeitmangel bislang noch keine ausprobieren konnte. Schade finde ich es allerdings, dass es nur bedingt interaktive Elemente gibt – diese würden die Touren noch etwas abrunden und das Interesse an den einzelnen Objekten steigern. Aus geschichtsdidaktischer Sicht kann man durch aktives Mitdenken und -erleben einen wesentlich besseren und intensiveren Bezug zu den Exponaten oder den jeweiligen Geschichten herstellen.

Alles in allem lege ich jeder Lehrerin und jedem Lehrer ans Herz sich das Kunsthistorische Museum Wien einmal mit dieser App anzusehen. Da der Eintritt bis 19 Jahre kostenlos ist, kann man diese App bestimmt auch gut für Exkursionen mit Schulklassen nutzen!