14 Jun

Künstliche Intelligenz im Lehrberuf

Quelle: pixabay.com

Worum handelt es sich eigentlich konkret, wenn von „Künstlicher Intelligenz“ gesprochen wird?

Da es auch für den Intelligenz – Begriff keine allgemeingültige Definition gibt ist es schwer, eine konkrete Definition für die Künstliche Intelligenz (abgekürzt: KI) bereitzustellen.

Was man jedoch sagen kann ist, dass es sich bei der KI um komplexe Algorithmen handelt. KI versucht, menschliches Denken und Lernen einerseits zu verstehen, andererseits künstlich nachzubauen und auf den Computer zu übertragen. Dadurch sind die Maschinen fähig, mit Hilfe der bereits gespeicherten Informationen bzw. Erfahrungen Muster zu finden und angemessen auf neue Informationen zu reagieren. Somit lernen sie zwar selbstständig, jedoch wird vorher vom Menschen bestimmt, was genau gelernt werden soll.

Über eine Sache verfügt die KI dennoch nicht: einen Verstand. Einerseits können Antworten auf spezifische Fragen geliefert werden, wenn sie für diese programmiert wurde. Andererseits erkennt sie nicht, wenn ihr fehlerhafte Daten übermittelt werden. Bekommen die Maschinen derartige Daten, präsentieren sie auch fehlerhafte Schlüsse.

Künstliche Intelligenz in der Schule

Eines kann sicher gesagt werden: Möglicherweise haben viele von uns ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn wir an KI im Klassenzimmer denken. Der Kollege oder die Kollegin Roboter unterrichtet Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer, plant und begleitet diese bei Exkursionen führt KEL Gespräche und nimmt an Lehrerkonferenzen teil. Genauso sicher kann jedoch gesagt werden, dass dies nicht passieren wird, auch wenn es in einigen Jahren technisch möglich wäre. KI soll lediglich zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler und der Lehrperson dienen.

Schwache Künstliche Intelligenz im Bereich der Schule

Zur schwachen KI gehören Zeichen- bzw. Texterkennung, Bilderkennung, Spracherkennung, automatisierte Übersetzung, Autoverständigung und Korrekturvorschläge bei Suchvorgängen sowie die Fähigkeit zur Kommunikation in natürlicher Sprache. Im Bildungsbereich beschränkt sich der Einsatz digitaler Hilfsmittel auf die quantitative Auswertung von Daten, d. h., wie viele Fragen falsch bzw. richtig beantwortet wurden oder wie viele Aufgaben überhaupt erledigt wurden.

Profitieren Lehrpersonen von Künstlicher Intelligenz? 

In den letzten Jahren wurde weitgehend die Wichtigkeit individueller Förderung deutlicher, wodurch sich einerseits viele Schulbuchverlage vermehrt an die bestehende Heterogenität in den Klassen eingestellt, andererseits Differenzierungsmaterialien zu den verschiedensten Themenbereichen angeboten haben, damit die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schülerinnen und Schüler besser angesprochen werden. Soweit so gut, doch wenn in diesem Bereich ein weitläufiges Angebot besteht, warum ist KI dann überhaupt noch notwendig? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Vor allem bei der individuellen Förderung können Schülerinnen- und Schülerleistungen  selbstständig von einem Computer analysiert werden, um frühzeitig Lernschwierigkeiten zu entdecken und diese anhand adäquater Aufgaben gezielt zu fördern. KI unterstützt Lehrpersonen somit „nur“ das Leistungsniveau dieser zu diagnostizieren und geeignete Lernmaterialien auszuwählen. Weiters sind die automatisierte Korrektur und die Bewertung von Hausaufgaben, Tests und Schularbeiten denkbar. Schwierig wird es aber bei textbasierten oder kreativen Aufgaben, da eine KI hier vermutlich eher weniger sinnvoll analysieren könnte.

Ein Forschungsprojekt, bei dem bereits KI eingesetzt wird, ist „Hypermind“. Hypermind ist ein intelligentes Schulbuch, welches für Tablet und PCs entwickelt wurde und dabei hilft frühzeitig Lern- und Verständnisschwierigkeiten bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Im Display ist ein Eye – Tracker integriert, der die Blickrichtung der Leserinnen und Leser erkennt und analysiert, ob die Schülerin der Schüler die Lerninhalte verstanden hat oder nicht. Die Lehrperson hat somit die Möglichkeit den Lernprozess ihrer Schülerinnen und Schüler kontinuierlich zu erfassen.

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10 Jun

Verantwortungsvoller Umgang mit KI

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Es braucht einen verantwortungsvollen Umgang mit KI und Robotik, um Risiken zu minimieren. Schließlich soll die Technik dem Menschen dienen, anstatt ihm die Freiheit zu nehmen und ihn abhängig zu machen. Wie könnte das aussehen; und an welchen Lösungen wird derzeit gearbeitet?

Es geht darum, ethische, soziale und technische Regeln festzulegen [1]. Wir müssen uns fragen, inwieweit wir Verantwortung an Maschinen abgeben wollen. Der Mensch sollte immer noch verantwortliches Subjekt bleiben – oder wollen wir eine Zukunft, in der wir gar nicht mehr wissen, wie Entscheidungen zustande gekommen sind, obwohl wir diese dann zu verantworten haben? Wichtig ist zum Beispiel die Frage, wer bei Schäden haftet, die autonome Roboter verursachen. Mindestens genauso bedeutend ist der Datenschutz. In Bezug auf Pflegeroboter sollten persönliche Daten, die von Geräten und Robotern gemessen und gespeichert werden, nur den Patienten selbst, den Ärzten und dem Pflegepersonal zugänglich sein.

Der Deutsche Ethikrat steht dem Einsatz von Robotern und KI positiv gegenüber, doch brauche es dazu gewisse Bedingungen [2]. So dürfen Roboter in der Pflege auf keinen Fall die menschliche Zuwendung ersetzen oder gegen den Willen der PatientInnen eingesetzt werden. Auch dürfen Roboter nicht dazu verwendet werden, Personalengpässe zu kompensieren. Laut der Pflegewissenschaftlerin Maria Schubert müsse der Einsatz von Robotern genau definiert werden [3] – das Personal soll dabei mitbestimmen. Man könnte den Einsatz der Pflegeroboter auf wiederkehrende mechanische Arbeit begrenzen. Damit hätte das Personal auch mehr Zeit für persönliche Zuwendung zu den Pflegebedürftigen.

Bereits jetzt werden vielen Robotern ethische Werte „eingepflanzt“. Selbst ein Staubsauger-Roboter steht vor moralischen Entscheidungen (Soll er eine Spinne einsaugen oder umfahren? Was ist mit einem Marienkäfer etc.?), so Janina Loh, Roboterethikerin an der Universität Wien [4]. Entscheidungen, die KI trifft, sollten nicht abseits von Moral, ethischen Grundhaltungen und gesetzlichen Regeln erfolgen. Seit Mai 2018 ist die Datenschutz-Grundverordnung der Sockel des allgemeinen Datenschutzrechts in der EU und in Österreich. Diesen Standard gilt es, stetig auf neu hinzukommende Bereiche auszuweiten.

Die Europäische Kommission veröffentlichte im Jahr 2019 Ethikleitlinien für vertrauenswürdige KI [5].Dabei geht es unter anderem um die Verwendung ausbalancierter Datensätze, die gesellschaftliche Diversität berücksichtigen. Bezüglich Transparenz wird gefordert, dass Ergebnisse, auf die KI gekommen ist, im Rahmen einer sogenannten „Explainable AI“ für Menschen nachvollziehbar aufbereitet werden. Neben einer Festlegung a priori, wer die Verantwortung für KI-Systeme innehat, soll der Mensch immer die Möglichkeit haben, zu intervenieren, also auch ein System unterbrechen können.  Letztlich muss sich der Einsatz von KI an den Grundwerten wie Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Pluralismus orientieren und diese fördern. In puncto Datenschutz sollen BürgerInnen vollständige Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten, welche nicht dazu verwendet werden dürfen, sie zu schädigen oder zu diskriminieren [6].

Bestehende Gesetze müssten überprüft und an die Spezifika künstlicher Intelligenz angepasst werden, meint der Jurist Axel Walz vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb [7]. Seiner Meinung nach wäre eine Debatte über rote Linien sinnvoll – also inwieweit bestimmte Produkte überhaupt mit KI ausgestattet werden dürfen. Auch Walz spricht vom Ziel eines Transparenzstandards, der garantieren soll, dass die Programmierung der Algorithmen  so erfolgt, dass Menschen jederzeit nachvollziehen können, welche Daten verwendet wurden und wie ein bestimmtes Ergebnis zustande gekommen ist.

Walz sieht im Einsatz von androiden Robotern, also Robotern, die stark menschliche Züge aufweisen, aufgrund der Objektivierung des Menschen einen Verstoß gegen Artikel 1 des Grundgesetzes. Auch der Roboterentwickler Claude Toussaint warnt davor, Robotern ein zu menschliches Aussehen zu geben – denn dann bekämen viele Menschen Angst, da sie nicht einschätzen können, ob das Gegenüber Roboter oder Mensch ist [8].

Die französische nationale Datenschutzbehörde CNIL empfahl unter anderem die Einrichtung einer nationalen Plattform für das Auditieren von Software und eine Verstärkung der Anreize für das Erforschen von ethischer KI [9]. Außerdem sollen sich Unternehmen dem Thema  Ethik stärker annehmen, beispielsweise durch Ethik-Kommissionen oder Ethik-Kodizes. Bezüglich der Menge an Informationen und deren Korrektheit, sollte man Softwareergebnissen gegenüber eine kritische Haltung bewahren und kein übermäßiges Vertrauen in Entscheidungen von KI-Systemen entwickeln.

Im Mittelpunkt der „Strategien für Daten und künstliche Intelligenz“  der EU-Kommission steht das Whitepaper zur künstlichen Intelligenz [10]. Damit soll ein allgemeiner Rechtsrahmen für die Entwicklung und Umsetzung von KI-Anwendungen geschaffen werden. Hier wird beispielsweise die menschliche Aufsicht hervorgehoben: Von KI-Systemen erarbeitete Ergebnisse sollen erst dann wirksam werden, wenn sie von einem Menschen überprüft wurden – oder wenn menschliche Intervention später sichergestellt wird. Außerdem soll berücksichtigt werden, dass sich KI-Systeme weiterentwickeln und lernfähig seien, weshalb erneute Überprüfungen notwendig werden können.

Im Programm der österreichischen Regierung ist von Rahmenbedingungen für die Entwicklung und den Einsatz von KI bei gleichzeitigem Schutz der Menschenwürde die Rede [11]. So sollen etwa Verwaltungsentscheidungen maschinell unterstützt, aber nicht allein durch Maschinen getroffen werden dürfen. Die Datenschutzbehörde soll mit den erforderlichen personellen und finanziellen Mitteln ausgestattet werden; auch eine Prüf- und Beratungsstelle für IT- und Cybersicherheit soll eingeführt werden. Des Weiteren ist von der Förderung eines KI- und Ethikrats die Rede sowie von der Unterbindung der Herstellung KI-gesteuerter Waffen weltweit.

Die erwähnten Strategien sind derzeit nur Empfehlungen, keine Gesetze, und sind oft noch schwammig formuliert. Was jede/r Einzelne auf jeden Fall tun kann: sich eine kritische Haltung antrainieren und Daten nicht leichtfertig preisgeben.Da sehr viele Menschen noch zu blauäugig im Umgang mit KI sind,wird auch mehr Aufklärung und Information darüber nötig sein.


[1] vgl. https://kurier.at/politik/inland/wenn-der-pfleger-einfach-piept/400376612 (Zugriff 12.5. 2020)

[2] vgl. https://www.tagesschau.de/inland/pflege-roboter-101.html (Zugriff 12.5.2020)

[3] vgl. https://impact.zhaw.ch/detail/robotik-in-pflege-und-therapie-der-neue-stationskollege-kennt-keinen-stress (Zugriff 12.5.2020)

[4] vgl. https://oe1.orf.at/artikel/666715/Alexa-Siri-und-die-Ethik (Zugriff 12.5.2020)

[5] vgl. https://www.retresco.de/ethische-ki/ (Zugriff 14.5.2020)

[6] vgl. https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_19_1893 (Zugriff 15.5.2020)

[7] vgl. https://www.mpg.de/12290850/regeln-fuer-roboter (Zugriff 14.5.2020)

[8] vgl. https://www.deutschlandfunk.de/technikethik-in-der-pflege-ein-roboter-zum-reden.886.de.html?dram:article_id=448612 (Zugriff 14.5.2020)

[9] vgl. https://netzpolitik.org/2018/ethische-fragen-bei-kuenstlicher-intelligenz-mit-welchen-herausforderungen-muessen-wir-umgehen/ (Zugriff 14.5.2020)

[10] vgl. https://www.datenschutz-notizen.de/die-eu-kommission-stellt-das-whitepaper-zur-ki-vor-ein-grosser-wurf-0724849/ (Zugriff 14.5.2020) Das Whitepaper zur KI stand bis zum 19. Mai 2020 zur öffentlichen Konsultation bereit.

[11] vgl. Regierungsprogramm 2020-2024: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/die-bundesregierung/regierungsdokumente.html (S. 222 sowie S. 225-226 – abgerufen am 17.5.2020)

10 Jun

Sozialrobotik: Vor- und Nachteile

Ob als Serviceroboter, Pflege- und Therapieroboter, Spielzeugroboter, Roboterhaustiere, Sexroboter oder Sicherheitsroboter – so genannte Sozialroboter übernehmen immer mehr Rollen. Der Markt für Konsumroboter steigt. Hinsichtlich des Einsatzes sozialer Roboter stellt sich u.a. die Frage, welchen Einfluss dieser auf die Natur und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen haben wird. Wollen wir in Zukunft etwa wirklich Roboter als Babysitter für unsere Kinder?

Dennoch bringt uns Robotik und KI viele Vorteile. Im Gesundheitssektor etwa gibt es viele Bereiche, wo Roboter eingesetzt werden können. In zahlreichen Dienstleistungsberufen kann KI dazu beitragen, Services zu verbessern. KI könnte sogar in der Lage sein, unsere Gesundheit und die Umwelt zu verbessern. Auch in der aktuellen Corona-Krise wird KI eingesetzt, etwa bei Tracking-Apps, der Auswertung von Lungenaufnahmen oder der Versorgung von isolierten PatientInnen – so kann etwa der Serviceroboter „JEEVES“ erkrankte Personen mit Getränken oder Snacks versorgen. Des Weiteren ist ein Einsatz von KI zum Schutz der Menschenrechte möglich, beispielsweise bei der Bekämpfung von Kinderpornografie, zur Vernetzung marginalisierter Gruppen oder zur Dokumentierung von Menschenrechtsverletzungen.

Pflegeroboter

Die öffentliche Diskussion über Pflegeroboter polarisiert stark. Hier geht es um ein Thema, das in einer alternden Gesellschaft immer mehr Menschen betrifft. Auf der einen Seite steigt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen, während immer mehr Pflegekräfte fehlen. Der Einsatz von Pflegerobotern verspricht also eine Entlastung. Manche hoffen zudem, dass die Digitalisierung den Beruf attraktiver machen könnte. Andere warnen hingegen, dass die Pflege entmenschlicht wird.

Soziale Roboter in der Pflege sind mittlerweile auch in Österreich angekommen. Roboter informieren Demenzkranke mit Nachrichten, unterhalten sie, animieren zu Gedächtnistraining und erinnern an Medikamenteneinnahmen und andere Termine. So können Sozialroboter alten Menschen auch zunehmend den Wunsch erfüllen, so lange wie möglich zu Hause zu wohnen und selbständig zu bleiben. Hinsichtlich der Körperpflege empfinden einige PatientInnen die Hilfe eines Roboters als weniger unangenehm, so Sandra Schüssler vom Institut für Pflegewissenschaften an der Medizinischen Universität Graz.

Gezielt eingesetzt, haben Roboter das Potenzial, das Pflegepersonal zu unterstützen, meint etwa die Forscherin Maria Schubert, Professorin und Co-Leiterin der Forschungsstelle Pflegewissenschaft an der ZHAW. Insbesondere hilfreich sei das bei einfachen und wiederkehrenden Tätigkeiten,  wodurch das Personal einen Zeitgewinn habe. Immerhin können Roboter rund um die Uhr arbeiten, ohne Ermüdungserscheinungen und damit verbundene höhere Fehleranfälligkeit. Zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt könnten Roboter Fachpersonal in der Pflege jedoch nicht ersetzen, so Schubert. Schließlich könnten Roboter als Maschinen nur Teilaufgaben übernehmen, und sind kein Ersatz für das Fachwissen und die Empathie des menschlichen Pflegepersonals.

Nützlich sind auch Reha-Roboter. Die unermüdlichen Roboter lassen sich für motorisches Training einsetzen und schaffen bessere Leistungen als Therapeuten. Der Einsatz der Kuscheltier-Robbe „Paro“ wird in rund 40 deutschen Pflegeeinrichtungen erprobt. Mit Hilfe von Sensoren wirkt Paro fast wie ein lebendiges Robbenbaby und soll vor allem Demenzkranken helfen. Auch Paro lernt mittels KI dazu – indem man sie mit Daten „füttert“. Um beispielsweise Verhaltensmuster zu erfassen, damit Algorithmen diese interpretieren können, sammeln Roboter eine Menge an Daten. Und das ist ein Riesenproblem.

Es gibt zahlreiche andere potentielle Risiken durch den Einsatz von KI. Beispielsweise, wenn dadurch bestimmte gesellschaftliche Gruppen diskriminiert werden. Oder wenn Regierungen KI für ein Überwachungssystem aller Bürger nutzen (z.B. China).

Quellen:

https://www.presseportal.de/pm/143245/4561663 (Zugriff: 8.5.2020)

https://www.wienerzeitung.at/verlagsaktivitaeten/digitale-republik/2055529-Kuenstliche-Intelligenz-nur-auf-Kosten-der-Menschenrechte.html (Zugriff: 8.5.2020)

https://www.wienerzeitung.at/verlagsaktivitaeten/digitale-republik/2042951-Der-Pflegeroboter-muss-warten.html (Zugriff: 17.5.2020)

https://futurezone.at/science/roboter-pepper-hilft-demenzkranken-in-oesterreich/400458436 (Zugriff: 8.5.2020)

https://impact.zhaw.ch/detail/robotik-in-pflege-und-therapie-der-neue-stationskollege-kennt-keinen-stress (Zugriff: 11.5. 2020)

https://www.tagesschau.de/inland/pflege-roboter-101.html (Zugriff: 12.5. 2020)

09 Jun

Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

Künstliche Intelligenz, jeder hat schon einmal etwas davon gehört. Diese Technologie begeistert viele Menschen. Immer wieder liest oder hört man aber auch von der Gefährdung der Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz. Bereits ab dem Jahr 2024 werden Computer Sprachen besser übersetzen als der Mensch und im Jahr 2027 besser LKw steuern können. [1] Was ist KI und wie funktioniert künstliche Intelligenz überhaupt?

Kaplan und Haenlein definieren KI als „die Fähigkeit eines Systems, externe Daten korrekt zu interpretieren, aus diesen Daten zu lernen und diese zu nutzen, um spezifische Ziele und Aufgaben durch flexible Anpassung zu erreichen“[2]

Poole und Mackworth definieren KI als „das Feld, das die Synthese und Analyse von intelligent handelnden Datenverarbeitungseinheiten untersucht“.[3]

Nehmen wir zum besseren Verständnis das Beispiel der Datenübertragung mit „Siri“. Gesagtes muss in ein digitales Signal übersetzt werden, welches als Datensatz im Telefon gespeichert wird. Diese Daten werden über das Internet an einen leistungsfähigen Computer in der Cloud gesendet, welcher die Töne in Worte umwandelt. Die künstliche Intelligenz wandelt die Bedeutung der Wörterfolgen um. Das heißt, sie können sensorische Daten verarbeiten, müssen die richtige Bedeutung dazu herausfiltern und diese dann in einer Datenstruktur darstellen, welche wiederum digital gespeichert werden kann. Dieser Verlauf erfordert Weltkenntnisse, logisches Denken sowie Fähigkeiten zum Lernen und Anpassen. Eine Maschine könnte solche Fähigkeiten eigenständig also „autonom“ herstellen.

Autonomie im Falle der künstlichen Intelligenz bedeutet etwa, die Fähigkeit einer Maschine, selbstständig, ohne jeglicher menschlichen Bedienung, zu arbeiten.

Siri ist also eine autonome Handlungseinheit, welche versucht, gesprochene Fragen zu beantworten. Meist benötigen die gestellten Fragen „Intelligenz“ bzw. Hintergrundwissen und Argumentation sowie Kontextwissen.

Welche Eigenschaften machen etwas künstlich intelligent und handlungsfähig?

Die Handlungen einer intelligenten Handlungseinheit müssen ihren Umständen und Zielen angemessen sein. Dazu kommt, dass sie flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen und sich ändernde Ziele ist, aus Erfahrungen lernt und sie mit Bezug auf ihre sensorischen und rechnerischen Rahmenbedingungen angemessene Entscheidungen treffen kann.

KI wird daher auch als „die Untersuchung von (intelligenten) Handlungseinheiten, die Vorgaben aus der Umwelt erhalten und Maßnahmen ergreifen. Jede dieser Handlungseinheiten wird durch eine Funktion implementiert, die Wahrnehmungen auf Aktionen abbildet. Wir betrachten verschiedene Möglichkeiten, diese Funktionen darzustellen, wie z.B. Produktionssysteme, reaktive Handlungseinheiten, logische Planer, neuronale Netze und entscheidungstheoretische Systeme“ (Russell und Norvig, 2010, S. viii).

Die vier Denkschulen der künstlichen Intelligenz nach Russel und Norvig:

Die Forscher der ersten Denkschule entwickeln Maschinen, die Interpretationen und Ergebnisse des menschlichen Denkens reproduzieren.

In der Forschung der zweiten Schule geht es um die Entwicklung von Maschinen, welche sich wie Menschen verhalten. Hierbei liegt der Fokus auf das Handeln der Roboter.

Die dritte Denkschule richtet ihre Aufmerksamkeit der rational handelnden Maschinen, welche stets das Richtige tun sollen.

Die vierte Schule fokussiert sich auf rational denkende Maschinen, welche stets die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollen.

Unterschied: starker und schwacher Intelligenz

Eine schwache Intelligenz, wie z.B. Siri, welche für die Spracherkennung entwickelt wird kann ihre Schlüsse nicht auf einen anderen Bereich übertragen, da diese künstliche Intelligenz nur auf jeweils einen Bereich spezialisiert ist. [4]

Dies unterstützt den Menschen dabei, seine Ziele schneller zu erreichen. Wenn man z.B. einen Suchbegriff in Google eingibt, greift die KI auf vorherige Suchanfragen zurück und macht im Anschluss Vorschlage, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit unseren Wünschen entsprechen. Schwache KI kommt in folgenden Anwendungsgebieten vor: Expertensysteme, Navigationssysteme, Spracherkennung, Zeichenerkennung und Korrekturvorschläge bei Suchen.

Eine starke künstliche Intelligenz hingegen kann die intellektuellen Fertigkeiten des Menschen haben und diese sogar übertreffen.  Somit könnte man sagen, starke KI sei intelligenter als der Mensch.

Noch ist unklar ob Begriffe wie Bewusstsein, Selbsterkenntnis, Empfindungsvermögen sowie Weisheit, welche mit KI assoziiert werden, miteinander zusammenhängen oder ob ein Bewusstsein überhaupt notwendig ist, um logisch Denken zu können. [5]

Künstliche Intelligenz durch „machine learning“:

Durch vorhandene Datenbestände und Algorithmen Muster können Gesetzmäßigkeiten erkannt und Lösungen entwickelt werden. Durch zahlreiche Erfahrungen entsteht künstliches Wissen. [6] Der Computer lernt anhand dieser Beispiele, ohne explizit dafür programmiert worden zu sein.

Künstliche Intelligenz durch „deep learning“:

Deep Learning verwendet neuronale Netze, welche der Software erlauben, sich selbst zu trainieren. Dadurch werden Aufgaben erledigt und Entscheidungen getroffen.

Der Unterschied zwischen „machine learning“ und „deep learning“ liegt darin, dass der Mensch bei maschinellem Lernen in die Datenanalyse und somit noch in den eigentlichen Entscheidungsprozess eingreift. [7]

Künstliche Intelligenz bekommt immer mehr an Bedeutung. Allein das Surfen im Internet ohne das Akzeptieren von Cookies ist so gut wie unmöglich. Daher ist es unerlässlich sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zumindest zu wissen was sie kann und welche Folgen sie mit sich bringt. Nicht unbedingt ist es nur von Vorteil, wenn das eigene Kaufverhalten im Internet von KI analysiert und im Anschluss angepasste Produkte empfohlen werden. Denn wenn man einen Flug mit einem Apple-Computer bucht, kostet dieser oft mehr als derselbe Flug, welcher mit einem Windows-Gerät gekauft wurde. Daher ist man doch klar im Vorteil, wenn man sich dessen bewusst ist und weiß, dass man vor dem Kauf den eigenen Browserverlauf und Cookies löschen sollte, oder?  


[1] Menn A.: Roboter in 45 Jahren schlauer als Mensch. 2017. Abrufbar unter: https://www.wiwo.de/technologie/forschung/kuenstliche-intelligenz-roboter-in-45-jahren-schlauer-als-menschen/19879042.html (Zugriff am 25.05.2020)

[2] Kaplan, Haenlein, 2019

[3] Poole, Mackworth, 2010

[4] Vgl. Bartneck, Lütge, Wagner, Welsh (2019): Ethik in KI und Robotik. S. 1-9

[5] Vgl. Informatik und Gesellschaft 2008/2009: Schwache KI und Starke KI. o.J. Abrufbar unter: www.informatik.uni-oldenburg.de/~iug08/ki/Grundlagen_Starke_KI_vs._Schwache_KI.html (Zugriff 24.05.2020)

[6] Luber, Litzel, 2016, Was ist Machine Learning? Abrufbar unter: https://www.bigdata-insider.de/was-ist-machine-learning-a-592092/ (Zugriff 24.05.2020)

[7] Vgl. Solvistas: machine learning und deep learning. o.J. Abrufbar unter: https://www.solvistas.com/de/data-science/artificial-intelligence-machine-learning/machine-learning-und-deep-learning?gclid=CjwKCAjw2a32BRBXEiwAUcugiM9M_VoyvCFL8USpZSDIA808uL9VE_riTpY0FAPFO_EH65eoXS5ghhoC4uYQAvD_BwE (Zugriff 25.05.2020)

09 Jun

Wird unsere Gesellschaft durch Roboter entmenschlicht?

Was ist Robotik? Und seit wann gibt es eigentlich Roboter?

Die ersten Roboter kamen in den 1960er Jahren auf den Markt und wurden in der Industrie im Fertigungsprozess eingesetzt. Heute sprechen wir schon von der 4. Generation von Robotern, die nicht mehr nur einfache Tätigkeiten in der Fertigungsindustrie verrichten, sondern auch autonom und „smart“ agieren können. Im Unterschied zu programmierbaren Robotern können autonome Roboter ihre Aufgaben großteils selbständig ausführen. Sie sind mit Sensoren und Kontrollsystemen ausgestattet und können sich den Gegebenheiten anpassen. Sie können Situationen analysieren und entsprechend darauf reagieren. (https://epub.oeaw.ac.at/0xc1aa5576%200×00371074.pdf )

Robotik ist ein interdisziplinares Fach, dass Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik kombiniert. Es handelt sich um ein Forschungsgebiet, das sich stark entwickelt und einige ethische und rechtliche Fragen aufwirft, besonders im Bereich der sozialen Robotik. Durch die steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen in der Bevölkerung, sind vor allem humanoide (menschenähnliche) Roboter im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die Robotik-Professorin Dr. Dongheui Lee (Technische Universität München) bringt Robotern menschliches Verhalten bei. (Mensch, Maschine! Business Vogue, 01/2020) Sie sollen den Menschen in Zukunft das Leben erleichtern, indem sie zum Beispiel das Abendessen zubereiten. Roboter sollen durch Imitation lernen, mit dem Ziel, dass sie sich eines Tages autonom unter Menschen bewegen können.

Der Entwicklungsbericht Robotik in Österreich (Projektbericht Nr. 2017-03 | ISSN: 1819-1320 | ISSN-Online: 1818-6556) zeigt, dass die Robotik nicht nur in der Industrie und im Sozialbereich, sondern praktisch in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen ein Thema ist und zum Einsatz kommen soll bzw. schon kommt.

Im Gesundheitsbereich findet die Robotik bereits Anwendung im Bereich der Prothesen (Exoskelette, steuerbare Prothesen), Chirurgie (Medizin-Roboter operieren millimetergenau) und bei der Therapie und Rehabilitation. Im Konsumbereich kennen wir Roboter als Haushaltsgeräte, wie den selbstfahrenden Staubsauger, aber auch in der Landwirtschaft und beim Militär kommen Roboter zum Einsatz. Technisch wird immer mehr möglich, wir sind kurz davor, unsere Autos nicht mehr selbst zu steuern und wir müssen uns die Frage stellen, ob wir wirklich immer mehr Tätigkeiten, die bisher von ganzen Berufsgruppen übernommen wurden, an Maschinen übertragen wollen. Wenn immer weniger Menschen Tätigkeiten übernehmen, bei denen der soziale Kontakt eine große Rolle spielt, wie zum Beispiel in der Pflege, wird dann unsere Gesellschaft entmenschlicht? Auf welcher Basis werden Entscheidungen getroffen? Wer haftet, wenn etwas passiert und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Und wie ist die Gefahr von Hackerangriffen einzuschätzen?

Die Befürworter des Pflegeroboters sehen in dieser Entwicklung den Vorteil, dass ältere Menschen länger selbständig zu Hause leben können. Das ist auch von politischem Interesse, da die Anzahl der Pflegebedürftigen jedes Jahr steigt. Verdeutlicht wird das in der folgenden Statistik:

Quelle: Statista Austria

Pepper, der Pflegeroboter

Pepper ist ein humanoider Roboter, der von Aldebaran Softbank Robotics entwickelt wurde.

Roboter Pepper: https://www.probo-robotics.at/

Pepper ist 120 cm groß und 28 kg schwer. Von seiner Statur her ähnelt er einem jungen Mann, seine großen Augen entsprechen dem Kindchenschema. Der Roboter wirkt dadurch attrakiver und „unschuldig“. Je mehr ein Roboter aussieht wie ein Mensch, desto eher wird er auch vom Menschen angenommen werden. Pepper kann zuhören, sprechen, die Mimik seines Gegenübers analysieren und entsprechend darauf reagieren. Der Roboter soll auch in der Kundenbetreuung eingesetzt werden, ein positives, humanoides Aussehen ist daher unerlässlich.

Roboter wie Pepper sind also in der Lage anhand von Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Stimmlage eines Menschen, dessen Gefühlslage einzuschätzen und eine passende Reaktion zu zeigen. Damit entlastet er Kundenbetreuer in Unternehmen und Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen. In der Folge werden Arbeitskräfte allerdings nicht nur entlastet, sondern auch ersetzt. Hier stellt sich die Frage, ob die Menschen gerade viel Geld in eine Technologie investieren, die uns in Zukunft die Arbeitsplätze wegnehmen wird? Prof. Dongheui sagt in der Business Vogue vom April 2020: „Aber grundsätzlich geht es nicht darum, dass Roboter Menschen den Job wegnehmen, sondern dass sie die hässlichen und gefährlichen Jobs übernehmen.“ Entspricht das den Tatsachen? Ist Pflege ein „hässlicher und gefährlicher“ Beruf? Sind der Empfang und die Betreuung von Kunden in einem Unternehmen ein hässlicher Beruf?

Lisa Rosa beschreibt in ihrem Blogbeitrag  Lernen im digitalen Zeitalter. die Auswirkungen, die die neuen Technologien auf unser Leben haben werden: Der Computer wird bis 2050 die Hälfte aller heutigen Arbeitsplätze, sowie die Berufe, die dahinter stehen,  vernichten. Das betrifft nicht nur die industrielle Produktion, sondern auch Tätigkeiten in Verwaltung und Dienstleistungsberufe. Die neuen Arbeitsplätze, die durch diese technologische und gesellschaftliche Veränderung geschaffen werden, stehen in keinem Verhältnis dazu.

Je mehr Roboter eingesetzt werden, desto mehr werden zwischenmenschliche Kontakte reduziert. In der Psychologie ist schon lange das Phänomen der Deprivationsstörung bekannt: Man versteht unter diesem Begriff eine physische und psychische Störung, die dadurch entsteht, dass Kinder über einen längeren Zeitpunkt zwar körperlich versorgt werden, aber kaum persönliche Zuwendung einer konstanten Bezugsperson erfahren. (https://lexikon.stangl.eu) Ist eine Maschine eine konstante Bezugsperson? Wollen wir wirklich, dass die Bewohner eines Altenheims mit einem Roboter sprechen müssen, wenn sie etwas trinken möchten? Gerade bei der Betreuung von alten und kranken Menschen geht es um mehr als die Erfüllung von physischen Bedürfnissen. Der soziale Kontakt, ein freundliches Wort, eine persönliche Geschichte aus dem Alltag eines anderen, eine Berührung, ein Blick, …. Das alles ist auch Medizin für pflegebedürftige Menschen und ist durch eine Maschine nicht gleichermaßen durchführbar.

Die Technik darf nie menschliche Zuwendung ersetzen!

16 Jan

Künstliche Intelligenz

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sind Maschinen in der Lage aus gespeicherten Erfahrungen auf neue Informationen passend zu reagieren. Sie sind in der Lage neue Aufgaben zu lösen, ohne vorher auf sie eingestellt worden zu sein. Diese Eigenschaft ist sonst nur beim menschlichen Denken möglich. Viele Ideen, die auf künstlicher Intelligenz aufbauen, haben ihre Basis im Deep Learning oder der natürlichen Sprachverarbeitung. Mit diesen beiden Methoden ist es möglich Maschinen auf ganz bestimmte Aufgaben abzurichten. Sie verarbeiten Unmengen an Daten und können in diesen wiederum Regelmäßigkeiten und Muster vergleichen und auswerten.

https://www.youtube.com/watch?v=3RsmRMqX2IY

Geschichte

Der Begriff der künstlichen Intelligenz besteht seit Mitte des 20.ten Jahrhunderts, doch erst im 21. Jahrhundert wurde er populär und verbreitete sich auf der ganzen Welt. Anfangs vereinfachten Programme wie grundlegende Denkprozesse dem amerikanischen Verteidigungsministerium die Arbeit, doch diese Unterstützung blieb nicht lange unentdeckt und die Technologie wurde schnell für z.B. Navigationsgeräte angewandt. Heutzutage sind Siri oder Alexa die ersten Stichworte, die einem zur künstlichen Intelligenz einfallen. Doch das Feld der künstlichen Intelligenz ist mittlerweile in jedem technischen und medialen Gebiet zu finden. So arbeiten zum Beispiel Suchmaschinen, wie Google, Roboter oder das Gesundheitswesen damit.

Alltagsbezug – Fluch oder Segen

https://www.youtube.com/watch?v=v1nZnuokryw

Tagtäglich begegnen wir der Künstlichen Intelligenz, auch wenn sie für viele nicht gleich im ersten Augenblick als solche erscheint, sondern einem kleinen „Spielzeug“ oder „Zusatz“ gleicht.

Smartphones sind portable Roboter, die voller künstlichen Intelligenz stecken. Sei es die Gesichtserkennungssoftware, die Merkmale über das Gesicht speichert oder die Autokorrektur der Tastatur, die aus den getippten Wörtern und auch Tippfehlern lernt und Sätze automatisch vervollständigt oder korrigiert. 

Ein weiterer Einsatzbereich für KI sind Chatsbots wie Siri oder Alexa. Sie scheinen ein Gespräch mit Menschen zu führen und sich mit ihnen zu „unterhalten“. Dabei greifen sie auf große Datenbanken zurück und lernen mit jedem Gespräch dazu. Sie passen sich dabei unserer Sprache und unseren Wünschen an, und geben somit meist überraschend passende Antworten. 

In Sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram speichert die KI unser Nutzungsverhalten ab, und richtet dadurch den Algorithmus, der beschließt welche Beträge bei uns ganz oben gezeigt werde, oder welche wir kaum zu Gesicht bekommen.

Auch in der Autoindustrie wird es immer moderner Autos zu mobilen Computern zu machen: der Autohersteller Tesla macht es sogar nun möglich per Autopilot zu fahren, aber auch einfache Einparkhilfen sind Programme, die durch Künstliche Intelligenz lernen

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Roboter sind viel günstiger als Arbeitskräfte. Die Zeit, in der sie arbeiten, muss nicht bezahlt werden.
  • Roboter haben sehr viele gute menschliche Eigenschaften und können diese für sich nutzen.
  • Roboter arbeiten viel genauer und verlässlicher und sind viel stärker und schneller als Menschen.
  • Roboter können unter allen Bedingungen arbeiten, außerdem brauchen sie keine Pause und werden nie müde.
  • Roboter haben kein Gesundheitsrisiko. Sie arbeiten auch nach Chemieunfällen und wenn Epidemien ausbrechen.

Nachteile:

  • Wenn Roboter die Menschen bei ihrer Arbeit ablösen, gibt es immer mehr Arbeitslose.
  • Kommt eine für den Roboter unerwartete Situation, kann er nicht darauf reagieren.
  • Künstliche Intelligenz erreicht momentan nur ein bestimmtes Gebiet. Es gibt noch keine starke KI. Menschen sind also immer noch intelligenter.
  • Roboter können nicht selbstständig arbeiten. Sie benötigen immer noch die Hilfe von Menschen, die ihnen Informationen zuführen.
  • Roboter haben kein Gefühl für Emotionen.
  • Würde kein Mensch mehr arbeiten, würden die Gesundheitsrisiken in die Höhe schnellen.

Zukunft

In Zukunft will die Wissenschaft ihren Fokus immer mehr auf spezifische Teilbereiche lenken und dort die Arbeit erleichtern. Um diese komplexen Vorgänge tatsächlich umzusetzen, müssen Wissenschaftler der Kognitionswissenschaften, Psychologie, Neurologie, Philosophie und Sprachwissenschaft in ständigem Verbesserungsprozess mit den Maschinen stehen. In den meisten Softwaren steckt heute schon künstliche Intelligenz, doch bis Computer oder  Maschinen wirklich komplett selbständig denken können, wird es noch lange dauern.

Doch genau das sollte uns Angst machen denn, wenn es so weit sein sollte, dass Maschinen selbstständig denken können, werden sie den Menschen überholt haben. Maschinen lernen viel schneller und können Daten viel schneller aufnehmen und verarbeiten. Diese Verblendung durch die Vorteile, die künstliche Intelligenz bringen kann, lassen uns nicht über mögliche Nachteile nachdenken. Es geht immer nur darum, wie uns Arbeit abgenommen werden kann. Doch was ist, wenn die künstliche Intelligenz unsere Energieversorgung oder die Verteidigung unseres Landes selbstständig regelt und wichtige Entscheidungen trifft, die nicht in unserem Interesse sind? Aus jetziger Sicht wird es wohl nicht so schlimm werden. Erstens, ist absolute künstliche Intelligenz noch in weiter Ferne und zweitens, warum sollten Softwares dominanzorientiert handeln. Es könnte sogar sein, dass künstliche Intelligenz nicht den Willen hat sich selbst zu erhalten oder sich zu reproduzieren.

https://www.youtube.com/watch?v=-2lB-tSzKSM

Aktuelles Interview (21.01.2020):

https://www.nzz.ch/wirtschaft/der-bias-ist-das-groesste-problem-bei-der-kuenstlichen-intelligenz-ld.1528242

Quellen:

https://www.sas.com/de_at/insights/analytics/what-is-artificial-intelligence.html (Zugriff: 15.01.2020)

https://www.planet-wissen.de/technik/computer_und_roboter/kuenstliche_intelligenz/ (Zugriff: 15.01.2020)

https://www.spektrum.de/thema/kuenstliche-intelligenz/1301266 (Zugriff: 15.01.2020)

https://www.computerwoche.de/a/die-gefahr-liegt-nicht-dort-wo-wir-sie-vermuten,3546346 (Zugriff: 15.01.2020)

https://unternehmer.de/it-technik/205724-arbeit-kuenstliche-intelligenz (Zugriff: 16.01.2020)

https://orange.handelsblatt.com/artikel/53316 (Zugriff: 20.01.2020)

Verfasst von: Michelle Michels, Irem Gökce, Lucia Jurickova, Lisa Tretera

14 Dez

Robotik und KI: Kulturelle Unterschiede

Traditionelle Trauerfeier für Roboter-Hunde in Japan
Foto: NICOLAS DATICHE/AFP/Getty Images

,,Bei meiner Arbeit an der Ethik in der Robotik fand ich [..] heraus, dass japanische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen viel weniger Probleme mit menschenähnlichen Robotern haben als Leute im Westen. Im Westen denken wir, dass es sehr wichtig ist, zwischen Menschen und Nicht-Menschen zu unterscheiden. Als ich mit einem japanischen Wissenschaftler darüber sprach, verstand er nicht, was daran so wichtig sein soll.‘‘

-Mark Coeckelbergh (Graf, 2017)

Den größten Gegensatz, zum westlichen Zugang zu Robotern und künstlicher Intelligenz, bildet Japan. Während in Österreich und Deutschland dem Einsatz von Robotern, vor allem in Menschenähnlicher Form, eher mit Skepsis begegnet wird, kennt man diese in Japan weniger.

Das ist verschiedenen Gegebenheiten zuzuschreiben. Beispielsweise wird in der in der japanischen Religion dem Shintoismus (shintô; dt.Weg der Götter) jedem Wesen und Objekt eine Seele zugeschrieben. Daher herrscht bei der Objektbeziehung in Japan eine Diskrepanz zum christlichen Verständnis, wonach nur Lebewesen Autonomie zugeschrieben und ferner Gott die alleinige Schöpferrolle zugwiesen wird.

Zudem wird Japans Gesellschaft immer älter und sie zählen zu den Top Ländern was das Lebensalter angeht. Geburtsraten nehmen ab und Einwanderung gibt es aufgrund einer rigorosen Politik kaum. Roboter stehlen hier also keine Arbeitsplätze, sondern übernehmen wichtige und ansonsten vernachlässigte Posten.

Schon in der Popkultur werden Roboter ganz anders portraitiert als in Europa oder den USA. Bei uns ist die Maschine oder künstlich geschaffene Intelligenz meist der Feind oder das Böse, zum Beispiel Terminator oder Frankenstein. In Japan sind sie meist Helden und Helfer der Menschen, wie in den Mangas ,,Astro Boy‘‘ oder der Animeserie ,,Gundam‘‘.

Populär ist in Japan außerdem Aibo, der Roboter-Hund von Sony. Nach einer Schätzung, sind 150.000 dieser Hunde in Japan verteilt, mit einem Lebenszyklus von 5-7 Jahren und einem Preis von 1500 Euro. Besonders für ältere Menschen zeigte sich, dank der Roboter-Hunde, eine Verbesserung der Lebensqualität, die Roboter-Tiere wurden so sehr ins Herz geschlossen, dass traditionelle buddhistische Trauerfeiern für sie veranstaltet wurden. Aibo erfordert ein monatliches KI-Abo von 150 Euro und bekommt für weitere 150 Euro einen Plastikknochen zum Spielen. Er hat zwei Kameras und kleine OLED-Displays in den Augen, die ihn ausdrucksstarker machen sollen. Die Akkulaufzeit beträgt allerdings momentan nur 2 Stunden, danach muss er für 3 Stunden an die Steckdose.

Ein passendes Beispiel für die europäische Sichtweise ist der kürzlich, zum Anlass von 100 Jahren Frauenstudium an der TU Wien, im Standard: Das sagen Forscherinnen zu Robotik, unter dem Tag ,,Gefahren“. Hier der Link dazu: https://www.derstandard.at/story/2000112235040/das-sagen-forscherinnen-zu-robotik

Literaturverzeichnis

Graf, V. (29. 08 2017). ARS ELECTRONICA. Von

„Technologie ist menschlich“: So formt Kultur Technologie
abgerufen

Martin, R. (2012). Kulturelle Unterschiede in der Robotik: Japan undDeutschland – ein Überblick. (F. f. Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg, Hrsg.) Duisburg. Von https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-419195 abgerufen

Stitzel, H. (16. 11 2015). SRF. Von https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/weshalb-japan-keine-angst-vor-robotern-kennt abgerufen

Trends der Zukunft. (28. 02 2015). Von https://www.trendsderzukunft.de/roboter-hunde-bekommen-friedhoefe-in-japan/ abgerufen

Zeit online. (01. 11 2017). Von https://www.zeit.de/digital/internet/2017-11/sony-aibo-roboter-hund-wiederauflage-kuenstliche-intelligenz abgerufen

19 Apr

Die Schattenseite von künstlicher Intelligenz!

Wie viel Freiheit werden wir aufgeben müssen??

Auf den ersten Blick ist künstliche Intelligenz (kurz KI) eine wunderbare Entwicklung der Menschheit. In einem Interview mit dem Standard vergleicht Toby Walsh die Erfindung der KI sogar mit der industriellen Revolution. Seiner Meinung nach müssen sich mit der Ausbreitung und Weiterentwicklung von KI – Systemen auch grundlegende Dinge in unserer Gesellschaft weiterentwickeln. Dabei zählt er unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine neue Form des Sozialstaats und ein Bildungssystem, welches den Schwerpunkt mehr auf Kreativität setzt, auf. Gleichzeitig warnt er aber auch vor dem immens hohen Missbrauchspotenzial dieser, noch sehr jungen, Technologie. Walsh weist aber auch darauf hin, dass, wie bei allen anderen neuen Technologien, die Veränderungen in der Gesellschaft bedacht werden müssen, um anschließend Entscheidungen treffen zu können, wie diese Technologien zum Wohl der Allgemeinheit genutzt werden können.

Dabei stellt sich zu allererst die Frage, was diese „künstliche Intelligenz“ eigentlich genau ist. Mit der selben Frage haben wir uns in einem Podcast (höre unten) beschäftigt. Das Gabler Wirtschaftslexikon schreibt dazu, dass sich künstliche Intelligent mit „Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern“ beschäftigt.

Künstliche Intelligenz ist aus unserem modernen Leben also nicht mehr wegzudenken. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Filme und Serien intensiv mit der Thematik beschäftigen. Außerdem wird nicht nur unser Privatleben beeinflusst, sondern auch andere alltägliche Situationen, wie zum Beispiel in der Schule, dabei mittlerweile schon speziell im Klassenzimmer. Als angehende Lehrerinnen und Lehrer sollten wir uns speziell darüber auch immer wieder Gedanken machen. Inwieweit kennen wir uns mit der Thematik aus bzw. inwieweit sind wir bereit künstliche Intelligenz in unseren Unterricht und in unser Klassenleben mit einzubauen?

Aber genauso, wie es viele unterschiedliche Firmen gibt, die sich mit der Thematik beschäftigen, gibt es auch mehr als nur eine einzige KI. Vom Prinzip her sollen diese künstlichen Intelligenzen uns Menschen das Leben in jeder nur erdenklichen Situation erleichtern. Sei es im Haushalt (beim Putzen oder Einkaufen), in der Mobilität (selbstfahrende Autos) oder sogar bei unserer eigenen, persönlichen Gesundheit (Schrittzähler, Kalorientracker, etc.). Dabei gehen die Anwendungsbereiche von KI weit über unser Privatleben hinaus. Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, in welchen Bereichen es sich diese Technologien mittlerweile etabliert haben und zur Normalität geworden sind. Ein Artikel im Standard vom 15. Juni 2018 beschäftigt sich mehr damit, wo genau KI – Systeme sich heutzutage etabliert haben.

Da aber bekanntlich nicht alles Gold ist was glänzt und jede Medaille zwei Seiten hat, ist es wichtig, sich auch mit den Schattenseiten von immer weiter wachsenden künstlichen Intelligenzen zu beschäftigen. Was passiert, wenn ein Staat KI – Systeme nutzt um seine Bürgerinnen und Bürger zu überwachen, kann man aktuell in China beobachten. Dabei wird der öffentliche Raum und somit jede Person, die sich dort aufhält, mit sogenannten „intelligenten Überwachungssystemen“ (kurz IÜ) überwacht. Diese IÜ verwenden „intelligente Gesichtserkennungssysteme“, welche es ermöglichen, jedes Gesicht, jeder Person in Echtzeit mit einer Datenbank abzugleichen. In diesem Fall wird eine Datenbank verwendet, in welcher Fotos von Verbrechern abgespeichert sind. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man als Einzelperson will, dass der Staat immer genau weiß, wann man sich wo befindet und was man zum Beispiel in Geschäften einkauft.

Da niemand zu 100% genau sagen kann, was in Zukunft rund um die Thematik der künstlichen Intelligenzen passieren wird, wie sich z.B. die Beziehung zum Datenschutz verändern wird und wo die Grenzen dieser Systeme liegen, können wir nur abwarten. Dabei ist es wichtig, neben den positiven Aspekten, auch immer einen kritischen Blick zu haben und Neuerungen zu hinterfragen.

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft aus dem Sommersemester 2019, Gruppe BP3A02 über „Künstliche Intelligenz“ von Melanie Kain, Marina Kovacic, Nikolas Lehner und Jeannine Zimmermann.

05 Feb

Künstliche Intelligenz – dargestellt in Filmen

Ich habe mir gedacht, ich erstelle eine kleine Liste von Filmen, die Zukunftsszenarien zeigen, wo Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielt. Häufig handelt es sich um Dystopien, welche Konflikte zwischen Robotern/Computern und ihren Schöpfern, den Menschen, zeigen. Dabei sind einige Filme eher fantastisch und andere sehr real.

Wer Interesse hat, kann sich gerne die Links ansehen, die die Trailer zu den Filmen zeigen. Der Film Metropolis von Fritz Lang aus dem Jahre 1927 ist ein absoluter Klassiker und momentan auf Youtube komplett hochgeladen.

Filmliste
Metropolis (1927) https://www.youtube.com/watch?v=SArNZEcQWH4
2001: A Space Odyssey (1968) https://www.youtube.com/watch?v=hsgYAMNQ6EI
Star Wars (1977) https://www.youtube.com/watch?v=vZ734NWnAHA
Alien (1979) https://www.youtube.com/watch?v=OjMdznAz59Q
Blade Runner (1982) https://www.youtube.com/watch?v=eogpIG53Cis
Tron (1982) https://www.youtube.com/watch?v=3efV2wqEjEY
The Terminator (1984) https://www.youtube.com/watch?v=QIcomuI1j7I
Star Trek: First Contact (1996) https://www.youtube.com/watch?v=YQ1eiEvefKI
The Matrix (1999) https://www.youtube.com/watch?v=m8e-FF8MsqU
AI Artificial Intelligence (2001) https://www.youtube.com/watch?v=oBUAQGwzGk0
I, Robot (2004) https://www.youtube.com/watch?v=rL6RRIOZyCM
Her (2013) https://www.youtube.com/watch?v=dJTU48_yghs
Interstellar (2014) https://www.youtube.com/watch?v=zSWdZVtXT7E

SEHR SEHENSWERT:
Spannend ist auch die Serie „Black Mirror“, welche die Schattenseiten unserer Gesellschaft aufzeigt, sollte diese bestimmte Medien und Technologien in der Zukunft missbrauchen. https://www.youtube.com/watch?v=jROLrhQkK78