03 Dez

Eine kurze Definition; Medienaktivismus

Medienaktivismus
Der Begriff Medienaktivismus ist erst seit ein paar Jahren präsent. Er bezieht sich auf die gesamte Medienkultur und die damit verbundenen Machtverhältnisse. Da alle Art von Medien – Graffiti, Wandmalereien, Bücher, Filme, Musik, Tonaufnahmen, Internetseiten et cetera – aus jeglicher Zeitepoche miteingeschlossen werden, ist das Spektrum sehr groß. Medienaktivismus hängt stark mit Politikwissenschaft, Kommunikation und vielen anderen Lebensbereichen zusammen. In der Pädagogik fokussiert man sich besonders stark auf den Erwerb der Medienkompetenz.

Situation
Medien bilden einen zentralen Punkt in unserer heutigen Gesellschaft. Menschen passen sich ihren Bedingungen an, Sprache und Verhalten werden beeinflusst. Immer stärker verwalten Medien, insbesondere Internetnetworks, Beziehungen.
Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen eine rasche Verbreitung. Suchmaschinen, Netzwerke und Videos navigieren Inhalte, die global in Sekundenschnelle verbreitet werden können.
Da Medienaktivismus in allen Lebensfeldern zu finden ist und einen deutlichen Effekt ausübt, spricht man auch von einer Kultivierung der Lebensinhalte.

Kritik:
Es könnte durch Medien in der heutigen Zeit eine „Selbstblendung“ entstehen. Dadurch, dass man den Informationsinput ausblenden und quasi steuern kann, könnte es zu einer einseitigen Meinungsbildung kommen, ohne eine andere Seite je angehört und erfasst zu haben. Manipulation ist mit diesem Fall eng verbunden.
Medien vertreten heute das Interesse, Inhalte und Beziehungen zu verwalten und nicht, wie früher, herzustellen und zu vervielfältigen. Macht steht bei Konzernen im Vordergrund, und dies ermöglicht wiederum Kontrolle.
Durch Informationsfreigabe bei der Nutzung von Medien gewinnen die leitenden Konzerne enorm viel Wissen über die Gesellschaft, die sie zu bürokratischem Sinne nützen. Eine einfache, fast freiwillige Echtzeitbeobachtung jedes Individuums ist möglich.

Neue Ideen:
Um den Problemen der Kontrolle, Informationspreisgabe und Medienmacht entgegenzuwirken, wurden Netzwerke gegründet, um die Autonomie des Nutzers beziehungsweise der Nutzerin zu stärken. Thimble.net ermöglicht die Erstellung von eigenen Webseiten und  Anonymität, da Information von und zu mehreren Servern geht.

—-
Wer sich mehr einlesen möchte, der folge diesem Link: https://medienimpulse.at/articles/view/324?navi=1

02 Dez

Orte der Macht entmachten

Das ist das Motto oder der selbsternannte Auftrag der starksky-Aktivistin Julia Zdarksy. Sie verwandelt mit Lichtprojektionen öffentliche Gebäude und Bereiche in künstlerische Mahndenkmäler. Mit ihrer kurzlebigen Kunst, will sie unter anderem auf Missstände in der Gesellschaft und Politik hinweisen und die breite Masse durch Nutzung der öffentlichen Räume mitansprechen und mobilisieren. Ihre Kunstwerke werden immer wieder bei Demonstrationen eingesetzt, da die Vorteile klar auf der Hand liegen: keine bleibenden Schäden, hohe Mobilität, „schneller wieder entfernt als die Polizei schauen kann“ – das moderne und nachhaltige, doch kurzlebige Graffiti der Neuzeit also.

Das ist Medienaktivismus. Die Nutzung neuer, digitaler oder medialer Technologien. Um gesellschaftskritisch aktiv zu sein. Widerstand und Ungehorsam zum Ausdruck zu bringen. Ohne bleibende Schäden. Menschen zum Nachdenken – zum Umdenken bewegen.

04 Jun

Was sind die Freien Radios Österreichs? – ein Erfahrungsbericht

Verfasst von Paul Tomaz:

Um mir ein besseres Bild davon zu machen was Freies Radio ist, habe ich einen Tag in das Programm des Freien Radiosenders Radio Orange hineingehört.
Bevor ich Euch von meinen Erlebnissen berichte, erkläre ich kurz was Freie Radios sind:

Neben dem öffentlich-rechtlichen und dem kommerziellen Rundfunk, bildet der freie Radios eine dritte Möglichkeit Radio zu erfahren und dabei eine Alternative, die sich sehr von den beiden anderen Modellen abhebt.
In jedem Bundesland gibt es mindestens einen freien Radiosender, für das Land Wien ist dies Radio Orange, empfangbar auf 94,0.

Ebendiesen Sender habe ich heute für Euch gehört!
Das Programm besteht aus O94 Musik, dort wird Musik bunt durchgemischt aus allen möglichen Genres gespielt, es gibt aber auch die Sendung „High Noon Saloon“, die sich ausschließlich der Countrymusik und dem Rock’n Roll widmet. Die meisten Sendungen sind musikdominiert, doch es gibt auch das WUK Radio, in der ein Interview mit Veranstaltern des Ute Bock Cups geführt wurde. Hier hatten die beiden Interviewten eine halbe Stunde Zeit ohne Musik- oder Werbeunterbrechung über das Turnier, welches vom Verein Ute Bock ins Leben gerufen wurde, zu erzählen.
Der Radiosender setzt sich auch besonders dafür ein, Menschen eine Stimme zu geben, die in der Gesellschaft oft übergangen werden und Themen ansprechen, die im medialen Mainstream kein Gehör finden.
Es gibt auch fremdsprachige Sendungen, auf Französisch, auf BKS und auch eine zweisprachige Sendung auf Deutsch und Farsi.
Das Programm ist also höchst abwechslungsreich und wäre an jedem anderen Tag, an dem ich zugehört hätte ganz anders ausgefallen!
Was für mich am angenehmsten war, war ganz klar, dass es keine einzige Werbeeinschaltung gab!
Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass sich der Stil der Musik von Song zu Song ändert. Von HipHop bis Chillout, von Reggae über Jazz bis Blues war alles dabei und natürlich gefielen mir nicht alle Stücke nicht gleich gut.
Ist eine Sendung noch nicht aus, wenn die nächste schon starten sollte, wird sie einfach abgebrochen! Hört sich seltsam an, wenn mitten im Lied oder Satz unterbrochen wird.

Was bestimmt viele von Euch noch nicht wissen: Jeder und jede hat die Chance eine eigene Sendung auf Radio Orange auszusenden. Um ein besseres Bild der Arbeit und Produktion einer Radiosendung zu bekommen, gibt es verschiedenste Kurse, der Aufwand kann zwischen einem freien Infoabend und einem insgesamt 16-stündigen Kurs variiert werden.
Eine eigene Radiosendung auszustrahlen, kann auch für Eure Klasse eine wilkommene Abwechslung und sehr interessant sein. Natürlich ist es heutzutage dank YouTube sehr einfach seine eigene Meinung in einen Beitrag zu verpacken und in Welt hinaus zu schicken. Aber auch im Workshop erlernte Aufnahmemethoden können hier hilfreich sein.

Infos zu Kursen und Workshops gibt es hier:
https://o94.at/ausbildung/kurse/

03 Jun

Medienaktivismus – nicht schon wieder Politik?!

Verfasst von: Marijana Antonic

Wenn manch einer den Begriff „Medienaktivismus“ hört, so rollen bereits Augen und ein Gedankengang macht sich im Gesichtsfeld bemerkbar, „Nicht schon wieder Politik!“.

Ich kann euch beruhigen, Medienaktivismus ist viel mehr als Politik!

Seit der Entstehung unserer Geschichte unterscheiden, wir Menschen uns von den Tieren, durch unsere Gedanken, welche wir am besten immer jemandem preisgeben wollen. Dies fing jedoch nicht nur seit den neuen Medien wie, z.B.: „Facebook, Twitter und Co.“ an, sondern war schon in der Steinzeit an diversen Steinmauern allgegenwärtig und sorgen noch immer für Rätsel.

Medienaktivismus war also schon immer da, warum also erst jetzt dieser Begriff?  

Durch unsere digitalisierte On- und Offline-Welt definieren wir uns als Gesellschaft immer mehr dadurch, für alles und jeden einen Begriff zu nennen. Medienaktivismus ist also nur ein weiterer Begriff in unserer schnelllebigen Internet-Welt, welcher in zehn Jahren wahrscheinlich eine neue Definition erhalten wird, weshalb es so schwierig macht dieses Wort korrekt zu definieren.

Der Mainstream-Konsument interessiert sich weniger für den Medienaktivismus, eher sind es Leute, die hinter den Kulissen und Fassaden blicken wollen und eine neue Blickweise auf politische, kulturgeschichtliche oder technologische Themen anleiten wollen.

In Österreich findet man als einer der ersten Verbände für medienaktivistische Arbeit den „Verband Freier Radios Österreich“, welcher in den frühen 1990er Jahren bereits vor der Legalisierung des privaten Rundfunks gegründet worden sind. Natürlich sieht man die Gründung als kleinen „politischen Akt“, da dies ein Aufschrei nach alternativen Radioprogrammen bedeutete.

Die bekanntesten Medien sind mittlerweile „Facebook, Twitter und Co.“, große Zeitungsverlage sowie das öffentliche und private Fernsehen.

Durch diverse Online-Aktivitäten, welche jeder von uns tagtäglich tätigt, füttern wir die großen Konzerne wie „Google“ und „Facebook“ mit Informationen, die unseren „Newsfeed“ in den sozialen Medien beeinflussen und wir dem Strom der immer gleich schwimmenden „Fische“ bzw. Informationen nicht entweichen können.

Aus diesem Grund sollte der Begriff Medienaktivismus bereits in der Volksschule, bei den kleinsten Mitbewohnern unserer Welt, ein immer größeres Thema in der Medienerziehung werden. Denn durch unsere Konsumspuren und Denkweisen, welche wir im WWW (World-Wide-Web) hinterlassen, sind wir alle verpflichtet, diese mit einem kritischen Auge zu betrachten.