13 Mai

Masterplan – Digitalisierung: Expectations vs. Reality

2018 wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Masterplan zur Digitalisierung im Bildungswesen angekündigt.

Dieser Masterplan gliedert sich in drei Handlungsfelder: die Software, Hardware und Lehrende.

Die “Software” meint eine Überarbeitung der bisherigen Lehrpläne, konkret sollen Lehr- und Lerninhalte aus dem Bereich der Digitalisierung in den Unterricht miteinfließen.

Ziel ist es, die mobilen Endgeräte an den Schulen auf einen einheitlichen Standard zu bringen.

“Hardware” bezeichnet die technische Grundausstattung an den Schulstandorten.

Das dritte Handlungsfeld beschäftigt sich mit der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrenden.

Lehrpersonen sollen sich neue Arten der Vermittlung von Inhalten und Möglichkeiten im Bereich der Digitalisierung aneignen.

Dabei wurden folgende Zielsetzungen aufgelistet:

  • Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Unterricht
  • Förderung der digitalen Kompetenzen in allen Schularten und -stufen
  • Steigerung des Interesses an Technologie und -entwicklung
  • Vermittlung von digitalen Fertigkeiten, Wissen und Kompetenzen für weitere Ausbildung und Arbeitsmarkt
  • Förderung eines kreativen Umgangs mit digitalen Medien unter Berücksichtigung der Talente und Interessen der SchülerInnen

Aber wie sieht die Realität im Unterricht zurzeit wirklich aus?

  • 24% der Pflichtschulen verfügen nicht einmal über W-LAN Anschluss
  • rund 10% der Schulen der Sekundarstufe sind Notebookklassen, aber etwa 60% der Schulen arbeiten bei Bedarf mit schülereigenen Geräten.
  • der Großteil des digitalen Unterrichts findet in PC-Räumen statt

Die Umsetzung des Masterplans soll schon bis 2023 erfolgen.

Uns stellt sich die Frage, ob die Zielsetzungen in diesem Zeitraum auch wirklich realisierbar sind.

Es gibt außerdem Teile der Bevölkerung, wie z.B. Kinder alleinerziehender Eltern, die Generation 50+, oder ethnische Randgruppen, die an den neuen Optionen nicht teilhaben  können.

Wie geht man damit um, dass ihre Chancen auf Bildung, Ausbildung und Erwerbsarbeit immer geringer werden?

Quellen:

https://bmbwf.gv.at/fileadmin/user_upload/Aussendung/Masterplan_Digitalisierung/MRV_BMBWF_Masterplan_Digitalisierung_Bildungswesen.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 15:48 Uhr

https://bmbwf.gv.at/fileadmin/user_upload/Aussendung/Masterplan_Digitalisierung/Masterplan_Digitalisierung_Presseinformation.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 16:00 Uhr

https://phoodle.phwien.ac.at/pluginfile.php/184616/mod_resource/content/2/ARB_Gutachten_gesamt_16.05.2017.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 16:05 Uhr

Quelle Bild:

https://pixabay.com/de/photos/schule-tablet-ipad-bildung-3765919/, zugegriffen am 8.5.2019, 16:08

Seminarblog von: Aishwarya Balakrishna, Linda Schediwy, Carina Kraft und Sarah Kolesar


16 Dez

Künstliche Intelligenz kann, sollte und wird Lehrer ersetzen.

Der Titel dieses Blogbeitrags ist provokant. Ganz bewusst. Der Rest des Textes ebenso.
So lautete die These der Online Educa Berlin 2016, einer europäischen, jährlich stattfindenden, Konferenz für digitale Aus- und Weiterbildung, auf der hunderte Bildungsforscher und Unternehmer auf dem Gebiet der digitalen Bildung in persona oder online zugeschaltet, teilgenommen haben.
Online Educa Berlin – Website

Man wird beim Lesen der Ziele, Fragen und Diskussionen, beim Betrachten und Untersuchen der Projekte und Programme geradezu von einem progressiven Geist und einem Wunsch nach positiver Veränderung im Schulwesen umhüllt. Alles neu, shiny, leichter und schneller zu machen und mit neuen Strategien Schülerinnen und Schülern der Zukunft Wissen einzutrichtern, brilliant.

Leider sollen alleine in Deutschland 55 Milliarden € im Bildungswesen fehlen, um Schulen zu renovieren, auszustatten und die wenigen LehrerInnen zu bezahlen, die mit oder ohne Burnout in viel zu überfüllten Klassen Woche für Woche und immer wieder aufs Neue der allgemeinen Meinung bestätigt werden, dass die jüngste Generation von Schülerinnen und Schülern lernresistenter kaum sein könnte. Das Geld fehlt zwar, aber mehr als willkommen wäre uns ein Wundermittel.

Ein Superlehrer in schimmernder Rüstung!
Ein persönlicher Roboter, der einen individuellen Lernplan erstellt, tiptop auf meine Lernschwächen und -stärken abgestimmt, mit Zielen und Schritt für Schritt Tutorial, wie ich diese Ziele innerhalb von kürzester Zeit erreichen kann? Nebenbei goodies, trophies  und Belohnungen für jedes kleine Schrittchen, um mich motiviert zu halten. Vielleicht mit Lämpchen, Leuchten und Bling bling ausgestattet, wie ein einarmiger Bandit im Kasino. Der dürfte die Kids von heute motivieren, denn seien wir mal ehrlich, die verstaubten Kreidetafeln und Schulbücher der Vergangenheit, sind schon ein gewaltiger turnoff.

Mehr zu dem Thema

09 Nov

Schule 4.0- Wo geht die Reise hin?

Jänner 2017: Das Bundesministerium für Bildung präsentiert ein vier Säulen Modell für die Vermittlung digitaler Medienbildung in Schulen. Es wurden umfassende Aus- und Weiterbildungen, Geräteausstattung und Unterstützung für LehrerInnen durch eine Eduthek (Plattform) angekündigt. Digitale Grundbildung soll in die Lehrpläne ab der Volksschule verankert werden. Die Vermittlung der Medienkompetenz ist wichtig für die Bildung des Menschen in einer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft und fördert die Kritikfähigkeit bei der Nutzung von und der Gestaltung mit Medien.

Globale Trends

Der international anerkannte NMC Horizon Report identifiziert und beschreibt wichtige Technologieentwicklungen, die zukünftig weltweit großen Einfluss auf die Technologieplanung und Entscheidungsfindung im Bildungsbereich haben werden. Die Ausgabe 2017 für die Primar- und Sekundarstufe (K-12) stellt sechs Schlüsseltrends vor, die sich wahrscheinlich innerhalb der kommenden fünf Jahre (2017-2021) durchsetzen werden:

Trend 1: Beförderung von Innovationskulturen

Der Trend in Schulen geht immer weiter in die Richtung des Schüler- zentierten Lernens, wobei es um den Erwerb von kritischem Denken in alltäglichen Situationen geht. Unternehmertum, Zusammenarbeit, projektbasiertes Lernen und Kreativität sind Kennzeichen dieses Trends. Regierungs-, Schul- und NGO-Führer, gelten als Vorreiter für effektive, neue Modelle. Viele dieser aufkommenden Modelle wurzeln in Prinzipien, die die Charakterentwicklung, das Streben unterstützen und die Lernenden dazu ermutigen, hart an ihren Zielen zu arbeiten und ihre Ideen zu verwirklichen. Dazu müssen sowohl Schüler als auch Lehrer mit den Denkweisen und Werkzeugen ausgestattet sein, um Impulse für einen echten Fortschritt zu setzen.

Trend 2: Vertiefende Lernansätze

In der Ausbildung der Primar- und Sekundarstufe wird der Schwerpunkt auf tiefer gehende Lernansätze gelegt, die die Schüler zum kritischen Denken, zur Problemlösung, zur Zusammenarbeit und zum selbstgesteuerten Lernen anregen. Schüler sollen verstehen können, wie vorhandenes Wissen und neue Fähigkeiten in das alltägliche Leben eingebunden werden können. Wird das Lernen vom passiven zum aktiven Lernen verlagert, liegt der Fokus auf problemorientiertem, projektbasiertem, auf Herausforderung basierendem und auf Fragen basierendem Lernen. Diese Arten des Lernens fördern die kreative und die aktive Umsetzung von Lösungen.

Trend 3: Das Messen von „Lernen“

Verschiedenste Werkzeuge zur Beurteilung von Schulreife, Lernfortschritt und Kompetenzerwerb werden getestet und evaluiert. Die Datengewinnungsprogramme sollen die Lehrer bei der Unterrichtsplanung unterstützen. Zu diesem Trend gehören auch Versuche innovative Wege zu finden um Soft Skills wie Kreativität und Teamfähigkeit zu messen.

Trend 4: Neue Lernumgebungen

Traditionelle Klassenzimmer verändern sich hin zu „active learning spaces“. Diese neuen Lernumgebungen sind modular, vielseitig und flexibel (z. B. mobile Möbel für alternative Sitzmöglichkeiten). Es geht um verbessertes Lernen durch mehr Wohlbefinden der Schüler.

Trend 5: Programmierkenntnisse

Viele Pädagogen glauben, dass Programmierkenntnisse Kindern helfen zu verstehen, wie Computer funktionieren, ihre Gedanken zu  strukturieren, kritisch zu denken und in der zunehmend digitalen Arbeitswelt erfolgreich zu sein. Befürworter plädieren für die Aufnahme in das Curriculum für die Primar- und Sekundarstufe.

Trend 6: STEAM Learning

In den letzten Jahren wurde verstärkt versucht die Bereiche Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurswissenschaften und Mathematik (STEM-Fächer) in Curricula und Lehrplänen unterzubringen. Gemeinsam mit A für Kunst+, als wichtiger Beitrag für die Entwicklung von kritischem Denken und Kreativität entstand daraus die STEAM-Lernbewegung. Fächerübergreifende, integrative Projekte führen die Schülerinnen und Schüler an die reale Welt heran. Die Schüler starten mit einem fächerübergreifenden Thema, finden Fragen und kreative Lösungswege.

Quellen:

https://oefeb.at/fileadmin/Medienpaedagogik/Stellungnahme_Oefeb_mep_schule4-0.pdf (Zugriff, am 02.11.2018)

https://www.google.com/search?q=schule+4.0+4+s%C3%A4ulen&client=firefox-b-ab&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjFpuT8t9jeAhXPGewKHQVBCvUQ_AUIDigB#imgrc=s_TOuF_i28X4aM: (Zugriff, am 02.11.2018)

Seminarblog von: Anahi Chisté, Pernille Nevhage- Eliasson, Jasmine Kiessling, Jennifer Obermayr und Monika Rodan

19 Jun

Digitale Bildung an der Pädagogischen Hochschule Wien: Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI)

Verfasst von: Sophie Rauter

Auch das Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) an der Pädagogischen Hochschule Wien beschäftigt sich mit der digitalen Bildung. Dabei werden die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Technologien, Medien und Werkzeugen in Bildungsräumen genauer in den Blick genommen und nachhaltige Konzepte und Lösungen für Schule und Hochschule entwickelt.

In den Lernräumen des Future Learning Labs (FLL) können digitale Kompetenzen erlernt und gelehrt werden. Dabei steht das FLL voll und ganz im Sinne der „Schule 4.0“. Es bietet Beratungen und Betreuungen an, erprobt unterschiedliche Lerntechnologien und verfügt zudem über ein Labor zum Arbeiten mit Augmented Reality und Virtual Reality Elementen.

Mit dem Education Innovation Studio (EIS) bietet das ZLI Schüler/innen, Studierenden und Lehrenden eine innovative Lernumgebung, in der in spielerischen Lernsettings mit unterschiedlichen Phänomenen zu Coding & Robotik experimentiert werden kann. Das EIS bietet zudem Beratung und Projektbegleitung, Workshops an Schulen, Ausbildung- und Weiterbildungsmöglichkeiten und unterschiedliche Unterrichtsanregungen und Materialien an.

Anbei findet ihr den Trailer des EIS:

Für weitere Information könnt ihr die Homepage des ZLI (https://zli.phwien.ac.at/) besuchen oder ihr schaut ganz einfach vor Ort an der Pädagogischen Hochschule vorbei.

19 Jun

Virtuelle Pädagogische Hochschule

Verfasst von: Sophie Rauter

Während unserer Recherche zum Thema „Schule 4.0“ sind wir zudem auf die Virtuelle Pädagogische Hochschule gestoßen. Im Zuge der Digitalisierungsstrategie und einhergehender Vermittlung von Medienkompetenz ist es unumgänglich, auch Lehrerinnen und Lehrer mit fundierten Kenntnissen auszubilden. Denn das reine Alltagswissen reicht nicht aus, um Handlungsfähigkeit in der mediatisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu gewährleisten.

Dabei kommen auf uns Pädagogen und Pädagoginnen folgende Aufgaben zu:

BerufseinsteigerInnen:
• Digitaler Kompetenzcheck (digi.checkP)
• Absolvierung „digitale Kompetenzen, digitale Fachdidaktik“ (6 ECTS) Plattform digifolio.at
• Digitales Portfolio zur Reflexion der eigenen Lehrtätigkeit

Im Beruf stehende PädagogInnen:
• Fortbildung, Angebote „digitale Kompetenzen, digitale Fachdidaktik“
• Ausbau der Angebote der Virtuellen Pädagogischen Hochschule
• Peer Learning über Mobile Learning und eEducationAustria

Die Virtuelle Pädagogische Hochschule ist ein Bundeszentrum und versteht sich als digital-innovative Service- und Fortbildungsstelle für Lehrkräfte, Lehramtstudierende, Pädagogische Hochschulen, Schulen und andere SystempartnerInnen. Dabei ist sie stets auf der Suche nach neuen Innovationen im digitalen Bereich. Die Aufgabe ist es neue Trends zu suchen und daraus neuartige digital-innovative und -inklusive Entwicklungs- und Vermittlungsformte für die Lehrkräftefortbildung zu konzipieren, zu erproben und zu verbessern.

Dabei stellt sie den Lehrpersonen unterschiedliche digitale Fortbildungsformate, in Form von mehrwöchigen tutorierten Online-Seminaren, 1-stündigen Live-Online Expert/innen-Vorträgen und kompakten Selbstlernmaterialien, kostenlos zur Verfügung.

Im Folgen werden einige dieser kooperativen Online-Seminare aufgelistet.
• eLectures:
o Einstündige, interaktive Online-Livesessions, sog. Webinare
• Coffeecup learnings:
o Gamifizierte Microlearning-Angebote zum orts- und zeitunabhängigen Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen. Egal wann, egal wo!
• MOOC-Begleitungen:
o MOOC – Massive Open Online Courses – große, in der Regel frei zugängliche Online-Fortbildungen, die Virtuelle PH entwickelt diese mit und/oder unterstützt bei der Teilnahme
• OTA – Online-Tutoring-Ausbildung:
o Dreigliedriges Ausbildungsprogramm bestehend aus Präsenzhalbtag, Online-Phase mit Abschlusstest sowie begleitetes Praktikum für Lehrende an Pädagogischen Hochschulen.
• OER – Open Educational Ressources:
o Freie Bildungsmaterialien für den Hochschul- und Schulbereich.

Weitere Informationen zu der Virtuellen Pädagogischen Hochschule und deren Fortbildungsangeboten findet ihr unter: http://www.virtuelle-ph.at/

19 Jun

Cyberworld – „Surfen mit Köpfchen“ (Schule 4.0)

Verfasst von: Sophie Rauter

Wischen statt blättern, Likes statt Freundschaftsbücher. Ob Freizeit oder Arbeit – die Welt, in der wir leben, ändert sich rasant. Digitale Technologien begegnen uns überall und neue Technologien überholen sich innerhalb kürzester Zeit. Jetzt machen die digitalen Technologien selbst vor den Kleinsten nicht halt. Mit der Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0 – jetzt wird´s digital“ sollen digitale Medien Teil des Unterrichts werden und bereits in der Volksschule sollen Kinder digitale Kompetenzen erwerben. Dabei sollen die Schüler und Schülerinnen so gut wie möglich auf die Herausforderungen im Umgang mit Tablet und Smartphone vorbereitet werden und das Ziel ist es, dass kein Kind die Schule ohne Medienkompetenz verlässt.

Wie diese Strategie genau aufgebaut ist, in der Praxis umgesetzt wird und welche Bedenken dabei entstehen, erzählen uns heute unsere drei Experten.

07 Mai

Überwachung im Bildungssystem – Stellungnahme österreichischer MedienpädagogInnen

Stellungnahme österreichischer MedienpädagogInnen zur Überwachung im Bildungssystem:

Freiheit:

Für PädagogInnen ist selbstverständlich: Kinder brauchen Freiheit, um sich zu entwickeln.

Sokrates:

Laut österreichischen MedienpädagogInnen führen die Pläne der Bildungsreformkommission sowie das System „Sokrates Bund“ allerdings zu einer weitläufigen Überwachung und Kontrolle aller Kinder und Jugendlichen im Schulsystem.

Hierbei werden schulbezogene, persönliche Daten gespeichert. Diese sind mittels Passwort geschützt. Innerhalb einer Schule gibt es verschiedene BenutzerInnen, denen verschiedene Berechtigungen zugewiesen werden können. Je nach Berechtigung kann man auf Daten der SchülerInnen zugreifen und diese bearbeiten. Vermerkt sind u.a. Wohnort, Adresse, Geburtsdatum, Zeugnisse, etc.

Die Daten sollen von Beginn der Kindergartenzeit an gesammelt und bis zum Ende der Schullaufbahn gespeichert werden. Diese Aufzeichnung der Daten gleicht laut MedienpädagogInnen einer Überwachung der Kinder und Jugendlichen – alles wird aufgezeichnet und festgehalten. Dies erschwere den Kindern, ihre Kräfte zu erproben und auch einmal Fehler machen zu können.

Kritik der PädagogInnen:

Österreichische MedienpädagogInnen kritisieren die Überwachung der Kinder und Jugendlichen. Vielmehr solle darauf Wert gelegt werden, den Kindern einen reflektierten und kritischen Umgang mit Medien und dem Internet beizubringen. Das Bildungssystem solle den Kindern und Jugendlichen Freiheit ermöglichen, um sich bestmöglich entwickeln zu können. Mit dem geplanten Ausbau von Überwachung und Kontrolle sei dies allerdings nicht möglich.

Quelle:

SWERTZ, Christian (2015): MedienpädagogInnen warnen vor Überwachung. In: Online abrufbar unter: http://www.medienimpulse.at/articles/view/861?navi=1 (Stand: 03.05.2018)

Verfasst von: Patricia Kallinger

30 Nov

Datenschutz im Bildungssystem

Datenschutz und Bildungssystem – Überwachung oder sinnvolle Datenweitergabe?
zu „MedienpädagogInnen warnen vor Überwachung im Bildungssystem“

Laut Swertz ist die Bundesregierung der Meinung, dass Kinder und Jugendliche unsere Freiheit gefährden, weshalb die „Überwachungspläne der Bildungsreform“ eingeführt wurden. Die „verpflichtende Potentialanalyse“ (Elementarpädagogikpaket – Punkt 1) sowie der „bundesweit einheitliche Bildungskompass“ (Elementarpädagogikpaket – Punkt 4) gelten demnach als weitreichende staatliche Kontrolle und Überwachung.

Zu dem Bildungskompass wird angemerkt, dass im Bericht nur von „Dokumentation, Evaluation und Weiterverfolgung“ (Swertz 2015) gesprochen wird. Dabei wird das Portfolio als tolles Konzept hingestellt, ohne zu bedenken, dass dieses durch die genaue Dokumentation als Überwachungsmittel verwendet werden kann.
Swertz ist der Ansicht, dass wir damit auf dem besten Weg sind, dass den Kindern erklärt werden muss, wie sie ihre Privatsphäre in Kindergärten und Schulen schützen können.
Mit dem sogenannten Entwicklungsscreening beginnend, sollen Daten langfristig, genauer gesagt, über die gesamte Schullaufbahn des Kindes gespeichert werden. Jedoch stellt dies ein Problem dar, da sich die Kinder keine Fehler erlauben können – sie werden damit abgestempelt und dieser begleitet sie über viele Jahre.
Unter dem Stichwort „Weiterverfolgung“ von Kindern und Jugendlichen, werden diese von der Reformkommission von vorherein als verdächtig dargestellt (vgl. Swertz 2015).
Anstelle der Überwachung soll mithilfe der Vermittlung von Medienkompetenz, so Swertz, den Kindern ein reflektierter Umgang mit Medien, vor allem auch mit dem Internet, beigebracht werden, welcher ins Zentrum rücken soll. Kinder sollen ihre Persönlichkeit entwickeln und sich selbst bestimmen können. Die Aufgabe des Bildungssystems sollte es sein, dazu einen Beitrag zu leisten. (vgl. Swertz 2015)

Mir stellen sich in dem Zusammenhang folgende Fragen: Sollte die Professionalität von PädagogInnen nicht so weit entwickelt sein, dass die Daten sinnvoll genutzt werden können? Geht unsere Gesellschaft so weit, dass die Kinder sich in der Schule um Datenschutz kümmern müssen?

Verfasst von: Simone Forstenlehner

Quelle:
vgl. Swertz, C.: MedienpädagogInnen warnen vor Überwachung im Bildungssystem. In: URL: http://www.medienimpulse.at/articles/view/861?navi=1 (dl 29.11.17; 13:44).
vgl. Bildungsreformkomission: Vortrag an den Ministerrat. Eckpunkte der Bildungsreform. In: URL: https://www.bmb.gv.at/ministerium/vp/2015/20151117.pdf?55kaz6 (dl 29.11.17; 13:46).

Weitere Beiträge zum Thema Datenschutz:
Datenschutz und Überwachung
Zwang und Verführung in der Kontrollgesellschaft
Datenschutz im 21. Jahrhundert
Smartphones – unser Begleiter und Überwacher
Datenschutz – Was ist darunter zu verstehen?