25 Jun

E-Learning – Schule der Zukunft?

Am 16.03.2020 wurde der Unterricht an Schulen, wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch COVID-19, auf Anweisung der Bundesregierung, durch Distance-Learning / Homeschooling ersetzt. Die Schulen standen nur noch für Schüler/innen offen, die zu Hause nicht betreut werden konnten. Zu Beginn wurden Lehrer/innen angehalten, Übungsmaterial für ihre Schüler/innen herzustellen, um den Stoff, der bis dorthin gelehrt wurde, zu vertiefen. Neue Inhalte konnten nach Ostern vermittelt werden bis zur Wiedereröffnung der Schulen, welche Mitte Mai erfolgte.

Nun stellt sich die Frage wie das Homeschooling (Home-Learning) tatsächlich umgesetzt wurde, wenn wir davon ausgehen, dass die Schüler/innen zu Hause einen Zugang zu Computern und Internet hatten. (vgl. Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, am 16.04.2020: https://www.bmbwf.gv.at/Ministerium/Informationspflicht/corona/corona_status.html)

Durch zahlreiche Gespräche mit Lehrpersonen, fiel uns auf, dass einige Tools vermehrt verwendet wurden wie: Schoolfox und WhatsApp zum Kommunikationsaustausch, wobei die Lehrpersonen betonten, dass ihnen der Austausch über WhatsApp grundsätzlich unangenehm sei. Nur leider führte bei manchen Lehrkörpern kein Weg daran vorbei. Zum Vermitteln von Lerninhalten wurde gehäuft die Antonapp, Padlad (Wochenplan erstellen), learningapp.org (Lernspiele erstellen) und LMS (Lernen mit System, ähnlich wie Moodle) genutzt. 

Da die Schoolfox-App zurzeit sehr beliebt ist, haben wir uns da einige Gedanken gemacht und gehen im Folgenden näher darauf ein.

Schoolfox

https://schoolfox.com/lehrer/?ref=home

Schoolfox oder auch “der sicherer Schul-Messenger” genannt, ist derzeit eine beliebte App für Schulen, um die Kontaktaufnahme zwischen Lehrer/innen und Eltern zu erleichtern. Die App kann auf Smartphones, Tablets oder Computern installiert werden. Der Austausch und die Koordination werden durch gewisse Funktionen, die auf der App möglich sind, vereinfacht. Eltern können Mitteilungen digital Bestätigen oder sogar handschriftlich über das FoxSign unterschreiben. Listen, Elternsprechtage und Terminverwaltung können über Schoolfox ausgemacht und fixiert werden, die durch eine automatische Erinnerung bei allen, die es betrifft, aufscheint. Es gibt auch die Möglichkeit, die Übersetzungsfunktion zu wählen, um es für jede Person verständlich zu machen.

Das hört sich alles im ersten Moment für manche vielleicht großartig an, andere sehen es wiederum zweigeteilt oder lehnen es im Ganzen ab.

Warum könnte diese App Lehrer/innen und Eltern zusagen?
Vermutlich, weil der totale Einblick in das Schulgeschehen ihrer Kinder möglich gemacht wird. Noten, Hausübungen, Projekte und vieles mehr können Eltern mitverfolgen.

Die kritischen Augen in der Gesellschaft könnten es jedoch auch als Überwachung interpretieren. Der Begriff „Helikopter Eltern“ wird vielen bekannt sein und sagt genau das aus. Eltern, die gerne den Überblick über ihre Kinder nicht verlieren möchten, haben so die Chance jede Nichtigkeit zu erfahren.

In dem Kurier Artikel „App statt Mitteilungsheft: Wollen wir das?“ vom 11.01.2018 wird eine Wiener Kinderpsychologin zitiert, die meint, dass solch eine Überwachung, Kindern nicht guttun würde.
Geheimnisse vor den Eltern zu haben ist wichtig, um sich selbst auszuprobieren und seine eigenen Grenzen zu testen. Auch das Erfahren von Konsequenzen, durch fehlerhaftes Verhalten ist ein Teil der Entwicklung, die Kinder durchleben sollten. Jede/r von uns kann eine Geschichte aus der eigenen Kindheit erzählen, in der man etwas Verbotenes gemacht hat. Dürfen die nächsten Generationen keine eigenständigen Entscheidungen mehr treffen. Ist Überwachung unsere neue Zukunft?

Die App verspricht auch einen Einblick in den Schulalltag. Bildmitteilungen können versendet werden, wo sich wiederum die Frage stellt, inwieweit Fotos von Kindern versendet werden sollen und dürfen? Es ist zwar eine nette Idee, aber ist es wirklich nötig sofort nach jedem Lehrausgang Fotos am Handy oder Computer davon zu haben? Bilder können auch am Ende des Schuljahres auf eine CD kopiert werden und als Abschlussgeschenk mit nach Hause genommen werden. Die Schüler/innen können auch ohne Fotos ihre Eindrücke der Lehrausgänge oder der Projekte schildern. Sollte man als Lehrperson, nicht im Geschehen aktiv dabei sein und weniger darauf achten, dass schöne Fotos entstehen, die man den Eltern auch schicken kann.

Einen sehr positiven Aspekt hat die App-die Übersetzungsfunktion. Endlich wird auf die Sprachbarriere der einzelnen Familien eingegangen. Es gibt leider erst 14 Systemsprachen, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Mehrsprachigkeit wird uns weiterhin begleiten. Es war an der Zeit, Wege für eine Kommunikation zwischen den Schulen und Familien mit einer anderen Erstsprache zu schaffen.

Dennoch sollten sich Lehrperson über die Überwachungschance, die für Eltern erschaffen wird, bewusst sein. Als Terminvereinbarung für Elterngespräche und wichtigen Mitteilungen ist die App sehr sinnvoll. Besonders für Eltern mit einer anderen L1. Jedoch ob Hausübungen und Noten wirklich ersichtlich sein sollen, ist zu reflektieren.

Zudem gilt es Lehrperson zu bedenken, ob man Schoolfox wirklich nutzen möchte. Neben den erwähnten positiven Aspekten, sollte man sich fragen, ob man denn wirklich so einfach, nonstop und ständig für die Eltern erreichbar sein möchte. Natürlich muss man nicht rund um die Uhr auf die App schauen und zugreifen, aber man kann trotzdem zu jedem Zeitpunkt Nachrichten erhalten. 

Lerncafe

Die erste Frage, die sich wohl viele stellen werden, ist: “Was genau ist denn ein Lerncafé?”. In den Lerncafés werden Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 15 Jahren beim Lernen, Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Schularbeiten und Tests unterstützt. Das Schöne daran ist, dass dieses Angebot kostenlos ist. Das hat den Grund, dass gerade Familien, deren Kinder dringend Hilfe bei der Bewältigung der Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Schularbeiten und Tests brauchen, sich oftmals einfach eine Nachhilfe leisten können. Daher hat die Caritas ein kostenloses Lern- und Nachmittagsbetreuungsangebot ins Leben gerufen. Dieses soll Familien unterstützen, die sich keine herkömmliche Nachhilfe leisten können. Im letzten Schuljahr konnten 96% der Schüler*innen das Schuljahr positiv abschließen. 

Lerncafés gibt es natürlich nicht nur in Vorarlberg, sondern in ganz Österreich. Insgesamt gibt es 54 Lerncafés in ganz Österreich und dort werden 2100 Schüler*innen betreut. 

Jedes Lerncafé hat eine*n Koordinator*in (in manchen Fällen gibt es auch zwei), die das Lerncafé leitet und die organisatorischen Aspekte übernimmt. Das Herz der Lerncafés sind in jedem Fall die zahlreichen Freiwilligen, die ihre Freizeit den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen und bei den Hausaufgaben helfen. Viele von ihnen sind bereits pensioniert, haben aber große Freude an ihrer Arbeit mit den Kindern. Österreichweit dürfen die Lerncafés auf 940 (!!!) Freiwillige zählen. 

Über neue Freiwillige freut sich die Caritas übrigens immer, vielleicht gibt es ja auch ein Lerncafé in deiner Nähe? 😉 

Für unseren Podcast haben wir mit Bea Bröll, BA gesprochen. Sie ist Stellenleitung der neun Lerncafés der Caritas der Diozöse Feldkirch in Vorarlberg. Sie war auch viele Jahre lang die Koordinatorin des Lerncafés in Dornbirn und hat es mit aufgebaut. 

Wir haben mit Bea Bröll über ihre Arbeit in den Lerncafés und die Zeit der Schulschließungen, aufgrund von Covid19, gesprochen. Mit welchen neuen Herausforderungen sie zu kämpfen hatte, wie es mit dem Nachhilfeangebot weiterging und was in der Zukunft geplant ist, erzählt sie uns im Podcast. 

Nun stellt sich die Frage, welches Tool das Lerncafe vermutlich nutzen könnte. Eine Möglichkeit wäre, die von Microsoft entwickelte Plattform, “Teams”:

Teams

Was ist Teams eigentlich?

Microsoft hat diese Plattform entwickelt, um eine Art „Online-Arbeitsplatz“ zu schaffen. Teams vereint mehrere Produkte von Microsoft365 (Outlook, SharePoint, Skype) mit sozialen Medien, wie Twitter. Es gibt eine Chat-Funktion (auch Video-Chat), die Möglichkeit, Meeting zu erstellen und beizutreten und das Teilen des gewohnten Microsoft Office-Dokuments (Word, PowerPoint, etc.). Ein gemeinsames Arbeiten und eine Kommunikation zwischen ArbeitskollegInnen sollen so, trotz des Arbeitens von Zuhause aus, gewährleistet werden. Das Home-Office soll damit also ermöglicht bzw. vereinfacht werden.

Um seine Aufgaben und Termine im Überblick zu behalten, bietet Teams außerdem eine Kalender- und Aufgaben-Funktion, welche auch für den Schul-Gebrauch relevant sein können (darauf gehe ich im Folgenden nochmals näher ein).

Wer kann Teams nutzen?

Jede/r die/der Microsoft365 bereits installiert hat, erhält nach einem Update, automatisch die neue Plattform. Windows-, Android- und iOS-Nutzer/innen können sich Teams auch auf ihr Smartphone oder Tablet laden. Als Lehrkraft, SchülerIn oder StudentIn ist der Zugang zu einem Microsoft Office-Konto kostenlos.

Wie funktioniert die Plattform?

Textfeld: Auf der Startseite findet man in dieser Navigations-Leiste alle Funktionen, die Teams anbietet. Zu Beginn wird einem immer der Punkt „Aktivitäten“ angezeigt, bei dem man auf einem Blick sehen kann, welche Aufgaben noch zu erledigen sind, welche Meetings anstehen, etc.
Auf der Startseite findet man in dieser Navigationsleiste alle Funktionen, die Teams anbietet. Zu Beginn wird einem immer der Punkt „Aktivitäten“ angezeigt, bei dem man auf einem Blick sehen kann, welche Aufgaben noch zu erledigen sind, welche Meetings anstehen, etc.
Unter dem Punkt „Chat“ kann man einzelnen Person Nachrichten schicken.
Textfeld: Unter dem Punkt „Chat“ kann man einzelnen Person Nachrichten schicken.
Hier kann man seine „Teams“, also Gruppen, erstellen und im Überblick behalten. Dabei entsteht eine Art Gruppenchat, an dem sich ausgewählte Mitglieder beteiligen können.
Der Kalender ermöglicht der Nutzerin/dem Nutzer, ihre/seine Termine im Überblick zu behalten.
Textfeld: Hier kann man seine „Teams“, also Gruppen, erstellen und im Überblick behalten. Dabei entsteht eine Art Gruppenchat, an dem sich ausgewählte Mitglieder beteiligen können.
Unter dem Punkt „Anrufe“ findet man all seine Kontakte, welche man hier anrufen kann. Sowohl ein Video-Anruf als auch ein Audio-Anruf ist möglich.

Wie kann Teams im Unterricht eingesetzt werden?

Gerade während des Home-Schoolings, konnte diese Plattform als virtueller Klassenraum dienen. Die Lehrperson konnte ein „Team“ mit allen Klassenmitgliedern erstellen und alle relevanten Informationen, Unterlagen und Aufgaben darin teilen. Auch die Video-Anrufe konnten hier sehr einfach gestartet werden. Das nächste Meeting konnte dann einfach im Kalender vermerkt werden (so diente der Kalender als eine Art Stundenplan). Bei persönlichen Fragen an die Lehrperson oder an die Schülerin / den Schüler, konnte ganz einfach ein persönlicher Austausch mit der Chat-Funktion gestartet werden.

Aber auch in Zukunft bietet sich Teams als Organisations-Plattform für den Unterricht an. Termine und Aufgaben können so gut im blick behalten werden. Der Vorteil ist, wenn ein Schüler oder eine Schülerin mal vom Unterricht abwesend sein sollte, ist es ihr/ihm trotzdem möglich alle wichtigen Informationen und Aufgaben zu verfolgen bzw. zu erledigen, da diese hier festgehalten werden können.

Die SuS können ihre Aufgaben nicht nur im Überblick behalten, sondern auch direkt an die Lehrperson schicken und abgeben.

Diese Plattform eignet sich bestimmt sehr gut für SuS, welche sich bereits mit dem Computer etwas besser auskennen, bzw. mit dem Online-Learning im Allgemeinen etwas vertrauter sind. Ob PrimarstufenschülerInnen mit diesem Tool genauso gut umgehen können, ist fraglich.

03 Jun

Instagram: Immer mehr Personen nutzen Instagram für berufliche Zwecke

Instagram ist neben Facebook, Youtube, Snapchat und Twitter nur eine vieler Online- Plattformen, die zum Austausch und zur Kommunikation genutzt wird. Für einen großen Teil unserer Gesellschaft ist Instagram aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, daher nutzen immer mehr Personen die App auch für berufliche Zwecke. Nun stellt sich die Frage, warum ist Instagram so beliebt und wie kann die App auch beruflich genutzt werden?

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist social-3064515_1920-1024x683.jpg
Quelle: Pixabay

Nun, eine wichtige Sache dabei ist, dass Instagram sehr leicht über eine gratis App zugänglich ist, somit benötigt es nur einige wenige Klicks bis die App am Handy installiert und das eigene Profil erstellt worden ist. Fotos und Videos können hochgeladen, mittels Filter bearbeitet und anschließend geteilt werden. Die Nutzer können dies entweder mit „gefällt mir“ markieren oder gleich einen Kommentar dazu abgeben. Daneben können Stories erstellt und geteilt werden, sowie Nachrichten und Sprachnachrichten versendet werden. Seit neuestem gibt es auch die App „Instagram TV“, die vor allem für die Business Branche erstellt wurde.

Mittlerweile kann man sagen, das fast jeder jemanden kennt, der Instagram privat oder beruflich nutzt, daher stellt sich die Frage: Wie viele Nutzen Instagram eigentlich weltweit?

Quelle: Pixabay

Dank der Website „Statista“ findet man schnell eine Vielzahl an Daten zu Instagram. Mittlerweile nutzen 1.000 Millionen Menschen Instagram weltweit. 76 % von 5243 Befragten Marketingverantwortlichen, nutzen die App für Unternehmerische Zwecke. Als Gründe dafür, wurden folgende angegeben: das Darstellen von Produkten und die Gewinnung von neuem Personal. (vgl. statista research Department, 12.05.2020. Anteil der Unternehmen, die folgende Social-Media-Plattformen nutzen weltweit im Januar 2020. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71251/umfrage/einsatz-von-social-media-durch-unternehmen/)

Instagram als Inspirationsquelle für Lehrkräfte

Als angehende Lehrpersonen hatten wir großes Interesse daran, wie Lehrkräfte Instagram in diesem Berufsfeld nutzen. Wir können befürworten, dass Instagram häufig als Inspirationsquelle für den eigenen Unterricht angesehen wird. Viele Lehrer*innen teilen auf Instagram ihre Ideen, Anregungen und Materialien für den Unterricht. Für viele stellt das eine gute Möglichkeit dar, um sich Anregungen für das eigene Stundenbild zu suchen. Erfahrungen, Gedanken und Meinungen können ebenfalls geteilt werden. Es stellt eine große Vernetzung für Lehrer*innen und angehende Lehrkräfte dar und man bekommt eine Vielzahl an Informationen zu aktuellen Bildungsthemen zur Verfügung gestellt. (vgl. Kroker Bettina, 23.01.2010. Social Media als Hilfsmittel für Lehrerinnen und Lehrer. Verfügbar unter: https://www.betzold.at/blog/social-media/.)

Instagram TV- Die neue App

Wie bereits erwähnt, gibt es jetzt für den beruflichen Nutzen die neue App „Instagram TV“. Angelehnt an die bereits zur Verfügung gestellte Funktion Videos hochzuladen, wurde diese neue App am 20.06.2018 erstellt. Sie bietet neue Funktionen, die das Zusehen hochgestellter Videos erleichtern sollen. Dazu gehören das vertikal ausgerichtete Vollbild, das automatische Abspielen von Videos, ohne selbst danach suchen zu müssen, sowie das automatische Abspielen von Video-Machern, die man sich bisher schon öfters auf Instagram angesehen hat. Das eigene Drehen und Hochladen von Videos stellt eine weitere Funktion der App dar. Für Business Branchen hat es den Vorteil, dass sie noch leichter und direkter an ihre Zielgruppe herantreten können und ihre Branche dadurch schneller entdeckt werden kann. Durch abwechslungsreiche und spannende Videos können Unternehmen ihre Produkte präsentieren.

Wir haben zum Thema „Vernetzung“ Yogalehrerin Nicole interviewt, die Instagram für ihren Beruf nutzt und online Kurse für ihre Follower anbietet. Hier könnt ihr euch unseren Podcast anhören:

Literatur:

Verfasst von: Daniela Viozzi, Denise Bakalla, Tamara Luttenberger

25 Mai

TOOLS – distance learning während Corona

Ob man, als Lehrperson, früher positiv oder negativ gegenüber Tools gestimmt war, ist mittlerweile nicht mehr wichtig. Denn in Zeiten von Corona sind beinahe alle Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe auf Tools angewiesen.
Wir haben eine Umfrage gemacht, wie Lehrpersonen der Volksschule in der momentanen Zeit von COVID-19 mit ihren/seinen Schülerinnen und Schülern, sowie den Eltern in Kontakt treten.

Umstieg auf distance learning

Tatsächlich sind nur 80 Prozent der befragten Lehrpersonen auf distance learning umgestiegen, beinahe gleich viel, genau 87,5 Prozent treten nach wie vor mit den Eltern medial in Kontakt. Das Hauptproblem für jene, die den anderen 20 und 12,5 Prozent, ist die fehlende Technik oder Unterstützung der Eltern.

Erschreckend sind die Zahlen zu der Frage, ob alle Kinder erreicht werden und die Möglichkeit haben an den Angeboten teilzunehme. Weniger als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der befragten Lehrpersonen haben die Möglichkeit am Unterricht teilzunehmen.

Tools der Volksschule

Das wohl beliebteste Tool ist sowohl die „Anton-App“, sowie „Schoolfox“.

Die „Anton-App“ ist eine App mit unzähligen Aufgaben, verschiedene Typen, Lernspielen und interaktiven Erklärungen. Motivierend für die Kinder ist diese, durch das Sammeln von Sternen und Pokalen für gut erledigte Aufgaben. Positiv für die Lehrperson ist das Verfolgen des Lernfortschrittes und der einfachen Anwendung.
Quelle: https://anton.app/de/

„Schoolfox“ bietet eine direkte Verbindung zu den Eltern und Schülerinnen und Schülern via Nachrichten und Video-Chat. Mit dieser App können Gruppendiskussionen gestartet, sowie Termine gemanagt werden. Ein großer Pluspunkt dieses Tools ist die Fremdsprachenfunktion, somit kann die Lehrperson Sprachbarrieren zu den Eltern überwinden, da die App Texte in verschiedene Sprachen übersetzt. Quelle: https://schoolfox.com/

Weitere genutzte Tools sind unteranderem „Zoom“ und „Skype“ für Videochats und geführte Unterrichtseinheiten. Ebenso wurden Nachrichtenportale, wie E-Mail und WhatsApp genutzt um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Auch „diclaro“ und „Padlet“ kamen zum Einsatz.

Schwierigkeiten und Hürden

Folgende Aussagen wurden aus anonymen Umfrage entnommen:
„Bildungsferne Familien fallen durch den Rost. Engagierte Eltern machen mit und kümmern sich aus eigenem Antrieb um „Arbeitsaufträge“„.

Einfach gestrickte Eltern ziehen sich, wie sonst auch, eher zurück und scheuen den Kontakt mit dem Lehrer. Die sprachliche Barriere – andere Muttersprache als Deutsch – ist oft ein großes Hindernis bei der Kommunikation im Netz. Manche Eltern sind Analphabeten.

Die fehlende Hilfe der Eltern und die Sprachbarriere ist eine sehr große Hürde, die vor allem Schülerinnen und Schüler aus der Grundstufe 1 betreffen. Viele Lehrpersonen würden sich sehr wünschen, dass der Umgang mit Tools permanent in den Unterricht eingebaut wird, da es Abwechslung bringt und die Kinder auf solche Notsituationen vorbereitet.

Ein Punkt, den wahrscheinlich in der Corona-Krise nicht viele beachten, ist das emotionale und soziale Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler:

(…), aber das soziale Lernen bleibt auf der Strecke. Es fehlt auch die emotionale Unterstützung für Probleme der Kinder zu Hause (Streit zu Hause können sie auch nicht telefonisch mit uns klären. Eltern sind ja immer in der Nähe)“

Welche Erfahrungen haben die Kinder mit den verschiedenen Tools gemacht?

Auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 hier positiv darstellt, wäre das arithmetische Mittel ungefähr 60. Daraus schließen wir, dass es definitiv Verbesserungen geben sollte, aber die Arbeit mit Tools doch auch seine Vorteile hat und die Kinder auch positive Erfahrungen mit ihnen gesammelt haben.

Auswertung der Umfrage (https://www.umfrageonline.com/), Darstellung: Säulendiagramm
Säulendiagramm aus der Umfrage

Podcast – Ein Interview mit einer Volkschullehrerin in Zeiten von Corona.

30 Dez

Tools – Sinnvoll oder nicht?

Erfahrungen mit Tools im Unterricht

Unsere Erkenntnisse, ob Tools sinnvoll sind oder nicht, beruhen auf folgenden Studien.

Fallstudie: Verständnis entwickeln durch eine integrierte Lernumgebung aus verschiedenen digitalen Technologien

„Diese Fallstudie untersucht die Verwendung einer integrierten digitalen Lernumgebung durch einen Leistungskurs Englisch im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (17- und 18-jährige Schülerinnen und Schüler).“ (Passey, 2018)

Bei der Studie wurden zwei Gruppen miteinander verglichen. Eine arbeitete mit digitalen Technologien – interaktiven Tafeln (SMART Displays und Whiteboards) sowie Tablet PCs oder andere mobile Endgeräte, Lehrerlaptops, Dokumentenkameras und virtuelle Lernplattformen.

An folgender Grafik kann man den Vergleich der beiden Gruppen ablesen.

https://eprints.lancs.ac.uk/id/eprint/128744/1/Fallstudie_Case_study_German_School_translation.pdf

Erkenntnisse aus der Studie:

  • „Die Lehrerin berichtete, dass die Technologien die Lernaktivitäten unterstützten, die ihrerseits einen messbaren positiven Einfluss auf die Leistungen einiger Lernender in der letzten Klausur und in der Abiturprüfung hatten, […] Statistische Test ergaben, dass die besseren Leistungen der „beeinflussten“ Lernenden statistisch signifikant von denen der „nicht beeinflussten“ Lernenden abwichen.“ (Passey, 2018)
  • „Lehrerin und Lernende berichteten übereinstimmend von Vorteilen, die sich ergaben. Die Lernenden profitierten demnach von der gemeinsamen Diskussion, der Visuali- sierung auf unterschiedliche Weise, dem gemeinsamen Sammeln von Ideen und Ergebnissen, der Aufgabenbearbeitung und der Tatsache, dass die Tafelbilder zu einem späteren Zeitpunkt erneut zum Üben und Wiederholen herangezogen werden konnten.“ (Passey, 2018)

Kritische Anmerkungen

Kritisch zu digitalen Medien äußert sich unter anderem ein Zeit-Artikel. Im Auftrag der Wübben-Stiftung wurden im Jahr 2018 ungefähr 1500 SchulleiterInnen zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht befragt. Herauskam, dass Lehrpersonen skeptisch gegenüber dem Einsatz von Tools sind. Laut dem Artikel ist daher ausschlaggebend die Persönlichkeit der Lehrperson. ( ZEIT ONLINE, AFP, KNA, fin, 2018)

In einem anderen Zeit-Artikel wird beschrieben, dass Mögliche Gründe für die Skepsis der LehrerInnen keine gute Ausstattung der Schulen, fehlende Konzepte, Weiterbildungen und Infrastrukturen sind. Der Artikel gibt unter anderem folgende kritische Sicht: „Die OECD hat 2015 sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Einsatz von digitalen Hilfsmitteln kritisch zu sehen ist. Und zwar je jünger die Schüler sind, umso mehr ist davon abzuraten, wenn es um den Lernerfolg geht“ ( ZEIT ONLINE, afp, dpa, mib, kg, 2017)

Fazit: Viele Studien belegen positive Lernerfolge durch den Einsatz von Tools, allerdings liegt es letztendlich doch an der Kompetenz der Lehrperson Tools wirkungsvoll im Unterricht einzusetzen. Zudem müssen die technischen Gegebenheiten vorhanden sein.

Literaturverzeichnis:

Passey, Don (2018): Fallstudie Verständnis entwickeln durch eine integrierte Lernumgebung aus verschiedenen digitalen Technologien. Online abrufbar unter: https://eprints.lancs.ac.uk/id/eprint/128744/1/Fallstudie_Case_study_German_School_translation.pdf, 30.12.2019

ZEIT ONLINE, afp, dpa, mib, kg (2017): Lehrer misstrauen Lernerfolg durch digitale Medien. Online abrufbar unter: https://www.zeit.de/digital/2017-09/schule-digitalisierung-bildung-bertelsmann-studie, 30.12.2019

ZEIT ONLINE, AFP, KNA, fin (2018): Schulen skeptisch gegenüber Digitalisierung. Online abrufbar unter: https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-10/medien-unterricht-digitalisierung-schulleitungsmonitor-lehrkraefte, 30.12.2019

Verfasst von: Johanna Günther, Miriam Hauer, Alina Reseterits & Isabella Serajnik

Der Link zu unserem Podcast: http://podcampus.phwien.ac.at/digimed/files/2020/01/Tools.mp3

Der Link zu Schoolfox: https://schoolfox.com/messenger-at/?gclid=EAIaIQobChMI-uXj6bX25gIVWOR3Ch3D6wI5EAAYASAAEgL09vD_BwE

16 Dez

Tools für IWBs – ActiveInspire

Als IWB (Interactive Whiteboard) stellt man sich meist, eine im Klassenraum vorne, auf einer Wand oder einem Gestell montierte Tafel vor. Diese hat darüber einen Projektor oder ist ein touchfähiger Monitor. Allerdings zählen auch Laptops, Tablets und Smartphones zu den IWB, da die Interaktion mit diesen “Computern” durch Antippen stattfindet. (Martin, 2015)

Sind Schulen mit IWBs ausgestattet, so können diese wie eine Projektionsfläche fungieren, bei der Text und Bilder in Form von Slides (PowerPoint, google Slides, Prezi, …) dargestellt werden können. Zusätzlich ist es mit diesen Tafeln auch möglich, Audio und Video abzuspielen, da diese meist integrierte Lautsprecher besitzen.

Die Stärken der IWBs kommen allerdings erst so richtig mit dem Element der Interaktivität zum Vorschein. Hierzu gibt es zwei Zugänge zur Gestaltung der Unterrichtssequenzen und/oder Unterrichtsmaterialien: 

  1. Webapplikationen und Seiten wie z.B. Learning Apps, Quizlet, Kahoot, etc.
  2. Spezifische Tafelsoftware, welche Lokal oder auch webbasiert sein kann. Beispiele hierzu sind die Programme ActivInspire, Prowise und ClassFlow.

Im Gegensatz zu den einzelnen Webseiten und Webapplikationen vereinigt eine Tafelsoftware viele dieser Funktionen in ein Programm. Tafel Software wie ActivInspire sind mächtige Tools mit welchen man Übungen individuell gestalten und anpassen kann.

Was ist ActivInspire?

Einfach ausgedrückt ist ActivInspire eine Tafelbildsoftware, die mediengestützten Unterricht ermöglicht. Die Arbeitsoberfläche ist intuitiv und lässt sich an das Unterrichtsfach des Nutzers anpassen.

Was kann ActivInspire?

In den meisten Fällen wird, sofern man keine Einschulung im Umgang mit ActivInspire hatte, dieses Programm in Verbindung mit einem IWB als Tafelersatz verwendet. Auch wenn dies im ersten Moment nicht sonderlich innovativ wirkt, hat allein diese basale Anwendung des Programms einige Vorteile zu herkömmlichen Tafeln. Zum großen Plus zählt die Möglichkeit, Tafelbilder zu speichern und wieder aufzurufen. Somit ist ein Vorbereiten von Zuhause aus (Die Software läuft über einen PC und nicht über die Tafel selbst) sowie das Wiederaufrufen einer z.B. schon angefangenen Schulübung möglich. Anpassungen an schon vorhandene Materialien sind schnell und effektiv durchgeführt.

Beispiel Container Funktion

Was kann ActivInspire nicht?

ActivInspire ist ein Offline-Tool und muss erst auf einem PC installiert werden (Schulen installieren das Programm über den ADV installer sofern diese auch mit mindestens einem ActiveBoard ausgestattet sind). Des Weiteren kann sich nicht jedes beliebige Endgerät (Handy, Tablet) mit der Tafelsoftware verbinden. Für diese sind speziell von Promethean hergestellte Endgeräte notwendig. Möchte man jedoch diese Funktion nützen, so müsste man auf eine Cloudbasierte Applikation wie Prowise oder ClassFlow umsteigen.

Einblick in die Arbeit mit IWBs und ActiveInspire

Fazit

Mit neue Technologien entstehen neue Möglichkeiten als auch neue Fragen. ActivInspire als Tool kann Planungszeiten verkürzen, Abwechslung in den Unterricht bringen und physisches Unterrichtsmaterial reduzieren. Herausforderungen sind jedoch in der völligen Abhängigkeit von IWBs und deren Software zu finden, da wenn eines dieser Elemente nicht funktioniert der Unterricht nicht planungsgemäß stattfinden kann. IWBs sind im kommen und einge gute Mischung aus älteren und neueren Methoden und Technologien kann dabei zu einer Bereicherung für alle Beteiligten werden.

29 Mai

Tools- Nützliche Hilfsmittel oder unnötige Digitalisierung unserer Klassenzimmer?

Tools. Das klingt erst einmal nicht so als ob es etwas für das Klassenzimmer, sondern eher für den Hobbyheimwerker wäre. Wenn man sich genauer mit dem Thema befasst und sich ein wenig darüber informiert, wird einem aber schnell klar, dass Tools diverse digitale Mittel sind, die im Unterricht eingesetzt werden können.
Einige fragen sich jetzt vielleicht:
Was genau sind Tools? Wie kann ich sie einsetzen und wozu?
Also begeben wir uns auf eine Reise durch den virtuellen Baukasten der uns Lehrpersonen zur Verfügung steht.

Aurasma- DIY Augmented Reality

Aurasma ist ein Tool, welches sowohl auf Lehrer und Lehrerinnen als auch auf Unternehmen abzielt. Die App bietet die Möglichkeit Augmented Reality in Fotos einzubinden. Man kann ein Video in ein Foto einbinden.
Wie genau das funktioniert und wie man es einsetzen könnte erklärt Matt Mills 2012 auf der TED- Konferenz.

Socrative

Socrative bietet die Möglichkeit verschiedene Quiz für die Schülerinnen und Schüler zu erstellen und somit Abwechslung in den Alltag zu bringen und gleichzeitig ihren Lernstand zu kontrollieren. Die Nutzung der App ist kostenlos, hierzu ist es notwendig eine Konto zu erstellen. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Schüler- oder einem Lehrerkonto anzumelden.
Ist man mit einem Lehrerkonto angemeldet kann man aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen, man kann ein normales Quiz erstellen um z.B. eine Lernzielkontrolle durchzuführen oder ein bisschen Schwung in die Klasse bringen indem man ein „Lernwettrennen“ veranstaltet.
Damit die Kinder an diesen Quiz und Wettrennen teilnehmen können, ist es wichtig dass alle Kinder einen Laptop, ein Tablet oder Smartphone zur Verfügung haben.

Formative

Formative ist ähnlich wie Socrative eine Möglichkeit das Wissen der Kinder abzufragen. Hier gibt es bereits eine Datenbank aus verschiedenen Quiz, es besteht aber auch die Möglichkeit selbst einen „Beitrag“ zu einem bestimmten Thema zu erstellen.

„Finding a tool that allows me to visually assess my students from their own device is irreplaceable.“ (Trapper, High School Math & Science Teacher, https://goformative.com/ )

Pingo

Pingo ist ein Tool um Umfragen durchzuführen. Hier kann die Lehrperson eine Frage stellen und Jede/Jeder mit einem Gerät mit Internetzugang, kann an der Umfrage teilnehmen.

Sinnvoll oder nicht?

Ob all diese Tools sinnvoll sind oder nicht, im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, muss denke ich Jede/Jeder für sich selbst einschätzen. Tatsache ist, dass all diese Tools eine erweiterte Plattform des Lernens eröffnen.
Besonders kritisch sehe ich allerdings, dass es für Alle die Voraussetzung gibt, dass alle Kinder ein Tablett, Handy oder einen Laptop zur Verfügung haben. Gehen wir davon aus, dass heutzutage sowieso jedes Kind eines dieser Geräte besitzt, sollte es kein Problem geben, sollte man allerdings davon ausgehen dass es Kinder gibt, die aus verschiedenen Gründen keines dieser Geräte zur Verfügung haben, muss sich die Lehrperson eine Alternative überlegen, um diese Kinder nicht auszuschließen, wenn Tools im Unterricht eingesetzt werden sollen.