30 Dez

Tools – Sinnvoll oder nicht?

Erfahrungen mit Tools im Unterricht

Unsere Erkenntnisse, ob Tools sinnvoll sind oder nicht, beruhen auf folgenden Studien.

Fallstudie: Verständnis entwickeln durch eine integrierte Lernumgebung aus verschiedenen digitalen Technologien

„Diese Fallstudie untersucht die Verwendung einer integrierten digitalen Lernumgebung durch einen Leistungskurs Englisch im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (17- und 18-jährige Schülerinnen und Schüler).“ (Passey, 2018)

Bei der Studie wurden zwei Gruppen miteinander verglichen. Eine arbeitete mit digitalen Technologien – interaktiven Tafeln (SMART Displays und Whiteboards) sowie Tablet PCs oder andere mobile Endgeräte, Lehrerlaptops, Dokumentenkameras und virtuelle Lernplattformen.

An folgender Grafik kann man den Vergleich der beiden Gruppen ablesen.

https://eprints.lancs.ac.uk/id/eprint/128744/1/Fallstudie_Case_study_German_School_translation.pdf

Erkenntnisse aus der Studie:

  • „Die Lehrerin berichtete, dass die Technologien die Lernaktivitäten unterstützten, die ihrerseits einen messbaren positiven Einfluss auf die Leistungen einiger Lernender in der letzten Klausur und in der Abiturprüfung hatten, […] Statistische Test ergaben, dass die besseren Leistungen der „beeinflussten“ Lernenden statistisch signifikant von denen der „nicht beeinflussten“ Lernenden abwichen.“ (Passey, 2018)
  • „Lehrerin und Lernende berichteten übereinstimmend von Vorteilen, die sich ergaben. Die Lernenden profitierten demnach von der gemeinsamen Diskussion, der Visuali- sierung auf unterschiedliche Weise, dem gemeinsamen Sammeln von Ideen und Ergebnissen, der Aufgabenbearbeitung und der Tatsache, dass die Tafelbilder zu einem späteren Zeitpunkt erneut zum Üben und Wiederholen herangezogen werden konnten.“ (Passey, 2018)

Kritische Anmerkungen

Kritisch zu digitalen Medien äußert sich unter anderem ein Zeit-Artikel. Im Auftrag der Wübben-Stiftung wurden im Jahr 2018 ungefähr 1500 SchulleiterInnen zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht befragt. Herauskam, dass Lehrpersonen skeptisch gegenüber dem Einsatz von Tools sind. Laut dem Artikel ist daher ausschlaggebend die Persönlichkeit der Lehrperson. ( ZEIT ONLINE, AFP, KNA, fin, 2018)

In einem anderen Zeit-Artikel wird beschrieben, dass Mögliche Gründe für die Skepsis der LehrerInnen keine gute Ausstattung der Schulen, fehlende Konzepte, Weiterbildungen und Infrastrukturen sind. Der Artikel gibt unter anderem folgende kritische Sicht: „Die OECD hat 2015 sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Einsatz von digitalen Hilfsmitteln kritisch zu sehen ist. Und zwar je jünger die Schüler sind, umso mehr ist davon abzuraten, wenn es um den Lernerfolg geht“ ( ZEIT ONLINE, afp, dpa, mib, kg, 2017)

Fazit: Viele Studien belegen positive Lernerfolge durch den Einsatz von Tools, allerdings liegt es letztendlich doch an der Kompetenz der Lehrperson Tools wirkungsvoll im Unterricht einzusetzen. Zudem müssen die technischen Gegebenheiten vorhanden sein.

Literaturverzeichnis:

Passey, Don (2018): Fallstudie Verständnis entwickeln durch eine integrierte Lernumgebung aus verschiedenen digitalen Technologien. Online abrufbar unter: https://eprints.lancs.ac.uk/id/eprint/128744/1/Fallstudie_Case_study_German_School_translation.pdf, 30.12.2019

ZEIT ONLINE, afp, dpa, mib, kg (2017): Lehrer misstrauen Lernerfolg durch digitale Medien. Online abrufbar unter: https://www.zeit.de/digital/2017-09/schule-digitalisierung-bildung-bertelsmann-studie, 30.12.2019

ZEIT ONLINE, AFP, KNA, fin (2018): Schulen skeptisch gegenüber Digitalisierung. Online abrufbar unter: https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018-10/medien-unterricht-digitalisierung-schulleitungsmonitor-lehrkraefte, 30.12.2019

Verfasst von: Johanna Günther, Miriam Hauer, Alina Reseterits & Isabella Serajnik

Der Link zu unserem Podcast: http://podcampus.phwien.ac.at/digimed/files/2020/01/Tools.mp3

Der Link zu Schoolfox: https://schoolfox.com/messenger-at/?gclid=EAIaIQobChMI-uXj6bX25gIVWOR3Ch3D6wI5EAAYASAAEgL09vD_BwE

16 Dez

Tools für IWBs – ActiveInspire

Als IWB (Interactive Whiteboard) stellt man sich meist, eine im Klassenraum vorne, auf einer Wand oder einem Gestell montierte Tafel vor. Diese hat darüber einen Projektor oder ist ein touchfähiger Monitor. Allerdings zählen auch Laptops, Tablets und Smartphones zu den IWB, da die Interaktion mit diesen “Computern” durch Antippen stattfindet. (Martin, 2015)

Sind Schulen mit IWBs ausgestattet, so können diese wie eine Projektionsfläche fungieren, bei der Text und Bilder in Form von Slides (PowerPoint, google Slides, Prezi, …) dargestellt werden können. Zusätzlich ist es mit diesen Tafeln auch möglich, Audio und Video abzuspielen, da diese meist integrierte Lautsprecher besitzen.

Die Stärken der IWBs kommen allerdings erst so richtig mit dem Element der Interaktivität zum Vorschein. Hierzu gibt es zwei Zugänge zur Gestaltung der Unterrichtssequenzen und/oder Unterrichtsmaterialien: 

  1. Webapplikationen und Seiten wie z.B. Learning Apps, Quizlet, Kahoot, etc.
  2. Spezifische Tafelsoftware, welche Lokal oder auch webbasiert sein kann. Beispiele hierzu sind die Programme ActivInspire, Prowise und ClassFlow.

Im Gegensatz zu den einzelnen Webseiten und Webapplikationen vereinigt eine Tafelsoftware viele dieser Funktionen in ein Programm. Tafel Software wie ActivInspire sind mächtige Tools mit welchen man Übungen individuell gestalten und anpassen kann.

Was ist ActivInspire?

Einfach ausgedrückt ist ActivInspire eine Tafelbildsoftware, die mediengestützten Unterricht ermöglicht. Die Arbeitsoberfläche ist intuitiv und lässt sich an das Unterrichtsfach des Nutzers anpassen.

Was kann ActivInspire?

In den meisten Fällen wird, sofern man keine Einschulung im Umgang mit ActivInspire hatte, dieses Programm in Verbindung mit einem IWB als Tafelersatz verwendet. Auch wenn dies im ersten Moment nicht sonderlich innovativ wirkt, hat allein diese basale Anwendung des Programms einige Vorteile zu herkömmlichen Tafeln. Zum großen Plus zählt die Möglichkeit, Tafelbilder zu speichern und wieder aufzurufen. Somit ist ein Vorbereiten von Zuhause aus (Die Software läuft über einen PC und nicht über die Tafel selbst) sowie das Wiederaufrufen einer z.B. schon angefangenen Schulübung möglich. Anpassungen an schon vorhandene Materialien sind schnell und effektiv durchgeführt.

Beispiel Container Funktion

Was kann ActivInspire nicht?

ActivInspire ist ein Offline-Tool und muss erst auf einem PC installiert werden (Schulen installieren das Programm über den ADV installer sofern diese auch mit mindestens einem ActiveBoard ausgestattet sind). Des Weiteren kann sich nicht jedes beliebige Endgerät (Handy, Tablet) mit der Tafelsoftware verbinden. Für diese sind speziell von Promethean hergestellte Endgeräte notwendig. Möchte man jedoch diese Funktion nützen, so müsste man auf eine Cloudbasierte Applikation wie Prowise oder ClassFlow umsteigen.

Einblick in die Arbeit mit IWBs und ActiveInspire

Fazit

Mit neue Technologien entstehen neue Möglichkeiten als auch neue Fragen. ActivInspire als Tool kann Planungszeiten verkürzen, Abwechslung in den Unterricht bringen und physisches Unterrichtsmaterial reduzieren. Herausforderungen sind jedoch in der völligen Abhängigkeit von IWBs und deren Software zu finden, da wenn eines dieser Elemente nicht funktioniert der Unterricht nicht planungsgemäß stattfinden kann. IWBs sind im kommen und einge gute Mischung aus älteren und neueren Methoden und Technologien kann dabei zu einer Bereicherung für alle Beteiligten werden.

29 Mai

Tools- Nützliche Hilfsmittel oder unnötige Digitalisierung unserer Klassenzimmer?

Tools. Das klingt erst einmal nicht so als ob es etwas für das Klassenzimmer, sondern eher für den Hobbyheimwerker wäre. Wenn man sich genauer mit dem Thema befasst und sich ein wenig darüber informiert, wird einem aber schnell klar, dass Tools diverse digitale Mittel sind, die im Unterricht eingesetzt werden können.
Einige fragen sich jetzt vielleicht:
Was genau sind Tools? Wie kann ich sie einsetzen und wozu?
Also begeben wir uns auf eine Reise durch den virtuellen Baukasten der uns Lehrpersonen zur Verfügung steht.

Aurasma- DIY Augmented Reality

Aurasma ist ein Tool, welches sowohl auf Lehrer und Lehrerinnen als auch auf Unternehmen abzielt. Die App bietet die Möglichkeit Augmented Reality in Fotos einzubinden. Man kann ein Video in ein Foto einbinden.
Wie genau das funktioniert und wie man es einsetzen könnte erklärt Matt Mills 2012 auf der TED- Konferenz.

Socrative

Socrative bietet die Möglichkeit verschiedene Quiz für die Schülerinnen und Schüler zu erstellen und somit Abwechslung in den Alltag zu bringen und gleichzeitig ihren Lernstand zu kontrollieren. Die Nutzung der App ist kostenlos, hierzu ist es notwendig eine Konto zu erstellen. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Schüler- oder einem Lehrerkonto anzumelden.
Ist man mit einem Lehrerkonto angemeldet kann man aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen, man kann ein normales Quiz erstellen um z.B. eine Lernzielkontrolle durchzuführen oder ein bisschen Schwung in die Klasse bringen indem man ein „Lernwettrennen“ veranstaltet.
Damit die Kinder an diesen Quiz und Wettrennen teilnehmen können, ist es wichtig dass alle Kinder einen Laptop, ein Tablet oder Smartphone zur Verfügung haben.

Formative

Formative ist ähnlich wie Socrative eine Möglichkeit das Wissen der Kinder abzufragen. Hier gibt es bereits eine Datenbank aus verschiedenen Quiz, es besteht aber auch die Möglichkeit selbst einen „Beitrag“ zu einem bestimmten Thema zu erstellen.

„Finding a tool that allows me to visually assess my students from their own device is irreplaceable.“ (Trapper, High School Math & Science Teacher, https://goformative.com/ )

Pingo

Pingo ist ein Tool um Umfragen durchzuführen. Hier kann die Lehrperson eine Frage stellen und Jede/Jeder mit einem Gerät mit Internetzugang, kann an der Umfrage teilnehmen.

Sinnvoll oder nicht?

Ob all diese Tools sinnvoll sind oder nicht, im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, muss denke ich Jede/Jeder für sich selbst einschätzen. Tatsache ist, dass all diese Tools eine erweiterte Plattform des Lernens eröffnen.
Besonders kritisch sehe ich allerdings, dass es für Alle die Voraussetzung gibt, dass alle Kinder ein Tablett, Handy oder einen Laptop zur Verfügung haben. Gehen wir davon aus, dass heutzutage sowieso jedes Kind eines dieser Geräte besitzt, sollte es kein Problem geben, sollte man allerdings davon ausgehen dass es Kinder gibt, die aus verschiedenen Gründen keines dieser Geräte zur Verfügung haben, muss sich die Lehrperson eine Alternative überlegen, um diese Kinder nicht auszuschließen, wenn Tools im Unterricht eingesetzt werden sollen.