26 Mai

5 Fragen zur digitalen Überwachung im Kindesalter


1) Was sind Überwachungsapps?

Die Eltern können hier die Zeit, die Inhalte, den Zugang zu Apps und Programmen und den Internetzugang ihrer Kinder über eine App regeln. Außerdem kann das Kindergerät auch geortet werden und Aktivitäten in sozialen Netzwerken aufgezeichnet werden. Einerseits versprechen die Apps Schutz und Sicherheit, andererseits gilt es auch als ein starker Eingriff in das Leben des Kindes. Sie werden ständig überwacht und ihr Verhalten wird eingeschränkt. Das heimliche Überwachen durch Apps verletzt die Privatsphäre der Kinder. Daher gilt: Apps sollten lediglich eine Ergänzung zum Dialog mit dem Kind sein und ihn keineswegs ersetzten!


2) In welchen Formen findet das Überwachen statt?

Die Kontrolle und Überwachung findet schon statt, wenn sich das Kind noch im Mutterbauch befindet, erst recht, wenn das Kind dann auf der Welt ist. Durch Baby-Monitore, Wearables, eingebaute Sensoren, die die Atmung und Körpertemperatur und den Sauerstoffgehalt messen und vieles mehr, werden Daten erfasst und über das Handy an die Eltern geschickt. Ist das Kind etwas älter, so werden auch Spielzeuge und Bekleidung zur Überwachung eingesetzt. Diverse am Körper tragbare Instrumente, wie Uhren, die eine GPS-Ortung mit Alarmfunktion, welche vom Kind getragen werden, senden Standortinformationen an ein mobiles Gerät der Eltern. Puppen beispielsweise, die über ein Mikrofon und Sprachausgabe verfügen, sind auch am Markt. Sie speichern die von dem Kind gesprochenen Worte und schicken diese an eine Cloud, wo sie gespeichert werden. Die Eltern erhalten für die eigene Dokumentation wöchentlich eine Audiodatei.


3) Was sind die Gefahren?

Das sind die häufigsten Gefahren für Kinder in der digitalen Welt: 

  • Ungeeignete Inhalte
  • Weitergabe der Daten
  • Sexuelle Belästigung
  • Versteckte Kostenfallen
  • Verletzung der Urheberrechte
  • Cybermobbing
  • Das Netz vergisst nichts

4) Wie kann man Kinder vor Apps und Medien schützen?

Eine App auf dem Handy oder dem Tablet zu verwenden, ist für Kleinkinder bereits ein Kinderspiel. Kinder lernen sehr früh selbstverständlich bestimmte Medien zu bedienen. Die Medienerziehung braucht jedoch Regeln und Grenzen. Die Kinder müssen einen sinnvollen Umgang mit Medien erlernen und dabei sollte man ganz klein Beginnen. Denn alles was die Kinder aus dem Fernseher, dem Computer oder anderen Medien ankommt, kommt bei ihnen ungefiltert an, daher kann es zu einer Überforderung durch Medien kommen. 

Dabei stellt sich dann überhaupt die Frage ab wann und im welchen Alter Kinder Medien nutzen sollten. Hier empfiehlt es sich die „3-6-9-12“ Regel zu beachten. Das bedeutet: 

  • Keine Bildschirmmedien unter 3 Jahren
  • Keine eigene Spielekonsole vor 6 Jahren
  • Kein Handy oder Smartphone vor 9 Jahren
  • Keine unbeaufsichtigte Computer- / Internetnutzung vor 12 Jahren

Regeln und Grenzen sind notwendig sind, aber man sollte auch nicht vergessen, dass Kinder Medien entdecken sollten.


5) Wie viel Überwachung ist in Ordnung?

Das ideale Paket an Maßnahmen zu finden ist kompliziert und lässt sich schwer für die breite Masse beantworten. Gerade wenn eine geheime Überwachung stattfindet, führt dies zu einem Vertrauensbruch zwischen Eltern und Kind. Eltern haben die Aufsichtspflicht über ihre Kinder und mit der aktuellen Technik ist dies leichter als jemals zuvor. Allerdings bedeutet das nicht, dass es auch rechtlich in Ordnung ist. Obwohl wir in Österreich keine eindeutige gesetzliche Regelung haben, findet man unter Artikel 16 in der UNO-Kinderrechtskonvention, das Recht auf die Privatsphäre des Kindes. Wie kann jetzt also eine „gute Überwachung“ aussehen? In einem Beitrag des Schweizer Elternmagazins Fritz und Franzi fasst der deutsche Medienexperte für Kindermedien, Thomas Feibel, ein paar Punkte zusammen.

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind gemeinsame Kontrollen.
  • Versichern Sie ihm, dass es nichts mit Misstrauen ihm gegenüber zu tun hat.
  • Versprechen Sie Ihrem Kind, dass es immer zu Ihnen kommen kann, wenn ihm im Netz etwas komisch verkommt.
  • Überprüfen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig die Sicherheits­einstellungen in den sozialen Medien. 
  • Wenn Sie sich für die Inhalte interessieren, interessieren Sie sich für Ihr Kind.
  • Fragen Sie regelmäßig nach seinen Aktivitäten (Spiele, Instagram etc.) und lassen Sie sich die Faszination erklären.

Erstellt von: Barusic Ines, Krupic Selma, Pimperl Stephan, Prokschi Pauline


Quellen und weiterführende Links:

PODCAST

25 Mai

TOOLS – distance learning während Corona

Ob man, als Lehrperson, früher positiv oder negativ gegenüber Tools gestimmt war, ist mittlerweile nicht mehr wichtig. Denn in Zeiten von Corona sind beinahe alle Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe auf Tools angewiesen.
Wir haben eine Umfrage gemacht, wie Lehrpersonen der Volksschule in der momentanen Zeit von COVID-19 mit ihren/seinen Schülerinnen und Schülern, sowie den Eltern in Kontakt treten.

Umstieg auf distance learning

Tatsächlich sind nur 80 Prozent der befragten Lehrpersonen auf distance learning umgestiegen, beinahe gleich viel, genau 87,5 Prozent treten nach wie vor mit den Eltern medial in Kontakt. Das Hauptproblem für jene, die den anderen 20 und 12,5 Prozent, ist die fehlende Technik oder Unterstützung der Eltern.

Erschreckend sind die Zahlen zu der Frage, ob alle Kinder erreicht werden und die Möglichkeit haben an den Angeboten teilzunehme. Weniger als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der befragten Lehrpersonen haben die Möglichkeit am Unterricht teilzunehmen.

Tools der Volksschule

Das wohl beliebteste Tool ist sowohl die „Anton-App“, sowie „Schoolfox“.

Die „Anton-App“ ist eine App mit unzähligen Aufgaben, verschiedene Typen, Lernspielen und interaktiven Erklärungen. Motivierend für die Kinder ist diese, durch das Sammeln von Sternen und Pokalen für gut erledigte Aufgaben. Positiv für die Lehrperson ist das Verfolgen des Lernfortschrittes und der einfachen Anwendung.
Quelle: https://anton.app/de/

„Schoolfox“ bietet eine direkte Verbindung zu den Eltern und Schülerinnen und Schülern via Nachrichten und Video-Chat. Mit dieser App können Gruppendiskussionen gestartet, sowie Termine gemanagt werden. Ein großer Pluspunkt dieses Tools ist die Fremdsprachenfunktion, somit kann die Lehrperson Sprachbarrieren zu den Eltern überwinden, da die App Texte in verschiedene Sprachen übersetzt. Quelle: https://schoolfox.com/

Weitere genutzte Tools sind unteranderem „Zoom“ und „Skype“ für Videochats und geführte Unterrichtseinheiten. Ebenso wurden Nachrichtenportale, wie E-Mail und WhatsApp genutzt um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Auch „diclaro“ und „Padlet“ kamen zum Einsatz.

Schwierigkeiten und Hürden

Folgende Aussagen wurden aus anonymen Umfrage entnommen:
„Bildungsferne Familien fallen durch den Rost. Engagierte Eltern machen mit und kümmern sich aus eigenem Antrieb um „Arbeitsaufträge“„.

Einfach gestrickte Eltern ziehen sich, wie sonst auch, eher zurück und scheuen den Kontakt mit dem Lehrer. Die sprachliche Barriere – andere Muttersprache als Deutsch – ist oft ein großes Hindernis bei der Kommunikation im Netz. Manche Eltern sind Analphabeten.

Die fehlende Hilfe der Eltern und die Sprachbarriere ist eine sehr große Hürde, die vor allem Schülerinnen und Schüler aus der Grundstufe 1 betreffen. Viele Lehrpersonen würden sich sehr wünschen, dass der Umgang mit Tools permanent in den Unterricht eingebaut wird, da es Abwechslung bringt und die Kinder auf solche Notsituationen vorbereitet.

Ein Punkt, den wahrscheinlich in der Corona-Krise nicht viele beachten, ist das emotionale und soziale Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler:

(…), aber das soziale Lernen bleibt auf der Strecke. Es fehlt auch die emotionale Unterstützung für Probleme der Kinder zu Hause (Streit zu Hause können sie auch nicht telefonisch mit uns klären. Eltern sind ja immer in der Nähe)“

Welche Erfahrungen haben die Kinder mit den verschiedenen Tools gemacht?

Auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 hier positiv darstellt, wäre das arithmetische Mittel ungefähr 60. Daraus schließen wir, dass es definitiv Verbesserungen geben sollte, aber die Arbeit mit Tools doch auch seine Vorteile hat und die Kinder auch positive Erfahrungen mit ihnen gesammelt haben.

Auswertung der Umfrage (https://www.umfrageonline.com/), Darstellung: Säulendiagramm
Säulendiagramm aus der Umfrage

Podcast – Ein Interview mit einer Volkschullehrerin in Zeiten von Corona.

15 Mai

Fake News hier – Fake News dort

Wie kommt es nun zu der Verbreitung dieser Fake News?

Jeder der Facebook, Twitter, YouTube und ähnliche Plattformen nutzt wird mit dem Teilen von unterschiedlichen Posts vertraut sein. Gerade im Netz verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen wie ein Fegefeuer und das liegt daran, wie wir Menschen ticken und wie solche Plattformen Informationen sortieren.

Fake-News-Macher gestalten ihre Posts entsprechend und die Art und Weise, wie soziale Netzwerke funktionieren spielt ihnen da geradewegs in die Hände und erleichtert ihnen die Arbeit.

Link: https://pixabay.com/de/photos/corona-ibu-fake-fake-news-news-4933452/

Welche Maßnahmen werden gegen Fake News gesetzt?

Auch die Regierung in Österreich kämpft gegen die Falschmeldungen wie folgt an:
→ Bei den Pressekonferenzen wurden schon unterschiedliche „Fake News“ aufgeklärt. 

→ Die Integrationsministerin, Susanne Raab (ÖVP), startete eine Informationskampagne für Migrantinnen und Migranten, die in 16 Sprachen übersetzt wurde. 

→ Die einzelnen Bundesländer informieren ebenfalls mit aktuellen Informationen, die auf deren Internetseiten nachzulesen sind. 

→ Weiters hat das Verbreiten von „Fake News“ auch strafrechtliche Folgen. 

Auch diverse Online-Plattformen haben Maßnahmen gegen Fake News im Bezug auf COVID-19 gesetzt.  

Google

  • Informationskästen mit wichtigen Infos
  • Hinweise auf vertrauenswürdige Quellen (WHO)

YouTube

  • Löschung von falschen Inhalten
  • Hinweise auf vertrauenswürdige Quellen

Facebook und Instagram

  • „Pop-Up-Meldungen“ mit Infos bezüglich COVID-19
  • COVID-19 Informationszentrum mit Informationen der WHO und nationalen Gesundheitsbehörden 
  • Löschung jeglicher Falschinformationen

WhatsApp 

  • Beliebteste App für die “Fake News” Verbreitung
  • Kostenloses Benachrichtigungsservice der WHO (Infos zu den neuesten Zahlen, Hygiene-, Reise- und Falschinformationen)

Problem der sozialen Netzwerke

„Dark Social“ sind geschlossene Gesellschaften, wie zum Beispiel WhatsApp oder auch Facebook-Gruppen, die Kommunikation erfolgt oftmals verschlüsselt und die Plattform weiß oft selbst nicht, welche Inhalte verbreitet werden. So verbreiten sich die Fake News unkontrolliert. 

Die Plattformen nehmen die aktuelle Situation sehr ernst und versuchen die unseriösen Quellen zu beseitigen, jedoch wird sich dies nicht ganz verhindern lassen.

Quellen:
https://klickwinkel.de/tutorials/wie-sich-fake-news-verbreiten/

https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/das-tun-facebook-and-co-gegen-corona-fake-news,Rt74GE4

https://about.fb.com/de/news/2020/03/unser-einsatz-gegen-falschinformationen-ueber-das-coronavirus/

verfasst von Patricia Meister, Laura Szalai, Lukas Halwachs, Lisa Blauensteiner

14 Mai

Lockdown oder doch halb so wild?

Falschnachrichten in Bezug auf COVID-19, die von zweifelhaften Alltagstipps, Panikmache bis hin zu Verschwörungstheorien und Verharmlosung führen, können gefährliche Folgen haben, wenn jenen Glaube geschenkt wird. Beispielsweise führt es dazu, dass gesetzte Maßnahmen der Regierung nicht eingehalten werden, was verheerende Folgen haben kann.

Diese Corona-Zeit bringt viel Unsicherheit und Ungewissheit mit, da es eine noch nie dagewesene Situation darstellt, bei der momentan niemand wirklich weiß wie es weitergeht. Genau das lieferte einen idealen Nährboden für Fake News. Niemand hat die Situation richtig unter Kontrolle. Einige Falschmeldungen, die davor warnten, dass Supermärkte schließen würden, hatten zur Folge, dass sehr viele Leute Hamsterkäufe tätigten und die Regale in den Supermärkten leer räumten. Des Weiteren gab es Falschmeldungen, die besagten, dass beispielsweise Toilettenpapier ausgeht, was viele zu Hamsterkäufen bewegt hat und dadurch wirklich eine Toilettenpapier Knappheit entstehen ließ für ein paar Tage.  

Link: https://pixabay.com/de/photos/hamstereinkauf-covid-19-hamsterkauf-4940922/

Konkretes Beispiel dazu:

In einer WhatsApp-Nachricht behauptet ein Mann, er wisse aus „zuverlässiger Quelle“, dass Supermärkte ab Montag nur noch zwei Stunden geöffnet hätten. Man solle diese Information unbedingt an Freunde und Bekannte weitergeben, damit man sich schnell Vorräte zulegen kann, bevor es nichts mehr gäbe.

Solche Behauptungen sind total falsch. So ist die Versorgung mit Lebensmitteln grundlegend gewährleistet, wie die zuständigen Minister*innen anführten.

Unnötige Hamsterkäufe führen leider häufig dazu, dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landen und in weiterer Folge zu leeren Regalen in den Supermärkten, so dass der Eindruck entsteht, es gäbe zu wenige Waren.

Wir möchten mit diesem Beispiel darauf hinweisen, dass die Verbreitung mittels WhatsApp oder ähnlichen sozialen Netzwerken sehr schnell und einfach funktioniert. Außerdem kann in diesen sozialen Kanälen jeder seine Meinung kundtun und es wird nicht auf Richtigkeit überprüft.

Deshalb möchten wir als Ratschlag geben, dass man wirklich selber Meldungen überprüft, sich selbstständig Informationen einholt und gerade bei Kettennachrichten immer skeptisch ist und sie kritisch hinterfragt.

Wir haben uns mit dem Thema „Fake News“ in Bezug auf COVID-19 auseinandergesetzt und Erfahrungsberichte in Form von Interviews aus dem Bekanntenkreis gesammelt.

Quellen:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Informationen-zu-Corona-Fakten-oder-Fake-News,fakenews202.html

https://www.dw.com/de/coronavirus-die-psychologie-hinter-den-hamsterk%C3%A4ufen/a-52738492

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/rbbkultur_am_vormittag/archiv/20200318_0905/wissen_0910.html

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien/2054734-Fake-News-sind-Reaktion-auf-Unsicherheit.html

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/panikmache-coronavirus-101.html

verfasst von Lukas Halwachs, Lisa Blauensteiner, Patricia Meister, Laura Szalai

13 Mai

COVID-19 – Fake News?

Mundschutzmasken im Alltag, one-man Geburtstagsfeiern, “Happy Birthday” nur beim Händewaschen, menschenleere Straßen und leere Klopapierregale – all das dank COVID-19. Die durch das Virus ausgelöste Pandemie bringt auch eine Welle an Fake News mit sich, welche sich schnell und unkontrolliert ausbreitet.

Link: https://pixabay.com/de/illustrations/virus-erreger-infektion-biologie-4937553/

Fake News kursieren immer wieder im Netz herum, jedoch gab es noch nie so viele Fake News zu ein und demselben Thema wie jetzt in der Corona Krise zu COVID-19. Daher gilt es einmal mehr Bewusstsein für Fake News zu schaffen. 

Was Fake News sind kann HIER nachgelesen werden, wie man sie erkennt spielt eine ebenso wichtige Rolle und ist HIER zu finden.

Dabei stellen wir uns die Frage, weshalb die Fake News gerade zur Zeit des COVID-19 so stark boomen. Social Distancing, Ausgangsbeschränkung und Home Office verleiten Leute dazu sich viel mehr mit Social Media und co auseinanderzusetzen. Das wiederum führt dazu, dass Falschmeldungen umso schneller verbreitet werden. Aufgrund dieser noch nie dagewesenen Situation entsteht Unsicherheit, durch die die Menschen teilweise leichtgläubiger werden. Gerade diese schnelle Verbreitung und die Leichtgläubigkeit bieten einen gefährlichen Nährboden für Fake News. 

Das angeführte Video greift diese Gefährdung auf und veranschaulicht dies mit Beispielen.

Quellen: 

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Informationen-zu-Corona-Fakten-oder-Fake-News,fakenews202.html

https://www.verwaltung-der-zukunft.org/oeffentliche-sicherheit/verbreitung-von-desinformationen-der-corona-krise

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/wien/2054734-Fake-News-sind-Reaktion-auf-Unsicherheit.html

verfasst von Laura Szalai, Patricia Meister, Lukas Halwachs und Lisa Blauensteiner

11 Mai

Google Docs – Zusammen mehr erledigen

Quelle: Lina Nussbaumer

Docs ist jederzeit bereit. Erstelle einfach ein Dokument über deinen Browser oder lade dir die App für dein Mobilgerät herunter, um das Zusammenarbeiten mit Freunden, Kollegen oder Verwandten zu vereinfachen. Alles, was du dafür brauchst, ist ein Google Konto. 

Buchstaben, Wörter und noch viel mehr

Mit Google Docs erweckst du deine Dokumente zum Leben. 

Google Docs ist sowohl für den privaten als auch den geschäftlichen Gebrauch sehr nützlich. Dabei können mehrere Nutzer ein Dokument erstellen und bearbeiten. Dies funktioniert alles kostenlos und zur selben Zeit.

Für den geschäftlichen Nutzen bietet G Suite noch umfangreichere Nutzung trotz räumlicher Distanzen, sodass Personen, wie externe Partner und Teamkollegen mit unterschiedlichsten Standorten, direkt an einem Dokument zusammenarbeiten können.

Zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten

Mit den verschiedenen Bearbeitungs- und Design-Möglichkeiten gelingt jede Text- und Absatzformatierung. Es gibt zahlreiche Schriftvarianten, die das gestalten von Dokumenten vereinfachen. Auch das hinzufügen von Links, Bilder und Zeichnungen ist ein Kinderspiel.

Außerdem sind alle Bearbeitungsmöglichkeiten kostenlos. 

Greife immer und überall auf deine Dokumente zurück

Du kannst über dein Smartphone, Tablet oder deinem Computer ganz einfach auf deine Dokumente zugreifen, sie bearbeiten und auch neue erstellen, ganz egal, wo du bist – auch ohne Internetverbindung. 

Beliebig freigeben

Freunde, Kollegen oder Verwandte können mithilfe eines Klicks auf „Freigeben“ deine Dokumente sehen, Änderungen vorschlagen oder auch direkt bearbeiten. 

In Echtzeit bearbeiten

An Hand der Cursorbewegung kannst du sofort sehen, wo jemand anderes eine Änderung vornimmt oder Text markiert wird.

Chatten und kommentieren

Es gibt die Möglichkeit direkt im Dokument mit anderen Bearbeitern/Bearbeiterinnen zu chatten oder einen Kommentar mit “+” und einer E-Mail-Adresse zu hinterlassen, wodurch die gewünschte Person dann eine E-Mail-Benachrichtigung erhält.

Klicke nie mehr auf “Speichern” 

Alle deine Änderungen werden automatisch gespeichert. Du kannst auch den Überarbeitungsverlauf verwenden, um ältere Versionen desselben Dokuments anzusehen. Vorherige Versionen werden nämlich gespeichert, allerdings werden sie beim Speicherplatz nicht mitgerechnet. Sie sind sogar nach Datum sortiert und enthalten den Namen der Person, die die Änderung vorgenommen hat. Bei Bedarf kannst du also Änderungen rückgängig machen. 

Kompatibel mit zahlreichen Formaten

Importiere deine Dokumente, um sie zu öffnen, bearbeiten und speichern, zum Beispiel Microsoft® Word- und PDF-Dateien. Exportiere deine Arbeit im DOCX-, ODT-, RTF-, TXT- oder HTML-Format. Du kannst die Dateien in Google Docs konvertieren und umgekehrt. Egal welches Dateiformat konvertiert wird, das ursprüngliche Format bleibt erhalten. Somit musst du dir keine Gedanken über Dateiformate machen, da das Exportieren einfach ist. 

Google-Suche – direkt in Docs

Direkt im Dokument kannst du auch nach Bildern, Zitaten und Texten aus der Google-Suchanfragen zugreifen, ohne dass du die App oder die Google-Docs-Seite verlassen musst. 

Tutorial – Umgang mit Google Docs

Kritiker

netzwelt.de: Leider sei für die volle Funktionsfähigkeit der Chrome-Browser nötig. Außerdem sei Google Docs eher unübersichtlich. Netzwelt kritisiert außerdem den Fakt, dass Google Docs zu den US-Servern zähle. 

FrankfurterRundschau: Google gehöre, laut vieler IT-Experten mit anderen großen Internetkonzernen zu den sichersten Datenspeichern, da sie viel investieren, um Hacker abzuwehren. 

Google sei das Durchsuchen meiner Daten erlaubt. Diese Daten dürfen dann für zielgerichtete Werbung verwendet werden. Beispielsweise würden Googlemails analysiert werden, damit entsprechende Reklameangebote gezeigt werden können.

Google sage jedoch, dass Google Drive Dateien und somit auch Google Docs Dateien, im Moment nicht für Werbezwecke durchforstet werden. Die Geschäftsbedingungen verbieten dies jedoch auch nicht. Es sei aber auch unwahrscheinlich, dass Google seine Absichten ändert. 

Heise online: Google untersuche nicht nur die E-Mails seiner Kunden, sondern auch Texte auf Google Docs. In den Nutzungsbedingungen erkläre Google dies so, dass ein automatisierter Scan die Inhalte vor Viren und anderen Gefahren schütze. 

Allerdings mache Google deutlich, dass diese System, Dateien nach einem gewissen Muster durchsuche, sodass Verstöße gegen Nutzungsbedingungen überprüft werden können. Allerdings bliebe dabei die Bedeutung der Inhalte verdeckt. 

Podcast – Was weißt du darüber?

https://medienarchiv.phwien.ac.at/google-docs-zusammen-mehr-erledigen/

Quellen:

https://www.google.com/intl/de_at/docs/about/

https://www.netzwelt.de/google-docs/testbericht.html

https://www.fr.de/kultur/datenmonster-google-drive-gierig-11343809.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bug-Google-Docs-verweigerte-Zugriff-auf-Texte-3876764.html

26 Apr

Die Frau in der Werbung

Grafik: https://pixabay.com/de/illustrations/womens-tag-frauen-silhouette-4389504/

Die Frau in den Medien

Österreich hat sich auf politischer und rechtlicher Ebene dazu verpflichtet die sogenannte Gender-Mainstreaming-Strategie umzusetzen und dazu zahlreiche Maßnahmen bis auf Gemeindeebene hinunter veranlasst. Doch auch wenn laut dem Gender Gap Report hier für Österreich in vielen Bereichen noch Luft nach oben ist, konnten wir uns im Ranking zuletzt wieder in eine positive Richtung bewegen.

Doch wie ist die Repräsentanz von Frauen in Medien zu bewerten? Gibt es hier im Bereich der verschiedenen Medienformate die gleiche Richtung zur schrittweisen Annäherung der Geschlechtergleichstellung? Die Entwicklung wird jährlich von Media Affairs, einem Unternehmen für Medienmarktanalysen in Österreich, in einer breit angelegten Jahresstudie untersucht und präsentiert. Doch auch in der Jahresstudie von 2018 wurde zum wiederholten Male festgestellt, dass Frauen medial in fast allen Bereichen stark unterrepräsentiert dargestellt werden. Zusammenfassend sind etwa ein Drittel in den Massenmedien Österreichs Frauen, was keineswegs die Verteilung in der Bevölkerung widerspiegelt, die sich zu mehr als der Hälfte aus Frauen zusammensetzt. Zudem konnte bei der Analyse von den größten und wichtigsten Print- sowie Nachrichtenformaten in Österreich ein Hang zur klischeebehafteten Darstellung der Frau in den Medien festgestellt werden.

Einseitige Fraueninszenierungen

Die verzerrte Darstellung von Frauen, zusätzlich zur geringen medialen Sichtbarkeit, ist nicht nur als sehr problembehaftet zu sehen, sondern kann sich negativ auf das Selbstbewusstsein und das Selbstbild von Frauen und Mädchen auswirken, da es das Rollenverständnis und das Körperbewusstsein in eine falsche Richtung beeinflusst. In Medien sind überdurchschnittlich die weiblichen Repräsentantinnen als schönes Beiwerk zu sehen oder in Themenbereichen wie Mode, Beauty oder Society wahrzunehmen.

Gesundheit und Lifestyle – „ klassisch weiblich“?

In Themenbereichen wie Gesundheit sind Frauenbilder medientechnisch klar führend, da sie zum einen nachweislich gesünder leben und zum anderen zur bevorzugten Zielgruppe bei der Platzierung von Produkten gelten. Dies umfasst vor allem den Bereich Körperpflege und Schönheit. Klassisch werden Frauen hier in einer sehr stereotypen Darstellung gezeigt, die mit dem Begriff Modelbilder am besten beschrieben werden kann.

Sex sells

Das Prinzip „sex sells“ ist nach Berichten von Media Affairs nach wie vor sehr präsent in der österreichischen Medienlandschaft. Bedient sich die Werbung Geschlechterklischees und Stereotypen von Rollenbildern, ist dies schlicht diskriminierend. Doch Werbung will schnell verstanden werden, verwendet deshalb schnell einprägsame Bilder und spielt mit „typischen“ Zuschreibungen von Rollen in der Gesellschaft. Dies ist natürlich für Frauen wie auch für Männer in der Werbung trauriger Alltag, doch die Stereotype der Frau weicht von den typisch männlichen Eigenschaften (stark, unabhängig, zielstrebig und dominant und ähnliches) klar ab.

Die Stereotype „Frau“ in der Werbung

  • Die Frau als Sexualobjekt: stets verfügbar für Sex, mehr Objekt als Subjekt, ohne Willen, jung, schön, begehrenswert, Ware, auf ihre Körperteile reduziert und inszeniert
  • Schönheit und Jugend: die Frau muss sich für den Mann schön machen und am besten ewig jung aussehen
  • Übermittelte Charaktereigenschaften von Frauen: fleißig, verständnisvoll, emotional, aber auch unbeholfen und quatschen gerne
  • Hausfrau und Mutter: häufig dargestellt in Szenen von Haushalt und Aufgaben rund um die Kinder – „Frauen hinter den Herd“
  • Frauen werden in Werbungen oft wie ein Konsumgut dargestellt: Frau-Ware, Ware-Frau

Derart sexistische Werbung steht einer gleichberechtigen Gesellschaft klar im Weg! Doch die rechtliche Lage hierfür ist in Österreich nicht ganz so einfach, denn es gibt bis auf wenige Ausnahmen im Pornographiegesetz keine gesetzlichen Regelungen.

Für Wienerinnen und Wiener gibt es seit 2012 die Möglichkeit sich bei der Werbewatchgroup der Stadt Wien zu beschweren, wenn diskrimierende und sexistische Werbungen bemerkt werden. Österreichweit kann über den Werberat, das Selbstkontrollorgan der Werbewirte, mit eigenem Sexismusbeirat Beschwerde eingereicht werden.

Veränderung?

Die Wissenschaft befasst sich schon ungefähr seit hundert Jahren mit Werbung und der Darstellung der Frau, aber machen wir doch einen kleinen Rundgang durch die Entwicklung in der Werbung. War „Sex Sells“ schon immer Thema? Wie entwickelte sich das Frauenbild über die Jahrzehnte und vor allem – wie wurde die Frau dargestellt?

Korsett und Frauenbeine

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde begonnen, Frauen zum Verkauf eines Produktes in der Plakatwerbung einzusetzen. Dabei konnte man die verwendeten Bildmuster als durchaus erotisch für die damalige Zeit bezeichnen. Auf dem Plakat einer französischen Korsettfirma wurde beispielsweise eine Frau mit eng geschnürtem Mieder präsentiert, aufgenommen in einer typischen Pose eines „Herrenmagazins“. Diese unterschwellige Erotik wurde jedoch nicht nur für Korsettwerbung benutzt. So wurde sie zum Beispiel auch für diverse Spirituosenhersteller genutzt: Eine Frau mit enger Taille in lasziver Pose, die neckisch am Drink schlürft. Sex sells war also bereits in diesen frühen Werbungen Thema. Damit wurden offenbar der Vermarktung der Produkte durch Einsatz eines Frauenkörpers Tür und Tore geöffnet. Die „moderne Dame“ der 1920er zeigte ihren Körper in Werbemotiven in nie dagewesener Form. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden beispielsweise Damenstrümpfe nur gezeigt, indem sie über eine Stange gelegt wurden. Nun hielt das mit Nylon bedeckte knapp über dem Knie endende Damenbein Einzug in die Strumpfwerbung. Besonders draufgängerisch waren Firmen, die durch das Andeuten des Aus- bzw. Anziehens des Strumpfes noch einen zusätzlichen Hauch Erotik in das Plakat legten.

Link: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Calkins-corset-ad-1898.jpg

Eine Frau hat nur 2 Lebensfragen

Link: https://pixabay.com/de/illustrations/retro-hausfrau-familie-kochen-1321078/

In den 50er Jahren änderte sich das Bild – nun wurde eher die liebende, aufopfernde Ehefrau und Mutter propagiert, die ihren Mann unterstützt wo sie nur kann. Im zweiten Weltkrieg waren viele Frauen gezwungen, arbeiten zu gehen, nun sollte sie wieder in der häuslichen Arbeit ihren Platz und ihr Glück finden. So wurde die Frau nun vermehrt für Haushalts- und Pflegeprodukte eingesetzt. Das vermittelte Bild stellte eine vom Mann gänzlich abhängige Frau dar, die zwar vereinzelt Hilfsarbeiten ihrer durchwegs männlichen Vorgesetzten verrichten durfte, vorrangig aber ihrem Mann dienen sollte. Es wurden schlanke, aber dennoch kurvige Frauen bevorzugt, Marilyn Monroe galt hier als großes Vorbild. In den 50er Jahren gab es jedoch noch eine weitere Entwicklung, nämlich die des Massenmediums Fernsehen. Einer der ersten TV-Werbefilme im deutschsprachigen Raum wurde von Dr. Oetker produziert und spiegelt mit der hier eingeführten Figur der „Frau Renate“ die Rolle der Frau wider. Demnach hatte die Frau lediglich zwei Lebensaufgaben: Was sie anzieht und was sie kocht.

1954 – Dr. Oetker Werbung

Auch in den 60er Jahren wurde dieses Rollenbild weiter propagiert. Die perfekten Eigenschaften der Frau waren mit Attraktivität und einer guten Hausführung abgegolten. Intelligenz war nicht notwendig. Wenn sie arbeitet, dann als Sekretärin oder Bedienerin, also auf jeden Fall in einer dem Mann assistierenden Position. So gesehen änderte sich wenig zum vorigen Jahrzehnt. Die Jugendrevolte von 1968 wird allerdings einen entscheidenden Einfluss im nächsten Jahrzehnt haben!

Die Zigarette als Freiheitssymbol

In den 70er Jahren begann eine langsame Veränderung des Frauenbildes in der Werbung. Allerding war diese eher oberflächlich. Zwar wurde sie nun auch in prestigeträchtigen Berufen gezeigt, allerding suggerierten ihr Auftreten weiterhin das herkömmliche Frauenbild. Erst in den späten 70ern wurden Frauen auch hin und wieder als selbstbewusst und intelligent dargestellt. Nicht zuletzt wurde dies durch Zigarettenwerbungen gefördert. Die Zigarette galt in den 70ern als Symbol für Freiheit und Selbstbewusstheit. Durch das vermehrte Abbilden einer rauchenden Frau konnte sie zunehmend in eine andere Rolle schlüpfen.

Link: https://pixabay.com/de/photos/zigarette-rauchen-frauen-porträts-3571381/

Die Wendung?

War die Frau in der Nachkriegszeit hauptsächlich Hausfrau, stieg die Anzahl der arbeitenden Frauen in den 80ern und 90ern. Der Stereotyp der liebenden Hausfrau und Mutter wurde immer weniger akzeptiert. Die Werbebranche reagierte darauf und zeigte die Frau nun auch häufig in anderen Situationen: Kaffee trinkend, lesend oder aktiv in der Natur. War bis dahin die Hausfrau wichtig, um den Haushalt gut zu führen, wurde den Reinigungsprodukten nun vermehrt als Helfer der Frau dargestellt. Mit dem richtigen Produkt reinigt sich der Haushalt ganz von allein. Auch steht nun der Wunsch der Frau auch mal im Vordergrund. Die Werbung suggeriert nun, dass die Frau das Produkt für sich möchte, und nicht, um ihrem Mann zu gefallen.

1982 – Le Tartare Werbung

Die Frau wird zunehmend unabhängig dargestellt, wenngleich die traditionell weibliche Rolle immer wieder durchschlägt und das Frauenbild eindimensional bleibt. Traditionelle Bilder wie Ehefrau und Mutter bleiben in der Werbung vorrangig.

Good News zum Schluss…

Auch wenn die Werbungen von wirklich gelungenen gleichberechtigten Darstellungen von Frauen und Männer eher zu suchen sind, heißt es nicht, dass es nicht auch tolle Beispiele in Österreich gibt. Um eines an den Schluss zu stellen mit dem Aufruf kritisch zu bleiben – vor allem bei Werbung!

http://www.werbewatchgroup-wien.at/good-news-12

Quellen:

https://www.sozialministerium.at/Themen/Soziales/Soziale-Themen/Gleichstellung-von-Frauen-und-Maennern.html

https://www.weforum.org/reports/gender-gap-2020-report-100-years-pay-equality

http://mediaaffairs.at/aktuellebeitraege/gesellschaft/frauenstudie218.html

https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/stichwort/sexismus/werbung/

http://www.werbewatchgroup-wien.at/was-ist-sexistische-werbung/geschlechterklischees

Griess, Katharina (2013): Die Rolle der Frau in Werbung und Gesellschaft: Grin Verlag.

Zander-Seidel, Jutta (2015): Die veröffentlichte Frau: vom Herrenalbum zum Werbeplakat: Heidelberg University Library.

https://phaidra.fhstp.ac.at/open/o:129

Unser Podcast – Die Frau in der Werbung

Dieser Podcast beinhaltet zwei Interviews mit  zuständigen Herren aus der Möbelbranche zum Thema „Die Frau in der Werbung“. Wir bekommen einen kurzen Überblick über die Möbelbranche, sowie Einblicke in Werbestrategien – wie verkaufen sich Möbel am besten?

https://medienarchiv.phwien.ac.at/die-frau-in-der-werbung/

Monika Hauer, Sabrina Heitzinger und Cornelia Nosek

12 Apr

Digitale Bildung: Wovon reden wir da überhaupt?

Digitale Kultur, digitale Kompetenzen, digital Natives … überall ist digital – aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

Anstelle einer Einleitung zwei aktuelle Begegnungen aus dem digitalen Alltag. Erstens ein Newsletter der Plattform 4teachers.de, auf der sich Blogs, Arbeitsmaterialien, Projektideen u.v.m. finden:

… die Ausstattung von Schülern mit mobilen Lern- und Arbeitsgeräten wird immer wichtiger, um jederzeit und an jedem Ort flexibel und so produktiv wie in der Schule lernen zu können. Mit dem HP ProBook x360 11 G5 Education Edition ermöglichen Sie Ihren Schülern maximale Freiheit und revolutionieren das Lernen – in und außerhalb der Schule. Das speziell für Schüler und Studenten entwickelte Education Convertible Tablet Notebook lässt sich auf fünf Arten nutzen – im Notebook-, Stand-, Tent-, Book- oder Tablet-Modus. … gehört ebenso zur Ausstattung wie die kostenlose Classroom Management Software.

Zweitens ein Artikel von orf.at

( … ) Die Bundesregierung will bis zu 12.000 Computer an Schüler an Bundesschulen (AHS, BMHS) verleihen, die bisher mangels entsprechender Ausrüstung nicht am Heimunterricht teilnehmen konnten.

Besagte Beiträge mögen deshalb von Interesse für eine Betrachtung zur Digitalisierung sein, weil sie sich auf digitale Weise verbreiten und damit eine Aktualität, Vervielfältigung, Personalisierungsmöglichkeit, Feedback-Möglichkeit etc. haben, die im analogen Zeitalter noch nicht möglich war. Oder weil sie eben darüber hinaus das Digitale – im konkreten Fall Schul- und Unterrichts-Maßnahmen – zum Thema haben. Auf erster wie auf zweiter Ebene kann man ohne Zweifel endlose Recherchen betreiben und Erörterungen verfassen, vor allem zum technischen Aspekt, der binären Verwandlung, dem Wesen der Algorithmen, dem Tempo der Nachrichten etc.

Als mindestens ebenso interessant erachte ich allerdings zwei Aspekte, die hier nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind und deshalb umso bedeutender sein mögen.

Im ersten Fall sind es Marketing/PR, die sich ungekennzeichnet als Informationen kaschieren und objektiv vorgeben, von Nutzen für den Unterricht, die SchülerInnen, die Lehrpersonen zu sein. Kurzum, hier hängt sich eine Firma an den Zug der Digitalisierung des Bildungssystems und will damit Geschäfte machen – mit Hard- und Software, die wie marktüblich die User in ein Netz an meist kostenpflichtige Verbindlichkeiten (Updates, Kompatibilität, Cloudzugänge etc.) setzen. Diese Strategien sind für Firmen mit einem entsprechenden Angebot legitim; kritisch wird es allerdings, wenn sie sich – wie etwa Mark Zuckerberg – als Wohltäter aufspielen; wenn es vorrangig darum geht, zukünftige Kunden anzuködern; oder wenn der Softwaregebrauch Daten abwirft, die weiter vermarktet werden. Wer verdient daran? muss also eine der wesentlichen (ethischen) Fragen sein, die man sich stellen muss, wenn man sich mit der Digitalisierung auseinandersetzt. (hier ein Artikel aus der NZZ zu diesem Thema). Eine weitere – die der Bericht auf orf.at anspricht – betrifft die soziale Frage: Denn auch wenn vielerorts von der Demokratisierung infolge der Digitalisierung die Rede ist, vom gestärkten Mitspracherecht und der besseren Zugänglichkeit zu Bildung, gibt es die Hürden, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht ergeben. Und im Zuge der Covid-19-Maßnahmen ist eben sehr deutlich geworden, dass SchülerInnen aus sogenannten bildungsfernen Schichten vom Fernunterricht paradoxer- oder logischerweise am wenigsten profitieren, dass sie vielmehr sogar unerreichbar werden. Die Hürden aus analogen Zeiten, etwa aus den Untersuchungen Bourdieus oder Bernstein, sind also nicht nur genauso gültig, sie scheinen sich unter bestimmten Bedingungen sogar noch zu vergrößern.

Mit diesen Ansätzen möchte ich zeigen, dass eine Diskussion zum Thema Digitalisierung so komplex wie kompliziert ist, ja sein muss. Das beginnt schon damit, welche – oft unbewusste – Einstellung man dazu hat: Sieht man die Digitalisierung als Revolution, gar als Tsunami, den vorwiegend nordamerikanische Unternehmen und Geheimdienste erzeugt haben, um sich den Markt und dann die ganze Welt untertan zu machen? Sieht man sich die Geschichten von Edward Snowden oder Julian Assange an, entsprechende Bücher (warum genau dieser Anbieter und diese Verweise, Referenzen …?) muss man fast auf diese Sichtweise verfallen. Andererseits könnte man sich dem Thema auch etwas distanzierter widmen, aus historischer, soziologischer Sicht, wie es etwa Armin Nassehi in seinem Buch Muster tut. Dann sieht man die Digitalisierung als logische, fast zwingende Transformation, die sich – ähnlich wie der Buchdruck im 16. Jh. – aus den wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen im 19. Jh. ergeben hat. Und die, so Nassehi, ja vor allem auch deshalb diesen unglaublichen umfassenden Siegeszug angetreten hat, weil sie schlichtweg so sagenhaft gut funktioniert, oder? Ein Blick auf das Smartphone, auf seine Entwicklung und Verwendung in den letzten zehn Jahren, auf sein Eindringen in so gut wie alle Lebensbereiche von Navigation über Gesundheit bis Partnersuche reicht alleine schon aus, um diese Transformation zu verdeutlichen.

Nichtsdestotrotz sehen viele LehrerInnen das Digitale noch immer beschränkt auf seinen technischen Aspekt. Der konservative Frontal-Unterricht erlebt dann eben seine Fortsetzung als Einbahn-Youtube-Video, das Tablet ist nichts weiter als eine neue Version des Schulbuchs. Auch hier mag das Digitale funktionieren, aber es funktioniert vor allem als Verstärker, wie es der Pädagoge Jöran Muuß-Merholz in diesem Essay darstellt. Prinzipien und Methoden des Frontalunterrichts können so mittels digitaler Medien noch um den Aspekt der lückenlosen Kontrolle und Überwachung verstärkt werden, während reformpädagogische Ansätze ebenso neue Möglichkeiten entfalten können. Doch diese Ansätze greifen eben zu kurz, sie nehmen nicht den gesellschaftlichen Wandel in den Blick, den die Digitalisierung mit sich gebracht hat. Die Lehrerfortbildnerin Lisa Rosa hat zu diesem Thema eben so gut verständliche wie kluge Beiträge verfasst wie der Pädagoge Axel Krommer

Erst auf Basis solch einen umfassenden Verständnisses, das die Digitalisierung eben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und neben den technischen Aspekten auch die zahlreichen Chancen, aber auch Risiken und Profiteure in Betracht zieht, lässt sich meines Erachtens eine sinnvolle Diskussion führen. Sonst ist man allzu leicht geneigt, in euphorischen Aktionismus zu verfallen wie etwa meiner Meinung nach Christoph Meinel in diesem Beitrag, auf den sich auf derselben Plattform eine gute Replik findet, die den Bildungsbegriff eben nicht nur den Softwareentwicklern überlassen will; oder man verfällt in einen Wertekonservatismus wie beispielsweise der Pädagoge Klaus Zierer, der Äpfel mit Birnen verwechselt und Probleme dort sieht, wo vielleicht gar keine sind, wie wiederum Axel Krommer in einer Entgegnung meint.

Als LehrerIn sollte man sich mit solchen Fragen auseinandersetzen, bevor man auf die tatsächlich unzähligen Angebote aus Hard- und Software zugreift, die aktuell verfügbar sind. Ein best-practice-Kompendium liefert etwa die Bertelsmann-Stiftung mit diesen zehn Beispielen aus deutschen Schulen. Wobei einen die weiterführenden Links – etwa zu Kahoot oder Sketchometry, zu Mystery-Skype und anderen Learning-Apps – auch zum Beginn dieses Blogbeitrags führen sollten, zu den Fragen nach den Profiteuren, nach den Hürden … und zu den vernetzten Referenzen und Antworten, die sich daraus in bester digitaler Weise ergeben sollen.

30 Jan

Mein Stempel

Foto: (c) Autorin

Auf dem Bild sieht man rechts den ersten Stempel. Hier waren die Einstellungen nicht optimal eingestellt. Ich finde, dass das Bearbeitungsprogramm etwas kompliziert ist und man sich länger damit beschäftigen sollte. Zum Glück konnte uns eine Kollegin helfen. Dann beim zweiten Mal hatte ich Erfolg. Es ist nun besser zu erkennen, dass es ein lachendes Gesicht ist. Der Stempel wird nun in der Schule verwendet.

30 Jan

Der Lasergravierer und ich

Das erfreuliche Endergebnis

Zuerst musste die Software Inkscape auf meinen PC geladen werden, um starten zu können. Inkscape ist ein Programm zum Bearbeiten von Vektorgrafiken. Mit Hilfe 2er Mitstudierenden entwarf ich meinen Schlüsselanhänger im Programm Inkscape. Meine Initialen sollten überlappen, damit stand ich kurzfristig vor einer fast unlösbaren Herausforderung. Die Lösung waren lediglich 2 Textfelder, für jeden Buchstaben eines, zu bilden. Dadurch konnten beide Buchstaben beliebig verschoben werden. Dann ging der Auftrag auch schon zu Lasergravierer.

Im Anschluss gravierten meine Mitstudiernden ihre Stempelvorlagen und danach wollte ich sehen, wie mein Schlüsselanhänger auf Plexiglas aussieht.
Dies war eine große Herausforderung, da das Programm des Lasergravierers für die Stempel eingestellt war, daher wurden meine ersten 2 Versuche spiegelverkehrt gedruckt.

Erst nach einigem Tüfteln war auch diese Herausforderung der Spiegelung geschafft.