01 Dez

Schule in der Zukunft

Das Zeitalter der Digitalisierung im Bereich des Bildungssystems

Die Diskussion darüber, was „die perfekte Schule“ ausmacht beziehungsweise welche Ressourcen dazu benötigt werden, beschäftigt unsere Gesellschaft bereits seit einigen Jahrzehnten. Anders als früher existiert heutzutage eine Komponente, die immer mehr Einfluss auf sämtliche unserer Lebensbereiche hat – die Digitalisierung.

Die Digitalisierung spielt nun seit geraumer Zeit auch im Schulsystem eine immer wichtiger werdende Rolle, da sie sowohl die Arbeit der Pädagogen und Pädagoginnen als auch die Lernprozesse der Schüler und Schülerinnen beeinflusst. Selbstverständlich zieht dies zum einen Neuerungen in den Lehrplänen und andererseits neue Computerprogramme, welche gleichzeitig unterrichtet und angewandt werden sollen, nach sich. Daraus folgt, dass sich die pädagogische Arbeit im Laufe der Jahre immer mehr verändern wird, da sich sowohl die Inhalte als auch deren Vermittlung an den Prozess der Digitalisierung anpassen werden. Zudem kommt, dass auch soziale Medien immer mehr in unser Leben eingebettet werden und als Nebenerscheinung der Digitalisierung auftreten. Besonders wichtig ist es, den Schüler*innen den verantwortungsvollen Umgang mit jenem Medium zu vermitteln und sie in diesem Zusammenhang auch auf etwaige Gefahrensituationen vorbereitet.

Ein chinesisches Unternehmen hat bereits im Juni dieses Jahres begonnen den Lehrer*innen Konkurrenz zu machen. Ein Computerprogramm erstellt einen sogenannten adaptiven Lehrplan für die Schüler*innen, um den Kindern die individuelle Förderung zu bieten, welche sie benötigen „um schneller und besser zu lernen“, so die Erfinder. Erste Forschungsergebnisse bestätigten dies auch. Die Kinder, welche von den Maschinen unterrichtet wurden verbesserten sich um ganze 5 Prozentpunkte mehr, als jene, die in der Schule von Lehrer*innen unterrichtet wurden.

Nicht ganz so futuristisch wagt der Nationale Bildungsbericht 2018 ebenfalls einen Blick in die Zukunft. Bis 2040 sollen die Kinder beispielsweise 2 Jahre länger in der Volksschule verbringen, und so 7 gemeinsame Schuljahre in der Gemeinschaft erleben. Der Gesamtschule für die 6 bis 14-Jährigen wird allerdings keine große Chance eingeräumt. Lernziele sollen in 20 Jahren individualisiert werden, nach dem jeder Schüler ein „Grundniveau“ erreicht hat. Natürlich wird auch die Digitalisierung erwähnt, man erwarte „ähnliche Entwicklungen, wie das Flipped-Classroom-Konzept“. Außerdem könne das Lernen in der Zukunft teils außerhalb der Schule stattfinden. Die Lehrperson agiert dann nur mehr als Unterstützung beim Verarbeiten, allerdings könne man sich dies nur in höheren Schulstufen vorstellen.

Uns stellt sich nun die Frage, inwiefern sich die Arbeit von Pädagogen und Pädagogen in Österreich innerhalb der nächsten Jahre verändern wird und wie man als Lehrperson damit umgehen soll, dass sämtliche Lebensbereiche immer mehr der Digitalisierung unterliegen? Gibt es in Zukunft die Institution „Schule“ überhaupt noch oder werden alle nur mehr von zuhause aus (online) beschult?

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft aus dem Wintersemester 2019, Gruppe BP3A01 über „Zukunft der Bildung“ von Jennifer Faist, Cornelia Holzinger und Sophie Marie Polay.

Quellen:

https://www.wienerzeitung.at/themen/schule/2006623-Was-braucht-die-Schule-der-Zukunft.html

Abgerufen am 22.11.2019

https://www.bifie.at/wp-content/uploads/2019/03/NBB_2018_Band2_Beitrag_12.pdf

Abgerufen am 22.11.2019

https://www.derstandard.at/story/2000104692940/ist-eine-kuenstliche-intelligenz-der-bessere-lehrer

Abgerufen am 27.11.2019

29 Mai

Tools- Nützliche Hilfsmittel oder unnötige Digitalisierung unserer Klassenzimmer?

Tools. Das klingt erst einmal nicht so als ob es etwas für das Klassenzimmer, sondern eher für den Hobbyheimwerker wäre. Wenn man sich genauer mit dem Thema befasst und sich ein wenig darüber informiert, wird einem aber schnell klar, dass Tools diverse digitale Mittel sind, die im Unterricht eingesetzt werden können.
Einige fragen sich jetzt vielleicht:
Was genau sind Tools? Wie kann ich sie einsetzen und wozu?
Also begeben wir uns auf eine Reise durch den virtuellen Baukasten der uns Lehrpersonen zur Verfügung steht.

Aurasma- DIY Augmented Reality

Aurasma ist ein Tool, welches sowohl auf Lehrer und Lehrerinnen als auch auf Unternehmen abzielt. Die App bietet die Möglichkeit Augmented Reality in Fotos einzubinden. Man kann ein Video in ein Foto einbinden.
Wie genau das funktioniert und wie man es einsetzen könnte erklärt Matt Mills 2012 auf der TED- Konferenz.

Socrative

Socrative bietet die Möglichkeit verschiedene Quiz für die Schülerinnen und Schüler zu erstellen und somit Abwechslung in den Alltag zu bringen und gleichzeitig ihren Lernstand zu kontrollieren. Die Nutzung der App ist kostenlos, hierzu ist es notwendig eine Konto zu erstellen. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Schüler- oder einem Lehrerkonto anzumelden.
Ist man mit einem Lehrerkonto angemeldet kann man aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen, man kann ein normales Quiz erstellen um z.B. eine Lernzielkontrolle durchzuführen oder ein bisschen Schwung in die Klasse bringen indem man ein „Lernwettrennen“ veranstaltet.
Damit die Kinder an diesen Quiz und Wettrennen teilnehmen können, ist es wichtig dass alle Kinder einen Laptop, ein Tablet oder Smartphone zur Verfügung haben.

Formative

Formative ist ähnlich wie Socrative eine Möglichkeit das Wissen der Kinder abzufragen. Hier gibt es bereits eine Datenbank aus verschiedenen Quiz, es besteht aber auch die Möglichkeit selbst einen „Beitrag“ zu einem bestimmten Thema zu erstellen.

„Finding a tool that allows me to visually assess my students from their own device is irreplaceable.“ (Trapper, High School Math & Science Teacher, https://goformative.com/ )

Pingo

Pingo ist ein Tool um Umfragen durchzuführen. Hier kann die Lehrperson eine Frage stellen und Jede/Jeder mit einem Gerät mit Internetzugang, kann an der Umfrage teilnehmen.

Sinnvoll oder nicht?

Ob all diese Tools sinnvoll sind oder nicht, im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, muss denke ich Jede/Jeder für sich selbst einschätzen. Tatsache ist, dass all diese Tools eine erweiterte Plattform des Lernens eröffnen.
Besonders kritisch sehe ich allerdings, dass es für Alle die Voraussetzung gibt, dass alle Kinder ein Tablett, Handy oder einen Laptop zur Verfügung haben. Gehen wir davon aus, dass heutzutage sowieso jedes Kind eines dieser Geräte besitzt, sollte es kein Problem geben, sollte man allerdings davon ausgehen dass es Kinder gibt, die aus verschiedenen Gründen keines dieser Geräte zur Verfügung haben, muss sich die Lehrperson eine Alternative überlegen, um diese Kinder nicht auszuschließen, wenn Tools im Unterricht eingesetzt werden sollen.

13 Mai

Masterplan – Digitalisierung: Expectations vs. Reality

2018 wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Masterplan zur Digitalisierung im Bildungswesen angekündigt.

Dieser Masterplan gliedert sich in drei Handlungsfelder: die Software, Hardware und Lehrende.

Die “Software” meint eine Überarbeitung der bisherigen Lehrpläne, konkret sollen Lehr- und Lerninhalte aus dem Bereich der Digitalisierung in den Unterricht miteinfließen.

Ziel ist es, die mobilen Endgeräte an den Schulen auf einen einheitlichen Standard zu bringen.

“Hardware” bezeichnet die technische Grundausstattung an den Schulstandorten.

Das dritte Handlungsfeld beschäftigt sich mit der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrenden.

Lehrpersonen sollen sich neue Arten der Vermittlung von Inhalten und Möglichkeiten im Bereich der Digitalisierung aneignen.

Dabei wurden folgende Zielsetzungen aufgelistet:

  • Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Unterricht
  • Förderung der digitalen Kompetenzen in allen Schularten und -stufen
  • Steigerung des Interesses an Technologie und -entwicklung
  • Vermittlung von digitalen Fertigkeiten, Wissen und Kompetenzen für weitere Ausbildung und Arbeitsmarkt
  • Förderung eines kreativen Umgangs mit digitalen Medien unter Berücksichtigung der Talente und Interessen der SchülerInnen

Aber wie sieht die Realität im Unterricht zurzeit wirklich aus?

  • 24% der Pflichtschulen verfügen nicht einmal über W-LAN Anschluss
  • rund 10% der Schulen der Sekundarstufe sind Notebookklassen, aber etwa 60% der Schulen arbeiten bei Bedarf mit schülereigenen Geräten.
  • der Großteil des digitalen Unterrichts findet in PC-Räumen statt

Die Umsetzung des Masterplans soll schon bis 2023 erfolgen.

Uns stellt sich die Frage, ob die Zielsetzungen in diesem Zeitraum auch wirklich realisierbar sind.

Es gibt außerdem Teile der Bevölkerung, wie z.B. Kinder alleinerziehender Eltern, die Generation 50+, oder ethnische Randgruppen, die an den neuen Optionen nicht teilhaben  können.

Wie geht man damit um, dass ihre Chancen auf Bildung, Ausbildung und Erwerbsarbeit immer geringer werden?

Quellen:

https://bmbwf.gv.at/fileadmin/user_upload/Aussendung/Masterplan_Digitalisierung/MRV_BMBWF_Masterplan_Digitalisierung_Bildungswesen.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 15:48 Uhr

https://bmbwf.gv.at/fileadmin/user_upload/Aussendung/Masterplan_Digitalisierung/Masterplan_Digitalisierung_Presseinformation.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 16:00 Uhr

https://phoodle.phwien.ac.at/pluginfile.php/184616/mod_resource/content/2/ARB_Gutachten_gesamt_16.05.2017.pdf, zugegriffen am 8.5.2019, 16:05 Uhr

Quelle Bild:

https://pixabay.com/de/photos/schule-tablet-ipad-bildung-3765919/, zugegriffen am 8.5.2019, 16:08

Seminarblog von: Aishwarya Balakrishna, Linda Schediwy, Carina Kraft und Sarah Kolesar


19 Jun

Digitale Bildung an der Pädagogischen Hochschule Wien: Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI)

Verfasst von: Sophie Rauter

Auch das Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) an der Pädagogischen Hochschule Wien beschäftigt sich mit der digitalen Bildung. Dabei werden die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Technologien, Medien und Werkzeugen in Bildungsräumen genauer in den Blick genommen und nachhaltige Konzepte und Lösungen für Schule und Hochschule entwickelt.

In den Lernräumen des Future Learning Labs (FLL) können digitale Kompetenzen erlernt und gelehrt werden. Dabei steht das FLL voll und ganz im Sinne der „Schule 4.0“. Es bietet Beratungen und Betreuungen an, erprobt unterschiedliche Lerntechnologien und verfügt zudem über ein Labor zum Arbeiten mit Augmented Reality und Virtual Reality Elementen.

Mit dem Education Innovation Studio (EIS) bietet das ZLI Schüler/innen, Studierenden und Lehrenden eine innovative Lernumgebung, in der in spielerischen Lernsettings mit unterschiedlichen Phänomenen zu Coding & Robotik experimentiert werden kann. Das EIS bietet zudem Beratung und Projektbegleitung, Workshops an Schulen, Ausbildung- und Weiterbildungsmöglichkeiten und unterschiedliche Unterrichtsanregungen und Materialien an.

Anbei findet ihr den Trailer des EIS:

Für weitere Information könnt ihr die Homepage des ZLI (https://zli.phwien.ac.at/) besuchen oder ihr schaut ganz einfach vor Ort an der Pädagogischen Hochschule vorbei.

19 Jun

Virtuelle Pädagogische Hochschule

Verfasst von: Sophie Rauter

Während unserer Recherche zum Thema „Schule 4.0“ sind wir zudem auf die Virtuelle Pädagogische Hochschule gestoßen. Im Zuge der Digitalisierungsstrategie und einhergehender Vermittlung von Medienkompetenz ist es unumgänglich, auch Lehrerinnen und Lehrer mit fundierten Kenntnissen auszubilden. Denn das reine Alltagswissen reicht nicht aus, um Handlungsfähigkeit in der mediatisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu gewährleisten.

Dabei kommen auf uns Pädagogen und Pädagoginnen folgende Aufgaben zu:

BerufseinsteigerInnen:
• Digitaler Kompetenzcheck (digi.checkP)
• Absolvierung „digitale Kompetenzen, digitale Fachdidaktik“ (6 ECTS) Plattform digifolio.at
• Digitales Portfolio zur Reflexion der eigenen Lehrtätigkeit

Im Beruf stehende PädagogInnen:
• Fortbildung, Angebote „digitale Kompetenzen, digitale Fachdidaktik“
• Ausbau der Angebote der Virtuellen Pädagogischen Hochschule
• Peer Learning über Mobile Learning und eEducationAustria

Die Virtuelle Pädagogische Hochschule ist ein Bundeszentrum und versteht sich als digital-innovative Service- und Fortbildungsstelle für Lehrkräfte, Lehramtstudierende, Pädagogische Hochschulen, Schulen und andere SystempartnerInnen. Dabei ist sie stets auf der Suche nach neuen Innovationen im digitalen Bereich. Die Aufgabe ist es neue Trends zu suchen und daraus neuartige digital-innovative und -inklusive Entwicklungs- und Vermittlungsformte für die Lehrkräftefortbildung zu konzipieren, zu erproben und zu verbessern.

Dabei stellt sie den Lehrpersonen unterschiedliche digitale Fortbildungsformate, in Form von mehrwöchigen tutorierten Online-Seminaren, 1-stündigen Live-Online Expert/innen-Vorträgen und kompakten Selbstlernmaterialien, kostenlos zur Verfügung.

Im Folgen werden einige dieser kooperativen Online-Seminare aufgelistet.
• eLectures:
o Einstündige, interaktive Online-Livesessions, sog. Webinare
• Coffeecup learnings:
o Gamifizierte Microlearning-Angebote zum orts- und zeitunabhängigen Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen. Egal wann, egal wo!
• MOOC-Begleitungen:
o MOOC – Massive Open Online Courses – große, in der Regel frei zugängliche Online-Fortbildungen, die Virtuelle PH entwickelt diese mit und/oder unterstützt bei der Teilnahme
• OTA – Online-Tutoring-Ausbildung:
o Dreigliedriges Ausbildungsprogramm bestehend aus Präsenzhalbtag, Online-Phase mit Abschlusstest sowie begleitetes Praktikum für Lehrende an Pädagogischen Hochschulen.
• OER – Open Educational Ressources:
o Freie Bildungsmaterialien für den Hochschul- und Schulbereich.

Weitere Informationen zu der Virtuellen Pädagogischen Hochschule und deren Fortbildungsangeboten findet ihr unter: http://www.virtuelle-ph.at/

19 Jun

Cyberworld – „Surfen mit Köpfchen“ (Schule 4.0)

Verfasst von: Sophie Rauter

Wischen statt blättern, Likes statt Freundschaftsbücher. Ob Freizeit oder Arbeit – die Welt, in der wir leben, ändert sich rasant. Digitale Technologien begegnen uns überall und neue Technologien überholen sich innerhalb kürzester Zeit. Jetzt machen die digitalen Technologien selbst vor den Kleinsten nicht halt. Mit der Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0 – jetzt wird´s digital“ sollen digitale Medien Teil des Unterrichts werden und bereits in der Volksschule sollen Kinder digitale Kompetenzen erwerben. Dabei sollen die Schüler und Schülerinnen so gut wie möglich auf die Herausforderungen im Umgang mit Tablet und Smartphone vorbereitet werden und das Ziel ist es, dass kein Kind die Schule ohne Medienkompetenz verlässt.

Wie diese Strategie genau aufgebaut ist, in der Praxis umgesetzt wird und welche Bedenken dabei entstehen, erzählen uns heute unsere drei Experten.