12 Apr

Digitale Bildung: Wovon reden wir da überhaupt?

Digitale Kultur, digitale Kompetenzen, digital Natives … überall ist digital – aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

Anstelle einer Einleitung zwei aktuelle Begegnungen aus dem digitalen Alltag. Erstens ein Newsletter der Plattform 4teachers.de, auf der sich Blogs, Arbeitsmaterialien, Projektideen u.v.m. finden:

… die Ausstattung von Schülern mit mobilen Lern- und Arbeitsgeräten wird immer wichtiger, um jederzeit und an jedem Ort flexibel und so produktiv wie in der Schule lernen zu können. Mit dem HP ProBook x360 11 G5 Education Edition ermöglichen Sie Ihren Schülern maximale Freiheit und revolutionieren das Lernen – in und außerhalb der Schule. Das speziell für Schüler und Studenten entwickelte Education Convertible Tablet Notebook lässt sich auf fünf Arten nutzen – im Notebook-, Stand-, Tent-, Book- oder Tablet-Modus. … gehört ebenso zur Ausstattung wie die kostenlose Classroom Management Software.

Zweitens ein Artikel von orf.at

( … ) Die Bundesregierung will bis zu 12.000 Computer an Schüler an Bundesschulen (AHS, BMHS) verleihen, die bisher mangels entsprechender Ausrüstung nicht am Heimunterricht teilnehmen konnten.

Besagte Beiträge mögen deshalb von Interesse für eine Betrachtung zur Digitalisierung sein, weil sie sich auf digitale Weise verbreiten und damit eine Aktualität, Vervielfältigung, Personalisierungsmöglichkeit, Feedback-Möglichkeit etc. haben, die im analogen Zeitalter noch nicht möglich war. Oder weil sie eben darüber hinaus das Digitale – im konkreten Fall Schul- und Unterrichts-Maßnahmen – zum Thema haben. Auf erster wie auf zweiter Ebene kann man ohne Zweifel endlose Recherchen betreiben und Erörterungen verfassen, vor allem zum technischen Aspekt, der binären Verwandlung, dem Wesen der Algorithmen, dem Tempo der Nachrichten etc.

Als mindestens ebenso interessant erachte ich allerdings zwei Aspekte, die hier nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind und deshalb umso bedeutender sein mögen.

Im ersten Fall sind es Marketing/PR, die sich ungekennzeichnet als Informationen kaschieren und objektiv vorgeben, von Nutzen für den Unterricht, die SchülerInnen, die Lehrpersonen zu sein. Kurzum, hier hängt sich eine Firma an den Zug der Digitalisierung des Bildungssystems und will damit Geschäfte machen – mit Hard- und Software, die wie marktüblich die User in ein Netz an meist kostenpflichtige Verbindlichkeiten (Updates, Kompatibilität, Cloudzugänge etc.) setzen. Diese Strategien sind für Firmen mit einem entsprechenden Angebot legitim; kritisch wird es allerdings, wenn sie sich – wie etwa Mark Zuckerberg – als Wohltäter aufspielen; wenn es vorrangig darum geht, zukünftige Kunden anzuködern; oder wenn der Softwaregebrauch Daten abwirft, die weiter vermarktet werden. Wer verdient daran? muss also eine der wesentlichen (ethischen) Fragen sein, die man sich stellen muss, wenn man sich mit der Digitalisierung auseinandersetzt. (hier ein Artikel aus der NZZ zu diesem Thema). Eine weitere – die der Bericht auf orf.at anspricht – betrifft die soziale Frage: Denn auch wenn vielerorts von der Demokratisierung infolge der Digitalisierung die Rede ist, vom gestärkten Mitspracherecht und der besseren Zugänglichkeit zu Bildung, gibt es die Hürden, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht ergeben. Und im Zuge der Covid-19-Maßnahmen ist eben sehr deutlich geworden, dass SchülerInnen aus sogenannten bildungsfernen Schichten vom Fernunterricht paradoxer- oder logischerweise am wenigsten profitieren, dass sie vielmehr sogar unerreichbar werden. Die Hürden aus analogen Zeiten, etwa aus den Untersuchungen Bourdieus oder Bernstein, sind also nicht nur genauso gültig, sie scheinen sich unter bestimmten Bedingungen sogar noch zu vergrößern.

Mit diesen Ansätzen möchte ich zeigen, dass eine Diskussion zum Thema Digitalisierung so komplex wie kompliziert ist, ja sein muss. Das beginnt schon damit, welche – oft unbewusste – Einstellung man dazu hat: Sieht man die Digitalisierung als Revolution, gar als Tsunami, den vorwiegend nordamerikanische Unternehmen und Geheimdienste erzeugt haben, um sich den Markt und dann die ganze Welt untertan zu machen? Sieht man sich die Geschichten von Edward Snowden oder Julian Assange an, entsprechende Bücher (warum genau dieser Anbieter und diese Verweise, Referenzen …?) muss man fast auf diese Sichtweise verfallen. Andererseits könnte man sich dem Thema auch etwas distanzierter widmen, aus historischer, soziologischer Sicht, wie es etwa Armin Nassehi in seinem Buch Muster tut. Dann sieht man die Digitalisierung als logische, fast zwingende Transformation, die sich – ähnlich wie der Buchdruck im 16. Jh. – aus den wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen im 19. Jh. ergeben hat. Und die, so Nassehi, ja vor allem auch deshalb diesen unglaublichen umfassenden Siegeszug angetreten hat, weil sie schlichtweg so sagenhaft gut funktioniert, oder? Ein Blick auf das Smartphone, auf seine Entwicklung und Verwendung in den letzten zehn Jahren, auf sein Eindringen in so gut wie alle Lebensbereiche von Navigation über Gesundheit bis Partnersuche reicht alleine schon aus, um diese Transformation zu verdeutlichen.

Nichtsdestotrotz sehen viele LehrerInnen das Digitale noch immer beschränkt auf seinen technischen Aspekt. Der konservative Frontal-Unterricht erlebt dann eben seine Fortsetzung als Einbahn-Youtube-Video, das Tablet ist nichts weiter als eine neue Version des Schulbuchs. Auch hier mag das Digitale funktionieren, aber es funktioniert vor allem als Verstärker, wie es der Pädagoge Jöran Muuß-Merholz in diesem Essay darstellt. Prinzipien und Methoden des Frontalunterrichts können so mittels digitaler Medien noch um den Aspekt der lückenlosen Kontrolle und Überwachung verstärkt werden, während reformpädagogische Ansätze ebenso neue Möglichkeiten entfalten können. Doch diese Ansätze greifen eben zu kurz, sie nehmen nicht den gesellschaftlichen Wandel in den Blick, den die Digitalisierung mit sich gebracht hat. Die Lehrerfortbildnerin Lisa Rosa hat zu diesem Thema eben so gut verständliche wie kluge Beiträge verfasst wie der Pädagoge Axel Krommer

Erst auf Basis solch einen umfassenden Verständnisses, das die Digitalisierung eben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und neben den technischen Aspekten auch die zahlreichen Chancen, aber auch Risiken und Profiteure in Betracht zieht, lässt sich meines Erachtens eine sinnvolle Diskussion führen. Sonst ist man allzu leicht geneigt, in euphorischen Aktionismus zu verfallen wie etwa meiner Meinung nach Christoph Meinel in diesem Beitrag, auf den sich auf derselben Plattform eine gute Replik findet, die den Bildungsbegriff eben nicht nur den Softwareentwicklern überlassen will; oder man verfällt in einen Wertekonservatismus wie beispielsweise der Pädagoge Klaus Zierer, der Äpfel mit Birnen verwechselt und Probleme dort sieht, wo vielleicht gar keine sind, wie wiederum Axel Krommer in einer Entgegnung meint.

Als LehrerIn sollte man sich mit solchen Fragen auseinandersetzen, bevor man auf die tatsächlich unzähligen Angebote aus Hard- und Software zugreift, die aktuell verfügbar sind. Ein best-practice-Kompendium liefert etwa die Bertelsmann-Stiftung mit diesen zehn Beispielen aus deutschen Schulen. Wobei einen die weiterführenden Links – etwa zu Kahoot oder Sketchometry, zu Mystery-Skype und anderen Learning-Apps – auch zum Beginn dieses Blogbeitrags führen sollten, zu den Fragen nach den Profiteuren, nach den Hürden … und zu den vernetzten Referenzen und Antworten, die sich daraus in bester digitaler Weise ergeben sollen.

29 Mai

Tools- Nützliche Hilfsmittel oder unnötige Digitalisierung unserer Klassenzimmer?

Tools. Das klingt erst einmal nicht so als ob es etwas für das Klassenzimmer, sondern eher für den Hobbyheimwerker wäre. Wenn man sich genauer mit dem Thema befasst und sich ein wenig darüber informiert, wird einem aber schnell klar, dass Tools diverse digitale Mittel sind, die im Unterricht eingesetzt werden können.
Einige fragen sich jetzt vielleicht:
Was genau sind Tools? Wie kann ich sie einsetzen und wozu?
Also begeben wir uns auf eine Reise durch den virtuellen Baukasten der uns Lehrpersonen zur Verfügung steht.

Aurasma- DIY Augmented Reality

Aurasma ist ein Tool, welches sowohl auf Lehrer und Lehrerinnen als auch auf Unternehmen abzielt. Die App bietet die Möglichkeit Augmented Reality in Fotos einzubinden. Man kann ein Video in ein Foto einbinden.
Wie genau das funktioniert und wie man es einsetzen könnte erklärt Matt Mills 2012 auf der TED- Konferenz.

Socrative

Socrative bietet die Möglichkeit verschiedene Quiz für die Schülerinnen und Schüler zu erstellen und somit Abwechslung in den Alltag zu bringen und gleichzeitig ihren Lernstand zu kontrollieren. Die Nutzung der App ist kostenlos, hierzu ist es notwendig eine Konto zu erstellen. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Schüler- oder einem Lehrerkonto anzumelden.
Ist man mit einem Lehrerkonto angemeldet kann man aus verschiedenen Möglichkeiten auswählen, man kann ein normales Quiz erstellen um z.B. eine Lernzielkontrolle durchzuführen oder ein bisschen Schwung in die Klasse bringen indem man ein „Lernwettrennen“ veranstaltet.
Damit die Kinder an diesen Quiz und Wettrennen teilnehmen können, ist es wichtig dass alle Kinder einen Laptop, ein Tablet oder Smartphone zur Verfügung haben.

Formative

Formative ist ähnlich wie Socrative eine Möglichkeit das Wissen der Kinder abzufragen. Hier gibt es bereits eine Datenbank aus verschiedenen Quiz, es besteht aber auch die Möglichkeit selbst einen „Beitrag“ zu einem bestimmten Thema zu erstellen.

„Finding a tool that allows me to visually assess my students from their own device is irreplaceable.“ (Trapper, High School Math & Science Teacher, https://goformative.com/ )

Pingo

Pingo ist ein Tool um Umfragen durchzuführen. Hier kann die Lehrperson eine Frage stellen und Jede/Jeder mit einem Gerät mit Internetzugang, kann an der Umfrage teilnehmen.

Sinnvoll oder nicht?

Ob all diese Tools sinnvoll sind oder nicht, im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, muss denke ich Jede/Jeder für sich selbst einschätzen. Tatsache ist, dass all diese Tools eine erweiterte Plattform des Lernens eröffnen.
Besonders kritisch sehe ich allerdings, dass es für Alle die Voraussetzung gibt, dass alle Kinder ein Tablett, Handy oder einen Laptop zur Verfügung haben. Gehen wir davon aus, dass heutzutage sowieso jedes Kind eines dieser Geräte besitzt, sollte es kein Problem geben, sollte man allerdings davon ausgehen dass es Kinder gibt, die aus verschiedenen Gründen keines dieser Geräte zur Verfügung haben, muss sich die Lehrperson eine Alternative überlegen, um diese Kinder nicht auszuschließen, wenn Tools im Unterricht eingesetzt werden sollen.

05 Dez

Internet der Dinge

Grafik: https://www.acalbfi.com/de/IoT/

Das Internet der Dinge

Definition:

Im Jahr 1999 wurde der Begriff erstmals von Kevin Ashton erwähnt. Um die Jahrtausendwende begann, wegen der Verbreitung von WLAN und Bluetooth, die erste Phase der „Vernetzung von Werkzeug, und Armbanduhr und Schuhe, Jacke, Auto, Stuhl und Teppichböden“, welche die einfachste Form des IoT ist. (Alois Ferscha, Vorstand desIOTInstituts für Pervasive Computing an der Universität Linz)

„Das Internet der Dinge (englisch: Internet of Things, kurz IoT) bezeichnet die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation innerhalb einer Internet-ähnlichen Struktur.

Objekte, Menschen, Systeme und Informationsquellen verbinden sich darin zu einer Infrastruktur, die in der Lage ist, mit Hilfe intelligenter Services Informationen sowohl aus der realen wie auch aus der virtuellen Welt zu verarbeiten. Darüber hinaus ist das System in der Lage, auf diese Informationen zu reagieren“ und autonom zu handeln.
https://www.austrian-standards.at/infopedia-themencenter/infopedia-artikel/internet-der-dinge-iot/(zuletzt aufgerufen am 02.12.18)

 

Beispiele:
  1. Waschmaschine:

Wenn eine Waschmaschine mit dem Internet verbunden wird, wird sie zu einem „intelligenten Gegenstand“. Sie ist dann im Stande mit den Menschen (über ein internetfähiges Gerät) zu kommunizieren sowie mit anderen Devices, die mit dem Internet verbunden sind.

  • wann ist die Wäsche fertig
  • startet, wenn der Strom dazu am günstigsten ist
  1. Kühlschrank:

Ist der Kühlschrank leer, wird dies erkannt und per Onlineshopping neu befüllt. Dies geschieht je nach persönlichen Präferenzen, die über eine gewisse Zeit lang mittels Datensammlung angehäuft wurde.

weitere Beispiele: Elektroautos, Smarthouse, Straßenlaternen, Smartwatch
https://derstandard.at/2000067809433/Regeln-fuer-die-total-vernetzte-Welt-gesucht (zuletzt aufgerufen am 02.12.18)

Ziel des IOT: (Internet of Things)

Das Bestreben des Internets ist es, die virtuelle Welt mit der realen Welt zu verbinden, um folgende Dinge zu gewährleisten:

  • Sicherheit
  • Einfachheit
  • Ökonomie
Keine Zukunftsmusik – durch neue Technologien:
  • RFID (radio-frequency-identification)

Ein RFID Code Chip wird an unterschiedlichen Gegenständen montiert. Er gibt den Dingen eine eigene Identität. Jener kann mit einem Gedächtnis verglichen werden, das Entscheidungen treffen kann. Sämtliche Daten können in Millisekunden verarbeitet werden und die Resultate mit einem Steuerungs- und Handlungsauftrag per Feedback-Schleife in unsere Welt zurückspielen. Es bildet sich eine sogenannte Schwarmintelligenz.

Fraglich:

  • Konzerne – Arbeitsplätze
  • Datenschutz (Optimierung, Analyse) – Hacker
  • Transparenz
Offene Werkstatt: „Das Internet der Dinge – die nächste digitale Revolution.“
  • Wie verändert sich künstliche Intelligenz („SMARTE“ Dinge) unser Leben?
  • Wie gehen wir damit um?
Herausforderungen:
  • Veränderung der Geschäftsmodelle
    • Produkte verlieren ihren Wert
    • Gewonnene Daten gewinnen Wert
    • man zahlt für Services und Anwendungen
    • Geld fließt erst später, nicht bei der Anschaffung des Produktes
      (z.B. Microsoft Office)
  • Auswirkungen
    • im Unternehmen
    • Entfall der Arbeitsplätze die Maschinen übernehmen können
    • Entstehen von neuen Arbeitsplätzen (allerdings im IT)
    •  Rollenveränderungen
    • Wandel der Kultur
    • Kreativität als Kernkompetenz
  • Im privaten Alltag
    • Nutzung „digitaler Assistenz“
      (z.B. Navi, Alexa,..)
    • Service- Orientierung
      (z.B. Drive Now, Word,… )
    • „Digitale“ Kulturen
    • Denkweisen verändern sich
    • Menschen werden transparenter durch Infofreigabe

https://www.youtube.com/watch?v=byGnESGnwcM (zuletzt aufgerufen am 02.12.18)

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