07 Jan

Weltbibliothek: Google Books

Blogbeitrag zu Google Books

Die Motivation des Projekts Google Books ist es seit 2004, eine Weltbibliothek zu erschaffen, sodass jede und jeder auf dieser Welt Zugang zu Informationen und Bildung bekommen kann. Begonnen wurde Ende der 1990-er Jahre bei der Universitätsbibliothek Harvard in USA und es wurden im Lauf der Jahre immer mehr Abmachungen mit Bibliotheken getroffen die Bücher einzuscannen und zu archivieren, damit Bücher bzw. deren Inhalte nicht mehr verloren gehen können. Die Orte der Bücherscans und der finanzielle Aufwand der Arbeit sind bis heute geheim.

Google Books hat die Intention möglichst eine Vielzahl an Leser/innen zu erreichen, daher sind die inhaltlichen Angebote sehr unterschiedlich. Durch die umfangreiche Nutzung können die Angebote für User/innen gespeichert und durch Algorithmen verfeinert werden. Doch nicht nur Google holt seine Informationen aus den Suchergebnissen, auch Silicon Valley, Microsoft, der nationale Sicherheitsdienst (NSA), etc. haben ihren Nutzen davon.

2005 wurde Google Books besonders durch eine Klage der Autoren und Verleger der online veröffentlichten Bücher konfrontiert, welche zu dreijährigen Verhandlungen führte und schließlich gewonnen wurde. Die Online-Bücher sind nun seit 2009 kostenpflichtig, aber dennoch weiterhin zugänglich. Somit ist Google Books aber keine Bibliothek mehr, sondern ist zu einer Bücherei geworden.

Es gibt inzwischen einige Alternativen zu Google Books, z.B. „Digital Public Library of America“ (DPLA) oder Europeana, welche auf rechtlicher Basis mit Europa arbeiten wollen.

Quellen und Seiten:

Digital Public Library of America: https://dp.la/

Europeana Collections: https://www.europeana.eu/portal/de

Dirk Lewandowski: Die Search Engines erobern die Buchwelt (PDF-Datei; 248 kB). In: Password. Das deutsche Newsletter für Informationsprofis. Hattingen 11/2005, S. 29: http://www.durchdenken.de/lewandowski/doc/suchmaschinen-news11-05.pdf

Dirk Lewandowski: Google Buchsuche. Bücher kostenlos zum Download (PDF-Datei; 71 kB). In: Password. 10/2006, S. 36: http://www.durchdenken.de/lewandowski/doc/pw102006.pdf

Google Books Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Books

Klaus Weber: Drei Jahre Freiheitsstrafe für alle Google-Mitarbeiter? Ein Beitrag zur Praxis des Urheberstrafrechts (PDF-Datei; 102 kB). In: Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) 2010, S. 220 ff.: http://www.zis-online.com/dat/artikel/2010_3_428.pdf

Suchmaschine Google Books: https://books.google.com/advanced_book_search

Youtube: Google und die Macht des Wissens DOKU: https://www.youtube.com/watch?v=6dL0yxl1SGU

03 Jun

Google: Wissen ist Macht


Die Menschheit hat schon immer von der Schaffung einer Universalbibliothek geträumt, die alles Wissen der Welt enthält. Der technologische Fortschritt ermöglicht es im 21. Jahrhundert, diese Vorstellung Realität werden zu lassen. Bereits in den 1970er Jahren gab es erste Bestrebungen eine digitale Wissenssammlung aufzubauen, allerdings gestaltete sich der Scannprozess als relativ kompliziert und kostenintensiv, sodass nur schrittweise Erfolge zu verzeichnen waren.
 
Google war das einzige Unternehmen mit der Absicht und dem Potential, dies in einem entsprechenden Größenumfang durchzuführen und stellte 2004 mit Google Books das bisher ehrgeizigste Projekt zur Umsetzung der Universalbibliothek vor, welche innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren rund 15 Millionen Bücher in digitalisierter Form beinhalten soll. Googles zentrale Mission dabei war und ist, die Schranken zwischen Mensch und Information zu beseitigen und zur Konservierung und Reproduktion von Wissen beizutragen. Dies wird dadurch unterstrichen, da Google für den Digitalisierungsprozess keine finanziellen Gegenleistungen gefordert hat bzw. fordert.
Was zunächst wie der größte Dienst am kulturellen Erbe der Menschheit klingt regt aber auch zum Nachdenken an. Denn es stellt sich die Frage nach den tatsächlichen Beweggründen, welche ein milliardenschweres Unternehmen wie Google zu diesen Handlungen motivieren.
Vor allem, wenn man folgendes bedenkt: Bis zum Jahr 2013 hat Google 10 Millionen Bücher gescannt, davon standen 6 Millionen unter Urheberrecht. Urheberrechtsverletzung können in den USA sehr hohe Strafen mit sich ziehen, sie belaufen sich auf bis zu 150.000 Dollar pro Buch. Warum war Google bereit mit einer möglichen Verurteilung dieser Größenordnung letztendlich die eigene Existenz zu gefährden?
 
Denkt man an das „Street View- Projekt“, können Ähnlichkeiten festgestellt werden. Google Street View ist eine Erweiterung von „Google Maps“ und zeigt realistische 360- Grad- Ansichten der aufgenommenen Umgebung. Allerdings wurde nicht nur diese von den sogenannten „Street View Cars“ von Google eingefangen, gleichzeitig hat Google auch andere Daten abgespeichert, welche unter Datenschutz fallen, wie beispielsweise WLAN- Zugangsdaten, Passwörter oder Auszüge aus E-Mails. Dies legt folgende Vermutung nahe: Google handelt zuerst, mögliche negative Konsequenzen werden im Nachhinein besprochen.
Ist Google wirklich so naiv oder steckt mehr dahinter? Welchen Nutzen zieht Google aus dieser hohen Risikobereitschaft?
Google ist eine Internetsuchmaschine und angewiesen auf große Datenmengen, die dem Unternehmen dazu verhelfen, die eigene Suchmaschinentechnologie permanent zu verbessern. Dies bedingt, dass das Unternehmen einen wichtigen Stellenwert im Bereich Werbung einnimmt. Kurz: Je mehr Daten, desto mehr Geld.
 
Was bedeutet das nun für unsere Gesellschaft? Inwiefern sind die Menschen dazu bereit, Eingriffe in ihre Privatsphäre zu tolerieren, auch wenn dies in dem Glauben passiert, die individuelle Lebenssituation und die aller anderen Weltbürger zu verbessern? Wieso kann es sein, dass Unternehmen wie Google durch ihre Aktionen zu Zentren der Macht heranwachsen, während der einzelne Mensch gleichzeitig an Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit verliert? Anderes gefragt: Was ist ein Mensch, mit seinen Erfahrungen, Einstellungen, seinem Wissen,… heute noch wert?
 
Links:
https://www.youtube.com/watch?v=6dL0yxl1SGU
 
https://netzpolitik.org/2013/entscheidung-im-google-books-verfahren-scans-und-snippets-fallen-unter-fair-use/
 
https://www.sueddeutsche.de/digital/zehnjaehriger-rechtsstreit-google-darf-millionen-buecher-scannen-endgueltig-1.2955967
 
https://www.telemedicus.info/article/1327-VG-Wort-Die-Hintergruende-des-Google-Books-Verfahrens.html
 
https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/wissen-in-der-wissensgesellschaft-wozu-wissen-lieber-googeln-ld.120311
 
https://web.archive.org/web/20131216010917/http://www.oesterreich-bibliotheken.at/aktuelles_mehr.php?id=147
 
https://www.onb.ac.at/digitale-bibliothek-kataloge/austrian-books-online-ab

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung „Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft“ aus dem SS 2019, Gruppe BP3A02 über Google von
Elisabeth Begic, Sarah Truttmann, Yesim Simsek, Claudia Unterwieser