14 Jun

Künstliche Intelligenz im Lehrberuf

Quelle: pixabay.com

Worum handelt es sich eigentlich konkret, wenn von „Künstlicher Intelligenz“ gesprochen wird?

Da es auch für den Intelligenz – Begriff keine allgemeingültige Definition gibt ist es schwer, eine konkrete Definition für die Künstliche Intelligenz (abgekürzt: KI) bereitzustellen.

Was man jedoch sagen kann ist, dass es sich bei der KI um komplexe Algorithmen handelt. KI versucht, menschliches Denken und Lernen einerseits zu verstehen, andererseits künstlich nachzubauen und auf den Computer zu übertragen. Dadurch sind die Maschinen fähig, mit Hilfe der bereits gespeicherten Informationen bzw. Erfahrungen Muster zu finden und angemessen auf neue Informationen zu reagieren. Somit lernen sie zwar selbstständig, jedoch wird vorher vom Menschen bestimmt, was genau gelernt werden soll.

Über eine Sache verfügt die KI dennoch nicht: einen Verstand. Einerseits können Antworten auf spezifische Fragen geliefert werden, wenn sie für diese programmiert wurde. Andererseits erkennt sie nicht, wenn ihr fehlerhafte Daten übermittelt werden. Bekommen die Maschinen derartige Daten, präsentieren sie auch fehlerhafte Schlüsse.

Künstliche Intelligenz in der Schule

Eines kann sicher gesagt werden: Möglicherweise haben viele von uns ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn wir an KI im Klassenzimmer denken. Der Kollege oder die Kollegin Roboter unterrichtet Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer, plant und begleitet diese bei Exkursionen führt KEL Gespräche und nimmt an Lehrerkonferenzen teil. Genauso sicher kann jedoch gesagt werden, dass dies nicht passieren wird, auch wenn es in einigen Jahren technisch möglich wäre. KI soll lediglich zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler und der Lehrperson dienen.

Schwache Künstliche Intelligenz im Bereich der Schule

Zur schwachen KI gehören Zeichen- bzw. Texterkennung, Bilderkennung, Spracherkennung, automatisierte Übersetzung, Autoverständigung und Korrekturvorschläge bei Suchvorgängen sowie die Fähigkeit zur Kommunikation in natürlicher Sprache. Im Bildungsbereich beschränkt sich der Einsatz digitaler Hilfsmittel auf die quantitative Auswertung von Daten, d. h., wie viele Fragen falsch bzw. richtig beantwortet wurden oder wie viele Aufgaben überhaupt erledigt wurden.

Profitieren Lehrpersonen von Künstlicher Intelligenz? 

In den letzten Jahren wurde weitgehend die Wichtigkeit individueller Förderung deutlicher, wodurch sich einerseits viele Schulbuchverlage vermehrt an die bestehende Heterogenität in den Klassen eingestellt, andererseits Differenzierungsmaterialien zu den verschiedensten Themenbereichen angeboten haben, damit die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schülerinnen und Schüler besser angesprochen werden. Soweit so gut, doch wenn in diesem Bereich ein weitläufiges Angebot besteht, warum ist KI dann überhaupt noch notwendig? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Vor allem bei der individuellen Förderung können Schülerinnen- und Schülerleistungen  selbstständig von einem Computer analysiert werden, um frühzeitig Lernschwierigkeiten zu entdecken und diese anhand adäquater Aufgaben gezielt zu fördern. KI unterstützt Lehrpersonen somit „nur“ das Leistungsniveau dieser zu diagnostizieren und geeignete Lernmaterialien auszuwählen. Weiters sind die automatisierte Korrektur und die Bewertung von Hausaufgaben, Tests und Schularbeiten denkbar. Schwierig wird es aber bei textbasierten oder kreativen Aufgaben, da eine KI hier vermutlich eher weniger sinnvoll analysieren könnte.

Ein Forschungsprojekt, bei dem bereits KI eingesetzt wird, ist „Hypermind“. Hypermind ist ein intelligentes Schulbuch, welches für Tablet und PCs entwickelt wurde und dabei hilft frühzeitig Lern- und Verständnisschwierigkeiten bei Schülerinnen und Schülern zu erkennen. Im Display ist ein Eye – Tracker integriert, der die Blickrichtung der Leserinnen und Leser erkennt und analysiert, ob die Schülerin der Schüler die Lerninhalte verstanden hat oder nicht. Die Lehrperson hat somit die Möglichkeit den Lernprozess ihrer Schülerinnen und Schüler kontinuierlich zu erfassen.

Text – Quellen

Bild – Quelle

Video – Quelle

10 Jun

Alexa: Privatsphäre und persönliche Daten gegen bequemen Lifestyle?

In diesem Blog widmen wir uns nun der Frage, wie es bei Alexa mit unseren Daten aussieht. Tauschen wir mit dieser netten, privaten, intelligenten Sprachassistentin unsere Privatsphäre gegen Bequemlichkeit? Hängen wir uns mit ihr ein Damoklesschwert ins Haus?  Ist unter dem Deckmantel des „ach so tollen Helferleins“ eigentlich eine kleine Spionin versteckt? Ist die liebe Alexa womöglich eine Wölfin im Schafspelz?

Wir begannen mit unserer Recherche bei der Quelle: Amazon. Uns hat es interessiert, welches Statement dazu der Großkonzern in die Öffentlichkeit trägt. Folgendes können wir nun von der Internetseite von Amazon zusammenfassen:

Amazon gehe gewissenhaft und sorgfältig mit persönlichen Informationen um, dies jedoch in Übereinstimmung mit den Datenschutzbestimmungen von Amazon. Einmal in diese Datenschutzerklärung zu sehen, ist bestimmt nicht nur für Alexa-Inhaber/innen interessant – auch gewöhnliche Amazon-Kunden könnten hier einen „Aha-Moment“ erleben. In Bezug auf Alexa finden sich hier folgende konkrete Anführungen:

  • Bei der Frage für welchen Zweck persönliche Informationen verarbeitet werden, führt Amazon den Punkt „Bereitstellung von Sprachdiensten“ an: Wenn Sprachdienste genutzt werden, werden die Spracheingabe und andere persönliche Informationen verarbeitet.
  • Bei der Frage ob persönliche Informationen weitergegeben werden wird der Punkt „Transaktionen mit Dritten“ erläutert. So können sogenannte „Skills“ von Drittanbietern über den Alexa-Sprachdienst aktiviert werden.
  • Bei den „Beispielen erhobener Informationen“ wird Alexa bei Punkt fünf erwähnt – Kund/innen stellen Amazon Informationen zur Verfügung, wenn mit Alexa gesprochen oder „anderweitig interagiert“ wird. Konkret wird es weiter unten: durch das Sprechen und die Interaktion mit Alexa werden Amazon Sprachaufzeichnungen zur Verfügung gestellt.
  • Auch erhält Amazon Informationen aus anderen Quellen und bei Alexa handelt es sich dabei um Informationen anderer Geräte und Dienste, die mit ihr verbunden sind.

Und wie lange werden persönliche Informationen allgemein gespeichert? Nun ja: „so lange wie dies erforderlich ist, um die in der Datenschutzerklärung beschrieben Zwecke zu erfüllen usw.…“ – alles klar!

Nun zurück zur konkreten Seite über Alexa:

Bei einer unbeabsichtigten Aktivierung bei der ein anderes Wort oder akustisches Signal als Aktivierungswort interpretiert wird, folgt logischerweise eine unbeabsichtigte Sprachaufzeichnung und Weiterleitung an den Server – dieser Vorgang wird jedoch laut Amazon durch ein sicht- oder hörbares Zeichen signalisiert. Alle Sprachaufzeichnungen, einschließlich der unbeabsichtigten, könnten dann im Verlauf der Alexa-App überprüft und gelöscht werden. Auch können die Mikrofone gezielt ausgeschaltet werden, wodurch eine Sprachaufzeichnung nicht mehr möglich sei. Des Weiteren wird ausführlich beschrieben, wie Sprachaufzeichnungen verwaltet, überprüft und gelöscht werden können, sowie die daraus resultierenden „Konsequenzen“. Das Löschen der Sprachaufzeichnungen wirke sich auf das vielerwähnte „Alexa-Erlebnis“ aus. Allgemein bekommt man beim Durchlesen der Seite in wohl dosierten Portionen immer wieder das Gefühl vermittelt, diese ganze Sache mit der Verwendung und Weitergabe persönlicher Daten sei eigentlich nur um „das persönliche Erlebnis, die Dienste, die Anpassung an persönliche Wünsche und Vorlieben“ zu maximieren. Nun denn.

Jedoch schwebt da nicht vielleicht doch ein Damoklesschwert über unseren Köpfen?

Alexa ist was das Thema Datenschutz betrifft doch recht umstritten. So lesen sich oftmals folgende Vorwürfe:  Alexa lausche, Alexa sei eine Wanze, Alexa spioniert, Alexa gibt Privatgespräche weiter.

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass durch die eingangs erwähnte „unbeabsichtigte Aktivierung“ auch Gespräche aufgezeichnet werden könnten, welche nicht unbedingt für andere Ohren gedacht sind und sensible, private Informationen enthalten. Zwar kann man die Sprachaufzeichnungen löschen, jedoch stellt sich die Frage wie viele Menschen dies in Wahrheit tun, vor allem wenn sie nicht merken, dass „unbeabsichtigt“ aufgezeichnet wird. Laut diesem Beitrag auf GoogleWatchBlog, bekommen Amazon-Mitarbeiter täglich eine Vielzahl von auszuwertenden Sprachaufzeichnungen, welche auch verschriftlicht werden, auf denen nicht gerade wenige Privatgespräche zu hören sind.

Hier zu einem weiteren Vorwurf: Alexa sei Beweismittellieferantin

In den USA geschah dies bereits bei folgendem Fall: Nach einem Mord wollten die Ermittler an die Alexa-Aufzeichnungen des Beschuldigten. Amazon verweigerte dies zuerst, erst nachdem der Beschuldigte selbst einwilligte wurden die Daten freigegeben. In Europa gibt es anscheinend schon Bestrebungen (oder gibt es bereits begrenzte Befugnisse?), dass Sicherheitsbehörden Daten von Alexa als Beweise für Ermittlungen nutzen. Folgendes Video der Tagesschau in Deutschland zeigt eine aufschlussreiche Diskussion zu dieser Thematik:

Nun, es bleibt wohl jedem selbst überlassen sich ein Bild darüber zu machen. Was Alexa zu dem Thema zu sagen hat erfährt ihr in unserem Podcast.

Quellen:

https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=GA7E98TJFEJLYSFR

https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=3312401

https://www.notebookcheck.com/Alexa-als-Wanze-Amazon-Statement-zum-Lauschangriff-der-Behoerden.423113.0.html

https://www.forbes.com/sites/davidphelan/2019/04/12/amazon-confirms-staff-listen-to-alexa-conversations-heres-all-you-need-to-know/

https://www.datenschutzexperte.de/blog/datenschutz-im-alltag/alexa-datenschutz-sprachassistenten/

https://www.giga.de/unternehmen/amazon/news/zdf-verurteilt-alexa-ist-amazons-sprachassistent-gefaehrlich/

https://www.tagesschau.de/inland/sprachassistent-beweismittel-101.html

10 Jun

Alexa – Eine Bequemlichkeit oder doch eine Last?

Die Digitalisierung findet nicht nur in der Wirtschaft einen großen Aufschwung, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Immer mehr Menschen greifen auf die sogenannte „Alexa“ zurück, um mehr Bequemlichkeit in ihrem zu Hause zu schaffen. Bereits 2018 wurden 56,3 Millionen smarte Lautsprecher von Google Home und Amazon Alexa verkauft. Durch die kontinuierlich steigende Nachfrage werden diese Art von Smart Home Assistenten zu eine der wichtigsten Produktkategorien im Bereich „Consumer Electronics“.

Alexa ist eine digitale Assistentin, die per Sprachsteuerung auf installierte Dienste und Informationen aus dem Internet zurückgreifen kann. Sie ist so konzipiert, dass sie auf ein bestimmtes Aktivierungswort reagiert, das was im Raum gesprochen wird verarbeitet und daraufhin Befehle ausführt. Durch über 50.000 Skills ist Alexa in der Lage Wissensfragen zu beantworten, Termine zu verwalten oder auch Wetterinformationen zu geben. Je öfter Alexa verwendet wird, desto schneller lernt sie Interessen und Vorlieben des Besitzers oder der Besitzerin kennen. Somit kann sie ihre Funktionen ständig verbessern und aktualisieren.

Die Skills können von den Benutzern aktiviert werden, sodass auch Smart Home Devices über Alexa steuerbar sind. Dadurch kann das Licht an- und abgedreht werden, die Heizung ist steuerbar und auf Wunsch kann sogar der Staubsaugroboter, Rasenmähroboter oder Überwachungskameras über Alexa bedient werden. Ebenfalls kann Alexa Bestellungen aufgeben oder Netflix und Amazon Video bedienen.

Quelle: https://developer.amazon.com/de-DE/docs/alexa/smarthome/understand-the-smart-home-skill-api.html

Die enorme Bandbreite an Fähigkeiten und Skills, beeindruckt auf der einen Seite viele Menschen, die ihr Leben durch diesen technischen Fortschritt vereinfachen und bequemer gestalten möchten. Andererseits ist eine große Skepsis bemerkbar, was die Datenverarbeitung durch Alexa betrifft. Denn bereits 2017 wurde Alexa durch Sicherheitsforscher gehackt, wodurch es möglich war das Mikrofon ohne Signalwort einzuschalten. Theoretisch sind Mikrofone der Alexa, so lange sie nicht gerufen wird, auf „Standby“, dennoch sind diese Mikrofone so gut eingerichtet, sodass sie auch von einer sehr weiteren Distanz ständig zuhören kann. Mit dem Signalwort beginnt die Aufzeichnung der Spracheingabe. Diese Daten werden dann über Firmenserver weitergeleitet, verarbeitet und womöglich auch in den USA gespeichert, wo ganz andere Datenschutzrichtlinien gelten. Dass Daten gespeichert werden ist sicher, jedoch wie lange und wo diese Daten aufbewahrt werden, wird von Amazon nicht preisgegeben.

Smart Home hat bestimmt viele Vorteile, die das Wohnen im eigenen zu Hause noch leichter und bequemer machen. Jedoch sollten Vor- und Nachteile stets abgewogen werden. Mit dem Verwenden solcher Geräte muss man sich bewusst sein, dass man einen großen Teil persönlicher Daten preisgibt und trägt somit die eigene Verantwortung dafür.

https://de.wikipedia.org/wiki/Amazon_Echo

https://www.futurezone.de/netzpolitik/article213071959/Der-Spion-in-meiner-Wohnung-Wichtige-Fakten-zu-Alexa-Google-Assistant-und-Co.html

https://www.pcwelt.de/a/alexa-smart-home-die-besten-geraete-fuer-amazon-echo,3391001

https://developer.amazon.com/de-DE/alexa

09 Jun

Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

Künstliche Intelligenz, jeder hat schon einmal etwas davon gehört. Diese Technologie begeistert viele Menschen. Immer wieder liest oder hört man aber auch von der Gefährdung der Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz. Bereits ab dem Jahr 2024 werden Computer Sprachen besser übersetzen als der Mensch und im Jahr 2027 besser LKw steuern können. [1] Was ist KI und wie funktioniert künstliche Intelligenz überhaupt?

Kaplan und Haenlein definieren KI als „die Fähigkeit eines Systems, externe Daten korrekt zu interpretieren, aus diesen Daten zu lernen und diese zu nutzen, um spezifische Ziele und Aufgaben durch flexible Anpassung zu erreichen“[2]

Poole und Mackworth definieren KI als „das Feld, das die Synthese und Analyse von intelligent handelnden Datenverarbeitungseinheiten untersucht“.[3]

Nehmen wir zum besseren Verständnis das Beispiel der Datenübertragung mit „Siri“. Gesagtes muss in ein digitales Signal übersetzt werden, welches als Datensatz im Telefon gespeichert wird. Diese Daten werden über das Internet an einen leistungsfähigen Computer in der Cloud gesendet, welcher die Töne in Worte umwandelt. Die künstliche Intelligenz wandelt die Bedeutung der Wörterfolgen um. Das heißt, sie können sensorische Daten verarbeiten, müssen die richtige Bedeutung dazu herausfiltern und diese dann in einer Datenstruktur darstellen, welche wiederum digital gespeichert werden kann. Dieser Verlauf erfordert Weltkenntnisse, logisches Denken sowie Fähigkeiten zum Lernen und Anpassen. Eine Maschine könnte solche Fähigkeiten eigenständig also „autonom“ herstellen.

Autonomie im Falle der künstlichen Intelligenz bedeutet etwa, die Fähigkeit einer Maschine, selbstständig, ohne jeglicher menschlichen Bedienung, zu arbeiten.

Siri ist also eine autonome Handlungseinheit, welche versucht, gesprochene Fragen zu beantworten. Meist benötigen die gestellten Fragen „Intelligenz“ bzw. Hintergrundwissen und Argumentation sowie Kontextwissen.

Welche Eigenschaften machen etwas künstlich intelligent und handlungsfähig?

Die Handlungen einer intelligenten Handlungseinheit müssen ihren Umständen und Zielen angemessen sein. Dazu kommt, dass sie flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen und sich ändernde Ziele ist, aus Erfahrungen lernt und sie mit Bezug auf ihre sensorischen und rechnerischen Rahmenbedingungen angemessene Entscheidungen treffen kann.

KI wird daher auch als „die Untersuchung von (intelligenten) Handlungseinheiten, die Vorgaben aus der Umwelt erhalten und Maßnahmen ergreifen. Jede dieser Handlungseinheiten wird durch eine Funktion implementiert, die Wahrnehmungen auf Aktionen abbildet. Wir betrachten verschiedene Möglichkeiten, diese Funktionen darzustellen, wie z.B. Produktionssysteme, reaktive Handlungseinheiten, logische Planer, neuronale Netze und entscheidungstheoretische Systeme“ (Russell und Norvig, 2010, S. viii).

Die vier Denkschulen der künstlichen Intelligenz nach Russel und Norvig:

Die Forscher der ersten Denkschule entwickeln Maschinen, die Interpretationen und Ergebnisse des menschlichen Denkens reproduzieren.

In der Forschung der zweiten Schule geht es um die Entwicklung von Maschinen, welche sich wie Menschen verhalten. Hierbei liegt der Fokus auf das Handeln der Roboter.

Die dritte Denkschule richtet ihre Aufmerksamkeit der rational handelnden Maschinen, welche stets das Richtige tun sollen.

Die vierte Schule fokussiert sich auf rational denkende Maschinen, welche stets die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollen.

Unterschied: starker und schwacher Intelligenz

Eine schwache Intelligenz, wie z.B. Siri, welche für die Spracherkennung entwickelt wird kann ihre Schlüsse nicht auf einen anderen Bereich übertragen, da diese künstliche Intelligenz nur auf jeweils einen Bereich spezialisiert ist. [4]

Dies unterstützt den Menschen dabei, seine Ziele schneller zu erreichen. Wenn man z.B. einen Suchbegriff in Google eingibt, greift die KI auf vorherige Suchanfragen zurück und macht im Anschluss Vorschlage, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit unseren Wünschen entsprechen. Schwache KI kommt in folgenden Anwendungsgebieten vor: Expertensysteme, Navigationssysteme, Spracherkennung, Zeichenerkennung und Korrekturvorschläge bei Suchen.

Eine starke künstliche Intelligenz hingegen kann die intellektuellen Fertigkeiten des Menschen haben und diese sogar übertreffen.  Somit könnte man sagen, starke KI sei intelligenter als der Mensch.

Noch ist unklar ob Begriffe wie Bewusstsein, Selbsterkenntnis, Empfindungsvermögen sowie Weisheit, welche mit KI assoziiert werden, miteinander zusammenhängen oder ob ein Bewusstsein überhaupt notwendig ist, um logisch Denken zu können. [5]

Künstliche Intelligenz durch „machine learning“:

Durch vorhandene Datenbestände und Algorithmen Muster können Gesetzmäßigkeiten erkannt und Lösungen entwickelt werden. Durch zahlreiche Erfahrungen entsteht künstliches Wissen. [6] Der Computer lernt anhand dieser Beispiele, ohne explizit dafür programmiert worden zu sein.

Künstliche Intelligenz durch „deep learning“:

Deep Learning verwendet neuronale Netze, welche der Software erlauben, sich selbst zu trainieren. Dadurch werden Aufgaben erledigt und Entscheidungen getroffen.

Der Unterschied zwischen „machine learning“ und „deep learning“ liegt darin, dass der Mensch bei maschinellem Lernen in die Datenanalyse und somit noch in den eigentlichen Entscheidungsprozess eingreift. [7]

Künstliche Intelligenz bekommt immer mehr an Bedeutung. Allein das Surfen im Internet ohne das Akzeptieren von Cookies ist so gut wie unmöglich. Daher ist es unerlässlich sich mit dem Thema auseinander zu setzen und zumindest zu wissen was sie kann und welche Folgen sie mit sich bringt. Nicht unbedingt ist es nur von Vorteil, wenn das eigene Kaufverhalten im Internet von KI analysiert und im Anschluss angepasste Produkte empfohlen werden. Denn wenn man einen Flug mit einem Apple-Computer bucht, kostet dieser oft mehr als derselbe Flug, welcher mit einem Windows-Gerät gekauft wurde. Daher ist man doch klar im Vorteil, wenn man sich dessen bewusst ist und weiß, dass man vor dem Kauf den eigenen Browserverlauf und Cookies löschen sollte, oder?  


[1] Menn A.: Roboter in 45 Jahren schlauer als Mensch. 2017. Abrufbar unter: https://www.wiwo.de/technologie/forschung/kuenstliche-intelligenz-roboter-in-45-jahren-schlauer-als-menschen/19879042.html (Zugriff am 25.05.2020)

[2] Kaplan, Haenlein, 2019

[3] Poole, Mackworth, 2010

[4] Vgl. Bartneck, Lütge, Wagner, Welsh (2019): Ethik in KI und Robotik. S. 1-9

[5] Vgl. Informatik und Gesellschaft 2008/2009: Schwache KI und Starke KI. o.J. Abrufbar unter: www.informatik.uni-oldenburg.de/~iug08/ki/Grundlagen_Starke_KI_vs._Schwache_KI.html (Zugriff 24.05.2020)

[6] Luber, Litzel, 2016, Was ist Machine Learning? Abrufbar unter: https://www.bigdata-insider.de/was-ist-machine-learning-a-592092/ (Zugriff 24.05.2020)

[7] Vgl. Solvistas: machine learning und deep learning. o.J. Abrufbar unter: https://www.solvistas.com/de/data-science/artificial-intelligence-machine-learning/machine-learning-und-deep-learning?gclid=CjwKCAjw2a32BRBXEiwAUcugiM9M_VoyvCFL8USpZSDIA808uL9VE_riTpY0FAPFO_EH65eoXS5ghhoC4uYQAvD_BwE (Zugriff 25.05.2020)

08 Jun

DSGVO – Wie beeinflusst mich das als Lehrperson?

Das Grundrecht auf Datenschutz gibt an, dass nur unter bestimmten Voraussetzungen personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Dies ist in der österreichischen Verfassung geregelt. Falls diese Voraussetzungen nicht vorliegen, spricht man von Datenschutzverletzung.

Das Handbuch „Datenschutz für die digitale Schülerverwaltung“ zeigt, dass besonders in der Schule auf Datenschutz zu achten ist und die Schulleitung verpflichtet ist das Grundrecht auf Datenschutz zu gewährleisten. Dies bezieht sich auf SchülerInnen, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen im Bereich des Rechts auf Auskunft, Berichtigung und auch Löschung.

Auch Klassenbücher müssen mit Berücksichtigung von Datenschutz geführt werden. Gemäß § 77 SchuG sind Klassenbücher für jede Klasse zur Dokumentation verpflichtend. In diesem stehen das Schuljahr, die Klasse und die Eckdaten der Schule. Die Namen der Schülerinnen und Schülern und der unterrichtenden Lehrperson sind auch vermerkt. Zusätzlich beinhalten Klassenbücher den Stundenplan, wichtige Termine und natürlich die Dokumentation des Unterrichts. Das Fernbleiben von Schülerinnen und Schüler wird auch notiert.

„Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 Abs. 1 DSGVO) dürfen nur dann im Klassenbuch vermerkt werden, wenn deren Dokumentation ein erhebliches öffentliches Interesse darstellt. „

Im Artikel von Fabian Sommavilla wird beschrieben, worauf Lehrpersonen bei der 2018 eingeführte Datenschutzgrundverordnung an den Schulen achten müssen.

Der korrekte Umgang mit sensiblen und personenbezogenen Daten ist besonders im Lehrberuf von großer Bedeutung. Besonders durch die Digitalisierung verlieren Lehrpersonen öfters den Überblick über den Datenschutz von Erziehungsberechtigten, Schulkindern oder sogar den eigenen.

Aber wie erfahre ich als Lehrperson mehr über Datenschutz und wo kann ich mir Hilfe holen?

Wie auch vor der DSGVO ist der/die jeweilige Schulleiter/in für den Umgang verantwortlich. Es gibt außerdem noch Datenschutzbeauftragte in der Bildungsdirektion.

Links zu Youtube-Videos:

Weitere Informationen findest du hier:

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulrecht/ds.html

28 Mai

Augen auf – Fake News!

Fake News gibt es schon seit eh und je. Immer wieder begleiten sie uns und sie werden uns auch in Zukunft oft begegnen. Nicht zuletzt durch Donald Trump hat der Begriff nochmals einen neuen Wert zugeschrieben bekommen. In einer Gesellschaft wie der unsrigen, kann man leichtbeeinflusst werden. Vor allem in der derzeitigen Corona- Krise, kursierten und kursieren viele Fake News, die die Menschen verunsichern.

Doch zuerst einmal, was sind Fake News denn überhaupt?

Beginnen wir von vorne. Der Begriff Fake News setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. „Fake“ kommt aus dem englischen und bedeutet „gefälscht“, „news“ kommt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet „Nachrichten/Neuigkeiten“. Solche „Fake News“ gibt es schon seit langer Zeit. Sie sollen den Leser neugierig machen und zugunsten anderer falsche Nachrichten verbreiten. Leider gibt es auch viele Kriminelle, die Fake News für Betrügereien nutzen. Werden gefälschte Links angeklickt, und weitergeleitet, wird Geld verdient. Fake News sind dabei alles andere als ungefährlich.

Seien wir uns ehrlich. Wir alle denken uns beim Öffnen eines weitergeleiteten Verschwörungstheorie-Videos: WIESO gibt es Fake News?

Heutzutage, informieren sich viele Menschen über aktuelle Nachrichten im Internet. Es wird gegoogelt, es werden Facebook Posts gelesen und anschließend geteilt, und es werden YouTube Videos angesehen. Damit wird es Verbreitern von Falschmeldungen sehr leicht gemacht. Denn es scheint keine Wissenschaft zu sein, einen Facebook Post zu erstellen oder eine Kettennachricht zu schreiben. Doch wieso werden Fake News überhaupt in die Welt gesetzt? Jene, die hinter den Fake News stecken, wollen entweder gezielt Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken oder die Meinung der breiten Masse manipulieren. Letzteres wird auch oft in der Politik eingesetzt. (Wir erinnern uns an Herrn Trump). Gefälschte Nachrichten über die Gegner zu verbreiten soll einen Profit der eigenen Partei erbringen.

Es werden viele Arten von Fake News verbreitet, oft scheinen wir im ersten Moment gar nicht zu erkennen, dass es sich auch hier um Fake News handelt. Darunter fallen auch gefälschte Social Media Accounts, Fake Accounts auf Dating Plattformen, Werbeaccounts, die mit atemberaubenden Rabatten beeindrucken oder auch gefälschten Rezessionen.

Schlussendlich gibt es auch noch die „Real-Fakes“. Hierbei geht es um jene Verschwörungstheoretiker, die aus den verschiedensten Gründen Fake News verbreiten wollen. Seien es wirtschaftliche, politische oder soziale Faktoren, die sie dazu treiben. Unter „Real- Fakes“ versteht man meist YouTube Videos, Blog Posts, Facebook Posts oder Kommentare, mit falschen oder nicht belegten Informationen. Die Verfasser sind entweder der festen Überzeugung die Wahrheit herausgefunden zu haben, oder wollen Aufmerksamkeit erlangen.

Man müsste also sehr aufmerksam durch das Internet surfen und gewisse Zeitschriften kritisch lesen. Um der Paranoia zu entfliehen und auf Fake News nicht reinzufallen, müssen diese zuerst erkannt werden. Dabei ist der wohl wichtigste Punkt die Quellenkritik. Folgenden Fragen sollten hierbei gestellt werden:
Wer hat die Nachricht verbreitet?
Wer ist der Verfasser des Textes?
Wie bekannt ist diese Seite?
Deutet die Meldung auf ein offene Weltanschauung hin oder wird nur eine Meinung vertreten?
Handeln andere Meldungen dieser Seite von denselben Themen oder werden auch andere Themen behandelt?

Die Meldung sollte zuerst kritisch gelesen werden und deren Fakten überprüft werden. Es sollte zumindest eine zweite Quelle geben, die die genannten Fakten belegen kann. Ist dies nicht der Fall und nur diese eine Website/Meldung behauptet dies, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Fake News. Wichtig ist es auch, jene Informationen zu verfolgen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Fake News verbreiten wollen. Hierbei ist es ratsam, seriöse Zeitungen zu lesen und im Fernseher die aktuelle Nachrichten zu verfolgen.

Beim Erkennen von Falschmeldungen sollten die Gerüchte unbedingt richtiggestellt oder gemeldet werden. Auf den meisten Social Media Plattformen kann man Accounts melden und somit Betrügern keine Chance lassen.

Corona Krise & Fake News:

Vor allem die Corona Krise lässt viel Zeit, sich Verschwörungstheorien auszudenken und diese aus Langeweile oder bloßer Überzeugung zu teilen. In den Medien wurde immer wieder berichtet, dass Falschmeldungen auf den sozialen Netzwerken kursieren. Beispielsweise wurde von einer Sprachnachricht berichtet, die angeblich vor drastischen Maßnahmen warnen soll, die Sebastian Kurz höchstpersönlich an einen privaten Freund geschickt haben soll. Des Weiteren werden viele Verschwörungstheorien erstellt und verbreitet, die bisher nie belegt werden konnten. Das Virus stamme aus einem chinesischem Labor meinen viele, nicht zuletzt Persönlichkeiten wie Donald Trump. Weiters wurden auch einige Kettennachrichten mit falschen Fakten weitergeleitet. Angebliche Informationen zu den Symptomen, sowie zu den aktuellen zukünftigen Zahlen der Erkrankten wurden verbreitet.
Zu guter Letzt wurden Informationen verbreitet, wie der Krankheitsverlauf verschlimmert und verbessert werden könne. Dabei wurde beispielsweise behauptet, dass Ibuprofen den Krankheitsverlauf verschlimmere. Auch das wurde nie von einem Arzt bestätigt.

Um nicht panisch zu werden und auf Falschmeldungen nicht reinzufallen, sollte generell immer, nicht nur in Zeiten wie diesen, kritisch gelesen werden. Das Gelesene sollte immer hinterfragt werden und auf Merkmale wie keine seriösen Quellen, reißerische Überschriften und fragewürdige Zahlen oder Statistiken aufmerksam werden. Wir können Fake News nicht verhindern, aber wir können ihnen die Macht nehmen, indem ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird und wir sie nicht verbreiten.
In diesem Sinne: Stay safe and stay critical!

Quellen:
Falschmeldung, Fake-News, HOAX – was ist das? Online im Internet: https://www.saferinternet.at/faq/informationskompetenz/falschmeldung-fake-news-hoax-was-ist-das/, 2.5.2020
Wie erkenne ich Falschmeldungen im Internet? Online im Internet: https://www.saferinternet.at/faq/informationskompetenz/wie-erkenne-ich-falschmeldungen-im-internet/, 2.5.2020
Wie man Fake News in Corona-Zeiten erkennt und damit umgeht. Online im Internet:https://www.derstandard.at/story/2000115845687/wie-man-fake-news-in-corona-zeiten-erkennt-und-damit, 2.5.2020
Coronavirus-Fake-News gehen laut Brodnig zurück. Online im Internet: https://www.derstandard.at/story/2000116903754/coronavirus-fake-news-gehen-laut-brodnig-zurueck, 2.5.2020
Pramer, Philipp: Podcast: Wie Verschwörungstheoretiker von Corona profitieren.Online im Internet: https://www.derstandard.at/story/2000117220057/podcast-wie-verschwoerungstheoretiker-von-der-krise-profitieren-wollen, 3.5.2020

Dreisbach, S. (2020, März 17). Das stimmt nicht. Frankfurter Allgemeine
K.A. (2020, März 14). Coronavirus: Meduni Wien wehrt sich gegen Fake News. Futurezone
Schneider, G. Toyka-Seid, C. (2020). Fake News. Bundeszentrale für politische Bildung
K.A. (2017). Fake News im Netz erkennen. BR
K.A. Fake News erkennen. Webhelm
K.A. (2020). Wie erkenne ich Falschmeldungen im Internet? Saferinternet
Schweizer, A. (2020, März 17). Verschlimmert Ibuprofen die Corona-Virus Symptome, oder nicht? Nau.ch
Knauf, M. (2020, März 16). So erkennen Sie, welche Nachrichten zum Coronavirus stimmen. Zeit Online



25 Mai

TOOLS – distance learning während Corona

Ob man, als Lehrperson, früher positiv oder negativ gegenüber Tools gestimmt war, ist mittlerweile nicht mehr wichtig. Denn in Zeiten von Corona sind beinahe alle Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe auf Tools angewiesen.
Wir haben eine Umfrage gemacht, wie Lehrpersonen der Volksschule in der momentanen Zeit von COVID-19 mit ihren/seinen Schülerinnen und Schülern, sowie den Eltern in Kontakt treten.

Umstieg auf distance learning

Tatsächlich sind nur 80 Prozent der befragten Lehrpersonen auf distance learning umgestiegen, beinahe gleich viel, genau 87,5 Prozent treten nach wie vor mit den Eltern medial in Kontakt. Das Hauptproblem für jene, die den anderen 20 und 12,5 Prozent, ist die fehlende Technik oder Unterstützung der Eltern.

Erschreckend sind die Zahlen zu der Frage, ob alle Kinder erreicht werden und die Möglichkeit haben an den Angeboten teilzunehme. Weniger als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der befragten Lehrpersonen haben die Möglichkeit am Unterricht teilzunehmen.

Tools der Volksschule

Das wohl beliebteste Tool ist sowohl die „Anton-App“, sowie „Schoolfox“.

Die „Anton-App“ ist eine App mit unzähligen Aufgaben, verschiedene Typen, Lernspielen und interaktiven Erklärungen. Motivierend für die Kinder ist diese, durch das Sammeln von Sternen und Pokalen für gut erledigte Aufgaben. Positiv für die Lehrperson ist das Verfolgen des Lernfortschrittes und der einfachen Anwendung.
Quelle: https://anton.app/de/

„Schoolfox“ bietet eine direkte Verbindung zu den Eltern und Schülerinnen und Schülern via Nachrichten und Video-Chat. Mit dieser App können Gruppendiskussionen gestartet, sowie Termine gemanagt werden. Ein großer Pluspunkt dieses Tools ist die Fremdsprachenfunktion, somit kann die Lehrperson Sprachbarrieren zu den Eltern überwinden, da die App Texte in verschiedene Sprachen übersetzt. Quelle: https://schoolfox.com/

Weitere genutzte Tools sind unteranderem „Zoom“ und „Skype“ für Videochats und geführte Unterrichtseinheiten. Ebenso wurden Nachrichtenportale, wie E-Mail und WhatsApp genutzt um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Auch „diclaro“ und „Padlet“ kamen zum Einsatz.

Schwierigkeiten und Hürden

Folgende Aussagen wurden aus anonymen Umfrage entnommen:
„Bildungsferne Familien fallen durch den Rost. Engagierte Eltern machen mit und kümmern sich aus eigenem Antrieb um „Arbeitsaufträge“„.

Einfach gestrickte Eltern ziehen sich, wie sonst auch, eher zurück und scheuen den Kontakt mit dem Lehrer. Die sprachliche Barriere – andere Muttersprache als Deutsch – ist oft ein großes Hindernis bei der Kommunikation im Netz. Manche Eltern sind Analphabeten.

Die fehlende Hilfe der Eltern und die Sprachbarriere ist eine sehr große Hürde, die vor allem Schülerinnen und Schüler aus der Grundstufe 1 betreffen. Viele Lehrpersonen würden sich sehr wünschen, dass der Umgang mit Tools permanent in den Unterricht eingebaut wird, da es Abwechslung bringt und die Kinder auf solche Notsituationen vorbereitet.

Ein Punkt, den wahrscheinlich in der Corona-Krise nicht viele beachten, ist das emotionale und soziale Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler:

(…), aber das soziale Lernen bleibt auf der Strecke. Es fehlt auch die emotionale Unterstützung für Probleme der Kinder zu Hause (Streit zu Hause können sie auch nicht telefonisch mit uns klären. Eltern sind ja immer in der Nähe)“

Welche Erfahrungen haben die Kinder mit den verschiedenen Tools gemacht?

Auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 hier positiv darstellt, wäre das arithmetische Mittel ungefähr 60. Daraus schließen wir, dass es definitiv Verbesserungen geben sollte, aber die Arbeit mit Tools doch auch seine Vorteile hat und die Kinder auch positive Erfahrungen mit ihnen gesammelt haben.

Auswertung der Umfrage (https://www.umfrageonline.com/), Darstellung: Säulendiagramm
Säulendiagramm aus der Umfrage

Podcast – Ein Interview mit einer Volkschullehrerin in Zeiten von Corona.

26 Apr

Die Frau in der Werbung

Grafik: https://pixabay.com/de/illustrations/womens-tag-frauen-silhouette-4389504/

Die Frau in den Medien

Österreich hat sich auf politischer und rechtlicher Ebene dazu verpflichtet die sogenannte Gender-Mainstreaming-Strategie umzusetzen und dazu zahlreiche Maßnahmen bis auf Gemeindeebene hinunter veranlasst. Doch auch wenn laut dem Gender Gap Report hier für Österreich in vielen Bereichen noch Luft nach oben ist, konnten wir uns im Ranking zuletzt wieder in eine positive Richtung bewegen.

Doch wie ist die Repräsentanz von Frauen in Medien zu bewerten? Gibt es hier im Bereich der verschiedenen Medienformate die gleiche Richtung zur schrittweisen Annäherung der Geschlechtergleichstellung? Die Entwicklung wird jährlich von Media Affairs, einem Unternehmen für Medienmarktanalysen in Österreich, in einer breit angelegten Jahresstudie untersucht und präsentiert. Doch auch in der Jahresstudie von 2018 wurde zum wiederholten Male festgestellt, dass Frauen medial in fast allen Bereichen stark unterrepräsentiert dargestellt werden. Zusammenfassend sind etwa ein Drittel in den Massenmedien Österreichs Frauen, was keineswegs die Verteilung in der Bevölkerung widerspiegelt, die sich zu mehr als der Hälfte aus Frauen zusammensetzt. Zudem konnte bei der Analyse von den größten und wichtigsten Print- sowie Nachrichtenformaten in Österreich ein Hang zur klischeebehafteten Darstellung der Frau in den Medien festgestellt werden.

Einseitige Fraueninszenierungen

Die verzerrte Darstellung von Frauen, zusätzlich zur geringen medialen Sichtbarkeit, ist nicht nur als sehr problembehaftet zu sehen, sondern kann sich negativ auf das Selbstbewusstsein und das Selbstbild von Frauen und Mädchen auswirken, da es das Rollenverständnis und das Körperbewusstsein in eine falsche Richtung beeinflusst. In Medien sind überdurchschnittlich die weiblichen Repräsentantinnen als schönes Beiwerk zu sehen oder in Themenbereichen wie Mode, Beauty oder Society wahrzunehmen.

Gesundheit und Lifestyle – „ klassisch weiblich“?

In Themenbereichen wie Gesundheit sind Frauenbilder medientechnisch klar führend, da sie zum einen nachweislich gesünder leben und zum anderen zur bevorzugten Zielgruppe bei der Platzierung von Produkten gelten. Dies umfasst vor allem den Bereich Körperpflege und Schönheit. Klassisch werden Frauen hier in einer sehr stereotypen Darstellung gezeigt, die mit dem Begriff Modelbilder am besten beschrieben werden kann.

Sex sells

Das Prinzip „sex sells“ ist nach Berichten von Media Affairs nach wie vor sehr präsent in der österreichischen Medienlandschaft. Bedient sich die Werbung Geschlechterklischees und Stereotypen von Rollenbildern, ist dies schlicht diskriminierend. Doch Werbung will schnell verstanden werden, verwendet deshalb schnell einprägsame Bilder und spielt mit „typischen“ Zuschreibungen von Rollen in der Gesellschaft. Dies ist natürlich für Frauen wie auch für Männer in der Werbung trauriger Alltag, doch die Stereotype der Frau weicht von den typisch männlichen Eigenschaften (stark, unabhängig, zielstrebig und dominant und ähnliches) klar ab.

Die Stereotype „Frau“ in der Werbung

  • Die Frau als Sexualobjekt: stets verfügbar für Sex, mehr Objekt als Subjekt, ohne Willen, jung, schön, begehrenswert, Ware, auf ihre Körperteile reduziert und inszeniert
  • Schönheit und Jugend: die Frau muss sich für den Mann schön machen und am besten ewig jung aussehen
  • Übermittelte Charaktereigenschaften von Frauen: fleißig, verständnisvoll, emotional, aber auch unbeholfen und quatschen gerne
  • Hausfrau und Mutter: häufig dargestellt in Szenen von Haushalt und Aufgaben rund um die Kinder – „Frauen hinter den Herd“
  • Frauen werden in Werbungen oft wie ein Konsumgut dargestellt: Frau-Ware, Ware-Frau

Derart sexistische Werbung steht einer gleichberechtigen Gesellschaft klar im Weg! Doch die rechtliche Lage hierfür ist in Österreich nicht ganz so einfach, denn es gibt bis auf wenige Ausnahmen im Pornographiegesetz keine gesetzlichen Regelungen.

Für Wienerinnen und Wiener gibt es seit 2012 die Möglichkeit sich bei der Werbewatchgroup der Stadt Wien zu beschweren, wenn diskrimierende und sexistische Werbungen bemerkt werden. Österreichweit kann über den Werberat, das Selbstkontrollorgan der Werbewirte, mit eigenem Sexismusbeirat Beschwerde eingereicht werden.

Veränderung?

Die Wissenschaft befasst sich schon ungefähr seit hundert Jahren mit Werbung und der Darstellung der Frau, aber machen wir doch einen kleinen Rundgang durch die Entwicklung in der Werbung. War „Sex Sells“ schon immer Thema? Wie entwickelte sich das Frauenbild über die Jahrzehnte und vor allem – wie wurde die Frau dargestellt?

Korsett und Frauenbeine

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde begonnen, Frauen zum Verkauf eines Produktes in der Plakatwerbung einzusetzen. Dabei konnte man die verwendeten Bildmuster als durchaus erotisch für die damalige Zeit bezeichnen. Auf dem Plakat einer französischen Korsettfirma wurde beispielsweise eine Frau mit eng geschnürtem Mieder präsentiert, aufgenommen in einer typischen Pose eines „Herrenmagazins“. Diese unterschwellige Erotik wurde jedoch nicht nur für Korsettwerbung benutzt. So wurde sie zum Beispiel auch für diverse Spirituosenhersteller genutzt: Eine Frau mit enger Taille in lasziver Pose, die neckisch am Drink schlürft. Sex sells war also bereits in diesen frühen Werbungen Thema. Damit wurden offenbar der Vermarktung der Produkte durch Einsatz eines Frauenkörpers Tür und Tore geöffnet. Die „moderne Dame“ der 1920er zeigte ihren Körper in Werbemotiven in nie dagewesener Form. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden beispielsweise Damenstrümpfe nur gezeigt, indem sie über eine Stange gelegt wurden. Nun hielt das mit Nylon bedeckte knapp über dem Knie endende Damenbein Einzug in die Strumpfwerbung. Besonders draufgängerisch waren Firmen, die durch das Andeuten des Aus- bzw. Anziehens des Strumpfes noch einen zusätzlichen Hauch Erotik in das Plakat legten.

Link: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/43/Calkins-corset-ad-1898.jpg

Eine Frau hat nur 2 Lebensfragen

Link: https://pixabay.com/de/illustrations/retro-hausfrau-familie-kochen-1321078/

In den 50er Jahren änderte sich das Bild – nun wurde eher die liebende, aufopfernde Ehefrau und Mutter propagiert, die ihren Mann unterstützt wo sie nur kann. Im zweiten Weltkrieg waren viele Frauen gezwungen, arbeiten zu gehen, nun sollte sie wieder in der häuslichen Arbeit ihren Platz und ihr Glück finden. So wurde die Frau nun vermehrt für Haushalts- und Pflegeprodukte eingesetzt. Das vermittelte Bild stellte eine vom Mann gänzlich abhängige Frau dar, die zwar vereinzelt Hilfsarbeiten ihrer durchwegs männlichen Vorgesetzten verrichten durfte, vorrangig aber ihrem Mann dienen sollte. Es wurden schlanke, aber dennoch kurvige Frauen bevorzugt, Marilyn Monroe galt hier als großes Vorbild. In den 50er Jahren gab es jedoch noch eine weitere Entwicklung, nämlich die des Massenmediums Fernsehen. Einer der ersten TV-Werbefilme im deutschsprachigen Raum wurde von Dr. Oetker produziert und spiegelt mit der hier eingeführten Figur der „Frau Renate“ die Rolle der Frau wider. Demnach hatte die Frau lediglich zwei Lebensaufgaben: Was sie anzieht und was sie kocht.

1954 – Dr. Oetker Werbung

Auch in den 60er Jahren wurde dieses Rollenbild weiter propagiert. Die perfekten Eigenschaften der Frau waren mit Attraktivität und einer guten Hausführung abgegolten. Intelligenz war nicht notwendig. Wenn sie arbeitet, dann als Sekretärin oder Bedienerin, also auf jeden Fall in einer dem Mann assistierenden Position. So gesehen änderte sich wenig zum vorigen Jahrzehnt. Die Jugendrevolte von 1968 wird allerdings einen entscheidenden Einfluss im nächsten Jahrzehnt haben!

Die Zigarette als Freiheitssymbol

In den 70er Jahren begann eine langsame Veränderung des Frauenbildes in der Werbung. Allerding war diese eher oberflächlich. Zwar wurde sie nun auch in prestigeträchtigen Berufen gezeigt, allerding suggerierten ihr Auftreten weiterhin das herkömmliche Frauenbild. Erst in den späten 70ern wurden Frauen auch hin und wieder als selbstbewusst und intelligent dargestellt. Nicht zuletzt wurde dies durch Zigarettenwerbungen gefördert. Die Zigarette galt in den 70ern als Symbol für Freiheit und Selbstbewusstheit. Durch das vermehrte Abbilden einer rauchenden Frau konnte sie zunehmend in eine andere Rolle schlüpfen.

Link: https://pixabay.com/de/photos/zigarette-rauchen-frauen-porträts-3571381/

Die Wendung?

War die Frau in der Nachkriegszeit hauptsächlich Hausfrau, stieg die Anzahl der arbeitenden Frauen in den 80ern und 90ern. Der Stereotyp der liebenden Hausfrau und Mutter wurde immer weniger akzeptiert. Die Werbebranche reagierte darauf und zeigte die Frau nun auch häufig in anderen Situationen: Kaffee trinkend, lesend oder aktiv in der Natur. War bis dahin die Hausfrau wichtig, um den Haushalt gut zu führen, wurde den Reinigungsprodukten nun vermehrt als Helfer der Frau dargestellt. Mit dem richtigen Produkt reinigt sich der Haushalt ganz von allein. Auch steht nun der Wunsch der Frau auch mal im Vordergrund. Die Werbung suggeriert nun, dass die Frau das Produkt für sich möchte, und nicht, um ihrem Mann zu gefallen.

1982 – Le Tartare Werbung

Die Frau wird zunehmend unabhängig dargestellt, wenngleich die traditionell weibliche Rolle immer wieder durchschlägt und das Frauenbild eindimensional bleibt. Traditionelle Bilder wie Ehefrau und Mutter bleiben in der Werbung vorrangig.

Good News zum Schluss…

Auch wenn die Werbungen von wirklich gelungenen gleichberechtigten Darstellungen von Frauen und Männer eher zu suchen sind, heißt es nicht, dass es nicht auch tolle Beispiele in Österreich gibt. Um eines an den Schluss zu stellen mit dem Aufruf kritisch zu bleiben – vor allem bei Werbung!

http://www.werbewatchgroup-wien.at/good-news-12

Quellen:

https://www.sozialministerium.at/Themen/Soziales/Soziale-Themen/Gleichstellung-von-Frauen-und-Maennern.html

https://www.weforum.org/reports/gender-gap-2020-report-100-years-pay-equality

http://mediaaffairs.at/aktuellebeitraege/gesellschaft/frauenstudie218.html

https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/stichwort/sexismus/werbung/

http://www.werbewatchgroup-wien.at/was-ist-sexistische-werbung/geschlechterklischees

Griess, Katharina (2013): Die Rolle der Frau in Werbung und Gesellschaft: Grin Verlag.

Zander-Seidel, Jutta (2015): Die veröffentlichte Frau: vom Herrenalbum zum Werbeplakat: Heidelberg University Library.

https://phaidra.fhstp.ac.at/open/o:129

Unser Podcast – Die Frau in der Werbung

Dieser Podcast beinhaltet zwei Interviews mit  zuständigen Herren aus der Möbelbranche zum Thema „Die Frau in der Werbung“. Wir bekommen einen kurzen Überblick über die Möbelbranche, sowie Einblicke in Werbestrategien – wie verkaufen sich Möbel am besten?

https://medienarchiv.phwien.ac.at/die-frau-in-der-werbung/

Monika Hauer, Sabrina Heitzinger und Cornelia Nosek

12 Apr

Digitale Bildung: Wovon reden wir da überhaupt?

Digitale Kultur, digitale Kompetenzen, digital Natives … überall ist digital – aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

Anstelle einer Einleitung zwei aktuelle Begegnungen aus dem digitalen Alltag. Erstens ein Newsletter der Plattform 4teachers.de, auf der sich Blogs, Arbeitsmaterialien, Projektideen u.v.m. finden:

… die Ausstattung von Schülern mit mobilen Lern- und Arbeitsgeräten wird immer wichtiger, um jederzeit und an jedem Ort flexibel und so produktiv wie in der Schule lernen zu können. Mit dem HP ProBook x360 11 G5 Education Edition ermöglichen Sie Ihren Schülern maximale Freiheit und revolutionieren das Lernen – in und außerhalb der Schule. Das speziell für Schüler und Studenten entwickelte Education Convertible Tablet Notebook lässt sich auf fünf Arten nutzen – im Notebook-, Stand-, Tent-, Book- oder Tablet-Modus. … gehört ebenso zur Ausstattung wie die kostenlose Classroom Management Software.

Zweitens ein Artikel von orf.at

( … ) Die Bundesregierung will bis zu 12.000 Computer an Schüler an Bundesschulen (AHS, BMHS) verleihen, die bisher mangels entsprechender Ausrüstung nicht am Heimunterricht teilnehmen konnten.

Besagte Beiträge mögen deshalb von Interesse für eine Betrachtung zur Digitalisierung sein, weil sie sich auf digitale Weise verbreiten und damit eine Aktualität, Vervielfältigung, Personalisierungsmöglichkeit, Feedback-Möglichkeit etc. haben, die im analogen Zeitalter noch nicht möglich war. Oder weil sie eben darüber hinaus das Digitale – im konkreten Fall Schul- und Unterrichts-Maßnahmen – zum Thema haben. Auf erster wie auf zweiter Ebene kann man ohne Zweifel endlose Recherchen betreiben und Erörterungen verfassen, vor allem zum technischen Aspekt, der binären Verwandlung, dem Wesen der Algorithmen, dem Tempo der Nachrichten etc.

Als mindestens ebenso interessant erachte ich allerdings zwei Aspekte, die hier nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind und deshalb umso bedeutender sein mögen.

Im ersten Fall sind es Marketing/PR, die sich ungekennzeichnet als Informationen kaschieren und objektiv vorgeben, von Nutzen für den Unterricht, die SchülerInnen, die Lehrpersonen zu sein. Kurzum, hier hängt sich eine Firma an den Zug der Digitalisierung des Bildungssystems und will damit Geschäfte machen – mit Hard- und Software, die wie marktüblich die User in ein Netz an meist kostenpflichtige Verbindlichkeiten (Updates, Kompatibilität, Cloudzugänge etc.) setzen. Diese Strategien sind für Firmen mit einem entsprechenden Angebot legitim; kritisch wird es allerdings, wenn sie sich – wie etwa Mark Zuckerberg – als Wohltäter aufspielen; wenn es vorrangig darum geht, zukünftige Kunden anzuködern; oder wenn der Softwaregebrauch Daten abwirft, die weiter vermarktet werden. Wer verdient daran? muss also eine der wesentlichen (ethischen) Fragen sein, die man sich stellen muss, wenn man sich mit der Digitalisierung auseinandersetzt. (hier ein Artikel aus der NZZ zu diesem Thema). Eine weitere – die der Bericht auf orf.at anspricht – betrifft die soziale Frage: Denn auch wenn vielerorts von der Demokratisierung infolge der Digitalisierung die Rede ist, vom gestärkten Mitspracherecht und der besseren Zugänglichkeit zu Bildung, gibt es die Hürden, die sich aus der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht ergeben. Und im Zuge der Covid-19-Maßnahmen ist eben sehr deutlich geworden, dass SchülerInnen aus sogenannten bildungsfernen Schichten vom Fernunterricht paradoxer- oder logischerweise am wenigsten profitieren, dass sie vielmehr sogar unerreichbar werden. Die Hürden aus analogen Zeiten, etwa aus den Untersuchungen Bourdieus oder Bernstein, sind also nicht nur genauso gültig, sie scheinen sich unter bestimmten Bedingungen sogar noch zu vergrößern.

Mit diesen Ansätzen möchte ich zeigen, dass eine Diskussion zum Thema Digitalisierung so komplex wie kompliziert ist, ja sein muss. Das beginnt schon damit, welche – oft unbewusste – Einstellung man dazu hat: Sieht man die Digitalisierung als Revolution, gar als Tsunami, den vorwiegend nordamerikanische Unternehmen und Geheimdienste erzeugt haben, um sich den Markt und dann die ganze Welt untertan zu machen? Sieht man sich die Geschichten von Edward Snowden oder Julian Assange an, entsprechende Bücher (warum genau dieser Anbieter und diese Verweise, Referenzen …?) muss man fast auf diese Sichtweise verfallen. Andererseits könnte man sich dem Thema auch etwas distanzierter widmen, aus historischer, soziologischer Sicht, wie es etwa Armin Nassehi in seinem Buch Muster tut. Dann sieht man die Digitalisierung als logische, fast zwingende Transformation, die sich – ähnlich wie der Buchdruck im 16. Jh. – aus den wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen im 19. Jh. ergeben hat. Und die, so Nassehi, ja vor allem auch deshalb diesen unglaublichen umfassenden Siegeszug angetreten hat, weil sie schlichtweg so sagenhaft gut funktioniert, oder? Ein Blick auf das Smartphone, auf seine Entwicklung und Verwendung in den letzten zehn Jahren, auf sein Eindringen in so gut wie alle Lebensbereiche von Navigation über Gesundheit bis Partnersuche reicht alleine schon aus, um diese Transformation zu verdeutlichen.

Nichtsdestotrotz sehen viele LehrerInnen das Digitale noch immer beschränkt auf seinen technischen Aspekt. Der konservative Frontal-Unterricht erlebt dann eben seine Fortsetzung als Einbahn-Youtube-Video, das Tablet ist nichts weiter als eine neue Version des Schulbuchs. Auch hier mag das Digitale funktionieren, aber es funktioniert vor allem als Verstärker, wie es der Pädagoge Jöran Muuß-Merholz in diesem Essay darstellt. Prinzipien und Methoden des Frontalunterrichts können so mittels digitaler Medien noch um den Aspekt der lückenlosen Kontrolle und Überwachung verstärkt werden, während reformpädagogische Ansätze ebenso neue Möglichkeiten entfalten können. Doch diese Ansätze greifen eben zu kurz, sie nehmen nicht den gesellschaftlichen Wandel in den Blick, den die Digitalisierung mit sich gebracht hat. Die Lehrerfortbildnerin Lisa Rosa hat zu diesem Thema eben so gut verständliche wie kluge Beiträge verfasst wie der Pädagoge Axel Krommer

Erst auf Basis solch einen umfassenden Verständnisses, das die Digitalisierung eben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und neben den technischen Aspekten auch die zahlreichen Chancen, aber auch Risiken und Profiteure in Betracht zieht, lässt sich meines Erachtens eine sinnvolle Diskussion führen. Sonst ist man allzu leicht geneigt, in euphorischen Aktionismus zu verfallen wie etwa meiner Meinung nach Christoph Meinel in diesem Beitrag, auf den sich auf derselben Plattform eine gute Replik findet, die den Bildungsbegriff eben nicht nur den Softwareentwicklern überlassen will; oder man verfällt in einen Wertekonservatismus wie beispielsweise der Pädagoge Klaus Zierer, der Äpfel mit Birnen verwechselt und Probleme dort sieht, wo vielleicht gar keine sind, wie wiederum Axel Krommer in einer Entgegnung meint.

Als LehrerIn sollte man sich mit solchen Fragen auseinandersetzen, bevor man auf die tatsächlich unzähligen Angebote aus Hard- und Software zugreift, die aktuell verfügbar sind. Ein best-practice-Kompendium liefert etwa die Bertelsmann-Stiftung mit diesen zehn Beispielen aus deutschen Schulen. Wobei einen die weiterführenden Links – etwa zu Kahoot oder Sketchometry, zu Mystery-Skype und anderen Learning-Apps – auch zum Beginn dieses Blogbeitrags führen sollten, zu den Fragen nach den Profiteuren, nach den Hürden … und zu den vernetzten Referenzen und Antworten, die sich daraus in bester digitaler Weise ergeben sollen.