19 Jan

Radio als Lernform am Beispiel von Radioigel

Zwischen der neuen Mittelschule Steiermark und dem Bildungsradio der PH Steiermark gibt es seit dem Schuljahr 2011 eine Kooperation, wo Lehramtsstudierende, Lehrkräfte und Schüler/innen dabei unterstützt werden eigene Beiträge zu gestalten. So wurde etwa eigens ein Radioigel Story Award initiiert, wo Schüler/innen dazu aufgerufen waren, eigene Geschichten einzusenden und die 10 interessantesten Geschichten wurden von einer Jury ausgewählt. Die jungen Autor/inn/en durften ihre Texte dann selbst einsprechen und daraus wurde dann ein Hörbuch. Solche Projekte sind für Schüler/innen natürlich interessant, weil sie motivierend sind, eben dadurch, dass einige der Arbeiten auch tatsächlich einem Publikum präsentiert werden. Zum Weiterlesen: http://radioigel.at/

Das Erstellen von eigenen Sendungsbeiträgen ermöglicht es Schüler/inne/n nicht nur Medienkompetenzen zu erwerben und zu vertiefen, sondern sich eben auch kritisch mit der Medienproduktion selbst zu befassen. Woher bezieht man Informationen, wie verfasst man Beiträge und wie führe ich ein Interview? – alles Fragen, mit denen sich die Schüler/innen auf praktischem Weg auseinandersetzen können.

Wie auch schon in dem Beitrag zum Volksgruppenradio am BRG Oberpullendorf http://podcampus.phwien.ac.at/digimed/2016/01/18/volksgruppenradio-am-brg-oberpullendorf/ deutlich wird, spricht vieles für den Einsatz des Mediums im Unterricht, da sich eben auch einige fächerübergreifende Projekte damit umsetzen lassen und soziale Kompetenzen der Schüler/innen in der Zusammenarbeit im Team gefördert werden. Was aber wahrscheinlich am meisten dafür spricht ist, dass ma damit Schüler/inne/n den Raum gibt, sich auszudrücken und ihnen eine Stimme gibt.

Es lassen sich aber auch schon in kleinem Rahmen die nötigen technischen Kompetenzen im Umgang mit auditiven Aufnahmen vermitteln, auch ohne eigenes Studio. Mehr Infos, wie man schon mit geringem Aufwand zu brauchbaren Aufnahmeergebnissen kommt findet man hier: https://www.lmz-bw.de/audiotechnik-mobile-aufnahmegeraete-smartphones.html

Nun stellt sich vielleicht auch für den Unterricht die Frage, vom Verhältnis von Aufwand und Nutzen – zahlt es sich überhaupt aus, sich als Lehrkraft die notwendige Arbeit, um solche Projekte zu planen, organisieren und umzusetzen, „anzutun“?

Eine Antwort auf die Frage kann vielleicht folgender Artikel geben: http://www.schuelerradio.at/node/112

18 Jan

Volksgruppenradio am BRG Oberpullendorf

Das BRG Oberpullendorf bietet seinen SchülerInnen seit mittlerweile fast 10 Jahren die unverbindliche Übung „Volksgruppenradio“ an. In dieser Übungen gestalten die SchülerInnen eine zweisprachige Radiosendung die an vier Tagen pro Woche, also von Montag bis Donnerstg, von 15 bis 16 Uhr läuft. Moderiert wird diese Sendung von SchülerInnen der Unterstufe, wobei nicht alle eine Minderheitensprache als Zweitsprache sprechen. Die SchülerInnen arbeiten nach einem fixen Programm. Schüler die an diesem Projekt teilnehmen haben mehrere Vorteile von dieser Arbeit. Sie werden mit dem Computer vertraut, lernen wie richtig recherchiert und präsentiert wird und zusätzlich, oder auch dadurch, steigert die Arbeit das Selbstwertgefühl. Die Schüler lernen auch Verantwortung zu übernehmen und Termine einzuhalten.
Unserer Meinung nach ist das Volksgruppenradio eine sehr gute Idee. Es hilft den SchülerInnen sich in Schreiben und Sprechen zu verbessern. Sie lernen außerdem mit dem PC umzugehen. Außerdem fördert die Zusammenarbeit bei den Radiosendungen die Gruppendynamik und das soziale Umfeld der Schüler. Die SchülerInnen können zusätzlich noch Erfahrungen in einer der Minderheitensprachen machen und dadurch etwas neues dazulernen.
Auch am BRG Kirchdorf/Krems wird Radioarbeit im Unterricht verwendet. Hier beziehen sich die Radiosendungen auf den Geschichtsunterricht und werden von OberstufenschülerInnen moderiert. Mehr dazu: http://www.medienimpulse.at/articles/view/863
Das Medium Radio hat viele Vorteile die teilweise so offensichtlich sind das man sie leicht übersehen könnte. Es geht immer um die Sprache, Klang und Kommunikation. Es werden aktuelle Themen diskutiert oder auch nur angesprochen aber all das kann für Reflexionen genutzt werden. Es ist ein Prozess der Fächerübergreifend ist. So gut wie jedes Fach kann miteingebunden werden. Mehr dazu:http://www.schuelerradio.at/node/120

 

03 Mai

Klaus Sturdik bei Radio Orange

Exkursion „Radio Orange“                     Klaus Sturdik                      18.03.2014

Eindruck: Eine ambitionierte, sympathische junge Frau, namens Barbara  begegnete uns im vorderen Büroraum und wir nahmen in einer gemütlichen Sitzecke Platz.
Barbara begann mit einer umfassenden Präsentation:

Wir erfuhren, dass Radio Orange seit 1998 existiert, der Verein „Freies Radio Wien“ – der Vorkämpfer, aus dem heraus die Gründung erfolgte, aber bereits seit 1992 politisch aktiv gegen die Monopolstellung des ORF ankämpfte. Mit dem Fall der, in Europa damals einzigartigen Stellung der öffentlichen Medien folgte die Gründung des, lange Zeit, basis-demokratisch geführten Vereins. In den ersten Jahren finanzierte sich der Verein über Zuwendungen und Eigeninitiativen. Heute wird der laufende Betrieb durch das Lukrieren diverser Fördergelder und vom GIS-Anteil für freie Medien gewährleistet. Die Leitung des freien Radios wird mittlerweile von einem Kollegium besorgt.

Der Status „freies Radio“ beinhaltet die uneingeschränkte Unabhängigkeit von kapitalistisch orientierten Unternehmen und verbietet jegliche Ausstrahlung von bezahlter Werbung. Ausgestrahlt wird terrestrisch im Raum Wien, aber auch über das Internet (Streams). Eine Entwicklung die für Barbara besondere Bedeutung erlangt, da zahlreiche innovative Sendekonzepte für Redakteure mit Migrationshintergrund eine massive Aufwertung durch das quartiere Medium erlangen. Diese Formate sind mit der Ausstrahlung über das Netz nun auch in den diversen Ursprungsländern vieler Redakteure, quasi weltweit rezipierbar.

Aktuell werden etwa 450 Sendungsformate von freien Redakteuren aufgenommen und ausgestrahlt oder live gesendet. Viele Formate unterliegen einer periodischen Ausstrahlung, etliche Sendungen laufen aber sporadisch und anti-zyklisch. Dies bedingt eine spezielle Koordination bei der Sendungs-Organisation. Kommunikation und Flexibilität prägen das Selbstkonzept des Senders. Spezielle Format-Vorgaben gibt es von der (Chef-)Redaktion keine. Jemand, der damit spekuliert Radio zu machen, wird motiviert ein Konzept vorzulegen. Thematisch sind den Interessierten alle Möglichkeiten zugänglich. Ob Schulradio, Radio Teheran, oder ein Inforadio für Berufsorientierung, prinzipiell ist alles denkbar, das ethisch-moralisch unbedenklich ist. Da das Freie Radio aber eher im Mitte-Links-Segment einzuordnen ist, wird die sozial-politische Korrektness eine zentrale Rolle bei der Sendungs-Auswahl spielen.

Nach der Bestätigung der Unbedenklichkeit des Konzepts, wird eine Null-Sendung im Studio aufgezeichnet und diese nochmals überprüft. Auch Live Sendungen dürfen prinzipiell von jeder/jedem gehalten werden, die Erfahrung spielt jedoch eine bedeutende Rolle. Zwischen den Produktions-Schritten werden Schulungen (Sende-, Persönlichkeitsrechte Studiotechnik) angeboten.

Relevanz & Stellungnahme: Das Paket des Senders ist attraktiv. Der Laie lernt tatsächlich Radio-Sendungen zu produzieren. Bei entsprechender Anleitung einer Lehrkraft ist das Gestalten von Radio-Sendungen auch sicher kein Problem für Kinder…

Eine Stärke von Radio Orange ist die breite Streuung, sowohl was den Inhalt betrifft, als auch was den (multi-)kulturellen Wert angeht. Zumeist sind Radio-Macher aller Kontinente vertreten. Der Kreativität der Lehrkräfte und der Kinder sind also keine Grenzen gesetzt!

Für die medienpädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schüler sei erwähnt, dass viele Projekte im freien Radio laufen. Es gibt in vielen Bundesländern Sender, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auch bei Radio Orange gibt es Formate, die von Schülerinnen und Schülern zumindest mitgestaltet werden. Es gilt das Motto. Wer eine Idee hat, darf verwirklichen… So gesehen ist es auch für mich eine künftige Variante Projekte zu entwickeln. Da man nahezu freie Hand hat was den Umfang und die Inhalte betrifft, kann man äußerst kreativ an ein derartiges Projekt herangehen.

Was Studio-Aufnahmen angeht liegt nahe, dass das Sprechen an Mischpult und Mikrofon ganz sicher ein Erlebnis für die SuS ist. Man kann erkennen, wie mit einfachen Mitteln (Wand-Vorhänge zur Hall-Reduktion) und professionellem Equipment (Technisch gut ausgestattete Studio-Räume für die Aufzeichnung und die Live-Sendung) freies Radio realisiert wird. Die eigene Stimme als Instrument und Kommunikationsmedium einzusetzen, kommt sicher gut an.

Am Ende erhielten wir einen Einblick in die kreative Sendungs-Vielfalt: Barbara nütze unsere Gegenwart für eine Pilot-Aufnahme. Für diese wird sie mit dem vielfach erprobten Aufzeichnungs-Bike unterwegs sein und mit Passanten/Kindern Gespräche führen. Zentrales Element dieses Formats ist das Erzählen von Geschichten anhand von sogenannten „Story-Cubes“, bei denen Symbole gewürfelt werden, nach denen Beteiligte dann Geschichten erfinden. Diese Methode erprobten wir selbst an den Mikrofonen…

Abschließend sei gesagt, dass ich Radio Orange bereits länger kenne und selbst mehrfach damit spekulierte, Sendungen zu gestalten. Als Betätigungsfeld für Schülerinnen und Schüler geeignet, empfehle ich jeden Interessierten, diese Option einmal näher zu betrachten. Die Kinder lernen sicher einiges und Spaß macht es allemal!