06 Jul

#sicheronline – ein Flyer von „Rat auf Draht“

Rezension: #sicheronline 06.07. SS18-3, Verfasst von: Timna Zipfl

Ich habe mir für diese Rezension den Flyer „#sicheronline – Schütz dich vor falschen Freunden“ ausgesucht, welcher speziell das Thema behandelt, wie mit unbekannten Personen im Internet umgegangen werden sollte.  Der Flyer stammt dabei von „Rat auf Draht“ und hat mich deshalb auch besonders angesprochen.

Beim Lesen der bereits geposteten Beiträge fällt schnell auf, dass  „Rat auf Draht“ immer wieder eine bedeutende Rolle einnimmt, auch wenn es um Informationsmaterial anderer Organisationen und Vereine geht.

Inhalt

In dem Informationsflyer geht es, wie bereits erwähnt, vorrangig darum, wie Jugendliche mit Fremden im Internet umgehen sollten – dabei steht Selbstschutz im Vordergrund. Die Leser und Leserinnen werden darüber aufgeklärt, dass nicht jede Person im Internet auch ist, wer sie oder er vorgibt zu sein. Die Zielgruppe des Informationsblattes scheinen dabei, zumindest dem Design und Bildern des Flyers nach, eher ältere Kinder bzw. Jugendliche auszumachen.

Das erste Thema das angesprochen wird, ist das der „Sextortion“ und das man auch im Umgang mit den eigenen Freunden darauf achten sollte, welche Art Bilder man verschickt.

In weiterer Folge werden Situationen dargelegt, welche uns grundsätzlich misstrauisch und damit auch vorsichtig machen sollten. Die Leser und Leserinnen des Flyers erhalten zusätzlich einige allgemein hilfreiche Ratschläge und können nachlesen, wo sie sich akute Hilfe suchen können.

Empfehlung und weiterführende Ideen

Grundsätzlich wirkt der Flyer auf mich empfehlenswert. Es werden darin sehr direkt mögliche Schwierigkeiten angesprochen, über die man im Internet stolpern kann. Diese werden dabei auch direkt genannt und in weiterer Folge erklärt. Ich persönlich halte beides für wichtig, denn egal ob sich ein/e Jugendliche/r einfach nur informieren möchte oder ob es ihm/ihr darum geht akute Hilfe zu finden – beides geht schneller, wenn das Problem beim Namen genannt wird.

Wie bereits erwähnt, bin ich mir allerdings nicht sicher, ob dieser Flyer für die Volksschule bereits verwendet werden kann. Gerade bei der Arbeit mit jüngeren Kindern ist meiner Meinung nach wichtig, Informationsmaterial zu verwenden, dass mit Bildern und Grafiken arbeitet und Informationen verständlich und einfach (aber nicht verfälscht!) darlegt. Bei einigen im Flyer vorkommenden Begriffen („Sexuelle Belästigung“)  wird beispielsweise schon davon ausgegangen, dass sie von Leser und Leserinnen verstanden werden.

Die Ratschläge und Anlaufstellen, wie sie im Flyer erwähnt werden, können aber meiner Meinung nach durchaus übernommen werden. Beispielsweise könnten einige relevante Tipps bei einer Projektarbeit zum Thema „Safer Internet“ verwendet werden.

Link/Quelle:

https://www.saferinternet.at/fileadmin/categorized/Materialien/Folder_147_RaD_Sicher_Online.pdf 

06 Jul

Rezension zum „Einsatz von Sheeplive-Cartoons im Unterricht“

verfasst von: Natalie KRYSTL/Studentin an der PH Wien

Idee/Ziel: Verwendung von Kurztrickfilmen um auf die Gefahren und Risiken im Internet aufmerksam zu machen bzw. die Kinder darauf zu sensibilisieren.

Die Idee dahinter ist jene, den Schülerinnen und Schülern von der Volksschule bis zur Sekundarstufe I die Gefahren des Internets mit kurzen Cartoons näher zu bringen (http://www.sheeplive.eu/ ).
Es wird z. B. darauf aufmerksam gemacht, was dahinterstehen kann, wenn man in einem Chatraum angesprochen wird und die andere Person diese neue „Freundschaft“ geheim halten möchte (http://at.sheeplive.eu/fairytales/der-verheimlichte-freund).

Das Projekt wurde in der Slowakei unter dem Namen „Verantwortungsbewusstsein“ gestartet – in Österreich ist das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) der Kooperationspartner. Auf der Startseite findet man viele Schafe, deren Wolle die Flagge des jeweiligen Landes darstellt, welches sich beteiligt und in deren Sprache die Inhalte wiedergegeben werden.

Sämtliche Kurzvideos haben den gleichen Handlungsort sowie die selben Personen: eine Alm, einen Senner, einen naiven Schafhirten sowie Schafe und Schafböcke. Trotz des für uns vielleicht etwas ungewöhnlichen Rahmens, greifen die Cartoons die mediale Lebenswelt der Kinder auf.

In jedem Trickfilm gibt es den klassischen Konflikt zwischen Gut und Böse und am Ende immer eine Botschaft, wie man sich schützen kann (bspw. indem man nicht einfach alles glaubt, was man im Internet liest, sondern recherchiert und Seiten vergleicht, bevor man sich sofort ein Urteil bildet ohne weiter zu hinterfragen http://at.sheeplive.eu/fairytales/weisse-schafe).

Es gibt ein Methodenhandbuch (http://at.sheeplive.eu/sites/default/files/methodik_handbuch_sheeplive_cartoons.pdf), welches das Konzept und die Ziele der Seite erläutert. Man findet in diesem auch Handlungsempfehlungen und ergänzende Aktivitäten sowie weiterführende Spiele zur jeweiligen Thematik.

Die Animationsfilme dauern durchschnittlich 3 Minuten, wobei in etwa 2:40 Minuten tatsächlich die Geschichte samt der Botschaft erzählt/erklärt wird. Ist also kurz und bündig, aber dennoch sehr aussagekräftig.

Neben den Cartoons findet man auf der Homepage auch

Ich finde die Idee, die dahinter steht sehr gut – mit kurzen Animationsfilmen auf die Gefahren und Risiken aufmerksam zu machen, welche man dann gemeinsam im Unterricht weiter besprechen/analysieren kann.

Mit der Umsetzung kann ich aber nicht so viel anfangen, da mich die Cartoons nicht ansprechen. Ein Senner und ein naiver Schafhirte (die beide nur spärlich bekleidet sind) stellen meiner Meinung nach nicht wirklich Figuren dar, zu welchen der Großteil der in Österreich lebenden Kinder eine Beziehung herstellen können. Die Stimmen sind auch nicht sehr sympathisch und wirken eher unpersönlich. Und gerade in der heutigen Zeit, sind diese archetypischen Rollenverteilungen fehl am Platz (die einzig weiblichen Figuren sind jene Schafe, die ausgenutzt bzw. lächerlich gemacht werden).

Aber man kann die Cartoons heranziehen, wenn man bestimmte Themen vorbereitet, da sie eine gute Grundlage bilden, in welche Richtung man Gespräche zur jeweiligen Thematik leiten sollte.

Man kann sich gute Anregungen holen und es selbst dann besser machen – denn es muss ja hoffentlich kein Trickfilm sein, mit welchem man die Schülerinnen und Schüler dazu bringt, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Und falls doch, findet man online bestimmt genügend Material, sobald man weiß, in welche Richtung es gehen soll.

30 Jun

A1 Internet Guide für Kids – „Ab ins Internet, aber gewusst wie!“ Rezension

Kurzbeschreibung

Der A1 Internet Guide für Kids „Ab ins Internet, aber gewusst wie!“ wurde 2016 von A1 Telekom Austria AG herausgegeben. Die Broschüre beschreibt auf dem Sprachniveau von Kindern wichtige Informationen von der Entstehung und Übertragung von Internet (Interconnected Networks) und vieles mehr. Die Kinder werden von den drei Kindern Clara Clever, Anton Action und Henri Hoppsala durch die Broschüre geführt. Am Ende jeder Seite gibt es einen Bereich, in welchem sich die Kinder Notizen zu dem Inhalt machen können. Auf den Seiten befinden sich immer passende Illustrationen oder kleine Spiele.  Den Kindern wird das Internet als ein Netz vorgestellt, welches aus Kabeln, Sendemasten oder Satelliten besteht, und seit 1980 existiert. Die Abkürzung „www“ steht für „world wide web“ und eine Internetadresse gibt an, wo eine Seite im weltweiten Netz zu Hause ist. Die Kinder erfahren von den „harten“ und „weichen“ Teilen (Hardware, Software) und von Icons. Anschließend werden die Kinder gefragt, mit welchen Geräten sie ins Internet einsteigen können. Um den Kinder das Internet näher zu bringen, gibt es Aufgaben, in denen sie gezielte Wörter und bestimmtes Wissen mit Google recherchieren sollen. Die Kinder erfahren wie eine E-Mail verfasst werden kann. Auch auf die Gefahren von Spam-Mail, Dark Rooms oder online Bezahlungen im Internet werden die Kinder aufmerksam gemacht. Weitere Themen sind das Auswählen von geeigneten Profilbildern, das Erstellen eines Bloggs, das Preisgeben von privaten Informationen und der Umgang mit Cyber-Mobbing.

 

Der Link zur Broschüre:

A1 (2016): A1 Internet Guide für Kids, URL: https://a1internetfueralle.at/uploads/downloads/A1_Internet_Guide_fuer_Kids.pdf Stand 29.06.2018.

 

Persönliche Einschätzung

Meiner Meinung nach liefert die Broschüre einen guten Überblick über die wichtigsten Aspekte im sicheren Umgang mit dem Internet. Die relevanten Informationen werden einfach uns sehr kindgerecht erklärt. Die Spiele und Übungen auf jeder Seite finde ich sehr auflockernd. Auch die drei Charaktere, welche die Nutzung des Internets erklären und auf Gefahren oder Probleme Hinweisen, finde ich gut in Szene gesetzt. Ich schätze, die Broschüre kann gut im Unterricht verwendet werden.

 

Weiterführende Ideen zur Nutzung

Ich empfinde diese Broschüre als Unterrichtsmaterial definitiv geeignet. Die Broschüre deckt sehr viele Gebiete des Internets ab und begleitet die Kinder auf eine spielerische Weise. Die Erarbeitung der Broschüre sollte jedoch keine Einzelarbeit sein. Es ist wichtig, trotz einer guten Darbietung von Privatsphäre, Cyber-Mobbing und Co. mit den Kindern gemeinsam zu reflektieren. Auch könnten Übungen aus der Broschüre gemeinsam erarbeitet werden.

Zusätzlich zu der Broschüre wäre es interessant einen Spezialisten für die Nutzung des Internets in das Klassenzimmer zu holen oder auch eine Exkursion wie zum Beispiel in das Technische Museum zu organisieren. Zu dem Thema Cyber-Mobbing könnten auch Mitarbeiter des „147 – Rat auf Draht“ Teams in die Klasse geholt werden, um diese Thematik zu besprechen.

Das A1 Team bietet auch noch zusätzliches Unterrichtsmaterial auf ihrer Seite an, welches gratis benutzt werden kann.

06 Mai

Schutz der Privatsphäre im Internet – Datei

https://www.saferinternet.at/uploads/tx_simaterials/Schulmaterial_Schutz_der_Privatsphaere_im_Internet.pdf

Hier findet ihr eine Datei zum Thema Privatsphäre und Datenschutz im Internet mit einigen interessanten Informationen über:

  • den Datenschutz in der Schule
  • die Relevanz, seine Privatsphäre zu schützen
  • gesetzliche Bestimmungen zu Rechten und Pflichten
  • Tipps, wie man seine Privatsphäre schützen kann

Außerdem gibt es Materialien und Übungen, die für verschiedene Altersstufen geeignet sind.

Quelle:

Saferinternet.at: www.saferinternet.at

Verfasst von: Patricia Kallinger

30 Apr

Wahr oder Falsch im Internet

Safer Internet:

Ich habe mir zur Rezension ausgesucht: Wahr oder Falsch im Internet von der Seite https://www.saferinternet.at/broschuerenservice/materialien-fuer-lehrende/.

 

Die Broschüre ist gut gegliedert, bietet sogar konkrete Fragen für die Diskussion in der Klasse. Zusätzlich werden Tipps, Abläufe von Aktivitäten, Links,… bereitgestellt. Die Themenauswahl ist gut getroffen, sie scheint mir sehr relevant für heutige Jugendlich zu sein. Es ist überaus wichtig sich kritisch mit Medien auseinanderzusetzen und das trifft natürlich besonders auf Medien aus dem Internet zu.

Themengebiete wie: „Die Kontroversen Checkliste“, „Berichterstattung kritisch hinterfragen“ und „Bilder vs. Realität“ sind hoch aktuell und sicherlich etwas, was man mit den SchülerInnen auf jeden Fall besprechen und erarbeiten sollte.

Die Broschüre ist allerdings meiner Meinung nach erst für die Sekundarstufe geeignet, da die Anforderungen für Volksschulkinder zu komplex und sicherlich überfordernd wären. Trotzdem bietet sie sehr viele Inputs die auch für LehrerInnen hoch interessant sind. Wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt und sich viel Zeit dafür nimmt, schafft man es sicher auch einige der Themengebiete für das Volksschulalter herunterzubrechen.

13 Feb

Rezension-Lernen mit Online Videos

Rezension: Lernen mit Online-Videos – Eine Einführung  von Klaus Rummler
Erschienen in medienimpulse 2-17

Geschrieben von Alisa Paede

Datum: 10.02.2017

Hand aufs Herz. Wer hat nicht zu You Tube gegriffen um den einen oder anderen Gitarrengriff noch einmal genau erklärt zu bekommen? Wenn Verständnisschwierigkeiten in Deutsch, Mathematik oder doch Physik herrschen-Online findet man bestimmt Hilfe. Mittlerweile gibt es unzählige Onlineportale, Trainings, Lernvideos und Übungen, die einem das Leben erleichtern können, falls man nicht mehr weiter weiß.

In dem Artikel von Klaus Rummler geht es um das Thema Lernen mit und durch Online-Videos. Hier wird das Thema aus verschiedenen Blickwinkel näher betrachtet und erklärt und die dazugehörigen Vor- und Nachteile dieser neuen Entwicklung aufgegriffen.

Für den großen Erfolg von You Tube ist die Dreiecksbeziehung von gesellschaftlichen, sozialen und technologischen Strukturen erklärbar, welche sich in den letzten 30 Jahren rasant entwickelt hat.

Aus den Personal Computern aus den 80-er Jahren wurden portable Smartphones, mit denen man unterwegs seine Geschäfte, Banküberweisungen und sein Zugticket kaufen kann. Somit wurden sie zu unverzichtbaren Alltagsbegleiter, die einem das Lernen auch unterwegs ermöglicht.

Laut der Bremer Befragung zur Nutzung, Produktion und Publikation von Jugendlichen kam heraus, dass sie in den Bereichen Sport, Styling und Mode, Musizieren, Basteln, Reparieren und auch für das schulische Lernen Online-Videos nutzen.

Alle diese Online-Videos haben unterschiedlichste Videoformate und lassen sich in Lehrfilme, Dokumentarfilme, Videotutorials, oder auch Erklärvideos kategorisieren. Sie alle unterscheiden sich stark von einander und doch werden alle zum Nachvollziehen, Nachmachen und Lernen gebraucht.

„In dieser Leseart, gibt es vielfältige Überlappungen und sehr schmale Grenzen zwischen diesen Kategorisierungen.“

(Rummler, Klaus (2017): Lernen mit Online-Videos-Eine Einführung)

Es zeigt sich auch, dass die Jugendlichen Online-Videos nicht nur zur Unterhaltung und zum Lernen nutzen, sondern Videos zu bestimmten Themen auch selbst produzieren. Lernprozesse, die während der eigenen Produktion entstehen sind Lernen am Modell (Prozess des Nachahmens) und Lernen durch Reflexion und Analyse (Wissen erweitern, Theorie und Praxis verbinden, Perspektivenwechsel durchführen,…).

Die Produktion von Erklärvideos (Lernen durch Lehren) entspricht der höchsten Lernzielstufe. Hier wird eine tiefere Durchdringung des zu vermittelnden Inhalts gefordert. Der „Filmemacher“ muss sich ganz genau mit dem Inhalt, Planung, Material und der Ausführung auseinandersetzen. Er schlüpft in die Rolle des Lehrenden und fokussiert sich auf den Adressaten, wodurch er gleichzeitig sein Fachwissen vertieft und anwendet.

Mittlerweile werden Videos in der Berufsausbildung und der beruflichen Weiterbildung als Werkzeuge eingesetzt.

Auch an vielen Universitäten und Hochschulen sind Videoaufzeichnungen und live-streams von Vorlesungen zu finden. Das Speichern und spätere Verfügbarmachen dieser Aufzeichnungen dienen dem selben Ziel. Der Student oder die Studentin hat die Möglichkeit eine versäumte Vorlesung auch zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen und sie, wenn notwendig, auch öfter anzuschauen.

Trotz der vielen Euphorie, die dem entgegen strömt, muss man auch einige Nachteile erwähnen:

  • Es ist unklar ob diese Videos an den entsprechenden Stellen das passende Vermittlungsformat sind.
  • Videos sind sehr teuer und ziehen mit sich hohe Sach- und Personalkosten. Eine Stunde Video benötigt zehn Stunden Personal!
  • Gute Hochschuldozierende sind nicht gleichzeitig auch gute Videodarsteller. Die Dozierenden müssen in eine Rolle schlüpfen, ähnlich die den Schauspielern.

Jedoch selbstproduzierte Videos von Lehrpersonen oder You Tube Videos, die an Schüler/innen gerichtet sind können zur Vertiefung und Wiederholung verwendet werden. Es wird den Lehrpersonen auch empfohlen sich Videos von anderen Lehrpersonen anzuschauen um eventuell neue Arten der Präsentation kennenzulernen, neue Experimente durchzuführen oder neue didaktische Ideen zu sammeln.

Auch hier muss man sich einigen Schwierigkeiten und Problemen stellen. Nicht immer ist es einfach ein Video zu produzieren und hängt viel von den Gegebenheiten der Schule und den eigenen Kompetenzen ab. Probleme wie Schneiden und Übertragen eines Videos und fehlende, kostenpflichtige Software könnten entstehen. Dies in schulischen Kontexten zu nützen, braucht es finanzielle Mittel, die oft nicht vorhanden sind.

Digitale Medien sind aus der heutigen Zeit für Schüler, Studenten, Lehrende und viele andere Menschen nicht mehr wegzudenken. Wir sind ständig damit konfrontiert sich in der „virtuellen Welt“ auseinanderzusetzen und oft können wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

Für manche wäre der Alltag ohne sein/ihr Smartphone nicht vorstellbar. Wie oft hat es uns beim finden einer Adresse, beim Reparieren eines Fahrradreifens oder beim Kuchenbacken geholfen.

Der Vorteil ist, dass uns immer geholfen wird. Ob bei der Mathematik Hausaufgabe oder Planen einer Präsentation, wir brauchen nur gezielt einzutippen und uns zu der richtigen Seite durchzusuchen.

Der Nachteil wiederrum ist, dass wir uns selten auf uns selbst oder auf unsere Instinkte verlassen. Wir besuchen keine Büchereien um zu einer Information zu kommen, wir fragen keine Nachbarn wie nochmal das Rezept genau geht und wir strengen uns auch nicht mehr so an.

Alles was wir brauchen, befindet sich in unserer Hosen-, Jacken- oder Handtasche und es braucht nicht viel, nur ein Ladegerät.

So sehr es uns auch unseren Alltag erleichtert, so sehr macht es mir auch Angst, da wir immer mehr davon abhängig und gefangen werden.

Der gesamte Artikel zu lesen unter: http://www.medienimpulse.at/articles/view/1041

 

01 Mrz

Rezension: YouTube-Videos: innovativ-traditionelle Textsorten für den Sprachunterricht

Rezension von Vivian Teichmann

Autorin: Elke Höfler

Link: http://www.medienimpulse.at/articles/view/991?navi=1

Datum: 23.02.2017

Wie der Titel schon vermuten lässt, schreibt Elke Höfler in ihrem Fachartikel über die Bedeutung, den Wert und den Nutzen von YouTube-Videos für Kinder und Jugendliche und für die Schule. Sie möchte den LeserInnen greifbar machen, inwiefern You-Tube Videos für den Sprachunterricht in der Schule relevant sind und ihre notwendige Berechtigung im schulischen Kontext haben.

Dabei führt sie die JIM-Studie als aussagekräftige Quelle für das multimediale Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an. Diese präsentiert Youtube als wohl beliebtestes Webangebot dieser Altersgruppe und wird von 61 % der Jugendlichen mehrmals wöchentlich verwendet. Der Grund für diesen hohen Prozentsatz liegt in der hohen Usability, hochwertige Qualität und hohes Ansehen des Videoportals bei SchülerInnen. Ein Feature, was dieses Portal besonders reizvoll wirken lässt, ist die Möglichkeit neben Videos bloß passiv zu konsumieren, auch selbst produzieren und hochladen zu können. Wer ein eigenes Nutzungskonto besitzt, hat zudem die Gelegenheit, Inhalte zu kommentieren und somit mit der Web-Community zu kommunizieren. Im Blickpunkt der Arbeit mit YouTube Videos in der Schule stehen aktuelle YouTube Stars, die die Jugendlichen laufend unterhalten,  und durch die Face-to face Kommunikation mit ihren Zusehern diesen besonders authentisch gegenübertreten.

Ziel der Auseinandersetzung mit diesen Videos der Stars soll laut Elke Höfler sein, SchülerInnen zunächst darüber aufzuklären, dass sich YouTube Stars nicht ausschließlich an ihre Zielgruppe richten, sondern im Sinne ihres Geschäftsmodell durch Produktplatzierungen  und andere Empfehlungen im Namen bekannter Werbeagenturen handeln.

Geht es um den Sprachunterricht, leisten Youtube Videos einen immensen Beitrag zur sprachlichen Entwicklung der SuS. Durch die Analyse der Gestaltung eines solchen Videos, mit seinen sprachlichen Strukturen und themenorientierten Inhalten wird die Textkompetenz der Kinder in vielerlei Hinsicht gefördert. SchülerInnen lernen zwischen wichtigen und unwichtigen Inhalten zu unterscheiden, nehmen eine kritische Haltung durch Reflexion des im Video Gesagten ein, und bilden ihre eigene Meinung. Die Textsorten der Kritik, Rezension und des Kommentars werden mit diesen Videos umfassend abgedeckt und können für den Sprachunterricht herangezogen werden.

Zuletzt sei auf die Real-Life Talks hingewiesen, die die Autorin als didaktisch wertvolle Methode für den Gebrauch von YouTube-Videos im Unterricht schätzt. Dabei handelt es sich um Arbeitsaufträge in der Schule, die allein oder in der Gruppe erfüllt werden sollen. Das Besondere daran: SchülerInnen nehmen die Rolle von YouTube Stars ein und produzieren selbst zu einem gewählten Genre ein Video, in dem sie eine Empfehlung, ein Kommentar oder ihre Kleidersammlungen und Sonstiges präsentieren. Die Sprachkompetenz  und die medialen Erfahrungen der SuS sind gefordert, hohes Engagement und erlebnisorientierter Unterricht stehen im  Mittelpunkt des Geschehens. Durch diese Aufgabenstellung lernen Kinder kennen, wie und mit welchen Mittel die YouTube Branche und seine Stars arbeiten, um einen gewissen Effekt bei seinen Abonnenten zu erzielen. Sie Lernen am Modell „YouTube Videos“ und reflektieren zugleich den Wert der Inhalte. Ein didaktisches Konzept, das an der außerschulischen Lebenswirklichkeit der SchülerInnen anknüpft und in Bezug auf die Entwicklung ihrer Sprach- sowie Medienkompetenz zweckdienlich ist.

Persönliche Meinung

Ich erachte diesen Artikel als höchst interessant und relevant für den Sprachunterricht an Österreichs Schulen. Auch ich bin der Meinung, dass YouTube Stars mehr denn je, Vorbilder und wesentlichste Informationsquelle der Kinder und Jugendliche geworden ist. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen YouTube und deren Stars kann SchülerInnen darüber aufklären, was sie denn überhaupt sehen und darüber zu diskutieren und Videos zur Analyse heranzuziehen, kann die Kinder einiges lehren. Sie tauchen ein in die Welt der YouTube Stars, von denen sie bloß das wissen, was sie in den Videos von ihnen zu hören und sehen bekommen. Ein tieferer Einblick in die gesamte YouTube Branche lässt Kinder endlich erkennen, wie normale Bürger unserer Gesellschaft durch das Hochladen von Videos mit einem Male zu Stars werden, und dass dies nicht mit einem Klick getan ist, sondern weit mehr dahinter steckt. Dass die Analyse von YouTube Videos die Textkompetenz umfassend fördern soll, bezweifle ich jedoch. YouTube Stars argumentieren, diskutieren und präsentieren themenorientierte Inhalte ihrer Zielgruppe. Diese multimediale mündliche Textkompetenz jedoch auf Papier zu transferieren, wird durch die bloße Analyse von Videos- meiner Ansicht nach- nicht ausreichend sein. Da bedarf es  einer engen Verknüpfung mit konkreten Lehrinhalten zum Verfassen von Texten. Die Überschrift des Artikels sollte meiner Meinung nach wie folgt lauten: YouTube Videos: innovativ-traditionelle Medienkompetenz für den Unterricht.

01 Mrz

Rezension: Die digitale Revolution frisst unsere Kinder?/ Medienbildung in der Schule

Rezension von Vivian Teichmann

Autor: Hans-J Ulbrich

Link: http://www.medienimpulse.at/articles/view/992?navi=1

Datum der Rezension: 19.02.2016

In seinem Artikel präsentiert Hans- J Ulbrich sein neuestes Filmprojekt zum Thema Medienbildung in der Schule.  In diesem Dokumentarfilm werden um die 25 Schulen in Deutschland einem Versuch unterzogen, die Ergebnisse, Erkenntnisse dieses 3-jährigen Forschungsprozesses analysiert und reflektiert.

Als Beteiligte des Schulversuches gelten alle SchülerInnen als auch Lehrkräfte der Institution Schule, wie auch MedienpädagogInnen, mit denen der Autor über Medienbildung geredet hat. Ulbrich versteht Medien nicht als bloßes Kommunikationsmittel und Bildung nicht als das bloße Erlernen für SuS relevanter Lehrinhalte. Er spricht bei Medienbildung zurecht von Herzensbildung, die nicht bloß auf Kenntnisse um und über Medien und all ihre Facetten reduziert ist. Jeder Wissenserwerb ist ein Entwicklungsprozess in denen Gefühle eine ebenso relevante Rolle spielen wie Tatsachen und Erkenntnisse.  Er will damit verdeutlichen, dass Medien ein Bestandteil unserer Kultur sind, ob man will oder nicht. Der Begriff der Medienpädagogik wird geboren. Es ist die Sensibilisierung für ein Thema, gegenüber das die ältere Generation oft missgünstig gegenübertritt. Doch wie Hans -J Ulbrich im Film verdeutlichen will, sind Medien letztlich das Produkt dessen, was sich durch die Entwicklung von Kommunikationstechniken als Werkzeug zur Vermittlung von Information mit seinem Emotionsgehalt als wesentliches Ausdrucksmittel  herausgebildet hat.

Im Zuge des Filmes werden alle Beteiligten mit der Frage konfrontiert ob die Schule überhaupt der digitalen Revolution gerecht werden kann?

Diese Fragestellung basiert auf einer von Ulbrich aufgestellten und durchdachten These, die den Kern des Filmes bilden.  Die These lautet wie folgt:

Die Schule ist obsolet, weil sie nicht mehr das Monopol des Lernortes innehat.

Anhand von MedienpädagogInnen, SuS, Lehrkäften und anderen Mitgliedern der Institution Schule soll im Verlauf des Filmes diese These belegt bzw. widerlegt werden.

Demgegenüber steht im zweiten Teil des Filmes die Antithese, die widerlegt, dass die digitale Revolution unsere Kinder „fressen“ würde. Dies zeigt Ulbrich durch zahlreiche Projekte und Konzepte zur Medienbildung, die an den Schulen durch forschendes Lernen erprobt und durchgeführt wurden.

Zu Ende des Films hält der Autor jedoch fest, dass diese Projekte zur Umsetzung lediglich „einsame Leuchttürme“ in der Schule darstellen. Es bedarf weit mehr Engagement und Wertschätzung für Medienbildung an der Schule. Somit wird der Film mit einer Synthese abgeschlossen, die umfassende Medienbildung nicht ausschließt, sondern Lösungsvorschläge und Umsetzungsmöglichkeiten zur Realisierung dieser Schlüsselkompetenz anbietet.

Persönliche Meinung

Hans-J Ulbrich hat mit diesem Artikel- meiner Meinung nach- ins Schwarze getroffen. Wie, wenn nicht direkt in der Schule, am Lernort der Kinder, können in Bezug auf Medienbildung neue relevante Forschungsergebnisse durch Gespräche mit Personen verschiedenen Alters und Kenntnissen über Medien erschlossen werden? Mit diesem Film schafft er einen neuen und authentischen Einblick, wie es denn wirklich an den Schulen aussieht und was durch Medienprojekte und -konzepte erreicht werden kann. Er lässt alltägliche Bilder und die Handlungen und Aussagen der Befragten im Film für sich sprechen. Das Lesen des Artikels hat mir den Film schmackhaft gemacht und ich bin bereits gespannt auf die Ergebnisse. Für mich als angehende Lehrerin kann ich nur nochmals betonen, wie wichtig Medienbildung auch für mich ist. Die Umsetzung wie auch Erfahrungen an den Schulen in einem Film mit direkter Auseinandersetzung mit den Betroffenen sehen zu können, erscheint mir sehr lehrreich und ein sinnvoller Zugang zur Medienbildung zu sein.

01 Mrz

Rezension: Kompetenzorientierte Medienpädagogik als integraler Bestandteil der schulischen Bildung

verfasst von Vivian Teichmann:  

Autoren: Gerhard Brandhofer/ Walter Fikisz

Link: http://www.medienimpulse.at/articles/view/965?navi=1

Datum: 19.02. 2017

Inhalt

In dem von Gerhard Brandhofer und Walter Fikisz verfassten Artikel wird die kompetenzorientierte Medienpädagogik im Blickpunkt Schule einer genauen Analyse unterzogen. Dabei werden Fragen behandelt wie: Was ist kompetenzorientierte Medienpädagogik? Warum und wozu benötige ich diese in der Institution Schule? Wie kann ein Konzept dieser Medienpädagogik konkret im Unterricht umgesetzt werden und welche Auswirkungen hat dies auf den Unterricht und die SchülerInnen?

Bereits zu Beginn des Artikels wird am Beispiel Social Media exemplarisch dargestellt, welche Kompetenzen im Hinblick auf Medienerziehung bei SuS geschärft werden können. Die AutorInnen setzen die LeserInnen darüber in Kenntnis,  wie wenig seitens der Lehrkräfte an Wissen über Social Media vorhanden ist. Sie betonen außerdem, wie wichtig Medienpädagogik unter anderem für die berufliche Qualifikation sei. Denn wie bereits zahlreiche Erkenntnisse belegen, beachten SuS  (Schüler und Schülerinnen) wie auch Erwachsene nicht, welche Konsequenzen ihre Postings bzw. Handlungen im Internet für ihre spätere berufliche Karriere als auch ihr Privatleben haben könnten. Kompetenzorientierte Medienpädagogik soll dieser Unachtsamkeit entgegenwirken und ein neues Verständnis für eine gefahrlose Nutzung digitaler Medien schaffen. Nicht zuletzt legen die Verfasser mit Untersuchungen des Mediennutzungsverhaltens von Kindern offen, warum, wie oft und mit welchen Inhalten sich Kinder unterschiedlichen Alters im Internet befassen. Hierbei handelt es sich vor allem um entwicklungs- und altersbedingte Fragestellungen, auf die heranwachsende Kinder im Internet und anderen Medien hoffen Antwort zu finden. Plattformen wie Facebook und WhatsApp sind dabei besonders beliebt. Warum? Im Jugendalter tendiert der Mensch dazu sich neu zu definieren, mit allen Facetten seines Ichs zu identifizieren. Diese Identifikation erfolgt durch den Vergleich mit -, die Inszenierung bzw. Rolleneinnahme von Vorbildern aus der Peer-Group bzw. Freunden von überall auf der Welt. Facebook ist umso reizvoller für SuS, da hier über das persönliche, sehr vertraute Umfeld, wie es bei Whatsapp üblich ist, plötzlich darüber hinaus mit Freunden kommuniziert werden kann, die man möglicher Weise noch nie real gesehen hat.

Mit den Erkenntnissen über dieses Mediennutzungsverhalten machen  Gerhard Brandhofer und Walter Fikisz deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit verschiedenen Mediennutzungsformen in der Schule ist. Nicht nur, um SuS vor jeglicher Gefahr im Internet und bei Nutzung anderer Medien zu schützen. Vielmehr noch, um das Bewusstsein zu schärfen, welche Vorstellungen, Bilder, Emotionen durch Medien geschaffen werden können, und  den Kindern eine kritische und achtsame Auseinandersetzung mit diesen Medien zu lehren.

Die Umsetzung kompetenzorientierten Unterrichts soll dabei die Medienerfahrung in den Mittelpunkt des Geschehens stellen. SuS sind mehr denn je gefragt, wenn es darum geht, ihr Vorwissen bezüglich des Gebrauchs und den Inhalten der gesamten Medienlandschaft zu aktivieren. Oft wissen sie weit mehr, als Lehrpersonen diesbezüglich glauben lehren zu können. Ziel ist es, integrale Medienpädagogik im Unterricht zu üben. Dies bedeutet, dass der Zugang zu dieser immer über ein Thema geschaffen werden muss, das für SuS auch interessant, möglichst erlebnisorientiert und alltagsbezogen ist. Erst dadurch können Kompetenzen wie das Empathievermögen, Achtung der kulturellen und sozialen Heterogenität, sowie Unterscheidung privater, beruflicher und öffentlicher Sphäre im Internet  durch Medienerziehung und Medienpädagogik geschärft werden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass kompetenzorientierte Medienpädagogik im Unterricht nur dann erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn ein Paradigmenwechsel geschieht, nämlich,  wenn streng hierarchische Strukturen in der Schule zur Sensibilisierung der Medienerziehung , aufgelöst werden. Die Lehrperson ist in dieser Hinsicht nicht allwissend, was Mediennutzung anbelangt. SuS wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, den Unterricht weit mehr mitzubestimmen und mediale Aspekte aus ihrem Leben in das Unterrichtsgeschehen einfließen zu lassen, und dieses mitzubestimmen. Erst dadurch können sich SchülerInnen mit Medienkompetenz in der Schule  zu mündigen, emanzipierten und  verantwortungsvollen wie achtsamen Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln.

Persönliche Meinung

Aus meinem Standpunkt ist kompetenzorientierte Medienpädagogik mehr denn je relevant und wichtig im Unterrichtsgeschehen der Institution Schule. Wenn man bedenkt, wie unachtsam und unreflektiert heranwachsende Jugendliche mit Medien umgehen zu wissen, bedarf es weit mehr Einsatz seitens der Lehrkräfte, um SuS zu schützen und im Bereich der Medienpädagogik weiterzuentwickeln. Aus diesem Grunde erachte ich den Artikel mehr als nur relevant für mich und andere Lehrpersonen wie anderen Personen in der Institution Schule. Da Medienerziehung ohnehin, wie die Autoren uns wissen lassen, im Lehrplan bereits fest verankert ist, liegt es in unserer Verantwortung diese auch im Unterricht umzusetzen. Besonders gut an diesem Artikel gefällt mir der praktische Bezug zur effektiven Umsetzung kompetenzorientierter Medienpädagogik. Es wird anhand konkreter Beispiele genau erläutert, welche Kompetenz wie im Unterricht gefördert werden kann, und dass dies nie getrennt vom aktuellen Thema geschehen sollte. Ein wirklich interessanter Artikel, der uns Lehrpersonen wachrütteln lässt und sogleich als Appell an unser Engagement zur Verwirklichung dieses Konzeptes angesehen werden kann.

11 Jan

Rezension: Das Kino in der Zeitung – Notizen zur Geschichte der Kinomater

Die Rezension wurde am 11. Jänner 2017 im Rahmen des SE Medienbildung verfasst.

Rezension zu: Das Kino in der Zeitung – Notizen zur Geschichte der Kinomater
Textvorlage publiziert von Anna Högner
Quelle: http://www.medienimpulse.at/articles/view/620?navi=1
[Stand: 11.01.2017]

Gerne möchte ich mich heute mit einem Text Anna Högners, publiziert auf medienimpulse.at beschäftigen. Sie behandelt in ihrem Schreiben die spannende Geschichte der Kinomater.

Der archivarische Wert von Kinomatern ist groß. Die Mater ansich, sowie die in sie eingeschriebene Zeichen verleihen ihr historische Bedeutung. Kinomatern sind Teil der technischen Entstehungsgeschichte von Bilderdruck und Zeitung und ebenso Sparte der Wirtschaftsgeschichte des Kinos. Ihre Entstehung und das Arbeiten (auch im Schulalltag) damit ist überaus spannend – verglichen mit den heutigen zur Verfügung stehenden Medien gerade zu großartig.

Manch Jugendlicher mag sich nun denken „Was sind Matern eigentlich“?

Ich muss zugeben, dass auch ich mir darüber im Unklaren war. Aber gerade die Unnahrbarkeit fesselte mich beim Lesen der Arbeit – ebenfalls ein Grund, warum ich die Thematik in den Schulalltag einfließen lassen würde, denn ansonsten wird die Technik (wahrscheinlich) in naher Zukunft in Vergessenheit geraten.

Am Ende des 18. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Druckerzeugnissen rasant an. Man suchte nach einem Weg, einmal gesetzte Schriftsätze zu konservieren und wiederholt verwenden zu können.(vgl. Gerhardt 1975: 121 ff.).
Nach vielen Fehlentwicklungen erfand Jean Baptiste Genoux in den 1820er-Jahren das Verfahren der Papier-Stereotypie. Ein Schriftsatz wurde abgeformt, indem man einen Bogen feuchter Pappe in den fertigen Satz „einklopfte“ und so einen Negativabdruck erhielt (vgl. ebd.). Wurde diese leichte und robuste „Papiermatrize“ oder „Mater“ mit Schriftmetall ausgegossen, war der Satz als druckbares „Stereo“ reproduziert – knapp 300 Jahre nach Gutenberg druckte man wieder mit unbeweglichen Lettern. (vgl. Högner, Anna)

Druckmatern sind also eine mediales Speichermedium. Als Zwischenstufe bei der Reproduktion von Druckvorlagen sind sie keine Drucke, obwohl sie Teil von Werbekampagnen waren, sind sie selbst nicht die Werbung und obwohl sie Bilder und Text transportierten sind sie selbst weder das eine noch das andere.

mater
Abbildung: Pressemater zu Vertigo (1958) und Anzeigenmater zu Le mépris (1963).
Quelle: Österreichisches Filmmuseum

Das österreichische Filmmuseum hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, seinen Bestand an Kinomatern aufzubereiten. Der größte Teil der im Museum befindlichen Matern stammt aus den Jahren zwischen 1950 und 1970.

Was wir heute als Anzeigen, Inserate, Standbilder für Magazine kennen, wurde auch damals zur Bewerbung der neusten Filme verwendet: für Zeitungen aufbereitete Fotos von SchauspielerInnen oder Szenen des Films wurden extra Pressematern angefertigt.
Diese wurden in Anzeigen, in den redaktionellen Teil, und später auch ins Fernsehprogramm integriert.
Kombiniert mit einer Bildunterschrift, die den Inhalt des Films in wenigen Worten wiedergab, zumeist mit einer gesetzten Ergänzung von Spieldauer, Spielzeit oder  Schlagzeilen war die Werbekampagne geboren.

Persönlich interessiert mich der Text, auf Grund meiner Tätigkeit in einer Marketing-Abteilung sehr. Die Anfänge der Bewerbung von Filmen und die daraus resultierenden heutigen Möglichkeiten sind faszinierend.
Da wir im Deutschunterricht auch das Thema „Filme“ im Lehrplan integriert haben, hat  der Artikel auch für LehrerInnen Relevanz. Eine Exkursion in das Filmmuseum sowie der Vergleich der Matern mit heutigen Filmplakaten ist überaus spannend und bietet einen intermedialen Zugang zur Thematik an.