19 Apr

Die Schattenseite von künstlicher Intelligenz!

Wie viel Freiheit werden wir aufgeben müssen??

Auf den ersten Blick ist künstliche Intelligenz (kurz KI) eine wunderbare Entwicklung der Menschheit. In einem Interview mit dem Standard vergleicht Toby Walsh die Erfindung der KI sogar mit der industriellen Revolution. Seiner Meinung nach müssen sich mit der Ausbreitung und Weiterentwicklung von KI – Systemen auch grundlegende Dinge in unserer Gesellschaft weiterentwickeln. Dabei zählt er unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine neue Form des Sozialstaats und ein Bildungssystem, welches den Schwerpunkt mehr auf Kreativität setzt, auf. Gleichzeitig warnt er aber auch vor dem immens hohen Missbrauchspotenzial dieser, noch sehr jungen, Technologie. Walsh weist aber auch darauf hin, dass, wie bei allen anderen neuen Technologien, die Veränderungen in der Gesellschaft bedacht werden müssen, um anschließend Entscheidungen treffen zu können, wie diese Technologien zum Wohl der Allgemeinheit genutzt werden können.

Dabei stellt sich zu allererst die Frage, was diese „künstliche Intelligenz“ eigentlich genau ist. Mit der selben Frage haben wir uns in einem Podcast (höre unten) beschäftigt. Das Gabler Wirtschaftslexikon schreibt dazu, dass sich künstliche Intelligent mit „Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern“ beschäftigt.

Künstliche Intelligenz ist aus unserem modernen Leben also nicht mehr wegzudenken. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Filme und Serien intensiv mit der Thematik beschäftigen. Außerdem wird nicht nur unser Privatleben beeinflusst, sondern auch andere alltägliche Situationen, wie zum Beispiel in der Schule, dabei mittlerweile schon speziell im Klassenzimmer. Als angehende Lehrerinnen und Lehrer sollten wir uns speziell darüber auch immer wieder Gedanken machen. Inwieweit kennen wir uns mit der Thematik aus bzw. inwieweit sind wir bereit künstliche Intelligenz in unseren Unterricht und in unser Klassenleben mit einzubauen?

Aber genauso, wie es viele unterschiedliche Firmen gibt, die sich mit der Thematik beschäftigen, gibt es auch mehr als nur eine einzige KI. Vom Prinzip her sollen diese künstlichen Intelligenzen uns Menschen das Leben in jeder nur erdenklichen Situation erleichtern. Sei es im Haushalt (beim Putzen oder Einkaufen), in der Mobilität (selbstfahrende Autos) oder sogar bei unserer eigenen, persönlichen Gesundheit (Schrittzähler, Kalorientracker, etc.). Dabei gehen die Anwendungsbereiche von KI weit über unser Privatleben hinaus. Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, in welchen Bereichen es sich diese Technologien mittlerweile etabliert haben und zur Normalität geworden sind. Ein Artikel im Standard vom 15. Juni 2018 beschäftigt sich mehr damit, wo genau KI – Systeme sich heutzutage etabliert haben.

Da aber bekanntlich nicht alles Gold ist was glänzt und jede Medaille zwei Seiten hat, ist es wichtig, sich auch mit den Schattenseiten von immer weiter wachsenden künstlichen Intelligenzen zu beschäftigen. Was passiert, wenn ein Staat KI – Systeme nutzt um seine Bürgerinnen und Bürger zu überwachen, kann man aktuell in China beobachten. Dabei wird der öffentliche Raum und somit jede Person, die sich dort aufhält, mit sogenannten „intelligenten Überwachungssystemen“ (kurz IÜ) überwacht. Diese IÜ verwenden „intelligente Gesichtserkennungssysteme“, welche es ermöglichen, jedes Gesicht, jeder Person in Echtzeit mit einer Datenbank abzugleichen. In diesem Fall wird eine Datenbank verwendet, in welcher Fotos von Verbrechern abgespeichert sind. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man als Einzelperson will, dass der Staat immer genau weiß, wann man sich wo befindet und was man zum Beispiel in Geschäften einkauft.

Da niemand zu 100% genau sagen kann, was in Zukunft rund um die Thematik der künstlichen Intelligenzen passieren wird, wie sich z.B. die Beziehung zum Datenschutz verändern wird und wo die Grenzen dieser Systeme liegen, können wir nur abwarten. Dabei ist es wichtig, neben den positiven Aspekten, auch immer einen kritischen Blick zu haben und Neuerungen zu hinterfragen.

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft aus dem Sommersemester 2019, Gruppe BP3A02 über „Künstliche Intelligenz“ von Melanie Kain, Marina Kovacic, Nikolas Lehner und Jeannine Zimmermann.