27 Mai

Computerspiele: Fluch oder Segen?

Fragt man Erwachsene nach Jugendlichen, die Tag ein und Tag aus vor ihrem Computer verbringen, erhält man oft dieselbe Antwort – durch die PC Spiele leiden die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler, sie fördern die Gewaltbereitschaft und immer häufiger sind solche Spiele die Auslöser dafür, dass betroffene Kinder zu Außenseitern werden. Die Jugendlichen meiden soziale Kontakte mit Gleichaltrigen, verkriechen sich lieber in ihren Zimmern und retten sich in ihre digitale Welt der Computerspiele.

Doch haben Computerspiele tatsächlich so eine negative Wirkung auf unsere Psyche und unser soziales Verhalten? Verblöden wir durch diese Computerspiele und verlieren wir durch sie auch unsere Intelligenz oder handelt es sich hierbei um einen umgekehrten Effekt?
Fakt ist, dass Computerspiele nicht mehr aus unserer heutigen Zeit wegzudenken sind. Fast jeder hat schon mal ein Computerspiel gespielt, egal ob auf PC, Handy oder Tablett. Spiele sind überall vorhanden. Studien und Dokumentationen über negative Auswirkungen von Computerspielen gab es bis vor einigen Jahren wenige. Erst seitdem schreckliche Vorfälle an Schulen, wie zum Beispiel der Amoklauf im deutschen Erfurt, bei dem 16 Menschen und der Schütze selbst sterben mussten, häufiger wurden, beschäftigen sich Forscher näher mit dieser speziellen Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen. Damals, hauptsächlich nur um einen Schuldigen zu finden, der für diese schrecklichen Taten verantwortlich war. Jedoch wurden später auch Langzeitstudien, Dokumentationen und Diskussionen veröffentlicht, die ein besseres Licht und vor allem eine bessere Einsicht in das Leben eines Gamers geben sollten.

Erhöhte Aggressionsbereitschaft, soziale Abschottung, schlechte Noten und schlechtes Verhalten in der Schule sind nur wenige der Symptome, die vermeintlich nachgewiesen wurden. Die späteren Langzeitstudien und Dokumentationen über Jugendliche, die ihre Freizeit mit PC-Spielen verbringen, brachten wiederum andere Ergebnisse und stellten Gamern ein besseres Zeugnis aus. Unter anderem wird in Publikationen des renommierten Max-Planck Instituts der positive Effekt hervorgehoben. Die teilnehmenden Personen verfügen über erhöhte Konzentration, gesteigerte Intelligenz, haben ein besseres räumliches Verständnis und können aufgrund rascherer Verarbeitung von Sinneseindrücken viel schneller Entscheidungen treffen.

Mehr dazu finden Sie unter: Stimmt es, dass manche Computerspiele soziale- und kommunikative Kompetenzen fördern?

Dieses Potential könnte man sogar in Schulen nutzen und in den Unterricht aufnehmen. Beispielsweise könnte man als Motivation Punktesysteme oder auch sogenannte „Level-Aufstiege“, inklusive kleinen Belohnungen einbauen. Auch Fachthemen verschiedenster Unterrichtsgegenstände könnten im Unterricht spielerisch verpackt werden, um so den Inhalt besser zu verinnerlichen. Man sollte vor allem darauf achten, dass die Spiele auch Spaß machen, da sonst sehr schnell Neugier und Motivation verschwinden.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter: Können PC-Spiele oder Apps die Lernbereitschaft und Motivation der Kinder steigern?


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Links und Ressourcen

11 Apr

Stimmt es, dass manche Computerspiele soziale und kommunikative Kompetenzen fördern?

Einige Studien belegen, dass Computerspiele mit gewalttätigen Inhalten die Aggressionen von Kinder bzw. Jugendlichen verstärken. Doch Computerspiele die richtig programmiert sind können Zivilcourage und Hilfsbereitschaft von Kindern und Jugendlichen fördern und stärken.

Bei einem Experiment wurde festgestellt, dass es darauf ankommt, mit was sich die Menschen 10 Minuten vorher beschäftigt haben. Bei dem Experiment waren die Leiterin und die jeweilige Testperson in einem Raum, irgendwann stürmte der wütende Exfreund der Leiterin herein und schreit sie an und versuchte sie aus dem Raum zu zerren.

Nur 22 Prozent der Testpersonen die vorher ein gewöhnliches Geschicklichkeitsspiel gespielt haben kamen der Frau zur Hilfe. Bei den Personen die vorher ein prosoziales Spiel („City Crisis“) gespielt haben waren es 56 Prozent.

Man konnte feststellen, dass Zivilcourage stark davon abhinge was die Personen 10 Minuten vorher gemacht haben.

Doch so schnell die Wirkung von prosozialen Spielen entsteht, genau so schnell können sie auch wieder verfliegen. Nur durch stetige Wiederholdung können die Spiele jemandes Hilfsbereitschaft stärken.

 

Durch gut programmierte Computerspiele können nicht nur Hilfsbereitschaft und Zivilcourage gefördert werden, auch das räumliche Vorstellungsvermögen kann verbessert werden.

Die ersten die Computerspiele aus beruflichen Zwecken einsetzen war das amerikanische Militär. Durch Schießspiele kann sich nämlich auch die Sehschärfe, die als nicht trainierbar gilt, verbessern. Dadurch dass die Spieler immer den ganzen Bildschirm im Auge behalten müssen und immer auf der Hut vor Feinden sein müssen, sind sie das ganze Spiel über hochkonzentriert.

 

Quelle:

www.pychologie-heute.de „Computerspiele – die guten“ von Jochen Paulus, Oktober 2010

http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/computerspiele_die_guten/

http://www.grin.com/de/e-book/103375/spiele-als-moeglichkeit-der-foerderung-kommunikativer-und-sozialer-kompetenzen

Verweise auf ähnliche Beiträge:

„Computerspiele bei Kindern und Jugendlichen – Gefahr oder Bereicherung?“

„Stimmt es dass Computerspielen dumm macht oder schlecht fürs Gehirn ist?“