26 Mai

5 Fragen zur digitalen Überwachung im Kindesalter


1) Was sind Überwachungsapps?

Die Eltern können hier die Zeit, die Inhalte, den Zugang zu Apps und Programmen und den Internetzugang ihrer Kinder über eine App regeln. Außerdem kann das Kindergerät auch geortet werden und Aktivitäten in sozialen Netzwerken aufgezeichnet werden. Einerseits versprechen die Apps Schutz und Sicherheit, andererseits gilt es auch als ein starker Eingriff in das Leben des Kindes. Sie werden ständig überwacht und ihr Verhalten wird eingeschränkt. Das heimliche Überwachen durch Apps verletzt die Privatsphäre der Kinder. Daher gilt: Apps sollten lediglich eine Ergänzung zum Dialog mit dem Kind sein und ihn keineswegs ersetzten!


2) In welchen Formen findet das Überwachen statt?

Die Kontrolle und Überwachung findet schon statt, wenn sich das Kind noch im Mutterbauch befindet, erst recht, wenn das Kind dann auf der Welt ist. Durch Baby-Monitore, Wearables, eingebaute Sensoren, die die Atmung und Körpertemperatur und den Sauerstoffgehalt messen und vieles mehr, werden Daten erfasst und über das Handy an die Eltern geschickt. Ist das Kind etwas älter, so werden auch Spielzeuge und Bekleidung zur Überwachung eingesetzt. Diverse am Körper tragbare Instrumente, wie Uhren, die eine GPS-Ortung mit Alarmfunktion, welche vom Kind getragen werden, senden Standortinformationen an ein mobiles Gerät der Eltern. Puppen beispielsweise, die über ein Mikrofon und Sprachausgabe verfügen, sind auch am Markt. Sie speichern die von dem Kind gesprochenen Worte und schicken diese an eine Cloud, wo sie gespeichert werden. Die Eltern erhalten für die eigene Dokumentation wöchentlich eine Audiodatei.


3) Was sind die Gefahren?

Das sind die häufigsten Gefahren für Kinder in der digitalen Welt: 

  • Ungeeignete Inhalte
  • Weitergabe der Daten
  • Sexuelle Belästigung
  • Versteckte Kostenfallen
  • Verletzung der Urheberrechte
  • Cybermobbing
  • Das Netz vergisst nichts

4) Wie kann man Kinder vor Apps und Medien schützen?

Eine App auf dem Handy oder dem Tablet zu verwenden, ist für Kleinkinder bereits ein Kinderspiel. Kinder lernen sehr früh selbstverständlich bestimmte Medien zu bedienen. Die Medienerziehung braucht jedoch Regeln und Grenzen. Die Kinder müssen einen sinnvollen Umgang mit Medien erlernen und dabei sollte man ganz klein Beginnen. Denn alles was die Kinder aus dem Fernseher, dem Computer oder anderen Medien ankommt, kommt bei ihnen ungefiltert an, daher kann es zu einer Überforderung durch Medien kommen. 

Dabei stellt sich dann überhaupt die Frage ab wann und im welchen Alter Kinder Medien nutzen sollten. Hier empfiehlt es sich die „3-6-9-12“ Regel zu beachten. Das bedeutet: 

  • Keine Bildschirmmedien unter 3 Jahren
  • Keine eigene Spielekonsole vor 6 Jahren
  • Kein Handy oder Smartphone vor 9 Jahren
  • Keine unbeaufsichtigte Computer- / Internetnutzung vor 12 Jahren

Regeln und Grenzen sind notwendig sind, aber man sollte auch nicht vergessen, dass Kinder Medien entdecken sollten.


5) Wie viel Überwachung ist in Ordnung?

Das ideale Paket an Maßnahmen zu finden ist kompliziert und lässt sich schwer für die breite Masse beantworten. Gerade wenn eine geheime Überwachung stattfindet, führt dies zu einem Vertrauensbruch zwischen Eltern und Kind. Eltern haben die Aufsichtspflicht über ihre Kinder und mit der aktuellen Technik ist dies leichter als jemals zuvor. Allerdings bedeutet das nicht, dass es auch rechtlich in Ordnung ist. Obwohl wir in Österreich keine eindeutige gesetzliche Regelung haben, findet man unter Artikel 16 in der UNO-Kinderrechtskonvention, das Recht auf die Privatsphäre des Kindes. Wie kann jetzt also eine „gute Überwachung“ aussehen? In einem Beitrag des Schweizer Elternmagazins Fritz und Franzi fasst der deutsche Medienexperte für Kindermedien, Thomas Feibel, ein paar Punkte zusammen.

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind gemeinsame Kontrollen.
  • Versichern Sie ihm, dass es nichts mit Misstrauen ihm gegenüber zu tun hat.
  • Versprechen Sie Ihrem Kind, dass es immer zu Ihnen kommen kann, wenn ihm im Netz etwas komisch verkommt.
  • Überprüfen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig die Sicherheits­einstellungen in den sozialen Medien. 
  • Wenn Sie sich für die Inhalte interessieren, interessieren Sie sich für Ihr Kind.
  • Fragen Sie regelmäßig nach seinen Aktivitäten (Spiele, Instagram etc.) und lassen Sie sich die Faszination erklären.

Erstellt von: Barusic Ines, Krupic Selma, Pimperl Stephan, Prokschi Pauline


Quellen und weiterführende Links:

PODCAST

20 Jan

Überwachung und Datenschutz

Für die allgemeine Sicherheit und zur gleichen Zeit gegen unsere Privatsphäre

Überwachung

Tag für Tag sind wir mit Überwachungssystemen konfrontiert. Das Smartphone, der Computer, Smart-Speaker oder die schon gesellschaftlich akzeptierten Überwachungskameras. Wir schenken ihnen unser Vertrauen. Wir geben intime Daten preis und hoffen, dass diese der Geheimhaltung unterliegen. Doch inwiefern wird diese Hoffnung erfüllt und beruht dieses Vertrauen auf Gegenseitigkeit?

In der modernen Welt spielt sich vieles nur noch in der virtuellen Welt ab. Der Kalender, die Uhr, die Kommunikation, das Abrufen von Informationen. Das sind nur kleine Teilbereiche die wir abgeben und trotzdem verstecken sich so viele kleine Informationen in ihnen. Diese Daten, die wir preisgeben, werden gesammelt und aus vielen kleinen Teilen wird ein großes Bild. Es stellt uns dar. Jedes noch so kleine Geheimnis, Interessen und Vorlieben sind gespeichert. Auch wenn wir uns nicht erinnern können was uns vor 10 Jahren beschäftigt hat, das Internet weiß es. Es speichert alles und alles was wir jemals gesucht haben oder notiert haben, in unseren kleinen praktischen Computer, bleibt erhalten.
Ein wenig beunruhigend oder?
Dieses unendliche Vertrauen, das wir aufbringen, wird es erwidert? Wieso benötigen wir Überwachungskameras? Warum wird jede noch so kleine Information gespeichert? Es ist ein einseitiges Vertrauen, bei dem wir Glück haben können, wenn es nicht missbraucht wird.

Doch selbstverständlich nutzen und missbrauchen auch Staaten und Sicherheitsbehörden die Möglichkeiten moderner Informationstechnik. Dabei greifen diese nicht nur auf eigene Datensammlungen und Überwachungsprogramme zurück, sondern haben auch Zugriff auf deutlich umfangreichere Datenmengen, die Unternehmen wie Mobilfunkanbieter, Google, Facebook und noch mehr aus kommerziellen Gründen über uns anlegen. Doch Unternehmen liefern den Sicherheitsbehörden nicht nur unsere Daten, sondern entwickeln und verkaufen auch verschiedenste Auswertungs- und Überwachungstechniken.

Dank ausspionierender Unternehmen und Konzerne, hat die Wirtschaft mit ihren erheblich größeren Ressourcen oft viel mehr und qualitativ besseres an Daten zu bieten, als viele Polizeidatenbanken. Durch entsprechende Gesetze zur Herausgabe solcher Informationen, teilweise auch der Pflicht zum Speichern sowie allgemein Behörden gegenüber sehr auskunftsfreudiger Unternehmen können sich die staatlichen Stellen so manche aufwendige Verfahren sparen.

Wir tragen maßgeblich dazu bei, dass wir zu jeder Zeit auffindbar sind und dass wir leicht durchschaubar sind. Für einen Normalsterblichen hat dies meist keine Bedeutung. Denn weder den Polizeibeamten noch jemand anderen wird es interessieren ob Sie heute Pasta oder doch lieber Salat essen. Doch kriminelle Organisationen kommunizieren immer mehr über digitale Medien und genau hier wird es spannend. Denn auch sie geben mit jeder Nachricht und jeder Google-Suche etwas von sich preis. Werden diese Informationen gesammelt und zusammengezählt kann schnell ein Verbrechen aufgedeckt werden. Das würde der Gesellschaft zu Gute kommen. Hier sehe ich den Überwachungsaspekt als etwas Positives an. Es schützt mich und mein Umfeld. Ich fühle mich sicherer und wenn ich Hilfe benötige ist sie innerhalb von Minuten an Ort und Stelle. Dabei hilft mir auch mein handlicher Computer.

Es besteht durchaus eine gute Seite, wenn wir über Überwachung sprechen. Die grundsätzliche Intention liegt darin, dass Gefahren und Probleme vorzeitig erkannt werden. Durch die Überwachung und das Weitergeben von Daten können Personen unter Verdacht legal durchleuchtet werden. Es dient der allgemeinen Sicherheit, dass wir dabei ständig unter Beobachtung stehen ist ein wesentlicher Nebenaspekt, welcher nicht verharmlost werden sollte. Jeder und jede muss für sich selbst entscheiden ob und wie viel man zu diesem System beiträgt. Es bleibt einem selbst überlassen ob man abgehört, beobachtet und analysiert werden kann.

Datenschutz

Wen betrifft die EU-DSGVO?

Alle Unternehmen, die innerhalb der EU personenbezogene Daten von EU-Bürgern erfassen und verarbeiten. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Unternehmen seinen Hauptsitz in der EU hat.


Was zählt zu den „personenbezogenen Daten“?

Es gibt verschiedene Arten von personenbezogenen Daten bzw. von Daten, die auf eine Person beziehbar sind. Dazu gehören beispielsweise die folgenden:

  • Allgemeine Angaben wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse etc.
  • Kennnummern wie z.B. Personalausweisnummer, Sozialversicherungsnummer, Steueridentifikationsnummer usw.
  • Bankdaten wie Kontonummern
  • Online Daten wie IP-Adresse und Cookies
  • Besitzmerkmale wie Kfz-Kennzeichen, Grundbucheintragungen, Immobilieneigentum etc.
  • Physische Merkmale, z.B. Angaben zu Geschlecht, Haut oder Haar- und Augenfarbe, Körpergröße etc.

Was ändert die EU-DSGVO für Unternehmen?

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung nimmt Unternehmen, die personenbezogene Daten sammeln und/oder verarbeiten, so stark wie nie zuvor in die Verantwortung. Das Regelwerk verpflichtet diese Unternehmen dazu, alle Prozesse der Datenverarbeitung zu dokumentieren und nach dem Stand der Technik zu schützen.

Ab dem 25. Mai 2018 müssen Unternehmen u. a.:

  • wissen, wann, wie und wo personenbezogene Daten gesammelt und verarbeitet werden
  • beweisen, dass sie die Neuregelung des Datenschutzes einhalten und technisch sowie organisatorisch jederzeit in der Lage sein, diesen Beweis erbringen zu können
  • Datenschutzverletzungen binnen drei Tagen an die Datenschutzaufsichtsbehörde melden
  • Auskunftsanfragen von Personen innerhalb eines bestimmten Zeitraums beantworten
  • Personenbezogene Daten, die nicht mehr benötigt werden, veraltet oder unrechtmäßig gespeichert wurden, umgehend sicher löschen

https://www.selbstdatenschutz.info/staatliche_ueberwachung/https://podcampus.phwien.ac.at/digimed/category/wissens-und-informationsgesellschaft/ueberwachung/https://grc.schleupen.de/aktuelles/news-detail/news/eu-dsgvo/

14 Dez

Alexa und Datenschutz: Wie passt das zusammen?!

(c)Pixabay

Verfasst von Einsiedler Anna, Stoßfellner Lara, Tomaz Paul

Mittlerweile nutzen 450.000 Österreicherinnen und Österreicher digitale persönliche Assistenten wie Google Home oder Alexa. Die Zahl wird in den nächsten Jahren auch nicht sinken, schließlich werden aktuell Smart Homes in großem Stile beworben und die Anzahl an Haushaltsgeräten und -funktionen, die mit einander verbunden sind, steigt ebenfalls. Was viele potentielle Käuferinnen und Käufer abschreckt, ist die Sicherheit ihrer Daten und dass das Gesagte gespeichert oder sogar weitergeleitet wird.

Dass große Firmen wie Apple, Amazon, Google, Facebook oder Spotify über jedeN einzelneN UserIn eine horrende Menge Daten gespeichert hat, nehmen wir heutzutage in Kauf. Ein Leben ohne diese Firmen und deren Produkte ist für die meisten kaum vorstellbar und auch wenn Alexa und Co immer populärer werden, ist vielen das direkte Ansagen von Einkaufslisten und Ansagen von Nachrichten (noch) etwas unheimlich.
Sind DSGVO und Homeoffice überhaupt kompatibel?

Das Unbehagen Daten herzugeben, die man nicht preisgeben möchte, ist nicht unbegründet. So berichtete im April diesen Jahres Futurezone oder Die Zeit, dass Amazon Mitarbeiter Gespräche mithören und mitschreiben. Dies geschieht laut Amazon, um die Gesprächsvorgänge zu optimieren. Die Anfragen werden ohne Angabe der Personalnummer dazu benutzt, um Stichworte wie Sänger besser einzukategorisieren. Immerhin versteht Alexa viele der gestellten Fragen nicht und soll laufend optimiert werden. Wer nicht möchte, dass Gespräche mitgeschrieben werden, kann dies bei seinen Einstellungen unter Alexa Datenschutz à Legen Sie fest, wie ihre Daten Alexa verbessern soll, ausschalten. Die Gespräche werden auch nicht an Dritte weitergegeben.

Eine andere Sorge ist, dass Alexa Gespräche aufzeichnet, auch wenn man nicht gerade mit ihr sprechen möchte. Es gibt viele Fälle in denen Alexa anging ohne, dass das Codewort gesprochen wurde. Im Jahr 2017 machte sich ein Echo-Gerät selbstständig und spielte laut Musik im gesamten Haus, obwohl der Besitzer nicht zu Hause war. Die Polizei musste wegen Ruhestörung kommen!         
Amazon weiß von solchen Fehlern und versucht den Dienst weiter zu optimieren. Dass das Gerät die ganze Zeit „zuhört“ ist jedenfalls nicht richtig. Wer misstrauisch ist, kann dem Spracherkennungsdienst die Möglichkeit der Sprachaufnahme nehmen.

Die Anschaffung eines digitalen Assistenten für zu Hause sollte gut überlegt sein und die Pros und Contras abgewogen. Auch empfiehlt es sich durchzulesen welche Daten man weitergibt und ob man dies überhaupt möchte. (Wie überall!)

https://futurezone.at/digital-life/amazon-mitarbeiter-hoeren-und-schreiben-mit-was-ihr-bei-alexa-sagt/400463575

https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2019-08/datenschutz-amazon-alexa-sprachassistenten-nutzerdaten-homeoffice

https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=GA7E98TJFEJLYSFR

https://www.homeandsmart.de/alexa-datenschutz-oder-datenspion

https://www.rundschau-online.de/ratgeber/digital/notruf-smart-home-geraet-belauscht-fall-von-haeuslicher-gewalt-und-ruft-die-polizei-27954112

https://www.rundschau-online.de/ratgeber/digital/wegen-ruhestoerung-amazons–alexa–verursacht-teuren-polizeieinsatz-28774978

Vor – und Nachteile Sprachassistent wie Alexa, Google Home

Moderne, sogenannte Chatbots, die auf künstlicher Intelligenz basieren, kennzeichnen die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Google Home, Apple Siri oder Amazon Alexa sind die bekanntesten auf diesem Gebiet und halten in immer mehr Haushalten Einzug. Aber was sind die Vor- und Nachteile dieser „Helferlein“?

Bequemlichkeit im Wohnzimmer hat einen hohen Preis. Wer es sich gemütlich machen möchte und sich mit einem gesprochenen Wort zu Alexa und Co den Gang zum Handy ersparen möchte, zahlt mit den persönlichen Daten. Um die gegebenen gesprochenen Kommandos verarbeiten zu können, müssen intelligente Sprachassistenten ständig ihre Umgebung belauschen. Dies ist wider dem Sine des Datenschutzgesetzes, welches hier in Österreich und EU-weit seine Gültigkeit hat. Dies ist umso problematischer anzusehen, als dass Alexa oder Google um Antworten geben zu können, die gesprochenen Worte in Form von Daten an den jeweiligen Firmenserver zur Verarbeitung weiterleiten. Da die meisten Anbieter smarter Lautsprecher und intelligenter Sprachassistenten US-Unternehmen sind, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die aufgenommen Daten nach Amerika weitergeleitet und dort verwahrt und verarbeitet werden. Wie bekannt ist, ist Datenschutz nicht gleich Datenschutz. In Amerika beispielsweise wird es komplett anders handgehabt, als in Österreich. Es gibt auch keinerlei Angaben derjenigen Hersteller dazu, wie lange persönliche Daten gespeichert und aufgehoben werden. Zwar kann man die getätigten Eingaben im Aufnahmeverlauf des Geräts löschen, allerdings bedeutet das einerseits nicht, dass die Daten für immer tatsächlich gelöscht sind und andererseits muss man schon einige an persönlichen Daten Preis geben, wie beispielsweise Appnutzungen – sowie deren Suchverläufe, die auch laufend vom Gerät aktualisiert werden, um den smarten „Freund“ überhaupt benutzen zu können.

Bereits mehr als 56 Millionen smarte Lautsprecher wurden allein im Jahre 2018 weltweit verkauft. Gerade um die Weihnachtszeit steigt die Nachfrage an derartigen Gerätschaften.

Die Vor- und Nachteile deren sind sehr kritisch gegenüberzustellen. Man tauscht seine persönlichen Daten und seinen online „Fußabdruck“ für die scheinbare positive Seite der smarten Begleiter ein. Unternehmen erstellen anhand dessen eine Art persönliche „Nutzerkarte“, die mehr über einen selbst verrät, als einem vielleicht in Wahrheit lieb ist. Nutzt man eine Alexa beispielsweise in vollem Ausmaß, so weiß sie besser als jeder andere um die Hobbies, Gewohnheiten, Vorlieben und den persönlichen Nachrichtenverkehr der Person Bescheid. Man hat also ein Gerät, dass wenn man das möchte und es in vollen Zügen nutzt, Schritt für Schritt täglich an der Seite ist, den kompletten Überblick über den eigenen Alltag hat und Einblick in die persönlichsten Gespräche und Nachrichten hat. Denn um ein Wort aufzuzeichnen und zu verarbeiten, bzw. um auf den Weckruf „Alexa“ zu hören, muss das Gerät ohne Pause durchgehend jegliche Geräusche und Gespräche mithören und verarbeiten; Das gilt auch für Gespräche die im Nebenzimmer oder gar im übernächsten Zimmer geführt werden, da die Geräte ja über eine durchaus hohe Reichweite hinsichtlich der Nähe und der Distanz verfügen.

Was fangen diese Unternehmen mit den gewonnenen Daten aber an? Natürlich steht in großen Unternehmen Profit im Vordergrund. Durch das ausspielen detailliert personalisierter Werbung können Amazon und Google die einzelnen Daten zu Geld machen und wieder Profit daraus ziehen. Zudem werden immer mehr technische Geräte miteinander verknüpft, sodass diese sich untereinander sozusagen „updaten“ und austauschen können, was wiederum die Datenanschaffung für die Unternehmen erleichtert.

„Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurden viele Neuheiten mit Alexa oder Google Assistant an Bord vorgestellt, bei denen die digitalen Sprachassistenten künftig integriert sein werden: Fernseher, weitere Lautsprecher anderer Hersteller, Kühlschränke und Öfen, Lichtschalter und Rauchmelder, ein Badezimmerspiegel sowie verschiedene Autos.“ (https://www.futurezone.de/netzpolitik/article213071959/Der-Spion-in-meiner-Wohnung-Wichtige-Fakten-zu-Alexa-Google-Assistant-und-Co.html)

Wie hier zu lesen ist, nimmt die Entwicklung innerhalb der Digitalisierung von Sprachassistenten auch in Kombination mit anderen technischen Geräten zu und verleitet zur unbedachten Nutzung und persönlicher Datenübergabe, ohne die Risiken direkt vor Augen zu haben. Hinsichtlich des Datenschutzes muss hier nochmals erwähnt werden, dass das Problem vor allem auch daran liegt, dass man als Nutzer nicht klar nachvollziehen kann, welche Daten wo und wie lange genutzt und gespeichert bzw. von Unternehmen verarbeitet werden.

Aber man kann doch das Gerät ausschalten und die Sprachaufnahme abdrehen? Warum also diese Panik, wenn doch Nutzer selbst entscheiden können, wann sie „belauscht“ werden wollen und wann nicht? Dieser Punkt der „Freiwilligkeit“ ist fraglich, denn: Die Funktion des permanenten Ausschaltens des Mikrofons konnte bereits 2017 von Sicherheitsforschern geknackt werden und zieht somit Lücken in der Nutzungssicherheit mit sich.

Riskant ist auch die schnelle Funktion der sprachassistierten, bequemen online Bestellung – nicht selten gab es Probleme mit nicht gewünschten Bestellungen, die von dem Gerät getätigt wurden. Auch, weil das Gerät ohne eine zusätzliche Pincode-Sicherung, nicht erkennen kann, ob es sich um einen Erwachsenen oder ein Kind handelt. Zudem: Je mehr Daten vorhanden und gespeichert sind, desto reizvoller ist es für Behörden für etwaige Belangen Daten zu erfragen oder auszuforschen. Das kann natürlich bei der Aufklärung von Verbrechen helfen, kann aber auch in die andere Richtung ausarten, wenn man die Risiken hinsichtlich eines Überwachungsstaates bedenkt und welche Türen mit dieser Maße an Daten gleichzeitig damit geöffnet werden.

Vorteile:

  • Zeitersparnis
  • Bequemlichkeit
  • Organisation kann teilweise abgegeben werden – Erinnerungen
  • Schneller an Informationen
  • Stressfreierer Alltag

Nachteile:

  • Fraglicher Datenschutz
  • Dauer“überwachung“
  • Nicht alle Befehle kommen richtig an – unpraktisch
  • Keine Privatsphäre mehr
  • Keinen Überblick, wenig Sicherheit was mit Daten passiert

Egal, ob man sich für oder gegen einen smarten Sprachassistenten entscheidet, Fakt ist, dass es ebenso viele Nachteile und Gefahren wie Vorteile bringt und man daher seine Entscheidung gut abwägen sollte, denn im Endeffekt trägt man die Verantwortung was man tut, wofür man sich entscheidet und weiterblickend was mit den Daten passiert im Grunde genommen selbst, wenn man die Vorteile gegen Eintausch der persönlichen Daten nutzen und genießen möchte.

Quellen:

https://www.vorteile-nachteile.info/leben/siri-oder-alexa-1/

https://www.futurezone.de/netzpolitik/article213071959/Der-Spion-in-meiner-Wohnung-Wichtige-Fakten-zu-Alexa-Google-Assistant-und-Co.html

https://www.swp.de/wirtschaft/news/ist-google-home-besser-als-amazons-alexa_-23602599.html

Wie smart sind unsere Smartphones?

Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten Menschen kaum mehr vorstellbar. Egal wo man ist – ein paar Klicks genügen und schon ist man Up-to-date! Was vielen Leuten jedoch nicht bewusst ist, wie sehr unsere Handys zum absoluten Manipulationsgerät wurden.

Handyüberwachung passiert, ob wir es wollen oder nicht. Eine große Falle, in die bestimmt jeder schon einmal getappt ist, nennt sich freies WLAN. Durch freies WLAN haben Unternehmen die Möglichkeit unser Konsumverhalten und das personalisierte Kaufverhalten zu überwachen. Mspy heißt die einfach Software, mit der alle Daten (SMS, Kalendereinträge, Notizen, Telefonate etc.) überwacht werden. Unternehmen verwenden diese Daten dann z.B. für personalisierte Werbung am Smartphone. Jeder Mensch hinterlässt im Netz einen digitalen Fußabdruck, welcher jederzeit rekonstruierbar ist. Die Konzerne schaffen es anhand unserer Daten ein Profil von uns zu erstellen und unseren „digitalen Zwilling“ zum Konsum zu konditionieren.

Die Datenindustrie zählt heute traurigerweise als einer der größten Wirtschaftszweige.

Weiterführende Informationen: https://orf.at/v2/stories/2192859/2192860/

Quelle:

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?newsid=332

https://orf.at/v2/stories/2192859/2192860/

PODCAST, eine Aufnahme von Einsiedler Anna, Stoßfellner Lara und Tomaz Paul

Alexa – Smart Home
17 Jun

Aufgeben von Freiheit – Gewinnen von Sicherheit – Pro und Kontra der stetig wachsenden medialen Überwachung

Der digitale Schatten ist viel größer als unser Selbst. Uns ist noch nicht bewusst, was wir mit einem Klick im Internet alles an Informationen abgeben. 

Für die Menschen, die die Überwachung leiten gilt nur eines: Sammeln, speichern und auswerten. Wir sind nicht mehr die Kunden, sondern wir sind die Ware. Wir sind Daten. Daten die auf dem Warenmarkt hin und hergeschoben werden. Wir sind uns über die Konsequenzen nicht im Klaren. Suchchroniken werden von Google genau aufgezeichnet und gespeichert. Unternehmen, wie Google, wissen also mehr über uns wie wir es tun. Sie wissen ganz genau, nach welchen Themen man die letzten zehn Jahre im Internet gesucht hat. Wo wir uns aufgehalten haben und was wir konsumiert haben. All unsere Aktionen, Bewegungen, Meinungen und Suchbegriffe tragen eine unauslöschliche Spur nach sich. So bilden sie sich ein Bild von uns. Ein Bild, das gespeichert und archiviert wird. 

Haben wir Bürger einen Rechtsanspruch gegen Google? Die bisherige EU-Datenschutzrichtlinie stammt noch aus dem Jahre 1995. Damals steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen. Wir müssen uns zwingend darum kümmern, wie wir ein Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung unserer digitalen Persönlichkeit durchsetzen können. 

Gibt es denn überhaupt eine positive Seite der Überwachung? 

Bei Sicherheit denken wir immer mehr an Überwachung. Der Begriff „Sicherheit“ (Soziologie) ist der zurzeit am häufigsten verwendete Begriff auf unserer Erde und dennoch ist es auch der am „schwammigsten“ definierteste Begriff.

Überwachungskameras werden immer häufiger verwendet und geben der Gesellschaft und den Leuten eine gewisse Sicherheit. Sie dienen in öffentlichen Plätzen der Sicherheit und können gegen möglichen Diebstahl oder Terroranschlägen helfen. Es ist eine Präventionsmaßnahme gegen Straftaten und kann Kleinkriminell abschrecken. Weiters kann es der Justiz helfen Straftäter zu finden und diese dann auch aufzuspüren. Außerdem kann gegen Vandalismus in den öffentlichen Verkehrsmitteln – wie z.B. Graffitis an den U-Bahnen- nachgegangen  werden. 

Kann Überwachung eines Tages überhand nehmen?

Links:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/infografik-chinas-sozialkredit-system-15913709.html

https://diepresse.com/home/techscience/5435475/Alexa-verschickt-Privatgespraech-an-Arbeitskollegen

https://diepresse.com/home/techscience/5610893/AmazonMitarbeiter-lauschen-AlexaGespraechen

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/geheimdienste-wollen-alexa-offenbar-zur-ueberwachung-nutzen-16136726.html

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/duesseldorf-grundschullehrer-schreiben-zeugnisse-wieder-per-hand-a-1215097.html

https://mobil.derstandard.at/2000102393121/Neuer-joe-Kundenklub-von-Rewe-gestartet-Datenschuetzer-skeptisch?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR33b5INTVzsyyEq4HtgcYfVlfCskW8pvwyR7cHxBoa9g0xUvvWDdLGdxCk#Echobox=1556865415

Lisa Schmerlaib, Lisa Cesnik, Theresa Gerbeth, , Lukas Schneider, Georg Klinger

29 Apr

Was Google & Co über uns wissen (wollen)…

verfasst von: Stephanie Bürgmayr, Lydia Kobau, Max Pfundner, Elisabeth Reppnig

Die meisten Menschen nutzen Google, Facebook oder andere ähnliche Online-Kanäle praktisch täglich, sind sich dabei aber nicht im Geringsten bewusst, was das eigentlich für ihre Privatsphäre und sensible Daten bedeuten kann.

Wenn ich einem Bekannten meine Telefonnummer, meinen Namen und meine Adresse gebe, dann weiß ich genau was damit passiert, ich habe sie ja nur diesem einen Menschen gegeben, oder? Jein, denn wenn diese Person die Daten auf ihrem Handy speichert und dann zum Beispiel den Nachrichtendienst „Whatsapp“ aufruft, dann wird das gesamte Adressbuch jedes Mal mit dem amerikanischen Server abgeglichen. So schnell kann es gehen und diese Daten sind bei Whatsapp und im Zuge dessen auch bei dessen Mutterunternehmen Facebook gelandet. Ein weiterer riesiger Datensammler unserer Zeit ist definitiv Google und wir tragen wesentlich dazu bei ihn tagtäglich zu füttern. Obwohl die Zahlen nicht eindeutig zu bestimmen sind gehen Schätzungen, wie sie zum Beispiel „internetlivestats“ aufstellt, von mehr als 40000 Suchanfragen bei Google pro Sekunde aus. Jedes Mal, wenn wir Google nach einem bestimmten Restaurant, neuen Schuhen oder einer neuen Küche fragen merkt sich das der dahinterstehende Algorithmus. Er zeichnet unsere IP-Adresse auf, also von welchem Gerät und von wo aus wir operieren, und setzt kleine Marker auf unseren Computern, so genannte Cookies, die aufzeichnen welche Seiten wir besuchen und welche Aktionen wir darauf getätigt haben. Google weiß in den meisten Fällen aufgrund unserer Handys auch wo wir uns aufgehalten haben und wie lange wir da waren.

Aber wofür werden diese Informationen verwendet? Das größte Standbein von Google und Co ist die Werbung.  Die Einnahmen dadurch beliefen sich im Jahr 2018 nur bei der beliebten Suchmaschine auf rund 116 Milliarden Dollar, das sind rund 85% ihres Gesamtumsatzes. Diese Firmen leben davon so viele Informationen wie möglich zu sammeln um dadurch dann für Unternehmen gezielte Werbung ausspielen zu können. Haben sie sich schon einmal gewundert warum Sie eine bestimmte Werbung hartnäckig durch alle möglichen Portale verfolgt? Dabei handelt es sich meist um Google Adsense, das die von Ihnen besuchten Seiten und Aktionen auswertet, um sie gezielt mit persönlich relevanten Produkten zu bombardieren. Manchmal kann das nützlich sein, oft ist es aber auch lästig.

Das Problem dabei ist, dass die meisten Menschen sich dieses Umstandes nicht bewusst sind und sich im Normalfall nicht aktiv dazu entscheiden diese Datensammlungen zu erlauben. Oft sind diese Optionen von Google als Opt-Out gestaltet, das heißt, dass man sie aktiv deaktivieren muss um seine Zustimmung zu verweigern. Google, Facebook und Co gehen zwar transparent damit um, was für Daten gesammelt werden, machen es dem Alltagsuser aber schwer ohne intensive Recherche darauf zu reagieren.

Zusätzlich kam es leider zum Beispiel bei Facebook zum wiederholten Male zur unerlaubten Weitergabe von sensiblen Informationen an Dritte (siehe „Datenweitergabe an Facebook-Partner“). Das schädigt das Vertrauen in solche großen Online-Unternehmen natürlich umso mehr. Das einzig Positive daran ist, dass es hoffentlich das Bewusstsein der User dahingehend schärft, sich mehr mit dem grundsätzlichen Thema das Datenschutzes auseinander zu setzen und sich vor Auge zu halten, dass man vor allem im Internet nicht anonym unterwegs ist.  

Weitere Beiträge zum Thema Überwachung:

Quellen:

https://www.techbook.de/apps/messenger/whatsapp-datenschutz-zugriff-facebook

https://ardorseo.com/blog/how-many-google-searches-per-day-2019/

https://www.test.de/Internet-Cookies-die-wichtigsten-Fragen-4343964-0/

https://www.internetlivestats.com/google-search-statistics/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75188/umfrage/werbeumsatz-von-google-seit-2001/

https://www.derstandard.de/story/2000077886432/datensammelei-wie-viel-google-wirklich-ueber-uns-alle-weiss

29 Apr

Überwachungspaket in Österreich

von Stephanie Bürgmayr, Lydia Kobau, Max Pfundner, Elisabeth Reppnig

Bereits im Jahr 2018 hat die österreichische Regierung (ÖVP und FPÖ) ein Überwachungspaket – von der Regierung „Sicherheitspaket“ genannt – beschlossen (befristet für fünf Jahre, Evaluierung nach drei Jahren). Einige Maßnahmen sind schon seit letztem Jahr in Kraft.

Das Überwachungspaket umfasst unter anderem folgende Maßnahmen:
- Überwachung von Messenger-Diensten (wie z B. WhatsApp, Skype) mittels Bundestrojaner
- Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum
- Lockerung des Briefgeheimnisses
- Registrierung von Prepaid-Handy-Karten

Die Maßnahmen des Überwachungspakets sollen bei Straftaten oder bei Verdacht auf terroristische Straftaten zur Anwendung kommen.

Details zu dem von der Regierung beschlossenen Überwachungspaket sind in einem Artikel des Profils vom 21. Februar 2018 zu lesen.

Und hier noch ein weiterer Link: https://netzpolitik.org/2018/lauschen-wie-noch-nie-oesterreich-beschliesst-ueberwachungspaket/ (letzter Zugriff am 29.04.2019)

Die Inhalte im Detail und auch Kritikpunkte bezüglich des Überwachungspakets sind hier zu lesen.

28 Apr

Unter Verdacht – Im Visier der Geheimdienste

Der ORF geht auf Mission nach den Geheimdiensten, die in Wien im Untergrund agieren. Der folgende Blog-Eintrag gibt Aufschluss über die Dokumentation, die auf YouTube kostenfrei angesehen werden kann.

Online abrufbar unter: Unter Verdacht – Im Visier der Geheimdienste

Elektronische Geräte wie Handy, Tablet oder Computer sind die wahren Geheimagenten in unserem täglichen Leben. Sie speichern Daten, die für die weitere Nutzung des Internets von großer Bedeutung werden. Hinter all der Datensammlung stehen riesige Server, die wiederum von Menschenhand betrieben werden. Es lässt sich demnach sehr wohl bejahen, dass wir unter ständiger Beobachtung stehen. 

Geheimdienste spielen auch im Leben jedes einzelnen eine große Rolle. 

Mondial gesehen zählt Wien sogar zu den wichtigsten Stützpunkten der Geheimdienste. 

Aber was ist überhaupt die Aufgabe von Geheimdiensten?

Wie eine Mitarbeiterin der MI5 berichtet, werden Personen unter Verdacht auf möglichst legale und effektive Art durchleuchtet. Dies kann über Telefonabhörstrategien, Verwanzung des Zuhauses oder Kooperation mit Bekannten des Verdächtigen geschehen. 

Da menschliche Quellen jedoch rasch erschöpft sind, greifen Geheimdienste immer öfter auf digitale Medien zurück. Durch den Durchbruch der Telekommunikation und der globalen Vernetzung ergaben sich im letzten Jahrzehnt völlig neue Methoden zur Überwachung – so Thomas Drake, ehemaliger Angestellter der NSA. 

Wie kam es jedoch zu einem solchen Durchbruch der digitalen Überwachung?

Der Grundgedanke, auf digitale Daten zurückzugreifen und ihnen Informationen zu entnehmen, liegt in der Intention, ein funktionierendes Anti-Terror-Programm zu starten, indem Angriffe von Terrorgruppen früh genug erkannt und gestoppt werden können. Der verheerende Anschlag am 11.09.2001 in den USA gab den Anlass, dass deutlich höhere Subventionen an die NSA, den Überwachungs-Apparat schlechthin, gingen. Ab diesem Zeitpunkt soll die Freiheit der Menschen ein Stück eingeschränkt werden, um dem Ziel der Sicherheit ein Stück näher zu rücken. Übersehen wird dabei jedoch oft, dass Menschen durch direkte Überwachung automatisch zu potenziellen Verdächtigten werden und der Überwachung nicht nur mehr rein die Funktion der Sicherung der Sicherheit zukommt – sondern ebenso der Geiselnahme der sozialen Strukturen unserer Zeit. 

Der bekannte Kabarettist Roland Düringer begründet das Aufkommen von Überwachung mit einem einzigen Faktor – der Angst. Sobald Angst in einer Gesellschaft vorhanden ist, sogt man sich um ein System, sodass keine Situation eintreten kann, die die Angst berechtigt erscheinen lässt. 

Ebenso werden Menschen durch die digitale Kontrolle bestimmte und genau angepasste digitale Persönlichkeitsprofile zugeordnet, die durch die Speicherung der Daten kaum mehr abzuschütteln sind. Erscheinen diese Profile verdächtigt, schlagen Organisationen Alarm. Unter dem Begriff ‚Full Take’ ist zu verstehen, dass alle Daten jedes einzelnen Menschen auf bestimmten Servern gespeichert werden und bei Bedarf mühelos darauf zugegriffen werden kann. Welche Informationen schließlich innerhalb der digitalen Biografie eines einzelnen näher betrachtet und möglicherweise veröffentlicht werden, liegt in der Hand der Nachrichtendienste. 

Durch die starke Abhängigkeit von digitalen Medien ist es kaum mehr möglich, zu verhindern, überwacht zu werden. Hat man keine automatisch negative Rückmeldung durch die Kontrolle, da die Auswirkungen der Überwachung meist nicht spürbar sind, findet man sich damit ab und tut nichts dagegen – man gibt seine eigene Privatsphäre ohne jeglichen Widerstand her. 

Wissenschaftler sprechen heute davon, dass die Menschheit sich in einem digitalen Panoptikum befindet. Das Panoptikum entsprach einer ehemaligen Form der Überwachung in Gefängnissen im 18.Jahrhundert. Hier konnten Gefängniswärter durch einen mittleren Turm kreisförmig in alle Zellen mit Insassen mittels eines Scheinwerfers blicken und sie in ihrem Handeln kontrollieren. Das bedeutet für uns, dass wir in jedem Raum und in jeder Situation beobachtet werden, was Menschen ganz unterschiedlich aufnehmen. 

Diese Art der Kontrollführung wurde durch die Abschaffung des Panoptikums annulliert, da dem Aspekt der Menschlichkeit der ständigen Überwachung nicht mehr zugestimmt werden konnte. Heute wehrt man sich mit den Argumenten, dass Menschen unter kontinuierlicher Kontrolle aggressiver und kranker werden. Schlussendlich kann jenes mulmige Gefühl in Paranoia münden, weil sich Menschen auf Schritt und Tritt verfolgt fühlen. 

Eines der wesentlichsten Merkmale unserer Gesellschaft ist immerhin die Privatsphäre und die Intimsphäre. Können diese beiden Faktoren nicht mehr eingebracht werden, droht der Demokratie und der Meinungsfreiheit ein jähes Ende. 

Denn wie viel Kontrolle und Überwachung verträgt der freie und demokratische Staat wirklich?

In wie fern ist Wien nun in das ganze Konstrukt der Überwachung eingebunden?

Man sagt, dass Wien die Insel der Spitzel und Spione sei, deren Anzahl man ca. auf 8000 Personen schätzt. Die gute wirtschaftliche Lage sorgt dafür, dass sich viele internationale Organisationen in der österreichischen Hauptstadt angesiedelt haben, welche das Hauptaugenmerk für Überwachungssysteme bilden. Agenten treffen sich laut Hören und Sagen regelmäßig in Cafés oder kleinen Restaurants, um sich über ihre geheimen Geschäfte auszutauschen. 

Ebenso macht das rechtliche Vakuum, in dem man sich aus Sicht der Überwachung und Kontrolle in Österreich befindet, die Arbeit für Geheimorganisationen umso beliebter. Da mit keinen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist, sobald die Spionagearbeit nicht explizit gegen den Staat Österreich geführt wird, führen Agenten hier ihre Arbeit gerne fort. 

Ein Nachrichtendienst, wie einer in den USA, ist in Österreich nicht vorhanden. Allerdings gibt es drei ähnliche Organisationen: das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), den Auslandgeheimdienst (HNaA) und die Spionageabwehr (AbwA). Auch die NSA kann auf Wiener Boden lokalisiert werden. Es ist von einer sog. NSA-Villa in Wien zu berichten, zu der ein stark frequentiertes Glasfaserkabel erfasst wurde. Auch im ICT-Tower konnte ein Büro der NSA entdeckt werden.

19 Apr

Die Schattenseite von künstlicher Intelligenz!

Wie viel Freiheit werden wir aufgeben müssen??

Auf den ersten Blick ist künstliche Intelligenz (kurz KI) eine wunderbare Entwicklung der Menschheit. In einem Interview mit dem Standard vergleicht Toby Walsh die Erfindung der KI sogar mit der industriellen Revolution. Seiner Meinung nach müssen sich mit der Ausbreitung und Weiterentwicklung von KI – Systemen auch grundlegende Dinge in unserer Gesellschaft weiterentwickeln. Dabei zählt er unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine neue Form des Sozialstaats und ein Bildungssystem, welches den Schwerpunkt mehr auf Kreativität setzt, auf. Gleichzeitig warnt er aber auch vor dem immens hohen Missbrauchspotenzial dieser, noch sehr jungen, Technologie. Walsh weist aber auch darauf hin, dass, wie bei allen anderen neuen Technologien, die Veränderungen in der Gesellschaft bedacht werden müssen, um anschließend Entscheidungen treffen zu können, wie diese Technologien zum Wohl der Allgemeinheit genutzt werden können.

Dabei stellt sich zu allererst die Frage, was diese „künstliche Intelligenz“ eigentlich genau ist. Mit der selben Frage haben wir uns in einem Podcast (höre unten) beschäftigt. Das Gabler Wirtschaftslexikon schreibt dazu, dass sich künstliche Intelligent mit „Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern“ beschäftigt.

Künstliche Intelligenz ist aus unserem modernen Leben also nicht mehr wegzudenken. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Filme und Serien intensiv mit der Thematik beschäftigen. Außerdem wird nicht nur unser Privatleben beeinflusst, sondern auch andere alltägliche Situationen, wie zum Beispiel in der Schule, dabei mittlerweile schon speziell im Klassenzimmer. Als angehende Lehrerinnen und Lehrer sollten wir uns speziell darüber auch immer wieder Gedanken machen. Inwieweit kennen wir uns mit der Thematik aus bzw. inwieweit sind wir bereit künstliche Intelligenz in unseren Unterricht und in unser Klassenleben mit einzubauen?

Aber genauso, wie es viele unterschiedliche Firmen gibt, die sich mit der Thematik beschäftigen, gibt es auch mehr als nur eine einzige KI. Vom Prinzip her sollen diese künstlichen Intelligenzen uns Menschen das Leben in jeder nur erdenklichen Situation erleichtern. Sei es im Haushalt (beim Putzen oder Einkaufen), in der Mobilität (selbstfahrende Autos) oder sogar bei unserer eigenen, persönlichen Gesundheit (Schrittzähler, Kalorientracker, etc.). Dabei gehen die Anwendungsbereiche von KI weit über unser Privatleben hinaus. Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, in welchen Bereichen es sich diese Technologien mittlerweile etabliert haben und zur Normalität geworden sind. Ein Artikel im Standard vom 15. Juni 2018 beschäftigt sich mehr damit, wo genau KI – Systeme sich heutzutage etabliert haben.

Da aber bekanntlich nicht alles Gold ist was glänzt und jede Medaille zwei Seiten hat, ist es wichtig, sich auch mit den Schattenseiten von immer weiter wachsenden künstlichen Intelligenzen zu beschäftigen. Was passiert, wenn ein Staat KI – Systeme nutzt um seine Bürgerinnen und Bürger zu überwachen, kann man aktuell in China beobachten. Dabei wird der öffentliche Raum und somit jede Person, die sich dort aufhält, mit sogenannten „intelligenten Überwachungssystemen“ (kurz IÜ) überwacht. Diese IÜ verwenden „intelligente Gesichtserkennungssysteme“, welche es ermöglichen, jedes Gesicht, jeder Person in Echtzeit mit einer Datenbank abzugleichen. In diesem Fall wird eine Datenbank verwendet, in welcher Fotos von Verbrechern abgespeichert sind. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man als Einzelperson will, dass der Staat immer genau weiß, wann man sich wo befindet und was man zum Beispiel in Geschäften einkauft.

Da niemand zu 100% genau sagen kann, was in Zukunft rund um die Thematik der künstlichen Intelligenzen passieren wird, wie sich z.B. die Beziehung zum Datenschutz verändern wird und wo die Grenzen dieser Systeme liegen, können wir nur abwarten. Dabei ist es wichtig, neben den positiven Aspekten, auch immer einen kritischen Blick zu haben und Neuerungen zu hinterfragen.

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft aus dem Sommersemester 2019, Gruppe BP3A02 über „Künstliche Intelligenz“ von Melanie Kain, Marina Kovacic, Nikolas Lehner und Jeannine Zimmermann.

05 Mai

Werde ich überwacht/ausspioniert?

 

Überwachung – Unter Verdacht – Im Visier der Geheimdienste

Heutzutage stellen sich immer mehr Menschen die Frage, ob und wie sie im alltäglichen Leben ausspioniert werden, doch diese Frage ist ganz einfach zu beantworten, denn dadurch, dass jeder Mensch seinen eigenen Spion, in Form des Smartphones, Laptops, etc. jederzeit bei sich hat, ist es ein Leichtes, für jegliche Geheimdienste, an unsere Privatdaten zu gelangen.
Österreich soll das Paradies für Geheimdienste aller Art sein, da New York und Wien angeblich die 2 globalen Hotspots der Spionage für die USA darstellen und allein in Wien sollen sich mehr als 8000 Spione aufhalten.
Wir sollten uns also nicht mit der Frage befassen, OB wie ausspioniert werden, sondern INWIEWEIT? Sind wir auf dem Weg in eine Art „digitale Diktatur“?

Durch die sogenannte Überwachungsgesellschaft ist es nämlich so, dass tatsächlich alle Bürger verfolgt und überwacht werden, sei es durch Maschinen oder durch einen ganzen Apparat inklusive einem Menschen drin.

Thomas Drake, ein ehemaliger US-amerikanischer Angestellter der NSA bekam die Aufgabe, ein Spionage Programm zu entwickeln, welches die klassische Arbeit der Geheimdienste auf das Informationszeitalter anpasste und somit die Arbeit der Spione deutlich erleichterte. Es werden nämlich nicht mehr Daten für einen bestimmten Zweck gesammelt, vielmehr wird alles Mögliche, ohne jeglichen Gerichtsbeschluss gesammelt und anschließend ausgewertet.
Die sogenannte „klassische Spionage“ ist längst nicht mehr vorhanden, dadurch, dass sich die Telekommunikation in den letzten Jahren rasant entwickelt hat.

Wir Menschen müssen nicht mehr bis ins kleinste Detail ausspioniert werden, da wir selber dafür sorgen, dass alle anderen über unser Leben Bescheid wissen: durch unsere täglichen Selfies, Stories, Beiträge, Weightwatcher, GPS-Standorte, Kalorientracker, Bankomatkarten, Visitenkarten, und vieles mehr laden wir jeden Menschen buchstäblich dazu ein, einen Blick in unseren Alltag zu werfen. Wir sind somit selbst dafür verantwortlich ein Teil der digitalen Diktatur zu sein und können dies nur anhand von größerer Sorgfalt verhindern. Ein guter Anfang wäre beispielsweise, die AGBs tatsächlich durchzulesen!

Quelle:

Verfasst von: Szekely Beatrix

30 Nov

Datenschutz und Überwachung

Verfasst von Barbara Müller.

Seit dem 11. September 2001 gibt es immer mehr Gesetzte die Überwachung legitimieren und dem Schutz der Bürger dienen sollen, aber unentwegt in das Alltagsleben eingreifen. Diese Prozesse verändern die Gesellschaft massiv. Dieser Trend ist global zu beobachten. Dringend sollte die gesellschaftliche Diskussion darüber angeregt werden und noch viel wichtiger, die politischen Entscheidungsträger zur Umsicht bei entsprechenden Gesetzesentwürfen ermahnt werden, zumal die Wirksamkeit der Maßnahmen nicht überprüft wurde. Bisher gab es keine umfassende Analyse der Überwachungserlässe obwohl diese bereits eklatant die Freiheit einschränken. Dies ist eine Reaktion auf die immer häufig in der westlichen Welt stattfindenden Terroranschläge, da diese ein Gefühl der Ohnmacht hinterlassen. Durch entsprechende Gesetze soll dem Volk demonstriert werden, dass durchaus Handlungsfähigkeit besteht. Da dies überzeugend kling, wird für viele der Nachweis der Wirksamkeit überflüssig. Leider ist diese Sicherheit ein Wunschdenken, denn mehr Überwachung bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit, weshalb es neue Überwachungsgesetze kritisch zu hinterfragen gilt.

Quelle: http://www.medienimpulse.at/articles/view/1008

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