03 Jun

Google: Wissen ist Macht


Die Menschheit hat schon immer von der Schaffung einer Universalbibliothek geträumt, die alles Wissen der Welt enthält. Der technologische Fortschritt ermöglicht es im 21. Jahrhundert, diese Vorstellung Realität werden zu lassen. Bereits in den 1970er Jahren gab es erste Bestrebungen eine digitale Wissenssammlung aufzubauen, allerdings gestaltete sich der Scannprozess als relativ kompliziert und kostenintensiv, sodass nur schrittweise Erfolge zu verzeichnen waren.
 
Google war das einzige Unternehmen mit der Absicht und dem Potential, dies in einem entsprechenden Größenumfang durchzuführen und stellte 2004 mit Google Books das bisher ehrgeizigste Projekt zur Umsetzung der Universalbibliothek vor, welche innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren rund 15 Millionen Bücher in digitalisierter Form beinhalten soll. Googles zentrale Mission dabei war und ist, die Schranken zwischen Mensch und Information zu beseitigen und zur Konservierung und Reproduktion von Wissen beizutragen. Dies wird dadurch unterstrichen, da Google für den Digitalisierungsprozess keine finanziellen Gegenleistungen gefordert hat bzw. fordert.
Was zunächst wie der größte Dienst am kulturellen Erbe der Menschheit klingt regt aber auch zum Nachdenken an. Denn es stellt sich die Frage nach den tatsächlichen Beweggründen, welche ein milliardenschweres Unternehmen wie Google zu diesen Handlungen motivieren.
Vor allem, wenn man folgendes bedenkt: Bis zum Jahr 2013 hat Google 10 Millionen Bücher gescannt, davon standen 6 Millionen unter Urheberrecht. Urheberrechtsverletzung können in den USA sehr hohe Strafen mit sich ziehen, sie belaufen sich auf bis zu 150.000 Dollar pro Buch. Warum war Google bereit mit einer möglichen Verurteilung dieser Größenordnung letztendlich die eigene Existenz zu gefährden?
 
Denkt man an das „Street View- Projekt“, können Ähnlichkeiten festgestellt werden. Google Street View ist eine Erweiterung von „Google Maps“ und zeigt realistische 360- Grad- Ansichten der aufgenommenen Umgebung. Allerdings wurde nicht nur diese von den sogenannten „Street View Cars“ von Google eingefangen, gleichzeitig hat Google auch andere Daten abgespeichert, welche unter Datenschutz fallen, wie beispielsweise WLAN- Zugangsdaten, Passwörter oder Auszüge aus E-Mails. Dies legt folgende Vermutung nahe: Google handelt zuerst, mögliche negative Konsequenzen werden im Nachhinein besprochen.
Ist Google wirklich so naiv oder steckt mehr dahinter? Welchen Nutzen zieht Google aus dieser hohen Risikobereitschaft?
Google ist eine Internetsuchmaschine und angewiesen auf große Datenmengen, die dem Unternehmen dazu verhelfen, die eigene Suchmaschinentechnologie permanent zu verbessern. Dies bedingt, dass das Unternehmen einen wichtigen Stellenwert im Bereich Werbung einnimmt. Kurz: Je mehr Daten, desto mehr Geld.
 
Was bedeutet das nun für unsere Gesellschaft? Inwiefern sind die Menschen dazu bereit, Eingriffe in ihre Privatsphäre zu tolerieren, auch wenn dies in dem Glauben passiert, die individuelle Lebenssituation und die aller anderen Weltbürger zu verbessern? Wieso kann es sein, dass Unternehmen wie Google durch ihre Aktionen zu Zentren der Macht heranwachsen, während der einzelne Mensch gleichzeitig an Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit verliert? Anderes gefragt: Was ist ein Mensch, mit seinen Erfahrungen, Einstellungen, seinem Wissen,… heute noch wert?
 
Links:
https://www.youtube.com/watch?v=6dL0yxl1SGU
 
https://netzpolitik.org/2013/entscheidung-im-google-books-verfahren-scans-und-snippets-fallen-unter-fair-use/
 
https://www.sueddeutsche.de/digital/zehnjaehriger-rechtsstreit-google-darf-millionen-buecher-scannen-endgueltig-1.2955967
 
https://www.telemedicus.info/article/1327-VG-Wort-Die-Hintergruende-des-Google-Books-Verfahrens.html
 
https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/wissen-in-der-wissensgesellschaft-wozu-wissen-lieber-googeln-ld.120311
 
https://web.archive.org/web/20131216010917/http://www.oesterreich-bibliotheken.at/aktuelles_mehr.php?id=147
 
https://www.onb.ac.at/digitale-bibliothek-kataloge/austrian-books-online-ab

Dies ist ein Seminarbeitrag für die Lehrveranstaltung „Entwicklungen in der Wissens- und Informationsgesellschaft“ aus dem SS 2019, Gruppe BP3A02 über Google von
Elisabeth Begic, Sarah Truttmann, Yesim Simsek, Claudia Unterwieser
08 Dez

Was muss beachtet werden, wenn persönliche Fotos im Internet / aus dem Internet veröffentlicht werden sollen / verwendet werden sollen?

Es muss einiges beachtet werden, wenn man Fotos im Internet veröffentlichen möchte, oder Fotos aus dem Internet weiterverwenden will – vor allem wenn darauf Personen im privaten Rahmen abgebildet sind:

  1. Bei der Gestaltung einer Website / eines Blogs beachten:
    Dass Urheberrechte Dritter an Fotos, Videos, Musik, Texten, Computerprogrammen oder auch Landkarten (Anfahrtsplan) nicht verletzt werden. Ohne Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers dürfen solche Inhalte nicht auf die Website / den Blog geladen werden.
  2. Fotos von anderen Personen weiterverwenden:
    Fremde Fotos sollte man auf keinen Fall einfach verwenden. Fotos stehen auch dann unter Urheberrechtsschutz, wenn sie nur ganz primitiv sind. Bei Grafiken und Texten kommt es darauf an, ob sie Werkcharakter im Sinne des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) genießen, d.h. eine sogenannte eigentümliche geistige Schöpfung darstellen.
  3. Darf man fremde Personen ohne Rücksprache fotografieren und die Bilder veröffentlichen?
    Nach § 78 UrhG dürfen Bildnisse von Personen nicht veröffentlicht werden, wenn dadurch „berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt werden“. Insbesondere soll damit jedermann gegen Missbrauch seiner Abbildung in der Öffentlichkeit geschützt werden, insbesondere in Form von Bloßstellung, Entwürdigung, Herabsetzung. Personenfotos dürfen vor allem nicht in einen negativen Zusammenhang gebracht werden; dabei kann es auch auf den Text im Zusammenhang mit dem Bild ankommen.
  4. Wenn ich Fotos die Schüler bzw. Schülerinnen zeigen veröffentlichen möchte, wer muss die Zustimmung dafür geben?
    Manche Motive bedürfen keiner extra Zustimmung, beispielsweise wenn ein Gebäude fotografiert wurde, und dabei auch Personen zu erkennen sind. Aber umso privater das Foto ist, umso eher muss (oder in manchen Fällen auch: sollte)  die abgebildete Person persönlich zustimmen. Also auch bei Volksschulkindern muss man die Genehmigung jedes einzelnen Kindes einholen, wenn z.B. Fotos einer Schulfeier veröffentlicht werden sollen. Dazu kommt, dass bei Minderjährigen noch zusätzlich die Erziehungsberechtigten ihr Einverständis geben sollten.

Verwendete Quelle:
http://www.internet4jurists.at/urh-marken/faq_urh1a.htm

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Eigene Meinung:

  • Bilder auf denen Menschen (insbesondere Minderjährige) der Hauptbildinhalt sind, sollten niemals einfach ohne Genehmigung ins Internet gestellt werden.
  • Immer zuvor mit den abgebildeten Personen und ggf. auch mit den Eltern abklären. Am Besten schriftliche Einverständiserklärungen einholen und auch über Details sprechen (möchten die Eltern es z.B. allgemein erlauben, dass Fotos von ihren Kindern im Internet veröffentlicht werden, oder möchten sie bestimmte Fotos davon ausnehmen – z.B. Fotos die Kinder in Badesachen zeigen).
  • Fotos von anderen Personen nur verwenden, wenn diese es ausdrücklich erlaubt haben.

Begründung:

  • Diese Vorgangsweise ist vor allem wichtig, um gesetzeskonform zu handeln und im Nachhinein nicht für das veröffentlichen der Fotos belangt werden zu können.
  • Außerdem ist es wichtig, um zu verhindern, dass Personen bloßgestellt werden bzw. um zu verhindern, dass ein Urheberrecht verletzt wird.
  • Und es sinnvoll für ein besseres Auskommen mit den beteiligten Personen bzw. deren Eltern, diese vor einer Veröffentlichung um Erlaubnis zu fragen.

 

Autoren: Bernhard Mandl, Verena Schmirl

25 Nov

Wann und wie darf ich Schülerfotos veröffentlichen?

„Auch die Veröffentlichung von Schüler-/Studentendaten bedarf der Zustimmung durch den Betroffenen – bei minderjährigen Schülern kann diese Zustimmung ersatzweise durch die Erziehungsberechtigten erfolgen – Schülerfotos unterliegen zusätzlich Urheberrechtsbeschränkungen – Erleichterte Kommunikation ist kein ausreichender Grund zur Veröffentlichung persönlicher Daten und Bilder “ (siehe ARGE Daten   http://www2.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT-ARGEDATEN&s=35049aac

von: Hannah Mühlhofer, Julia Teubel, Monika Reithmayr