24 Jun

Grenzen und Chancen der digitalen Medien im Heimunterricht der Primarstufe – Homeschooling4kids

Medien sind aus der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft nicht mehr wegzudenken und spielen bereits in der Lebenswelt von Kleinkindern eine wichtige Rolle. Schon von klein auf werden wir mit unterschiedlichsten Medien konfrontiert. Die Medienangebote reichen dabei von Büchern über Druck- und Schreibmedien, Ton- und Bildträgern verschiedenster Art, dem Hörfunk und dem Fernsehen, Telefonen und Smartphones bis hin zu computer- und internetbasierte Medien.
Auch die inhaltlichen Angebote sind sehr vielfältig. Sie können der Unterhaltung, als Werbung oder als Mittel für Massen- und Individualkommunikation dienen. Durch Medien können aber auch Bildungsangebote in Form von Schul-, Kinder- und Bildungsprogrammen bereitgestellt werden.
Durch die Ausweitung der herkömmlichen Kommunikationsmittel durch digitale Medien können die Inhalte nicht mehr nur als verbaler Text oder al Bild angeboten werden. Die Inhalte können in vielfältigen Formen kombiniert und interaktiv in virtuellen Umgebungen verbunden und verarbeitet werden. Dies eröffnet besonders im Bildungsbereich neue Wege. (Baacke 1996)
Gerade in Zeiten von COVID – 19 ist es wichtig, über digitale Kenntnisse und Werkzeuge zu verfügen, um am beruflichen, schulischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. (Tulodziecki/Herzig/Grafe 2019: 15f)

Durch die zunehmende Digitalisierung eröffnen sich allerdings auch neue Herausforderungen für Schüler und Schülerinnen, wie auch für Lehrpersonen.
Auf welche Grenzen die Beteiligten stoßen können, wird nun in Folge erläutert.

Grenzen und Herausforderungen der Digitalisierung auf der Schülerebene

  • Fehlende Ausstattung
    Die fehlende Ausstattung an digitalen Geräten für die Schüler und Schülerinnen beeinflusst die Arbeit im Homeschooling Bereich. Die fehlende Ausstattung lässt sich oftmals auf fehlende Mittel der Erziehungsberechtigten zurückführen und stellt somit eine große Herausforderung dar.
  • Keine aktive Begleitung
    Auch die aktive Begleitung von Schülern und Schülerinnen mit besonderen Bedürfnissen leidet unter der zunehmenden Digitalisierung im Homeschooling Bereich.
  • Mitbestimmung
    Aufgrund fehlender direkter Kommunikation ist Mitbestimmung oftmals nicht möglich
  • Unterstützung von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache
    Auch die Unterstützung von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache leidet unter der Digitalisierung im Homeschooling Bereich.
  • Verlust von Konzentration
    Besonders bei jüngeren Kindern ist die Aufmerksamkeitsspanne noch nicht zu Genüge ausgeprägt. Beim Arbeiten mit dem Computer und digitalen Medien kann sich dies bemerkbar machen.
  • Fehlende Anleitung
    Besonders jüngere Kinder brauchen Anleitung und sind eventuell mit dem Angebot überfordert. In diesem Falle sind sie auf die Unterstützung der Erziehungsberechtigten angewiesen. Viele Kinder haben jedoch nicht die Unterstützung ihrer Eltern, die sie brauchen.

Grenzen und Herausforderungen der Digitalisierung auf der Lehrerebene

  • Fehlende Übersicht über den Leistungsstand der Kinder
    Die zunehmende Digitalisierung im Homeschooling Bereich trägt auch zu einer fehlenden Einsicht in das Können und Nicht-Können der Schüler und Schülerinnen bei.
  • Fehlende Einsicht in die Konzentrationsspanne der Kinder
    Besonders jüngere Kinder sind schwer zu erreichen und ohne einer anwesenden Person sichtlich schwer zu motivieren.
  • Kooperation der Erziehungsberechtigten
    Im Bereich Homeschooling sind die Lehrpersonen besonders auf die Hilfe und Kooperation der Eltern angewiesen.
  • Großer Zeitaufwand
    Auch die Vorbereitung seitens der Lehrperson bedarf eines großen Zeitaufwandes.

Die COVID-19- Krise hat seit Beginn des Jahres 2020 weltweit dafür gesorgt, dass sich das gesellschaftliche sowie das private Leben stark verändert haben. Besonders stark getroffen von den Einschränkungen wurde leider der Bildungssektor. Schon vor der Krise wurde in der Sekundarstufe sowie an Hochschulen und Universitäten mit digitalen Hilfsmitteln unterrichtet. Der Unterricht in der Primarstufe hinkt im Bereich der Digitalisierung leider stark hinterher. Deshalb braucht es besonders in der Primarstufe Hilfe und Unterstützung für Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler um den Ansprüchen des digitalen Heimunterrichts gerecht werden zu können. Eine Idee zur Unterstützung eben dieser Gruppen ist die Website Homeschooling4kids, welche am 6. April 2020 online ging.

Hier geht es zur Website

Diese Plattform ist auf Kinder der Primarstufe und den österreichischen Lehrplan abgestimmt. Homeschooling4kids versucht bei allen Angeboten auf Chancengleichheit, Lernmotivation und Abwechslung zu achten.
Im Folgenden werden die oben genannten Grenzen des Einsatzes digitaler Medien für den Heimunterricht am Beispiel der Website Homeschooling4kids diskutiert.
Differenzierung hat im zeitgemäßen Unterricht der Primarstufe eine wichtige Rolle und einen hohen Stellenwert eingenommen. Sowohl der Unterricht wie auch die Benotung und das allgemeine schulische Leben sollten auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder angepasst sein.
In einer Klasse, wo heterogene Schülerinnen und Schüler aufeinandertreffen, gilt es, eine Lernumgebung zu schaffen, die ihnen in ihrer Individualität gerecht wird (Gudjons 2012: 372f).
Daher stellen wir uns die Frage: Ist es möglich, mittels der Lernplattform Homeschooling4kids einen differenzierten Unterricht zu gestalten, der jedem Schüler und jeder Schülerin gerecht wird? Die Antwort lautet leider nein!
Die unzähligen Plattformen und Sammlungen, die im Internet zugänglich sind, können kaum überblickt werden und täglich werden es mehr. Die meisten dieser Angebote bieten den Kindern Unmengen an ungeordnete Inhalte an, aus denen gewählt werden soll. Dabei muss man aber bedenken, dass ein Überangebot gerade junge Kinder leicht überfordern kann und schließlich dazu führt, dass die Schüler und Schülerinnen den Überblick verlieren und keine Entscheidung mehr treffen können.
Außerdem ist durch eine einfache Sammlung von Inhalten nicht gewährleistet, dass die Kinder auch Übungen in ihrem Leistungsniveau finden und auswählen. Die Zielgruppe der Website Homeschooling4kids sind deutschsprachige Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter. Daher ist es beinahe unmöglich, jedem Kind gerecht zu werden, auf alle Interessen einzugehen und alle Bearbeitungsniveaus anzubieten. Trotzdem wird versucht, die Angebote an die unterschiedlichen Interessen und Lerntypen anzupassen. Außerdem werden die Beiträge grundsätzlich nach Grundstufe 1 und 2 differenziert. Bei dieser Differenzierung wird auch darauf geachtet, die Beiträge interaktiv und optisch ansprechend zu gestalten.
Um die Aufmerksamkeitsspanne der mitunter sehr jungen Schülerinnen und Schüler nicht zu überziehen wird großes Augenmerk darauf gelegt, dass die Beiträge relativ rasch zu bearbeiten sind. Da die Website homeschooling4kids nicht auf ein Ersetzen sondern vielmehr auf ein Ergänzen des regulären Unterrichts aus ist, werden die Beiträge so gestaltet, dass sie in 20 Minuten von den Kindern bewältigt werden können. Um den Kindern ein übersichtliches Angebot zur Verfügung zu stellen, werden nur die aktuellsten Beiträge jeder Kategorie gezeigt. Suchen die Nutzer nach älteren Beiträgen, genügt ein einfacher Mausklick oder eine Abfrage in der Suchfunktion um die Beiträge der vergangenen Wochen angezeigt zu bekommen. Auf der Startseite der Website findet sich ein Button der die Schülerinnen und Schüler zu den aktuellsten Beiträgen führt.
Um auch Erstleser oder Kinder mit Deutsch als Zweitsprache zu unterstützen, bietet homeschooling4kids eine Vorlesefunktion. Hiermit können sich die Kinder den Auftrag, das Rezept oder die Versuchsanleitung vorlesen lassen. Diese Funktion der Website soll sicherstellen, dass auch Kinder deren Eltern womöglich nicht gut Deutsch sprechen oder lesen können von dem Angebot profitieren können.
Uns Lehramtsstudenten und Lehrpersonen ist klar: Kinder brauchen Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden und natürlich auch zu ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer. Gerade wenn die Kinder noch sehr jung sind, ist es äußerst wichtig, dass sie regelmäßigen persönlichen Kontakt zu Lehrperson und MitschülerInnen und einen geregelten Schulalltag haben. Auch das Aufrechterhalten der Motivation und Neugierde der Schülerinnen und Schüler war gerade während der Lock-down Phase von besonderer Bedeutung. Aber ist das denn überhaupt möglich, wenn Social-Distancing und Quarantäne-Maßnahmen gefordert sind?
Viele Lehrpersonen haben bestätigt, dass Schülerinnen und Schüler gerne an Videochats mit Lehrpersonen und MitschülerInnen teilnehmen. Leider verhindern mangelnde digitale Kompetenz oder unzureichende technische Ausstattung, sowohl der Kinder wie auch der Lehrpersonen, oft diesen wertvollen Kontakt. Es kam daher auch oft dazu, dass der Kontakt zu manchen Schülerinnen und Schülern während der Lock-Down Phase komplett abgerissen ist. Auch diesem Problem möchte sich Homeschooling4kids stellen: Audioaufnahmen, Videos und ein Gruß unter jedem Beitrag gibt der Seite einen persönlichen Charakter und soll die Kinder direkt ansprechen. Bei der Gestaltung der Beiträge wird außerdem darauf geachtet, dass sie sowohl mit Smartphones, Tablets wie auch Computern bearbeitet werden können.
Der sogenannte Mitmachbereich bietet Kindern die Möglichkeit mit Gleichaltrigen in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Dieser Bereich der Website kann von den Kindern selbstständig mit Inhalten wie Bilder, Texten oder Rätselfragen gefüllt werden.
Seit kurzer Zeit gibt es für die Kinder auch die Möglichkeit eigene Themen einzubringen. Hierfür kann auf der Startseite der Website über Themen abgestimmt werden. Die beliebtesten Themen werden in den Themenbereich der Website aufgenommen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass uns die Covid-19 Pandemie verdeutlicht hat, wie unumgänglich digitale Grundbildung bereits ab der Primarstufe ist und von welcher Relevanz es ist, Kinder bereits in der Volksschule mit essenziellen digitalen Skills und Medienkompetenzen auszustatten. Die Website homeschooling4kids versucht genau dazu beizutragen, indem sie auf motivierende Art und Weise neue Lerninhalte vermittelt und ein interaktives Erlernen der notwendigen Kompetenzen fördert. Homeschooling4kids soll dabei den klassischen Präsenzunterricht nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen und in naher Zukunft in den Präsenzunterricht integriert werden.

Bildquelle: Pixabay

Literatur:
Baacke, Dieter (1996): Medienkompetenz – Begrifflichkeit und sozialer Wandel, in: In von Rein, Antje (Hg.): Medienkompetenz als Schlüsselbegriff, Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 112-124.

Gudjons, Herbert (2012): Pädagogisches Grundwissen, Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Tulodziecki, Gerhard/ Herzig, Bardo/ Grafe, Silke (2019): Medienbildung in Schule und Unterricht: Grundlagen und Beispiele, Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

08 Jun

DSGVO – Wie beeinflusst mich das als Lehrperson?

Das Grundrecht auf Datenschutz gibt an, dass nur unter bestimmten Voraussetzungen personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Dies ist in der österreichischen Verfassung geregelt. Falls diese Voraussetzungen nicht vorliegen, spricht man von Datenschutzverletzung.

Das Handbuch „Datenschutz für die digitale Schülerverwaltung“ zeigt, dass besonders in der Schule auf Datenschutz zu achten ist und die Schulleitung verpflichtet ist das Grundrecht auf Datenschutz zu gewährleisten. Dies bezieht sich auf SchülerInnen, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen im Bereich des Rechts auf Auskunft, Berichtigung und auch Löschung.

Auch Klassenbücher müssen mit Berücksichtigung von Datenschutz geführt werden. Gemäß § 77 SchuG sind Klassenbücher für jede Klasse zur Dokumentation verpflichtend. In diesem stehen das Schuljahr, die Klasse und die Eckdaten der Schule. Die Namen der Schülerinnen und Schülern und der unterrichtenden Lehrperson sind auch vermerkt. Zusätzlich beinhalten Klassenbücher den Stundenplan, wichtige Termine und natürlich die Dokumentation des Unterrichts. Das Fernbleiben von Schülerinnen und Schüler wird auch notiert.

„Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 Abs. 1 DSGVO) dürfen nur dann im Klassenbuch vermerkt werden, wenn deren Dokumentation ein erhebliches öffentliches Interesse darstellt. „

Im Artikel von Fabian Sommavilla wird beschrieben, worauf Lehrpersonen bei der 2018 eingeführte Datenschutzgrundverordnung an den Schulen achten müssen.

Der korrekte Umgang mit sensiblen und personenbezogenen Daten ist besonders im Lehrberuf von großer Bedeutung. Besonders durch die Digitalisierung verlieren Lehrpersonen öfters den Überblick über den Datenschutz von Erziehungsberechtigten, Schulkindern oder sogar den eigenen.

Aber wie erfahre ich als Lehrperson mehr über Datenschutz und wo kann ich mir Hilfe holen?

Wie auch vor der DSGVO ist der/die jeweilige Schulleiter/in für den Umgang verantwortlich. Es gibt außerdem noch Datenschutzbeauftragte in der Bildungsdirektion.

Links zu Youtube-Videos:

Weitere Informationen findest du hier:

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulrecht/ds.html

09 Jan

Datenschutz in der Volksschule: Was Lehrer/innen wissen müssen!

Quelle: https://pixabay.com/de/illustrations/online-internet-icon-symbole-www-942408/

verfasst von: Sarah Freudenthaler, Alin Haismann, Mirelle Tramp

Seit vielen Jahren wird unsere Welt zunehmend digitaler und vernetzter. Daher wird auch das Thema Datenschutz immer wichtiger für unsere Gesellschaft. Aber was ist eigentlich Datenschutz? Duden definiert den Begriff als „Schutz der Bürger/innen vor Beeinträchtigung ihrer Privatsphäre durch unbefugte Erhebung, Speicherung und Weitergabe von Daten, die ihre Person betreffen“. Datenschutz wird außerdem als Persönlichkeitsrecht gesehen und zählt damit zur Privatsphäre. 

Natürlich wird das Thema Datenschutz auch an Schulen immer präsenter. Hier gibt es jedoch zwei Aspekte, die datenschutzrechtlichen Überlegungen beachtet werden müssen:

  • Einerseits den Aspekt der Lehrperson, die darauf achten muss, dass Schüler/innendaten nicht an unbefugte Personen weitergegeben werden. Denn als Lehrperson muss man einige Dinge beachten, wenn man beispielsweise Fotos der eigenen Klasse ins Netz stellt oder Noten laut Vorlesen möchte. In beiden Fällen muss die Lehrperson sich zuvor über die rechtlichen Gegebenheiten informieren und gegebenenfalls Einverständniserklärungen Betroffener bzw. Erziehungsberechtigter einholen
  • Andererseits den Aspekt der SchülerInnen, die von der Lehrperson über den richtigen Umgang mit dem Internet aufgeklärt werden sollten. Denn je früher man Kindern die Gefahren erklärt, die sich z.B. im Umgang mit Social Media verstecken, desto besser können negative Auswirkungen vorgebeugt werden. 

Auf diese beiden Aspekte soll im Folgenden genauer eingegangen werden.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=VF5A2JhiJug

Datenschutz : Umgang mit sensiblen Daten

Wie bereits angedeutet kann sich auch das Schulwesen der weltweiten Digitalisierung nicht entziehen und so wurde im Jahr 2013 die Verwaltung österreichischer Pflichtschulen erstmals durch das Computerprogramm WiSion unterstützt. 

WiSion ist ein Schulinformationssystem durch das Daten auf einem zentralen Server abgespeichert werden können. Doch welche Daten werden von WiSion eigentlich erfasst? Ganz allgemein wird alles gespeichert, das im schulischen Bereich von Wichtigkeit ist. Dies beinhält persönliche Informationen des Lehrpersonals, sensible Daten der Schüler/innen (z.B. Geburtsdatum, Adresse, Noten, Erstsprache, usw.) sowie terminliche Informationen wie Krankenstände, Ausflüge, Anwesenheiten und Projektwochen. 

Nun stellt sich natürlich auf Basis der Datenschutzverordnung die Frage wie diese Daten geschützt werden bzw. wer auf diese große Menge an sensiblen Informationen zugreifen kann. Um überhaupt Zugriff auf das System zu bekommen, benötigt man mehrere Passwörter. Unter anderem müssen Lehrpersonen bei jedem Loginversuch über den sogenannten Token einen Pin erhalten. Der Token ist ein kleines Gerät, das an den Schlüsselbund gehängt werden kann und durch Knopfdruck ein neuen Pin generiert. Dieser Pin ändert sich nach jeder Anwendung. Weiters gewährleistet das sogenannte Berechtigungssystem den Schutz der Daten. Dies bedeutet, dass jede/e Nutzer/in nur die Informationen einsehen bzw. verändern kann, die für ihn/sie notwendig sind. So hat z.B. der/die Schulleiter/in Zugriff auf den kompletten Datensatz der Schule, während Lehrpersonen nur die für sie relevanten Informationen abrufen können.

Doch wie kommt diese Umstellung und Digitalisierung an den österreichischen Pflichtschulen an? Nachdem die Einführung des Verwaltungsprogrammes WiSion viele Jahre später als geplant eingetreten ist, scheint es so als wäre vielen Lehrer/innen ein weiterer Aufschub lieber gewesen. In zahlreichen Artikeln und Interviews mit Betroffenen wird das System als benutzerunfreundlich beschrieben. Anstatt den schulischen Alltag zu erleichtern, müssen Lehrpersonen stundenlang herumklicken, um beispielsweise Anwesenheiten einzutragen oder Zeugnisse zu erstellen. Da sich WiSion als sehr zeitaufwendiges Verwaltungsprogramm entpuppt hat, befürchten nun viele Lehrer/innen, dass der eigentliche Hauptgedanke des Lehrberufs, das pädagogische Handeln, immer mehr in den Hintergrund gerückt wird. Deswegen finden seit der Einführung von WiSion vor sechs Jahren immer noch Gesprächs- und Feedbackrunden statt, die eine Verbesserung des Systems erwirken sollen. 

Datenschutz: Aufklärung in der Volksschule

In der heutigen Zeit wird bereits im Laufe der Volksschule die Verwendung von digitalen Geräten, wie z.B. dem ersten eigenen Handy oder Computer, immer bedeutsamer. Deswegen ist schon in der Volksschule die Aufklärung über Datenschutz und den achtsamen Umgang mit digitalen Medien notwendig. Denn digitale Medien und die Vielzahl an Online-Diensten sind heutzutage ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Der Umgang bzw. die Nutzung von Online-Diensten wie Facebook, WhatsApp, TickTock, Instagram, Snapchat usw. ist für Schüler/innen bereits im Volksschulalter eine Selbstverständlichkeit und gehören zum Alltag. Unzählige Male schauen wir auf unser Handy, erhalten oder senden Nachrichten und geben private Informationen aus unserem Leben bekannt.

Die Schüler/innen unterschätzen bzw. wissen nicht, welche Konsequenzen ihr Handeln im Netz haben kann. Sie gehen daher mit dem Schutz der eigenen Privatsphäre unbedacht um und geben leichtsinnig eine Vielzahl von sensiblen Daten preis (Name, Adresse, Fotos). Daher ist es besonders wichtig, die Kinder für Risiken des Internets zu sensibilisieren. Immer häufiger wird von Experten/innen und Eltern gefordert, dass eine Aufklärung in der Schule stattfinden bzw. das Thema Datenschutz in den Schulunterricht integriert werden soll, um die Schüler/innen vor z.B. Cyber-Mobbing zu schützen und ihnen zukünftige Auswirkungen von Datenfreigabe zu verdeutlichen.

Die praktische Umsetzung in der Schule ist jedoch schwierig, da es Lehrenden oft an Erfahrung fehlt, um die Schüler/innen in Sachen Internet und Handy kompetent aufzuklären. Sie müssen sich das entsprechende Wissen erst selbst aneignen, wobei sich das Problem der Schnelllebigkeit ergibt – Lehrpersonen müssen ständig auf dem neuesten Stand sein. Deswegen sollten man in Betracht ziehen eine externe Hilfe bzw. eine/n Experten/in in Anspruch zu nehmen. Davon könnten sowohl Schüler/innen als auch Lehrer/innen profitieren.

Quellen:

https://www.duden.de/rechtschreibung/Datenschutz (Zugriff am 6.1.20)

ps://www.admin-iq.at/de/schule/schulsoftware/wision (Zugriff am 7.1.20)

ps://www.fsg-pv.wien/wp-content/uploads/2017/08/BIS1016.pdf (Zugriff am 4.1.20) 

https://wien.orf.at/v2/news/stories/2798424/ (Zugriff am 4.1.20)

Ausdruck WiSion Einführung: https://sts6.schule.wien.at/fileadmin/s/906023/Bilder/ausdruck_WISION_einf%C3%BChrung.doc (Zugriff am 7.1.20)

https://www.saferinternet.at/zielgruppen/lehrende/ (Zugriff am 06.01.2020)

https://www.klicksafe.de/ (Zugriff am 06.01.2020)

Bundesministerium Bildung, Wissenschaft und Forschung: http://bsrwn.at/datenschutz_faq_20190107.pdf (Zugriff am 06.01.2020)

https://www.oeliug.at/2019/01/10/datenschutz-an-schulen-was-lehrer-innen-wissen-m%C3%BCssen/ (Zugriff am 5.1.20)

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulrecht/ds.html (Zugriff am 5.1.20)

28 Aug

Wien, nur du allein!

Im Sommersemester des Schuljahres 2018/2019 beschäftigten sich die 1b der PVS Maurer Lange Gasse und die 3c der GTVS Europaschule mit einer der schönsten Hauptstädte der Welt – Wien.

Wien, Bečs, Vienna, Viyana, Wiedeń, Vienne, Ве́на, 维恩 oder einfach die lebenswerteste Stadt der Welt zum zehnten Mal in Folge laut der jüngsten Mercer-Studie1.

Kein Wunder also, wenn Wien als Heimatstadt ein beliebtes Thema in der Volksschule ist. Herangehensweisen gibt es viele. So hat Katharina Peschta in unserem Podcast mit ihrer Klasse eruiert, welche Sehenswürdigkeiten die Kinder der 1. Klasse kennen. Das Insider-Wissen der Schüler_innen können sie HIER nachhören.

Die Schüler_innen der 3c erarbeiteten mit Miriam Kollmann die Geschichte unserer Bundeshauptstadt.

Die Zeitreise beginnt in der Steinzeit und führt bis zum finsteren zweiten Weltkrieg.

Zeitstrahl der 3c in GTVS Europaschule

Um auch einem kreativen Zugang Rechnung zu tragen, konnten sich die Schüler_innen in der alten Filmtechnik Stop-Motion ausprobieren. Es entstanden viele verschiedene persönliche Beiträge zum Thema „Mein Wien“.

Wien_Intro_3c_GTVSEuropaschule

Yasemin Yetgin-Isler beschäftigte sich mit dem Thema Sagen und erstellte eine Audiodatei zur Sage „Die Spinnerin am Kreuz“ zum Nachhören.

1https://www.derstandard.at/story/2000099451558/wien-ist-zum-zehnten-mal-die-lebenswerteste-stadt-der-welt