{"id":156,"date":"2013-01-31T12:27:25","date_gmt":"2013-01-31T12:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/fopa\/?p=156"},"modified":"2013-02-07T08:59:19","modified_gmt":"2013-02-07T08:59:19","slug":"journalistische-darstellungsformen-fur-radioproduktion-kategorien-fur-die-verarbeitung-und-prasentation-von-tonmaterial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/podcampus.phwien.ac.at\/fopa\/2013\/01\/31\/journalistische-darstellungsformen-fur-radioproduktion-kategorien-fur-die-verarbeitung-und-prasentation-von-tonmaterial\/","title":{"rendered":"Darstellungsformen f\u00fcr Radioproduktion"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Journalistische Darstellungsformen f\u00fcr Radioproduktion und Kategorien f\u00fcr die Verarbeitung und Pr\u00e4sentation von Tonmaterial<br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Informierende Darstellungsformen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meldung<\/strong>: Eine Meldung ist nicht-fiktional, tatsachenbetont und die elementarste und knappste Form von Information \u00fcber eine Ereignis (Wer? Was? Wann? Wo?) und beschr\u00e4nkt sich oft auf nur einen Aussagesatz.<\/p>\n<p><strong>Nachricht<\/strong>: Eine Nachricht erweitert eine Meldung um die Mitteilung der n\u00e4heren Umst\u00e4nde eines Ereignisses. Sie ist objektiv, aktuell und bezieht sich auf Themen von allgemeinem Interesse. Formal sollte sie nicht l\u00e4nger als ein oder zwei Sendeminuten sein (l\u00e4ngere Beitr\u00e4ge werden als Bericht bezeichnet) und f\u00e4ngt mit dem sogenannten <em>lead<\/em> oder der Meldung an.<\/p>\n<p><strong>Bericht<\/strong>: Der Bericht erweitert die Nachricht um interessante Einzelheiten, Stellungsnahmen, Eindr\u00fccke und Meinungen von Beteiligten. Es werden Zusammenh\u00e4nge, Vorgeschichten und andere wichtige Aspekte ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><strong>Reportage<\/strong>: Die Reportage ist kein Ersatz f\u00fcr die Nachricht oder den Bericht, sondern vielmehr die Erg\u00e4nzung dazu. Es handelt sich um eine subjektiv gef\u00e4rbte, anschaulich wirkende Berichtsform (Erlebnisbericht), mit vorwiegend informierendem Charakter. Wichtig ist, dass die Reportage zwar subjektive Aspekte hat, die aber ein rein subjektives Kommentar sein darf.<\/p>\n<p><strong>Portrait<\/strong>: Das Portrait besch\u00e4ftigt sich mit einer bestimmten Person, Organisation, Institution etc..<\/p>\n<p><strong>Interview<\/strong>: Das Interview liefert Informationen zu einem Thema aus erster Hand mittels eines direkten Gespr\u00e4chs zwischen Interviewenden und dem Interviewgast, sprich es entsteht in der Regel zwischen zwei Personen. Es werden drei Interviewarten unterschieden: das <em>Interview zur Sache<\/em>, dass nach Auskunft und Informationen zu Fakten fragt; das <em>Meinungsinterview<\/em>, dass explizit nach der Meinung und Beurteilung des Interviewgasts zum Thema fragt; und das <em>Interview zur Person<\/em>, dass den Interviewgast vorstellt. In der Praxis gibt es nat\u00fcrlich immer wieder \u00dcberschneidungen dieser drei Interviewarten.<\/p>\n<p><strong>Umfrage<\/strong>: Die Umfrage ist ein Meinungsinterview, bei der die Sichtweise und Kommentare mehrerer Personen zu einem Thema eingeholt werden. Sie sind in der Regel kurz und knapp und bestehen meist nur aus einer Fragestellung.<\/p>\n<p><strong>Feature<\/strong>: Das Radio-Feature (auch <em>Radio-Dokumentation<\/em> genannt) ist eine nicht-fiktionale Darstellungsform. Es verbindet unter anderem Elemente von H\u00f6rspiel, Dokumentation und Reportage. Es ist somit die umfassendere Reportage und dient der Illustration der Themenanalyse. Auch wenn die Grenzen hier flie\u00dfend sind \u00fcberwiegt der dokumentarische Charakter. Das Feature steht also im Spannungsfeld zwischen Information und ihrer k\u00fcnstlerischen Gestaltung.<\/p>\n<p><strong>Meinungs\u00e4u\u00dfernde Darstellungsformen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Radio-Essay<\/strong>: Beim Radio-Essay verbindet sich die Tradition des Print-Essays aus dem Zeitungs- und Zeitschriftenfeuilleton mit dem technischen Potential der elektronischen Massenmedien, insbesondere der Montage. Die essayistische Methode ist eine experimentelle Art, sich dem Gegenstand der \u00dcberlegungen zu n\u00e4hern und ihn aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Das Wichtigste ist jedoch nicht der Gegenstand der \u00dcberlegungen, sondern das Entwickeln der Gedanken vor den Augen des Lesers. Im Mittelpunkt steht also die pers\u00f6nliche Auseinandersetzung der AutorInnen mit dem jeweiligen Thema. Essay kann auch synonym f\u00fcr den Begriff <em>Kommentar<\/em> genommen werden.<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong> Ein Kommentar ist ein Meinungsbeitrag zu einem aktuellen Thema oder Nachricht, bei dem die subjektive Sicht des oder der AutorIn im Vordergrund steht und der oder die auch namentlich genannt ist. Es erl\u00e4utert das Thema, liefert Hintergrund und Analyse, interpretiert die Bedeutung und Zusammenh\u00e4nge her, so dass sich die H\u00f6renden ein abgerundetes Bild zum Thema machen k\u00f6nnen. Wichtig ist das die Trennung von Meinung und Information transparent nachvollziehbar ist. Es k\u00f6nnen drei Arten von Kommentaren unterschieden werden: den <em>Argumentationskommentar<\/em>, den <em>Geradeaus-Kommentar<\/em> und den <em>Entweder-Oder-Kommentar<\/em>. Eine weitere m\u00f6gliche Unterteilung w\u00e4re in erkl\u00e4rende, bewertende und argumentierende Kommentare. Ein Kommentar ist immer subjektiv angelegt und kann dabei kritische Fragen aufwerfen, Argumente bringen und Ironisch sein, es kann auch auffordernd oder warnend wirken.<\/p>\n<p><strong>Glosse<\/strong>: Dadurch, dass die Glosse spielerischer, inhaltlich leichter, witziger oder auch ironisch formuliert wird, ist sie auch die schwerste Darstellungsform. Sie ist eine viel pointiertere Form des Kommentars und impliziert so umfangreiches Wissen und sprachliche Feinheit des oder der AutorIn.<\/p>\n<p><strong>Rezension\/Kritik:<\/strong> Hier handelt es sich um die Darstellungsform f\u00fcr den Themenbereich Kunst und Kultur. Hier vermischen sich in der Regel die Berichterstattung zum Thema und die Beurteilung eben dieses durch die Rezensenten oder Kritisierenden. Der Rahmen der stilistischen M\u00f6glichkeiten ist hier ein recht weit gefasster.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>\u00a0Kategorien f\u00fcr die Verarbeitung und Pr\u00e4sentation von Tonmaterial<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Gebauter Beitrag \/ O-Ton-Bericht<\/strong>: Der gebaute Beitrag ist eine wichtige journalistische H\u00f6rfunkgattung. Es handelt sich um ein H\u00f6rst\u00fcck, in dem vom AutorInnen geschriebene Text (Manuskript) mit Originalt\u00f6nen (O-T\u00f6nen), Ger\u00e4uschen (Atmo) oder anderen akustischen Quellen gemischt wird. O-T\u00f6ne haben neben der inhaltlichen auch eine dramaturgische Funktion. O-T\u00f6ne, die nicht auf Deutsch vorliegen, k\u00f6nnen mit der \u00dcbersetzung \u00fcberblendet (voice-over) werden. Des Weiteren kann ein gebauter Beitrag auch Ger\u00e4usche enthalten, die die Atmosph\u00e4re eines Aufnahmeortes (Vogelzwitschern, Stra\u00dfenl\u00e4rm, Stimmengemurmel &#8230;) oder bestimmte Vorg\u00e4nge wiedergeben. Auch literarische Zitate oder Ausschnitte aus Filmen k\u00f6nnen Teil eines gebauten Beitrags sein.<\/p>\n<p><strong>Collage<\/strong>: Die Collage, als Technik der bildenden Kunst, bei der aus verschiedener Elementen ein neues Ganzes geschaffen wird, kommt auch in anderen Bereichen zum Einsatz: z.\u00a0B. Musikvideos oder literarische Collagen. Im Bereich des Auditiven oder im Radio k\u00f6nnen Klang-, Ton- oder Musikcollagen gebaut werden.<\/p>\n<p><strong>Jingle<\/strong>: Ein Jingle ist eine kurze einpr\u00e4gsame Erkennungsmelodie. Es handelt sich um kurze Tonfolgen, die aus gesprochenem, Ger\u00e4uschen und\/oder Musik bestehen kann und einen hohen Wiedererkennungsgrad aufweisen. Andere Begriffe sind <em>Sound-<\/em> oder <em>Audio-Logo<\/em>. Grundidee eines Jingles ist sein Erinnerungs- und Wiedererkennungswert bei H\u00f6renden.<\/p>\n<p><strong>Magazin:<\/strong> Eine Magazinsendung (auch als Sendereihe bezeichnet)ist ein H\u00f6rfunkformat, dass in regelm\u00e4\u00dfiger Folge ausgestrahlt und meist einem bestimmten Themengebiet zugeordnet ist (Nachrichtenmagazine, Wirtschaftsmagazine, Politikmagazin, Kulturmagazin,\u2026). Dabei soll den H\u00f6renden eine regelm\u00e4\u00dfige Zusammenstellung an Informationen aus einem bestimmten Themenbereich geboten werden. Das Magazin besteht aus einzelnen Beitr\u00e4gen (Reportagen, Berichte,\u2026) die durch die Moderation verkn\u00fcpft, eingeleitet und abgeschlossen werden. Auch kurze Kommentare, Diskussionen oder Studiogespr\u00e4che k\u00f6nnen Elemente einer Magazinsendung sein. Die Moderation gibt dabei in der Anmoderationen einen Vorgeschmack auf die folgenden Beitr\u00e4ge, liefert Erkl\u00e4rungen zu den einzelnen Beitr\u00e4gen und f\u00fchrt Studiogespr\u00e4che.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6rspiel<\/strong>: H\u00f6rspiel ist eine origin\u00e4r f\u00fcr den Rundfunk konzipierte, nur mit akustischen Mitteln arbeitende Kunstform. Man unterscheidet heute begrifflich das aus dem B\u00fchnenschauspiel entstandene traditionelle oder literarische H\u00f6rspiel, in dem mit den Mitteln der Sprache eine fiktive Welt errichtet wird, und das sogenannten &#8222;neuen&#8220; oder experimentellen H\u00f6rspiel, in dem Sprache, Musik, Ger\u00e4usche als Material f\u00fcr Kompositionen dienen, die nicht mehr figuren- und handlungsbezogen sind, sondern die Sprache und ihre Verwendungsweisen zum Teil das akustische Material insgesamt zum Thema haben.<\/p>\n<p><strong>Rohmaterial<\/strong>: Hier handelt es sich um unbearbeitetes Tonmaterial wie O-T\u00f6ne, Atmo, Interviewaufnahmen etc, dass selten in dieser Form on Air gebracht wird.<\/p>\n<p><strong>Anderes ???<\/strong><\/p>\n<p><strong>QUELLEN<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>La Roche, W. von. (1975). <em>Einf\u00fchrung in den praktischen Journalismus\u202f: mit genauer Beschreibung aller Ausbildungswege<\/em>. M\u00fcnchen: List.<\/li>\n<li>Journalismus. Journalistische Schreibformen (n.d.). Retrieved January 31, 2013, from\u00a0 http:\/\/www.teachsam.de\/deutsch\/d_schreibf\/schr_beruf\/jourtex\/jou0.htm<\/li>\n<li>Die klassischen Journalistischen Darstellungsformen. DIE ZEIT Medienkunde 2010\/2011. Retrieved January 31, 2013, from http:\/\/blog.zeit.de\/schueler\/files\/2010\/09\/2.1-Klassische_Medien.pdf<\/li>\n<li>Darstellungs- u. Sendeformen im Radio. (n.d.). Retrieved January 31, 2013, from http:\/\/www.mediamanual.at\/mediamanual\/leitfaden\/radio\/darstellungsformen.php<\/li>\n<li>Definition H\u00f6rspiel | HOERSPIEL.COM. (n.d.). Retrieved January 31, 2013, from http:\/\/www.hoerspiel.com\/geschichte-zeitlauf-hoerspiel\/definition-hoerspiel\/<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalistische Darstellungsformen f\u00fcr Radioproduktion und Kategorien f\u00fcr die Verarbeitung und Pr\u00e4sentation von Tonmaterial Informierende Darstellungsformen Meldung: Eine Meldung ist nicht-fiktional, tatsachenbetont und die elementarste und knappste Form von Information \u00fcber eine Ereignis (Wer? Was? Wann? 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